Monatsarchiv: Januar 2020

GeDicht

Ein winziges Et
Was aus Worten so
Dicht daß es unfassbar
Schwer ist
Untragbar
Kein Zwischenraum
Keine Luft
Kein Licht
Nichts
Welt ge
Formt


Striche Streifen Schleier

Nu blas schon

die Kerzen

aus

Ich sehe

Striche Streifen Schleier

in Flammen

 

Durchgestrichene Lampen
als hätte ich etwas
gegen Licht

Und nachts auf der Autobahn
nähern sich mir
die leuchtenden Kreuze

Memento mori

Ausgerechnet
ich der ich
schon als Kind
jede Kunstfunzel jedes Petroleumlämpchen
der unsubtilen Lichtverschütterin am Himmel
vorzog
kann nun der freien Wattwahl mich nicht mehr erfreuen

Schraffierte Welt

»Also, wenn wir
Ihren Nachstar jetzt schon lasern, könnte es passieren,
dass die Linse nach hinten ins Auge fällt.
Dann hätten wir ein Problem.«

Wir? Ich
muss jedesmal lachen, wenn ich daran denke.
Halt doch mal
das Auge still, du klapperst so laut!

Und Glaskörper klingt doch auch
irgendwie erotisch…..
Da sehe ich
ein Ballett durchsichtiger Nackttänzerinnen

schillernde Prismenpopos
buntgebrochenes Licht aus diaphanen Schenkeln
mundgeblasene Brüste

ich schweife

ab

Wo waren wir?
Ach ja – nu blas schon
die entzündeten Dochte

Wackelnde Flammen
Striche Streifen Schleier
Rauch geformt
wie eine französische Wolke

 

Und dann bleibt nur noch der Mond
der durchgestrichene
Und am Ende

ergreife ich
den Schweif in meinem Auge
& klettere hinauf

zu ihm

zu ihm

Mare Tranquillitatis

 


Der erste Traum

Soeben geboren
möchte das neue Gehirn träumen

Bilder die es nie gesehen hat
Bilder die nie gesehen wurden

Die Unendlichkeit im winzigen Kopf
Das Nichts von dem es nichts weiß

Was siehst du
Ausgestoßener?

Soeben geboren
und schon auf der Flucht


Traumgedächtnis

Im Traum erinnere ich mich
an Ereignisse, die nur in diesem Traum zu meiner Vergangenheit gehören.
Doch manchmal auch an vergangene Träume
oder an Träume, von denen ich träume,
sie in meiner wirklichen Vergangenheit durchlebt zu haben.
Woran erinnert man sich
nach dem Erwachen?

Manchmal an das, was man für Alles hält
Manchmal an das, was ich für Alles halte
Manchmal an das, was das Ich für Alles hält

Oftmals an Nichts

Die geträumte Vergangenheit ist wahr.
Die wahre Vergangenheit – – nein, wohl doch nicht –
geträumt. Oder?

Wer in der Vergangenheit Träume hatte,
hat im Traum Vergangenheiten.
Es kann nicht

anders sein.
Anderes Sein
Anderes sein
Anders sein

Wahres Sein
geträumt

Geträumtes Sein war wahr

Alles
Nichts

All
Es

Das Gedächtnis: ein Traum

Im Traum erinnere ich mich
Im Traum erinnert man sich
Im Traum erinnere man mich

mit all meinen Vergangenheiten
Sie könnten wahr sein
selbst die

von Anderen Geträumten