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In der Mitte des Zifferblatts

Du & ich
Zeiger einer analogen Uhr

Wir treffen & trennen uns bei
nahe überall

Nur in der Mitte des Zifferblatts
bleiben wir stets vereint

wo die Bewegung der Zeit
kaum zu sehen ist

während sie doch vergeht
wie alles andere

Dort sind sie verbunden
unsere Enden

und bleiben es
auch wenn die Uhr zum Stillstand kommt


Wald der Verdrängungen

Durch den Wald der Verdrängungen
gehen wir
verlaufen wir
uns
im Vergehen
Das Leid pfeift ein Lied
in uns
um sich zu vergessen
Und immer tiefer wird der Wald
immer dichter sein
Bestand
Im Lichtlosen verstummten die Erinnerungen
Doch nichts ist tot
bis wir es sind
Herabgefallenes knistert & bricht
unter unsern Schritten
Und es riecht nach Blühen & Verwelken
nach Blättern die sich lösen
Unsere Wurzeln sind bloß
Fangarme
überirdische Tentakel
die Nichts halten
können
auf Dauer
Wind bewegt die schwachen Äste
mit Gewalt
Und wer glaubt
einen Weg gefunden zu haben
unterliegt
nur einer Täuschung
Wald der Verdrängungen
Wald der Märchen
die wir uns verschweigen
Und irgendwo liegt eine Lichtung
ein entblößter Fleck
glatt wie ein krankes Gehirn
ohne Windungen
Unbeschattet & friedlich
Dort
ruht das Vergessen
& wir
in ihm
Endlich
am Ende
Als wäre
Nichts
gewesen


Kartoffelstaub & Tod

Der alte Mann war Stammgast
in diesem Hotel.
Und er erzählte dem Nachtportier,
der ich war, von
Norwegen & vom Tod.
Auf seinen Schuhen war
Kartoffelstaub. Der alte Mann wusste es
zu erklären, und ich hörte zu.
Dann lächelten wir.
Er tanzte gern.
Das war der Grund.
Und in dem Büro hinter dem Empfang
stand mein Essen.
Und da war keine Sättigungsbeilage
auf dem Teller; ob
wohl die Köchin mich mochte.
Manchmal
passt einfach Alles
zusammen.


Vergessene Wege

Oftmals konnte mein Vater sich nicht mehr erinnern
wie er von der Arbeit nach Hause gefahren war
als es auf das Ende zuging

Es war das End
stadium

Etwas fraß an seinem Gedächtnis

Angekommen
war er erschrocken darüber

Aber oft
würde er diese Strecke ohnehin nicht mehr fahren

Das
vergaß er nie

während er von seinem Vergessen erzählte

Er war 5 Jahre jünger
als ich
heute

Oftmals kann ich mich nicht mehr erinnern
wie ich von zuhause zur Arbeit gefahren bin

Ich bewege den Wagen wie in Trance
durch die Dunkelheit

Zu gut kenne ich diese Strecke
Zu oft bin ich sie gefahren
um darüber nachzudenken

Ich denke an
Alles Andere

Ich träume & habe keine Ahnung
in welchem Stadium ich bin

Manchmal weckt mich ein Tier
Dann bin ich erschrocken über meinen Leichtsinn

Doch das ändert nichts

Ich erzähle von meinem Erinnern

Irgendwann werden alle Wege vergessen sein
Und ich werde ankommen

wo Alle
am Ende
sein werden


Eine Beziehung wie Audrey Hepburn

Die Beziehung begann
wie die junge Audrey Hepburn.

Und endete
wie sie.

Als sie nicht mehr jung war.

Dazwischen:
ein zu kurzes Leben.

Was blieb
zurück?

Pfannkuchen aus dem Supermarkt,
die ich mir kaufe
seitdem Sie, die nicht
Audrey Hepburn war,
sie mir zum ersten Mal mitgebracht hatte;

fertig,
eingeschweisst.

Eine Fernsehserie,
die ich auswendig kenne –
weil Sie sie mir empfohlen hatte.

(Obwohl ich Serien hasse,
da sie Zwang bedeuten.)

Staub
auf ungeöffneten Schnapsflaschen.

Immerhin.

Und Das
was verschwiegen werden muss,
damit es bleibt.

Man darf sich nicht wundern.
Über das Ende.

Schließlich:

Dies ist die Welt,
in der Audrey Hepburn
an Krebs starb.

Aber etwas bleibt
unsterblich.


Nacht. Auf der Autobahn.

Bruchteil eines Augenblicks.
Nacht. Auf der Autobahn.

Alles
was mir zumeist
bewusster Gedanke ist

– mein Tod
das Nichts
die nicht vorhandene Ewigkeit –

wurde plötzlich & unvermittelt
zur unwissenden Empfindung.

Überwältigend.

Unmenschlich
& wortlos.

Ich selber
war ein Unmensch
für den Bruchteil eines Augenblicks.

