Archiv des Autors: flederzombie

Bloß nicht

Im Augenblick der Ejakulation
röchelte ich ein wenig
und während das Sperma

ins Waschbecken klatschte
löste das Röcheln einen schleimigen Klumpen
aus meinen Atemwegen

der gelblich dick & schillernd
zu dem Sperma sich gesellte
Wie ähnlich

diese Ausscheidungen einander waren!
Doch ich dachte nur: Darüber
kann man auch wieder

kein Gedicht schreiben.


Die Zellteilung der Gefangenen

Gefangen im Leben
Gefangen in der Welt

Die Zellteilung der Gefangenen:
das Zusammen

Sein

Geteiltes Leben
Geteilte Welt

Liebe

Vermehrung

sonst
Nichts


Bremsen!

 

»Bremsen!« sagte ich.
»Verdammt!« sagte sie.
Sie nahm ihren Strohhut ab, der mich immer
an Quixotes Rasierbecken erinnerte, und
schlug & wedelte damit
um ihren nackten Beine herum. Lust
Wandeln. Durch Licht & Farben. Ich hatte nichts
auf dem ergrauenden Haupt als lichter
werdendes Haar & prügelte
folglich mit flachen Händen auf mich ein.
Bestes Wetter, sofern
man Sonnenschein & Hitze gut findet. Dies
also war es: Bargfeld. Ein verwittertes
Ortsschild in wildem Gewucher. Eine
schmale Straße, die herführte; ein Weg
Weiser, so unscheinbar,
dass man ihn leicht übersah. In der Nähe
ein Moor: Postmoor. Ja,
einen Briefkasten hatte ich
auch schon gesehen. 1 Mal
pro Tag wurde geleert. Unsichtbare
Menschen (ich vermutete, dass es Menschen seien)
mähten & sägten. Stille
gibt es wohl nirgendwo, nicht
einmal hier. (Außer
unter einem Findling im Garten. Vielleicht.) Es gab
einen See, einen Steg mit einem Pärchen, das
4füßig im Wasser rührte; eine
Bushaltestelle mit Huhn (gemächlich
pickend, womöglich
kannte es den Fahrplan auswendig).
Es gab berühmte Baumgesellschaften. Natur
Gerüche. Überall
Libellen:  kleine sirrende Sportflugzeuge, nicht
wenige von ihnen hatten Sex
im Fluge ……
als würden sie sich in der
Luft betanken. Wir
schritten fürbaß & gestikulierten,
wie wenn wir alles
für bescheuert erklären wollten.
Ich fühlte mich so attraktiv –
ein wandelnder Scheißhaufen, den
die Insekten für bestechlich hielten.
Aua! Wie schön
es hier war! Schöner
als erwartet. Hier
konnte man angenehm leben
& sterben. Man hätte sogar
der Phantasie freien
Lauf lassen können. Aber
der Phantasie freien Lauf zu lassen,
ist ja keine
Kunst; nur
massentaugliches Unvermögen. »Autsch!«,
sagte sie. »Die«, sagte ich,
»kam bestimmt vom Grabe der Schmidts. Fühle dich
geehrt.« »Ha« Pause »Ha.«
Sie hatte eher untenrum zu leiden,
ich obenrum; Segen & Fluch
der Hosenlänge. Aber
Hot Pants hätten mir einfach nicht gestanden.
Glaube ich. Mir
steht – egal. Der Schriftsteller
& die jungen Frauen, 
Fantasiefrauen, dachte ich. Die Blondine
im roten Badeanzug auf seinem Schreibtisch. Franziska. Ein Ausschnitt. Aus
einem Katalog. (Nicht
dass wir das Innere des Hauses besichtigt hätten;
dafür wäre eine telefonische Anmeldung notwendig gewesen;
man hätte sozial interagieren, sich einer
FÜHRUNG anschließen müssen – als
Schmidt-Leser! Was
für eine hanebüchene Vorstellung! So
kannte ich nur Fotos
von der Wirklichkeit – auch
nichts Neues.) Die Sehnsucht,
dachte ich. Die Sehnsucht – dieses alte Fernrohr.
Sie hätte ihm gefallen (mut
maßte ich), er hätte sie beobachtet, (stellte
ich mir vor) von weitem, durchs Okular, 
sie, die, so nah, neben mir
durch die Realität geht, traum
wandelt & wedelt, um fremde Stacheln abzuwehren,
während Alice mit den Katzen spielt; die