Unbeschreiblicher Schrecken –
gewaltiger als der Nachthimmel,
der den ersten Blick des Kindes,
das ich gewesen war,

in das Grauen
des Daseins
riss.

Nur der Bruchteil
eines Moments.
Keine Sekunde.

Unbemerkt von
Allen. Außer mir.

Hätte es länger gedauert –
ich wäre, für mich,
kein Mensch mehr gewesen.

Und hätte nicht gewusst,
warum.

Denn alle Ängste
hätten verschwinden müssen.
Und mit ihnen
ihre Ursachen.

Wahnsinn –
der sich selbst verschlingt.

Nacht. Auf der Autobahn.


Nur ein Baum

Es war nur
eine Abbildung,
eine Reproduktion in einem Buch.

»Na, was gibt’s da Witziges zu sehen?«
fragte meine Mutter
als sie mich lächeln sah.

Sie schaute in das Buch.
Da war einer dieser Friedhöfe
von Caspar David Friedrich.

Sie verstand nicht
warum ich strahlte
im Licht dieses Bildes.

Das war nicht
überraschend
für mich.

Denn sie kannte mich
nicht.

Überwältigend
war diese Einsamkeit.
Und schön.

Ich kannte sie.
Schon immer.

Es war nur
eine Abbildung,
eine Reproduktion in einem Buch.

Und so war es nicht
überraschend
für mich,

dass ich kaum atmen konnte,
als ich einem Original
gegenüber stand.

Kleines Format.
Beinahe versteckt
in einem Museumswinkel.

Es war
nur ein Baum.

Das Bild
eines Baumes.

Sein Gegenstück
in der Wirklichkeit
hätte mich leichter atmen lassen.

Aber
wer will das schon?

Überwältigend
war die Einsamkeit
des Baumes.

Und schön.

Und die es nicht verstanden hatte,
dass ich lächelte & strahlte
während ich eine Reproduktion betrachtete,

lag auf einem dieser Friedhöfe

in der Wirklichkeit.

Wo man leicht atmen kann –
ohne zu lächeln.


Leben eben

Die Ebene war nicht
plan – Planlos stand ich
an ihrem Rand

Rannte dann
über ihre Uneben
heiten

Was eben gewesen war
war nicht immer glatt
vorbei gegangen

& doch
Vergangen
heit

Die Mitte lag immer
im Un
Er
Reich
Baren

Ich fiel
vielmals
Stand auf

einmal mehr

Irgendwann
wird es
das letzte Mal

der Fall
gewesen
sein

Es war einmal

Verwesen
Sein

Eben noch Leben
planlos
platt

& vorbei


In der Zwischenzeit

Nichts brauche ich
zu suchen. Alles
ist da. Nur
sehen muss ich
es.

Bilder
Metaphern
Symbole

Sie liegen
auf meinem Weg.
Wie Sperrmüll.
Den man als Kunst verkaufen könnte.

Eine Binsenweisheit.

An jedem Tag.
In jeder Nacht.
An den ödesten Orten
liegen sie – bereit
gesehen zu werden.
Sogar am Arbeitsplatz –
dem Reich von Zwang & Fremd
bestimmung.

Auf meinem Rundgang durch die Nacht
(ich werde bezahlt dafür, dass ich Rundgänge durch die Nacht mache;
Nachtwache an Orten, wo Andere schlafen)…..
Auf einem meiner Rundgänge durch die Nacht also
war mir der Weg verstellt.
Auf dem Gang standen:
ein Kinderwagen & ein Rollator.
So dicht nebeneinander, dass
ich nicht dazwischen
passte. Dichter
neben
einander
hätten sie nicht stehen können. Platter
hätte es nicht erfunden werden können.
In meinem Kopf grinste es
während ich einen anderen Weg nahm. Um
an mein bedeutungsloses Ziel zu gelangen. Mir fehlte
ein Sarg. In dem Bild. Doch den
konnte ich mir denken. Ich bilde mir
ein, dass die Zeit
ein klein wenig weniger
vergeudet ist – wenn ich mit diesem
Blick
meiner Wege gehe…..
Durch Zwang & Fremdbestimmung.
Durch den Sperrmüll
meiner Tage. Tage, die
Nächte sind.
Durch die kurze Zeit da
zwischen.


Der Traum vom 07.03.2014

Ich war unterwegs
in einem Zug.
Ein Zug war unterwegs
mit mir
als Passagier. Wenige
Andere waren unterwegs mit mir
& schienen nicht zu zählen.
Hinter den Fenstern
im Draußen herrschte
Dunkelheit (ein sanftes Regiment, in dem
Alles unterging).
Ich stellte – ver
stellte eine Weiche; ich
weiß nicht, wie….. Es geschah
von meinem Platz aus.
Dann spürte ich die Kurve,
die der Zug nicht hätte nehmen sollen.
Es war meine Schuld.
Der Zug hielt.
Es war eine Endstation.
Alle stiegen aus – & hatten unvermittelt
alte Gesichter; trübe Augen
hatten die Orientierung verloren.
Wankende Gestalten.
Der Bahnhof war ein Kopf
bahnhof. Er war verlassen &
hatte einen Namen, den ich vergessen habe.
Ich wollte nur
nach Hause.
Und wusste nicht, wo es lag –
von hier aus, von dort
aus. Ich
wusste nur, dass dort
Niemand war.
Also ging ich in eine Telefonzelle, wie
es sie nicht mehr gibt – & wählte
meine Nummer. Ohne
Münzen eingeworfen zu haben.
Jemand antwortete.
Ein bekannte Stimme der
Vergangenheit. Eine Frau, die
längst tot war.
Ihre Stimme klang älter
als sie je geworden war; brüchig
heiser & verwirrt.
Ich wollte abgeholt werden.
Doch die Frau lag
bewegungsunfähig
in meinem Haus, von dem ich nicht wusste,
wo es lag.
Dann geschah,
was geschehen musste – & zu oft geschieht,
in schlechten Filmen:
ich erwachte.
Die Träume machen es sich immer zu einfach.
Ihr Ende ist keine Lösung.
Manchmal: eine Erlösung. Wenigstens das.
Ich bin zu Hause. Wach. Irgendwo
liegt dieser Bahnhof. Ich
weiß nicht wo. Von hier
aus. Noch immer
wanken die Gestalten orientierungslos
über den Bahnsteig. Ich
habe die Weiche gestellt. Verstellt.
Es ist meine Schuld, wenn sie
nicht nach Hause finden.
Doch die Schuld
ist auch
nur ein Traum. Ein Traum
vom Freien Willen.


Schwarzes Konfetti

Wie Ruß fliegt es durch die Luft
Ein Gruß vergangener Lust
Schwarze Punkte, die am Ende stehen –
Konfetti!

Die Party ist vorbei
Es gab Wenig zu bejubeln
Es beginnt
die Totenfeier

Die Punkte sind von Pappe
Kleine Neumonde, die in Löcher passen
Exakt – & ohne Zwischenraum –
Konfetti!

Und irgendwo am Boden liegt
was übrig blieb
vom Scherenschnitt

Von dem Scherenschnitt
der unser Schatten war


Die tropfende Zukunft

Kerzenwachs im Badewasser ist wie Blei
gießen – genauso sinnlos, bloß
ohne Blei.
Irgend etwas erkennt man ja immer
in den Formen – da ist es gut,
wenn man an
Nichts glaubt.
Auch nicht an die Zukunft.
Man liegt im Wasser,
träumt so für sich hin;
es ist Nacht,
es ist gemütlich & warm,
ein schwacher Luftzug bewegt die Flamme,
und die Kerze beginnt zu tropfen.
Das Wachs rinnt
vom Rand der Wanne & wird hart
im Wasser.
Seine Form hat nichts mit der Zukunft zu tun;
immerhin: hart könnte sie werden.
Ein belustigender Gedanke.
Wilde Assoziationen im Schaum.
Zukunft:
Vielleicht schlafe ich ein,
rutsche wie Blei unter die Oberfläche &…..

Doch
vor dem Ertrinken
erwacht man – so
fern man
nüchtern ist.

Das ist wie in der
Liebe.


Ein Glücksfall?

Da leidet jemand viele Jahre lang
an Krebs, und dann….

Nach dem Auftritt saßen die 3
in der Hotelbar. Wie üblich
war ich nicht im Konzert gewesen; ich
musste arbeiten. Neben der Bar. An
der Rezeption.

(So ist es ja fast immer: man könnte
Freikarten bekommen, aber der Grund,
weshalb man sie bekommen würde, ist
derselbe, weshalb man sie nicht nutzen könnte.
Wie tiefsinnig!)

Mangelsdorff ging aufs Klo.
Volker Kriegel & Wolfgang Dauner saßen an der Theke.
Dauner fing an über Zettel’s Traum zu reden.
Irgend etwas Oberflächliches.
Eigentlich mag ich es nicht, wenn Andere
über meine Schätze reden. Es ist
eine Art von Eifersucht.
Andererseits empfand ich es als
bemerkenswerten Zufall, dass sie ausgerechnet
in einem Hotel gelandet waren, wo der
Nachtportier dieses Buch gelesen hatte.
Außerdem hatte ich in meiner Jugend keine
von Dauners TV-Sendungen über den Jazz verpasst.

Kriegel war schwer zu verstehen.
Er hatte Kehlkopfkrebs.
Sein Gitarrenstil hatte mich nie vom Hocker gehauen,
aber ich mochte seine Zeichnungen.

Ich erledigte also meine öden kleinen Aufgaben,
hörte zu, und
Mangelsdorff kam zurück vom Klo.

Das war’s auch schon.