Geliebte, die
mein Leben teilt, wie ich
das ihre, um es zu vermehren,

blond, ohne Badekappe & -anzug,
in kurzem Höschen & pinkem Top.
Kurios: ich war mehr
als doppelt so alt wie sie
gewesen, als wir uns kennen
lernten, nun
war ich exakt
doppelt so alt wie sie,
in Zukunft würde ich
immer weniger
doppelt so alt sein, als ließe
die Zeit sich überlisten. Ja –
die Zeit mochte
wirklich eine Fläche
sein. Land
schaft. See. Logik
der Zahlen
verhältnisse. Was ist
dann das Alter? Ich
war mir meines Glückes
(denn das war’S)
bewusst. Meistens. Nicht
immer. Es kam
spät. Doch nicht
zu spät. Ich machte es mir
noch bewusster. Falls
möglich. Wir waren
am Gartentor
vorübergegangen, dem selbst
entworfenen, das die Menschen fernhalten
sollte. Schwarze Kühe
lagen auf den Feldern & dösten
gar nicht traurig. Das Schwarz
stand ihnen. Fand ich. Und machte
die Fliegen unsichtbar.
Von weitem. Mochten sie sich
für unsterblich halten. Manche
waren es. So
konnte es weitergehen. Kann es
weitergehen. Wie
wir. Weiter
gehen. Nicht an
halten. Nicht enden. Nicht
bremsen. Verdammt.


Die Reise ins Nichts

 

Einmal in dieses Nichts reisen,
an das die Männer immer zu
denken behaupten, wenn

die Frauen fragen:
»Woran denkst du?«
Es wäre

die abenteuerlichste Reise,
die denkbar ist – und
womöglich

würde man
niemals zurück
finden


Der winzige Tubaspieler

 

Ein winziger Tubaspieler
Lebte unter unserem Bett

Hin & wieder
Probierte er sein Instrument

Das winzig war wie er
& doch klang wie ein großes

Nur 1 oder 2 Töne zumeist
Ließ er hören – niemals

Eine Melodie
Und obwohl wir es wußten

Sagten wir immer
Wenn wir ihn probieren hörten:

»Wer war das?«
»Ich

war’s nicht.« »Ich
auch nicht.«

»Ach ja, der
Tubaspieler!« Gelächter

Es war schön
Dass wir 3

So vertraut
Miteinander waren.


ü & a – oder: Von den inneren Organen

Sobald jemand die Schiebetür öffnete
(vielleicht 1 Meter rechts von mir, sie führte
zu Raucherbereich & Klo), waberte
der Geruch von Scheisse über meinen Teller.
Leber, Püree, Zwiebel- & Apfelringe. Dieses Gericht
meiner Kindheit, angepriesen auf einer Schiefertafel vorm Haus,
war der einzige Grund gewesen, die vielleicht
deprimierenste Gaststätte von Celle zu betreten.
Man schrieb das Jahr 2017. Aber wohin
schrieb man es?
Ich schrieb es
nicht. Nirgendwo hin.Warum
auch? Die Musik
aus den 1980er Jahren war hier noch
das Neueste. Der Nichtraucherbereich
war schmaler als ein Eisenbahnwagon; kürzer
sowieso. Nur nicht so beweglich. Alles war eng:
der Raum, die Gedanken, die Kellnerin –
nein, halt, die
Kellnerin kannte ich nicht, obwohl sie mich
duzte. Aber die duzte einfach alle. Also war es,
als ob ich zu Allen gehörte. Dabei kam ich
mir gar nicht so vor. Hinter meinem Rücken
wurde Bayrisch gesprochen, mithin lauter als erlaubt
sein sollte (warum durften die
eigentlich nach Niedersachsen?). Ich hörte
nicht zu, aber die hörten auch nicht auf. Dann
wurde es ganz finster: gegenüber
faselte eine Frau über Literarisches. Sie
gehörte zu einer Gruppe weißer Frisuren, die
mit dem Bus angereist war (wehe
wenn sie losgelassen
); man erfährt
meist zu viel über die Leute (beinahe
hätte ich Menschen getippt). Es ging
um Flaubert; so viel verstand ich
noch. Ansonsten fehlte mir
jegliches Verständnis. Warum
meinen so Viele, ihre Meinung sei
mitteilenswert? Von irgendeiner Relevanz? Besonders
jene, deren Meinung nicht auf
Kenntnissen beruht, sondern auf
Gefühlen (mit langem ü)
& Geschmack (mit kurzem a) –
`s ist einfach
fürchterbar! Das ist der Mensch
in seinem Wahn. Schlimm
war auch, dass es nur 2 Apfelringe auf meinem Teller gab
& Spandau Balletts »Gold« aus den Lautsprechern sickerte.
Da kam mir fast die Leber hoch.
Die geschnetzelt war. Anders
als in meiner Kindheit; da waren
nur die Nieren geschnetzelt gewesen. Die Frau
redete weiter. Ein schlichtes Herz. Ach,
wäre sie doch nach draußen gegangen,
um mit ihren Fingernägeln über die Schiefertafel zu kratzen.
Ich dachte an die Schadstoffe
in den inneren Organen einer Kuh. Ich wünschte
ihr, sie wäre mit Céline verheiratet gewesen. Also,
die Frau, nicht die Kuh. „Mit Louis
unterhielt man sich nicht“,
hatte Lucette Destouches gesagt,
„das war so, und damit basta. Über Literatur
wurde nicht gesprochen, über Musik auch nicht.
Man lebte damit, und darauf kam es an.“
Übrigens gab es hier auch Sülze
vom Schwein. Aber mit
den Gehirnen – das ist ja auch so ne
Sache. Was da alles drin ist!
Und oftmals fehlt auch was.
Hatte ich eigentlich genug Geld,
um die Kellnerin zu tippen? 10 % –
die konnte ja nichts
dafür. Es war sicherlich kein Vergnügen
hier zu arbeiten. Anderswo
aber meist auch nicht. Jemand
raucherhustete 2 Tische weiter…. Der
hatte hier doch auch nichts zu suchen.
Meine Mutter hatte den Ulysses
nur zur Hand genommen, weil Richard Burton
so „dafür schwärmte“; und meine Mutter
schwärmte für Richard Burton.
Nach ein paar Seiten sagte sie
etwas schrecklich Banales (ich
erinnere mich genau, dabei wäre es
gewiss angenehm, derartiges vergessen zu können)
& legte das Buch für immer aus der Hand (wobei
„für immer“ nicht mehr lange dauerte).
Waren deshalb „ihre“ Nieren stets geschnetzelt?
Egal – jedenfalls gab es in meiner Kindheit immer genügend Äpfel
zur Leber. In Scheiben, nicht
in Ringen. Erneut ging
die Schiebetür auf & der Mund der Frau
nicht zu. Die war doch auch nicht mehr
ganz frisch. Entsprechend
roch es schon wieder. Nach
Scheisse & Gelaber. Leber &
wortverseuchtem Atem. Es gab ein Fenster,
durch das ich schauen konnte. Auf
eine graue Hauswand auf der anderen Seite
der Gasse. Volkbelebt konnte man sie
schwerlich nennen, eher schon
hohl – kopfhohl sozusagen – doch 2 junge Frauen
standen dort draußen & unterhielten sich. Ein alter
Mann ging vorbei & schwieg. Schweigen
schmückt jedes Gesicht – auch wenn es noch
so garstig ist. Schon deshalb hatte ich viel
zu schweigen. Die Inhaberin ihrer Meinung
indes wollte diese nicht
für sich behalten; sie wollte sie
loswerden (so gesehen wäre es fast verständlich –
wer würde so eine Meinung nicht loswerden wollen? Am besten
für immer!). Ich musste
hier raus. Kaute schneller. Schluckte schneller.
»Zahlen!« 8 (die Hausnummer) – 5 (die Tischnummer) –
9,80 € (die Leber mit Beilagen). Ich klimperte
die notwenigen Münzen zusammen; Kartenzahlung
wäre hier allzu anachronistisch gewesen; fürs angemessene
Trinkgeld reichten sie auch – & dann:
schneller Gruß »Schönen Abend noch«
und nix wie weg. Hinaus
in die ruhige Luft. Wenigstens die
war mehr oder weniger
frisch. Das reichte mal wieder
für ne Weile.
Leute – als bekäme man eine Glocke übergestülpt,
und jemand haute
immer
mit nem Hammer drauf.
Dong! Dong! Dong!


Unverständnis 

der Mann las
ein Gedicht drehte sich
eine Zigarette schaute
aus dem Fenster hing
den Gedanken nach Staub
tanzte in der Sonne der Mann
rauchte die Worte
verfolgten ihn
ich verstehe sie
nicht dachte er
als hinge irgendetwas
davon
ab


Der Magen im Kopf 

Gedanken
Gänge die zu nichts führen
Führen ins Nichts.

Wenige Menschen denken
Zu Ende. Sie brechen
Ab. Aus

Welchen Gründen auch
Immer. Und halten
Für tief

Was noch nicht
Einmal in Sicht
Weite des Grundes

Ist. Dicht
Unter der Oberfläche.
So werden nichtige Bücher erfolg

Reich, und Philosophenclowns 
Mit schönen Frisuren 
Bekommen eigene TV-Sendungen. 

Mir drehte sich im Kopf
Der Magen
Um

Wenn ich
Daran denken

Würde


Trost 

Es gibt maxi
Mal so viele Enttäuschungen
Wie es Täuschungen gibt

Da kann keine
Einzige mehr sein.
Wenn das 

Nicht ein Trost ist
Dann weiß ich es
Auch nicht


Die Macht der Gewöhnung 

Sie sagte »Wenn
du stirbst, lasse ich dich
einfach da liegen –

& lege mich
zu dir.«
»Das ist«,

sagte ich, »schön. So
romantisch. Aber irgendwann werde ich
anfangen zu stinken.«

»Das macht nichts«,
sagte sie.
Daran bin ich gewöhnt.«


Augengelee

Fast konnte ich
ihn riechen
den Bleistift in meiner Hand.
»Ist es nicht furcht
bar«, sagte der Mann mir
gegenüber, »was
der armen Frau geschehen ist?«
Wie spitz er war,
der Bleistift; fast schon
überspitzt. Ich bildete
ein »Pff« mit Schneide
zähnen & Unterlippe.
»Mir scheißegal«, sagte ich. »Wie«,
sagte er, »kann man nur
so kalt

              sein?