Sie wussten kaum, dass ich da war.
Sie wussten nicht, was ich wusste,
Sie wussten nicht, dass ich zuhörte.

Als ich von Kriegels Tod erfuhr, dachte ich:
Scheißkrebs! – Wie immer.

Erst lange Zeit später las ich, dass er
einem Herzinfarkt erlegen war.

Da leidet jemand viele Jahre lang
an Krebs, und dann DAS!

Eigentlich
ein Glücksfall.
Vermute ich.

Mangelsdorff starb ein paar Jahre später.
An Leukämie.

Dauner lebt noch.
Glaube ich.

Ich lebe noch.
Glaube ich.


Wildwechsel

Ich bewege mich

langsamer

vorwärts

seit dem Zusammenprall
mit fremdem Leben

Leben
das ich beendet habe

Ich bewege mich

vorsichtiger

vorwärts

den Blick
auf die Dunkelheit gerichtet

das Dunkel jenseits
der Straßen

wo
vielleicht
Etwas atmet & wartet

meinen Weg zu
kreuzen

Jeder Schatten lebt
jenseits der Bahnen

Ich bewege mich langsam
um nicht zu

töten

um nicht zu

verun
glücken

Doch es wird
Uns
nichts nützen

am Ende


Ohne Musik-Begleitung

Bei der Beerdigung
deiner Träume
gibt es nicht einmal mehr

Musik

Keine Begleitung
von Harmonien
frisst die

Stille

Lebendig begraben
in derselben Mördergrube
schweigen die

Hoffnungen.


Cushings Treppe

Eine weitere Nacht alt
bekannter Gedanken

Ich denke an
Peter Cushing
kurz nach dem Tod seiner Frau

Verzweiflung
Raserei
Schmerz

Selbstmord
kam nicht in Betracht

Und so rannte er
wie vom Wahnsinn getrieben
eine Treppe auf & ab

in seinem Haus
das größer & enger geworden war

immer wieder
auf & ab

auf & ab

auf
der Suche nach dem Herzschlag…..

dem verlorenen Herzschlag der Geliebten
dem eigenen Herzschlag des Todes

Ich kann sie hören
seine verzweifelten Schritte
auf den Stufen

Und die Stille
um ihn herum

Helen & Peter Cushing –
eine der großen Liebesgeschichten.

Ich kann sie sehen
meine alte düstere Kellertreppe

Sehen
wie die abwesende Geliebte
die Stufen auf & ab geht

lautlos & barfuß
auf dem Teppich
der Falten wirft

Sehen
wie sie aufwärts stolperte
bei ihrem ersten Besuch

Fühlen
wie warm & feucht es unter ihrem Rock war
als ich unter ihr auf der Treppe stand
& meine Hand verschwand

Und einsam stolperte ich
abwärts
im Suff
auf dieser Treppe

Verzweiflung
Raserei
Schmerz

Blutergüsse & Prellungen

Auf & Ab

Er überlebte sie lange
Lebte weiter
mit seinem Prostatakrebs

& alterte
schneller als je zuvor

als hätte er es eilig –

Er glaubte
an ein Wiedersehen.

Ich glaube
an Nichts.

 

 

Helen & Peter bw


Eine lange Geschichte

»Und?«

»Nichts und.
Es hielt nur kurz.
Aber das ist eine lange Geschichte.
Wie immer.
Sie beginnt in der Kindheit.«

»Und?«

»Endet mit dem Tod.
Jedes Mal.«


Die rote Nacht

Rot war die Nacht
wie die Vorstellung der Hölle
wie das Blut, das man erahnt
unter der Oberfläche
Eiskristalle krachten wie spröde Rasierklingen
Und verdunkelte Fenster
waren die geweiteten Pupillen der Schlaflosen
In den Verließen der ungeträumten Träume schmachteten
die von allen guten Geistern Verlassenen
Und gebrochene Blicke aus lidlosen Augen sahen das Nichts
Gedankenkreise, eingesperrt in Quadrate
Schnittstellen vergangener Berührungen
Wahn & Sinn & Losigkeit tanzten spinnenbeinig miteinander
Musik existierte nicht mehr
Und kein Rausch konnte die Leere füllen
In den Handgelenken pochten die Endlosschleifen
Und Alles, was jemals vergessen worden war,
sammelte sich in einem berstenden Totenschädel
Ein Hilferuf passte nahtlos in ein Schweigen &
verschwand darin
ohne Wider
hall

Rot war die Nacht
& dann
ganz

Stille


Die Sehhilfe der Toten

….. & unversehens
konnte ich sie erkennen – sie
wieder erkennen:

die Zeichen
& Buchstaben

die so verschwommen
gewesen waren;

die mir Kopfschmerzen bereitet hatten
durch die Anstrengung, meinen fehlsichtigen Blick
einzustellen

auf sie.

Ich hatte eine vergessene
Brille gefunden
in meinem Haus.