So mitleid
los.« »Es ist Kunst«, er
widerte ich. »Reine
Fiktion. Mir wurscht,
was der passiert ist.«
Auch der Kaffee war kalt. »Ich
leide immer so
mit«, sagte der Mann. Ich
hatte auch gerade so’n hexa
gonales Gefühl zwischen meinen Finger
spitzen. Fast konnte ich
ihn riechen. »Am Schrecklichen«,
sagte ich, »interessiert mich nur
der Stil.« Ganz entgeistert
schaute er mich an. Was
mich nicht wunderte. Schön
& gefühlvoll waren seine Augen.
Er stand mir
nahe. Wie ein Blitz
musste es geschehen.
Ich hob die Bleistiftfaust
& stach zweimal
stich!stich! zu.
In die schönen, in die gefühlvollen
Augen. Tränen aus Gelee
quatschten aus den Höhlen,
sickerten über die Wangen. Er schrie
nicht. Er
lächelte. »Ja«, sagte
er (fast begeistert) »jetzt
sehe ich es
auch.«


Verschweigen Versprechen Versagen

Furchtbar
Laut war das Verschweigen
Und ein Versprechen wurde leise

Gebrochen
Die Lüge ist ein Versagen
Der Wirklichkeit

Am Ende
Geht jeder
Noch ein bisschen einsamer

Getrennt
Durch ein Gespinst
Von Unwahrheiten

Wer hatte verschwiegen?
Wer hatte versprochen?
Ein Mensch

Wie ich & Du wie
Alle Furchtbar Gebrochen
& am Ende ge

trennt
Durch ein Versagen
Der Wirklichkeit


Lächeln

Er wurde immer etwas 
traurig, wenn
sie eine lange 
Hose anzog; aber
als ihm dies bewusst wurde
musste er

lächeln.


Hildesheimer & Kant 

Ich erinnere mich
Vor Jahrzehnten
Ein Mal gehört 
zu haben

Wie Wolfgang Hildesheimer sagte
Er halte es für wichtig
Erfahren
zu haben

Dass Immanuel Kant
Täglich masturbierte
Um den Kopf

Frei
zu bekommen 

Hildesheimer hat recht
& Kant natürlich auch.


Zahnpasta 

Die Tube ist leer 
Vielleicht 
Ein kleiner Rest noch
Darin

An den man nicht heran
Kommt ohne
Sie aufzuschneiden
Aber warum

Sollte man das tun?
Es gibt nichts mehr
Auszudrücken
Man wird sich eine neue

Besorgen müssen
Unter Menschen
Muss man gehen

Damit das Schweigen gut riecht

Damit die Flüche duften

Duften

Wie das Geschwafel
All
Über
All das Geschwafel

Das man nicht mehr ertragen kann

Am wenigsten
Das eigene Man wird
So mundfaul
Mit der Zeit so

Faul
Dass es fast schon

Stinkt


Gelächter im Licht

Eine frühlingsbunte Wiese
Verkehrslärm fernab
Flatterflügel & Gesumm
Mir fiel ein: Hätte Rubens eine Biene gemalt
wäre sie eine Hummel

Pollen schneiten durch den Sonnenglast
Alles wucherte & roch
nach sich
selbst Die Geliebte
im heißen Höschen
neben mir Die Luft
fieberte & schwitzte
als wäre es Hoch
sommer Vögel stellten sich vor
aber wir verstanden sie
nicht Mag
sein dass Menschen da waren
aber ich
sah sie
nicht Selbst
der Horizont war horizontal
sonst nichts
Es
war die Zeit der rechtwinkligen Phantasien
Alles schien
jung Sogar
mein Inneres Eine Hose
so kurz wie das Leben
so knapp wie ein Sieg

»Übrigens« sagte die Frau (wie ich
ihre Stimme liebe
) »Sex
sucht ist heilbar«
»Ich weiß« sagte ich Ich
schaute hinab
auf ihre Sandalen
(Riemen & Zehen
in Bewegung) »Ich
weiß« wieder
holte ich »aber
wer will das schon« Lachen 
Gelächter

Gelächter
im Licht


Alter Gaul 

Die Vergangenheit war
zusammengebrochen. Unter mir.
Wie ein alter

Gaul, der verendet
war. Zu Tode
geritten von meiner Erinnerung.

Es war Zeit
zu gehen. Selber zu gehen.
Allein zu gehen.

Aufzustehen. Sich
umzusehen im Nicht
Vergangenen.

Ein altes Vieh war ich
selbst inzwischen. Ich
durfte vergessen –

vergessen & mich
nicht erinnern, was
Zukunft ist.



Die kluge Gefährtin 

Noch schlimmer
als selbst
zu reden ist
es anderen
beim Reden zuzuhören,

denkt ein Mann im Inneren
seines Hauses. Alle
seine Bücher sind geschlossen
wie eine Gesellschaft. Leise federt
das Sofa, und die Einsamkeit ist
eine kluge Gefährtin.


Schon wieder Liebe 

– – und dann hatte sie meinen Schlaf
nicht stören wollen
& hatte die Spülung
nicht betätigt, weil sich das Klo gleich
nebenan befand, und später, als sie
wusste, dass ich erwacht war, vergaß sie
zu spülen, weil sie in meinen Armen
lag, und als ich
aufstand, um zu pissen, sah ich:
Kacke, 2 nette kleine
Würstchen im Flachspüler, mit
aufgeweichtem Papier drumherum. Fast
wie ein Geschenk. Ein Brauch
aus der Vorgeschichte.
Wie rücksichtsvoll sie war!
Das ist Liebe, dachte ich.
Und ich betätigte die Spülung für sie 
bevor ich mich setzte.
Ich wusste, es
würde ihr furchtbar peinlich sein,
und ich atmete
flach – – 


Buñuel & die Peitsche

Aus einem Kellerfenster klatschte der Klang
einer Peitsche. Wie die Sonne
brandete & blendete, sengte & brannte…. Ich musste
an Buñuel denken, denn wir waren in einem fremden Garten.
In dem Garten stand ein Pavillon, offen
& einsehbar, in dem Pavillon
ein Bett, auf dem Bett waren
wir, nackt & verschlungen, ineinander
gesteckt, zusammengesteckt, in Bewegung,
die Bewegung, die man Sex nennt…. In einiger Entfernung
saßen fremde Menschen, manche nackt, manche
in Wäsche, die reizen sollte. Tische & Bänke
aus Holz. Die Fremden
aßen Grillgut. Einige schauten
uns zu dabei. »Hast du
ne Tablette genommen?« fragte die Geliebte
als ihr Mund wieder leer war.
»Ja«, sagte ich, »eine halbe.« (Also ein
Dreieck. So viele Eindrücke
& Ablenkungen, und man ist ja nicht mehr
der Jüngste….) Auch die Musik war
in die Jahre gekommen. Nevergreens.
Und wieder die Peitsche! Niemand
schwamm im Pool. Ich dachte: Komischer
Film – diese Realität. Die Menschen schauten
zu viele Pornos. Auch ich
hatte schon zu viele gesehen – Menschen
sowohl wie Pornos. Ein dicker Mann
biss in eine Bratwurst, als wäre sie
ein Symbol. Dabei schaute er
herüber. Charmelos. Indiskret. War dies die Bourgeoisie? Und was
hatten wir hier zu suchen? Hier,
wo es Nichts zu finden gab. »Ganz schön
surreal«, sagte sie. Das Begehren & der Neid
der Anderen streichelte meine Psyche; die geschundene,
verquere. »Ja«, sagte ich – & konnte mich nicht erinnern,
jemals etwas Ähnliches geträumt zu haben. Der
Gynäkologenstuhl im Keller war belegt gewesen. Was
schade war. Wie hässlich mir die Menschen erschienen,
aber die Blumen waren schön, und die Bienen trugen
ihre flauschigen Sträflingsanzüge. Die Gespräche
der Besonnten waren auch nur ein Summen
im Grund, der Vorder- & Hinter- zugleich
sein konnte. Alles eine Frage
der Position. (Apropos: wer den schönsten
Po besaß, war hier keine Frage!) Das Märchen
von Amor & Psyche – den Goldenen Esel
könnte ich auch mal wieder lesen. Wie kam ich
jetzt da drauf? »Wollen wir
reingehen?« fragte sie. Niemand hier war
so jung wie sie, und ich
erst recht nicht. »Ja«, sagte ich, und dann ging es vorwärts
durchs modisch rasierte Fleisch – hin
zur Treppe, die von außen in den Keller führte.
Eine ehemalige Raupe schmetterte mit bunten Flügeln
vor uns her. Drehte dann ab. Überall Symbole.
Blicke folgten uns. Und mit den Blicken einige Körper.
Abwärts. Die Peitsche war verstummt. Die Menschen haben
keine Dreiecke mehr zwischen den Beinen. Ich
streichelte das Haar der Geliebten. Man konnte fühlen,
dass es schön war – & täuschte sich nicht. Wie dunkel
es hier war! Nach all
der Sonne. Doch sie konnten sehen,
was wir taten.

(Man muss nicht
Alles mal erlebt haben. Aber auch nicht
Nichts. Wir haben
dies erlebt, und es war
nicht Alles, aber auch nicht
alles Nichts. Und nun
musste es nicht mehr
geträumt werden.)