In einem alten Schrank, der
verschlossen gewesen war.

Die Brille
einer Toten.

Sie hatte sie liegengelassen.
Vor langer Zeit.

Als wäre diese Tote
der Zufall gewesen, der
die Dinge irgendwo versteckt,
wo man sie findet,
wenn man sie braucht.

Wie im Spaß
setzte ich sie auf –
diese Sehhilfe.

Und plötzlich wurde
Alles

deutlich;
die Zeichen

größer.

Alles
rückte näher,

& die Kopfschmerzen
vergingen.

Ich musste lachen.

Denn im Leben
hatte sie,
die schon so lange verbrannt & begraben war,
Alles
anders gesehen

als

ich.

 

Brille


Unter der Erde

Eine Nacht
erfüllt von schweigenden Geräuschen
verstummten Stimmen
dem Schlaf von Fremden.

Was von mir übrig geblieben war
wachwandelte durch die Kälte.
Nachthimmellicht fiel
als Blässe in den Nebel über dem Feld.

Der Mond nahm.
Ob ab oder zu war mir gleich
gültig.

Hartgefroren war die Erde.
Der Boden unter meinen Füssen
den ich noch immer nicht verloren hatte
wie so vieles Andere.

Durchschleierte Weite.
Der Geruch von feuchter Luft.

Kein Mensch war. Unter
wegs.

Nur: ich.

Ich hatte vergessen
wo er begraben lag –
der kleine hölzerne Kasten.

Ich hatte keine Karte
für meinen Schatz
& Alles
sah verändert aus.

(Als ob
Einöde & Leere
sich verändern
könnten.)

Ich würde ihn nicht finden.
Nicht wiederfinden. Das
wusste ich.

Wusste es in mir.
Das immer weiß, was ich nicht wahr
haben will.

Ab & zu
schloss ich die Augen
um mich zu erinnern.

Versuchte
zu hören
was ich
begraben hatte.

Doch ich war taub
vom Schweigen
das ich vernahm.

Das Holz war schon faul gewesen
als ich es begrub.
Es musste längst verrottet sein.

Stille. Stille. Stille.

Sie hatte in diesen Kasten gesprochen.
Seinerzeit. Unsererzeit.

Worte
im Schleier ihres warmen feuchten Atems.

Hart
gefroren
war
die Erde.

Ich war zu faul
um weiter
zu suchen.

Fast schon
verrottet.

 

(Inwendig vorgetragen:)


Die Frage

Jemand stellte mir eine Frage.
»Muss es denn immer so düster sein
in deinen Texten? Überall
Tod & Einsamkeit & Verlust.«

Ich blieb stumm.
Ließ den Fragenden
allein.

Auf einem Teppich
aus schwarzem Schimmel
stieg ich die Kellertreppe hinab.
Mein schattenfarbener Mantel
fegte das Ungeziefer von den Stufen;
in seinen Taschen spielten meine dürren Finger
mit den verlorenen Zähnen der Geliebten.

Was ich dort unten in Gläsern sammelte,
war in Schweigen gehüllt & roch
grauenvoll.

Am Ende des Flures, der nahezu
lichtlos war, lachte
ein Wahnsinniger

in einem Spiegel.

Ich

verstand die Frage nicht.


Der Abwasch & das Zwiebelschneiden

Ich
wiederhole
mich

wie ein Ritual
wie ein Leitmotiv

in meinem Leben.

Die Themen wiederholen sich
in meinem Leben

wiederholen sich
in meinem Geschreibsel –

was beinahe Dasselbe ist.

Und ich langweile mich

nicht

einmal dabei.

Ich
wiederhole
mich

wie ein Ritual
wie ein Leitmotiv

in meinem Leben.

Leben
Liebe
Tod

der Abwasch & das Zwiebelschneiden.

Mag es
Andere langweilen.

Ich wiederhole mich.

Ich wiederhole mich gern.

Es bleibt
mir auch
nichts Anderes übrig.

Es ist
mein Halt.

Ein Halt ohne Einhalt.

Das Bekannte im Unbekannten.

Das Alte im Neuen
das erschrecken könnte.

Leben –

ich wiederhole mich.

Wiederhole mich
bis in den

Tod.

Tod

der mich holt
& sich auch nur

wiederholt.