Altpapier – oder: Die Zukunft

Kälte, Nebel, buntes Laub.
Blaue Plastiktonnen stehen am Straßenrand, als warteten sie auf
die innere Leere. Ein Mann,
der vermutlich alt ist, bückt sich
nach einem Zettel, den der Zufall fallengelassen hat.
Vielleicht stört das den Ordnungs
Sinn des Mannes; vielleicht
hat es aber auch einfach
Nichts

zu sagen, dass er ihn aufhebt. Mag
Sein, dass in die blaue Tonne gehört,
was der Mann dann in der Hand hällt. Genau
so gut aber könnte der Zufall exakt
gezielt haben. Die Hand am Deckel
der Tonne, will der vermutlich Alte den Zettel wahr
scheinlich entsorgen (wie man so sagt, als gäbe es so etwas
wie Entsorgung); da fällt
sein Blick auf

spitzig winzige Bleistiftschrift:

Du hast Angst vor der Zukunft,
dabei läuft sie vor dir davon.
Alles, was du zu fassen bekommst,
ist Gegenwart.

Du glaubst, die kommende Gegenwart
nicht bewältigen zu können.
Dabei gehst du
davon
aus, ihr so zu begegnen, wie du jetzt bist.

Du übersiehst deine eigene Entwicklung,
dein inneres Wachstum.
Was du zur Zeit tust, hättest du dir noch vor einem Jahr
nicht zugetraut. Und selbst ich, der ich dir mehr zutraue
als du dir selber zutraust, würde meine leisen Zweifel gehabt haben,
hättest du damals tun müssen, was dir jetzt beinahe leicht fällt.

Der Mann betrachtet das Haus
hinter der Tonne, nachdem er zu
Ende gelesen hat. Er erinnert sich
an das Haus. Das Haus, das aussieht, als sei es
vergessen worden von allen anderen.
Und die Schrift ist wie seine eigene
vor Jahrzehnten. Blau sind
die Tonnen fürs Altpapier. Und rot
2 Worte

auf der Rückseite des Zettels (doch
wer kann wissen, welche
die Rückseite ist):

zu kitschig

steht da. Der Mann
sagt »Nein« zu sich selbst.
Dann verwahrt er den Zettel
in der Innentasche seines Mantels,
der vermutlich alt ist. Heute

werden die Tonnen geleert, denkt er, so
ein Glück. Noch vor wenigen
Stunden blutete sein Zahnfleisch; da
schaute er in einen Spiegel & hatte rosa Schaum
vorm Mund. Er überprüfte, ob sich
ein Zahn gelockert habe, dann
lächelte er über eine unsinnige Frage,
die ihm in den Sinn gekommen war:
Warum

wurde noch kein Schmetterling
nach mir benannt? Die Antwort
ist einfach. Die Schrift
in Rot scheint dieselbe
zu sein wie die in Bleigrau.
Doch wer kann da schon
sicher

sein


Ein Toter spricht 

Im Fernsehen sprach ein Toter.
Er sprach über ein Buch.
Das Buch eines anderen.
Ich wusste, er, der da redete,
war tot
als ich ihn sah, doch
er redete sehr lebendig
als er redete. Ja,
er ist tot, und das Buch lebt.
Er war begeistert davon.
Und voller Leben. Da
wurde mir klar: etwas von dem
Buch war mit ihm
gestorben.


Vorbei

ich ging vorbei
wie mein Leben
eine unscharfe Reflexion

in Bewegung
auf dem Glas eines Schaufensters
in dem nichts war

als Leere
irgendeine Handlung
war pleite

gegangen & die Räume standen verlassen
ich ging so schnell
vorüber, dass ich die Leere leicht

hätte übersehen können
doch ich nahm sie
wahr

wahr – wie die Gesichter der Passanten
die im Hintergrund sich spiegelten
während ich vorbeiging


SpInnenleben

Die Nacht verbrachte
ich in einer Badewanne
unter einem grünen Becher
der durchsichtig war

Schönes Licht

Zeit um
nachzudenken Was
hatte den Becher bewegt
Hatte es
ein Innenleben
wie ich

Ein großer Schatten
Keine Antwort
Enge

Am Tage
schob man mir eine Karte unter Es
war eine Glückwunschkarte
zum Geburtstag Dabei
weiß nicht einmal ich
wann ich geboren wurde
Und warum

wusste ich was
für eine Karte
das war Ich
verstehe sie nicht
die Zeit Am Ende 

schüttelte man mich
aus dem Becher Auf
einen Haufen
verfaulten Grases Und
ich rannte so schnell
ich konnte durch das Licht

der Sonne Weg
von der Fäulnis
Hinein ins Grün
das lebte

wie ich


Nichts geht 

Nichts geht
vorbei. Dabei
hält es

kurz inne, blickt
in meine Richtung,
lächelt gelangweilt

& verschwindet,
indem es
bleibt.