Das Klopfen

Etwas klopfte
irgendwo

gedämpft

& man wusste nicht:

leise in der Nähe

oder

laut in der Ferne

 

laut im Innern

oder

leise im Freien

 

Es klopfte
im Rhythmus des Lebens

im Rhythmus des Vergehens

im Rhythmus des Sterbens

 

Man hätte es auch
Schlagen nennen können

Es klang
wie Dein Herz

die Blutpumpe
im begehrten Körper

& es erinnerte mich

an meine Kreuzigung


gleich zeit ich

Ich will leben
& sterben

gleich
zeit
ich

Oh, Moment –
das tue ich
ja

wie
Alles
Andere
auch

Nichts
hat eine

Wahl


Die Traurigkeit der Kassiererin

Da wartete ich nun also auf ein Taxi
an einem Herbstmorgen vor Sonnenaufgang.
Mit meinem Kuchen in der Hand –
Puddingstücke mit zentimeterdickem Schokoladenguss,
Käsequader mit Mandarinen; ein großes,
schweres Päckchen.
(Gleich neben dem Hotel, in dem ich aushilfsweise arbeitete,
gab es eine Bäckerei.)
Das Taxi kam, ich stieg ein.
»Na, Feierabend?« sagte der Fahrer.
»Endlich«, sagte ich.
»Und Sie haben mir Kuchen mitgebracht; das ist aber
nett.«
Kurzes pflichtgemäßes Lachen meinerseits.
»Das ist mein Ritual nach der Nachtschicht«, sagte ich –
»ins Bett, einen Film gucken & dabei Kuchen essen.«
»Ja«, sagte er, »solche Rituale braucht man. Ich trinke
2, 3 Bier nach der Arbeit.«
Ich sagte nichts. Dachte an mein kaputtes Auto. An die
Fleischbatzen, die ich aus dem Motorraum geklaubt hatte.
An den Gestank des Blutes. An den
erschrockenen Blick aus schwarzen, geweiteten Augen.
An das späte Rendevouz auf der Autobahn – ohne Fernlicht,
bei 140 km/h. Es würde nie erwachsen werden – dieses
Reh.
»Trinken Sie gar nicht?« fragte der Fahrer.
»Nein«, sagte ich, »nicht mehr.«
»Also – 2, 3 Bier nach der Arbeit finde ich ok«, sagte er, »oder
ein Glas Wein zum Essen.«
»Klar«, sagte ich.
»Ich hab nen Kumpel – bei dem geht unter 3 Flaschen Wodka am Tag
gar nix. Oder 2 Flaschen Bacardi
Ich fragte mich, warum er ausgerechnet mit mir über dieses Thema sprach.
Wie isser nochmal darauf gekommen? Ach ja, der Kuchen.
»Na, so viel hab ich nicht geschafft«, sagte ich, »aber zuviel war’s auf
jeden Fall; nach einem Glas Wein zum Essen kann ich nicht aufhören.«
»Ach, das kenne ich. Ihnen fehlt diese Grenze im Gehirn, die sagt: Genug!«
Diesmal verkniff ich mir das Lachen.
»Ja, so ungefähr.«
»Bei mir ist das so mit dem Essen. Deshalb bin ich so dick.«
Ich fand ihn nicht besonders dick; aber allzu genau hatte ich ihn mir auch
nicht angeschaut.
»Immerhin«, sagte er, »ich zwinge mich dazu, am Tag nicht mehr als
1 Stück Schokolade zu essen. Aber dieses 1 Stück
muss sein.«
»Und ich zwinge mich dazu, nicht mehr als 1 Tafel am Tag zu Essen, neben
all den anderen Süßigkeiten.«
Er lachte. »Sieht man Ihnen nicht an.«
Über das Rauchen sprachen wir auch noch. Er rechnete mir vor, wieviel
ihn das im Monat kostete.
»Mit dem Rauchen habe ich zur selben Zeit aufgehört wie
mit dem Trinken«, sagte ich.
»Sie werden mir langsam unheimlich«, sagte er.
»Ja«, sagte ich, »unheimlich langweilig.«
Endlich waren wir angekommen.
Ich zahlte den ausgemachten Preis. (Personalfahrt
nennt sich das, ein Abkommen zwischen dem Hotel &
dem Taxiunternehmen. Trotz des Nachlasses
lohnte es sich für mich kaum, überhaupt
zu arbeiten. Busse aber fahren um diese Uhrzeit nicht
in das Kaff, in dem ich wohne.)
»Heute Abend wieder?« fragte der Fahrer.
»Ja«, sagte ich. –
Eigentlich war ich
nach dem ersten mächtigen Puddingstück
bereits satt.
Doch ich aß all die anderen Stücke auch noch.
Genüßlich im gemütlichen Bett.
Ja – im Grunde hatte ich den Alkohol
durch Süßigkeiten ersetzt. (Und dabei
10 Kilo abgenommen.)
Als der Film zuende war,
dauerte es noch lange
bis ich einschlafen konnte.
Schwerer Magen, schwerer Kopf.