In dem indem

 

»Bilden Sie einen Satz
in dem indem zusammen
geschrieben wird.« Der Lehrer
rief mich auf, obwohl ich
mich nicht gemeldet hatte.
Ich meldete mich nie.
Ich sagte: »Ich langweile mich,
indem ich hier sitze.«
Die meisten Mitschüler lachten.
Der Lehrer grinste
bloß. »Niemand«, sagte er,
»zwingt Sie hier
zu sein.«
Das stimmte
nur bedingt.
Wo war man schon
frei? Oder auch nur frei
willig? Vielleicht
in Gedanken. Aber auch
dort nur bedingt. Eigentlich
hatte ich gelogen. Ich
langweilte mich gar nicht.
Weil ich mich nicht langweilen kann.
Ich war einfach
ganz woanders gewesen
in Gedanken. Dort
wurde es niemals langweilig.
Der Lehrer mochte mich,
und inzwischen ist er
tot. Ich lebe noch
& mochte ihn auch.
Wie die Grammatik.


Der lautlose Fall des Schattens

 

Mit meinen eigenen Augen
(mit welchen auch sonst) beob
achtete ich den lautlosen Fall eines

Schattens. Der Schatten fiel auf
den Boden, knickte ein
an der Wand & versch

wand durch die Tür. Nacht
schwarz & nackt war er ge
wesen. Dieser Nacht

ähnelte Nichts. Und doch
war Nichts ganz
anders. Als ich

das Licht aus
machte, war Schatten über
all im Schlaf

Zimmer. Ganz tief
sinnig hätte man werden können,
aber zum Glück gab es das Rauschen

der Klospülung nebenan. Dort
wo die Schattenwerferin
der Natur gehorchte – so

wie jeder Schatten,
der fällt, wohin
er fallen muss.


Auf der Brücke

 

»Was hast du«
fragte sie »geträumt?«
»Wann?« fragte er
»Letzte Nacht« sagte sie
»Ich weiß nicht
Was – ich weiß
nur Wovon« »Wovon
hast du geträumt?«
Sie standen auf
einer Brücke Die Frau
am Geländer Der Mann
etwas abseits Er
hatte Angst vor der
Tiefe Sie
schaute hinab in den Ab
Grund Wind
bewegte Wipfel
Er betrachtete sie wie sie
beobachte wie die Bäume
bewegt wurden von dem
der ihre Haare bewegte
»Vom Alkohol« sagte er
»und vom Verlassen & Verlassenwerden
vom Rauchen – von dem
was ich aufgegeben habe & von dem
was ich bekommen habe
stattdessen« »Klingt«
sagte sie »traurig«
»Gar nicht – ich
habe viel gelacht
im Traum« »Habe ich
nicht gehört«
»Seltsam« sagte er
obwohl es nicht seltsam war
sondern selbstverständlich
Dann sagten sie
wieder nichts
wie zuvor
verloren
in ihren Gedanken
die so oft dem Anderen
galten


Das Leben ist auch nur der Gesang eines kaputten Vogels

Nein!
Das ist kein
Tinnitus – Das ist
Das Denken
an einen Ton –
Der Gedanke
einer Schwingung –
eintönig wie der Gesang
eines kaputten Vogels –
Wo kommt er her?
Der Ton – ist er Teil
einer Melodie
die Niemand kennt?
Eine vereinsamte Note
verstoßen aus der Harmonie?
Nein! Das ist
kein Tinnitus – Das ist
Die Vorstellung einer Erinnerung –
Vergangener Schall
in einer bestimmten Höhe –
von der Niemand weiß
Was sie bestimmt hat –
Ich träume mich
durch die Schlaflosigkeit – wach
gehalten durch Etwas
das nicht existiert – nur vielleicht
in mir
»Ich kann nicht schlafen«
sagte sie – neben mir
in der Dunkelheit – Doch
mein »Ich
auch nicht« hörte sie

schon nicht

mehr


In meiner Nähe

 

Ich war allein
in meinem Traum

Nichts & Niemand
umgaben mich

Kein Wort kann es
beschreiben, denn jedes

Wort ist zu viel für Nichts
Und Niemand setzt Jemanden voraus

Einsamkeit ohne Worte
war in meinem Traum

Keine Begriffe
an denen man sich festhalten konnte

Doch es erschreckte mich
nicht, denn ich schien

es gewohnt zu sein von Alters her
Ich träumte eine Wirklichkeit

in der Träume nicht existierten
Und das All war ein kahles Zimmer

in dem ich allein war
Isoliert von Allem

Von Allem, was ohnehin nicht existierte
Plötzlich aber –

hörte ich jemanden
atmen…..