Schließlich
fand ich mich wieder
in einem geträumten Supermarkt.
Draußen war es kalt gewesen – doch hier
war es warm. Ich stand vorm Ausgang,
schaute hinaus durch das Glas
der Tür – auf einem Schild der Schriftzug:
Real
neben mir ein Einkaufswagen
voller Flaschen.
Ich hielt eine Flasche Wermut in der Hand.
Trank daraus. Erst vorsichtig. Dann
in großen Schlucken.
Bittersüß.
Irgendwann wandte ich mich um –
der Supermarkt war beinahe menschenleer; wie
kurz vor Schluss…..
Nur eine einzige Kasse war besetzt.
Die Kassiererin sah mich an – als
hätte sie mich schon die ganze Zeit über
beobachtet.
Ich fühlte mich
mit ihr allein.
Fühlte mich
allein
unter ihrem intensiven Blick.
Aus schwarzen, geweiteten Augen.
Bittersüß.
Hatte ich nicht bezahlt?`
Doch. Das hatte ich. Ob
gleich ich es nicht geträumt hatte.
Und sie sagte
über die Distanz hinweg:

»Sie wissen, warum
ich traurig bin.«

Augen
blicklich
erwachte
ich.

Verwirrt.
Mit Herzklopfen
& dem Geschmack von Wer
mut im Mund.

Ein Traum.
Ein Traum!
Nur ein Traum.

Un
fass
bare
Er
leicht
er
ung …..

Beinahe
war ich glücklich

in diesem Augenblick.

Denn – ja,
ich hatte gewusst, warum
sie
traurig gewesen
war.


Asche zu Asche

Solange
ich brenne

hast Du

Licht –

im Dunkel

Wärme –

in der Kälte

Knistern –

in der Stille.

 

Solange
ich brenne

nähre ich die Flammen

die Du

entfacht hast.

Was übrig bleibt

von mir
von Dir
von uns

ist –

immer
dasselbe.

Liebe & Tod…..

Asche zu Asche.


Der Tod des Georg Heym

Ein Dichter
sollte sterben
als Metapher.

Im besten Fall.

Er brach ein
auf zu dünnem Eis

als er den Freund
retten wollte.

Erfolglos.


Unter den Untergängen

I.

Unter den Tageslichtern
ist die Dämmerung
das schönste

Unter den Dämmerungen
ist der Sonnen-Untergang
die schönste

Unter den Untergängen
ist das Abendrot
der schönste

Und unter allen Helligkeiten
ist die künstlich erleuchtete Nacht
die schönste

Wie unter allen Finsternissen
der ausgesperrte Tag
die schönste ist

 

 

II.

Lichte
Untergänge
dämmern
im Dunkeln

Kunst
Licht
& Schönheit

in der Nacht.

Licht

Brechung

– Ey, sachma, was soll dasnn jetz bedeuten?
– Was weiß denn ich? Is halt Kunscht.
– Schwurbelschwurbel…..
– Isso aus mir rausgeflossen.
– Iiieh!
– Ja …. & jetzt mach ich’s kaputt.
– Wie?
– Indem ich dies Gespräch einfüge.
– Nee, lass, das is peinlich.
– Nicht so peinlich wie ohne.
– Du spinnst ja.
– Eben.
– Bitte, mach’s nicht kaputt.
– Doch. Das gehört dazu.
– Das versteht doch keine Sau.
– Macht nix, is eh keine Perle.
– Verdammt! Am Ende glaubt man noch, dies Gespräch
hätte tatsächlich stattgefunden.

Gelächter

Brechung

Licht

Gelichter

 

 

III.

Unter den Untergängen
ist der Tod
der dunkelste

& unter den Lichtern
das schönste
der Ausgang.


Der gebrochene Blick

Matt
wie die gebrochenen Augen eines Toten
schreckte er auf
aus ruhelosen Träumen
über den gestrigen Tag

Die Leiche des Hundes lag
im Kofferraum

getrennt
vom Leben
getrennt
von gemeinsamen Momenten
der Zukunft

gehüllt
in seine Lieblingsdecke

Der Mann erinnerte sich
an den letzten Blick des Tieres
der klar gewesen war

Abschied

Der Mann stand auf
& zog sich an

Auf seinem rechten Schuh:
….. ein Fleck …..

Eingetrocknet –
Der letzte Speichel
der aus dem Mund des sterbenden Vertrauten
geflossen war

Aus dem Mund
den der Mann
nicht
»Maul« oder »Schnauze«
zu nennen ver-
mochte

Im Tiefkühlfach
gab es noch einen letzten Rest
….. Wodka

Er trank ihn aus der beschlagenen Flasche

Es blieb
noch
Etwas
zu tun

Die letzte gemeinsame Fahrt

Und alles
was der Mann sich leisten konnte
war
der Abdecker

Grausame Bilder
hingen an den Wänden
seiner Fantasie

Eine neue Art
von Einsamkeit
war geboren

Dieser Tag war hässlich

Er war noch hässlicher
als das Geschwür
unter dem Fell
des Freundes


Der Schmutzfilm

Am Ende
auf der Windschutzscheibe
macht es
keinen
Unterschied
mehr
ob
das Insekt
schön war
oder nicht

Es ist
vergangen
verflogen
tot

So oder so
ein hässlicher Fleck
der die klare Sicht
behindert

Der anmutigste Schmetterling
ist nur noch
ein Dreck

am Ende.