ruhig & regelmäßig
in meiner Nähe

Dabei hatte ich gedacht
meine Nähe gäbe es gar nicht

Ich bekam Angst
so wie Andere ein Geschenk bekommen

Und Bewußtsein bekam ich
Das der Angst ähnelte

Als ich erwachte
war auch dort der Atem

als hätte ich ihn mitgenommen
aus meinem Traum

Ruhig & regelmäßig
atmete es in meiner Nähe

Denn meine Nähe existierte
Und Jemand lag darin

Lag darin wie selbstverständlich
& so als ob

Selbstverständlichkeit in meinem Leben
vorgesehen wäre

Auch sie erwachte
Sie berührte mich in der Finsternis mit ihrer Hand

Nur kurz, um sich meiner Nähe (vielleicht
sogar meiner Existenz) zu vergewissern

Ein leises Kichern der Zufriedenheit –
Dann schlief sie wieder ein

Ich blieb noch eine Weile wach
weil ich das Bewußtsein nicht verlieren wollte

Und weil ich es hören wollte:
Das Atmen

in meiner Nähe


Mit Ausnahme der Schmetterlinge

»Ich dachte immer,
ich«, sagte sie, »rede
wenig. Aber du«, sagte
sie, »redest so wenig,
dass ich«, sagte sie, »mich
erst wieder ans Zuhören gewöhnen muss,
wenn ich mit anderen zusammen
bin.« Ich sagte

nichts & grinste. Geschmeichelt. Mir
gefiel, was sie sagte; die Geliebte. Wir
saßen in einem Garten, und
solches Wetter wurde gemeinhin
»schön« genannt. Hummeln summten.
Weil sie sich bewegten. Ich
konnte nicht fliegen. Was
wahrscheinlich niemanden überraschte –

mit Ausnahme der Schmetterlinge,
die auch nicht viel reden. Mir fiel
nichts ein. Außer Leerzeichen. Ich
hörte Stimmen in der Nachbarschaft
& stellte mir die Wörter vor, wie sie
in geschwungenen Blasen über den Köpfen
schwebten. Ein wenig
Wind bewegte die Wiese, und

auf einer alten Tonbandaufnahme behauptete
meine tote Mutter von mir: »Er redet nicht,
wenn Fremde dabei sind.« – sie sagte das
mit ihrer Stimme von 1966, aber es hatte
schon damals nicht gestimmt. Ich sah die Blasen
platzen, und die Menschen wurden besudelt
von ihren eigenen Worten. Die Sonne
verbrannte das Gras, und die Geliebte

beobachtete einen Falter, der
wie eine zitternde Blüte auf einem Ast saß.
Auch Insekten sind mir fremd. Ich sagte:
»Das ist schön«. Wusste sie,
was ich meinte? Wahrscheinlich schon.
Aber dass dieser Anblick schön war,
wusste sie selber. Ich
hätte es nicht sagen müssen.


Unfassbar

Der Mond hing tief
Dicht über der Straße
Unfassbar

In der einbrechenden Nacht
Obwohl ich so lange Arme habe
Die Hände am Steuer

Swingte es im Radio
Dann war das Stück
Zu Ende. Jemand sprach.

Nannte den Interpreten
Den Titel & das Erscheinungsjahr.
1989. Ich dachte an jenes Jahr

& die einzige Frau
In meinem Kopf. Damals
Hatte mich dieser Job

Ereilt. Der erste
Lohn. Mit 29! Unfassbar
Wie man durchs Leben kommt.

Anders als man denkt
Wenn man denkt
Und wenn man nicht denkt

Kommt es auch
Anders. Ich
Stellte sie mir vor. Wie sie hätte

Getanzt haben können
1989. Zu dieser Musik, die jetzt
zu Ende

gegangen war. Swing! (Auch heute noch
Schaukelt sie für ihr Leben
Gern.) Es tanzt

Mit unsicheren Schritten. Über die
Es nicht nachdenkt. Leicht
Könnte es fallen; gerade

Erst hat es Gehen gelernt –
Das tanzende Mädchen
Wild in meinem Kopf. Das tanzende Mädchen

Das ich nicht gekannt hatte. Das
Tanzende Mädchen, das ich
Kennenlernen würde, verborgen

In einer Frau, die schaukelt. In der einzigen
Frau in meinem Kopf. Ich musste
Lächeln bei diesem Gedanken

Spiel. Und schaltete
Das Radio aus. Die Nachrichten
Von 2016, ich wollte sie

Nicht hören. Unterwegs. Noch immer
Derselbe Job wie damals. Und
Die Tänzerin wartete zu Hause

Auf mich! Es war wirklich
Unfassbar. Unfassbar
Wie man durchs Leben kommt.

Und der Mond hing so tief. Dichter
überm Horizont. Und meine Arme
Hatten exakt die richtige Länge

Für Umarmungen. Und die Krater könnten
ein Lächeln
Bilden

Wie in einem alten Gesicht.
Es ist Alles eine Frage
Der Interpretation.


Dieses seltsame Zeitalter

Dieses seltsame Zeitalter,
in dem man Gedichte
auf einem Telefon

schreiben kann. Es
überrascht mich
nicht

mehr.