Ein bunter Dreck.
Ein Schmutzfilm.

Insektengleich
fliegen die Erlebnisse dahin

Erinnerungen
behindern die klare Sicht
auf die Gegenwart

Zeit verfliegt

Leben vergeht.

Und doch –
das Gedächtnis
ist
keine Scheibe

Es ist
nicht
aus Glas

obwohl es
zerbrechlich ist.

Und was den Schmetterling
& all die anderen Insekten
– hässlich oder nicht –

aus-
macht

ist
nicht

ihr Ende.

Ist nicht
der Film
der von ihnen
übrig
bleibt

in der
Erinnerung.


Der Fall des Stockes

Der Stock
des alten Mannes
fiel

Das Geräusch
von zitterndem Holz
auf kaltglatten Fliesen

Er fiel
als der alte Mann
Hut & Mantel an der Theatergarderobe abgeben wollte

Ich bückte mich
mit der Jugendlichkeit
die über 30 Jahre her ist

Hob den Stock auf
& reichte ihn
dem Mann

Ein Lächeln – seins
»Danke, das ist überaus freundlich
von Ihnen«

Ein Lächeln – meins
»Bitte sehr,
gern geschehen«

(Den Theaterbesuch hätte ich mir
kaum leisten können. Man hatte ihn mir geschenkt.
Mehr noch, man hatte mir ein Abo geschenkt. Das ich mir
auf keinen Fall hätte leisten können. Ja, ich war ein
Abonnent; gehörte plötzlich zu der Spezies, die von den Künstlern
so oft verspottet wird. Mit Recht verspottet. Wahllose Allesfresser.

Schluck die Klassik! Schluck die Moderne! Schluck den Boulevard!
So ging ich regelmäßig ins Theater. Meist noch vor dem Frühstück.
Nachtmensch, schon damals. Und es war nicht das einzige
Theater-Abo, das ich geschenkt bekam…. Irgendwann hörte ich auf,
in jedes Stück zu gehen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr,
mich vom Wecker aus dem Schlaf reissen zu lassen, um zu meinem reservierten
Platz zu eilen. Irgendwann wiederholten sich die Stücke. Oftmals waren die
Schauspieler noch das Beste daran – all diese Berühmtheiten, die
inzwischen tot sind…. Tot wie….
Doch zurück zu dem alten Mann & seinem Stock. Wo ist er denn? Gerade
war er doch noch da.
Ach ja, dort….)

Unser Lächeln
Sein Alter
Meine Jugend

Die freundlichen Worte
Das Geräusch des fallenden Holzes
Was auch immer

Wer weiß schon
von jedem Moment
warum

er sich
ins Bewusstsein
das zur Erinnerung wird

einbrennt

Momente
die so unscheinbar
erscheinen

Nichtig
wie ein schlechtes
Theaterstück

Ich sah den alten Mann
nur
dieses eine Mal

Das Stück? –
habe ich
vergessen

Den Stock –
habe ich
behalten.


Der unstillbare Appetit

Ein
achtlos fallengelassenes
Wort

weckte
meinen
Appetit

Jemand
erwähnte
ein Gericht

das
ich
liebte

&
lange nicht
gegessen hatte

Ich
oder sonstwer
hätte es kochen können

jetzt
in diesem Moment
der Erinnerung

& des
wachsenden
Appetits

Doch
es wäre nur eine
Kopie gewesen

Eine Kopie
des
Erinnerten

& die
wesentliche Zutat
hätte gefehlt

Der Geschmack der Köchin
die längst
gestorben war

Der Tod
macht den Appetit
unstillbar

immer
wieder

& das Lieblingsgericht
verschwindet
für immer

aus
dem
Leben


Vergessen

Ich hatte sie liegenlassen
in der Eile des Erwachens
das wie eine Flucht aus der Nacht gewesen war

Ich hatte sie liegenlassen
in einem kleinen Zimmer
in dem eine Tote lag

Eine Tote
die soeben erwacht war
um mich anzulächeln

Ich hatte sie liegenlassen
die Kamera
die ich durch meine Träume trage

Die ich durch meine Träume trage
um zu fotografieren
was mir begegnet

Ich hatte sie liegenlassen
eine altmodische wertvolle Spiegelreflexkamera
voller Bilder

Bilder von
den Sehenswürdigkeiten meiner Träume
den Traumwürdigkeiten meines Unterbewusstseins

Ich hatte die Bilder
entwickeln wollen
eines Tages

Hatte sie einkleben wollen
in das Album
meines Bewusstseins

Ich hatte sie liegenlassen
die Kamera
in der Eile des Erwachens

Ich hatte sie
vergessen
in dem Zimmer der lächelnden Toten

die ich nicht
vergessen
konnte

Vielleicht
werde ich sie
wiederfinden

Ich werde
sie
suchen

in
einem anderen
Traum