Und immer wieder:
Die mit den Narben finden mich.
Egal, wo sie sind. Die Narben.
Wir finden uns. Er
kennen die Narben.
Auch
die unsichtbaren.
Ich finde sie.
Wo auch immer
ich bin
& sie sind.
Wir erkennen uns
in uns immer
wieder
& wieder.
Und immer wieder:
Die mit den Narben finden mich.
Egal, wo sie sind. Die Narben.
Wir finden uns. Er
kennen die Narben.
Auch
die unsichtbaren.
Ich finde sie.
Wo auch immer
ich bin
& sie sind.
Wir erkennen uns
in uns immer
wieder
& wieder.
Als hätte ich einen fremden Alb
traum vergessen. Beziehungs
weise verdrängt
so kam es
mir vor
als wir uns näher gekommen waren
las ich was sie in der Vergangenheit
über ihre Vergangenheit geschrieben hatte
über den Horror
& die Verletzungen
durch andere & durch
sich selbst
& über die Narben
innen & außen
und ich erinnerte mich
an fast Alles
fast Alles
hatte ich schon einmal gelesen
in der Vergangenheit
irgendwo im virtuellen Netz
in der fernen Vergangenheit
in der wir uns fern gewesen waren
es war verschwunden
wie manche Träume verschwinden
doch sie kommen wieder
aus geheimen Gründen
aus Tiefen
Abgründen
wenn irgend Etwas
an der verdrängten Erinnerung rührt
ich las
& mein Blick brannte
er löschte sich selbst
ich nahm die Brille ab
Wie hatte ich das Alles nur vergessen können?
Meine eigene Vergangenheit
erschien mir lächerlich im Ver
gleich. Wie konnte ich nur
so viel darüber schreiben!
Und wie viel würde ich erst schreiben
wenn ich erlebt hätte was sie erlebt hatte!
Wir kamen uns näher
ohne diese Erinnerung
ohne die Alb
Träume die ihre Realität ge
Wesen waren
der Augenblick trocknete
ich setzte die Brille wieder auf
& schrieb
ihr: Ich will deine Narben
berühren spüren streicheln küssen
egal
wo sie sind
& jetzt höre ich sie atmen
in der Ferne
während sie schläft
in meiner Gegenwart
& vielleicht
träumt sie sich
sogar in meine Nähe
während ich tippe
blind im Halb
Dunkel
»Hab ich schon erwähnt, dass ich
feucht bin?« Ich hatte nicht mit
gezählt, wie oft, es war ihr Running Gag, ihr laufen
der Witz, es lief, es lief groß
artig unartig, überall raus, selbst ihre Stimme
klang feucht, am Anfang, und im Hintergrund machte es:
Quatsch Quatsch Quatsch & kwitsch kwitsch
kwitsch, Stunden über Stunden, Überstunden,
wir quatschten, sie quatschte, es quatschte, fließende Sehn
Sucht, Seen & Sucht, und: »Wie heißt nochmal
die Phobie, trocken zu werden?« »Keine
Ahnung«, sagte ich. »Nein, ich bin sicher,
die heißt anders.« Gelächter. Viel Gelächter.
Immer wieder. Quietschen vor Vergnügen.
Ich konnte hören, wenn sie ihre Beine bewegte,
sie öffnete, sie schloss, glitsch glitsch glitsch,
der Expressionismus der Fotze, »Wie ein Kirsch
Kern«, sagte sie, zwischen ihren Lippen, und ihr Hals
war trockengestöhnt. »Was war das für ein Geräusch
da bei dir im Hintergrund?« »Ach das«, sagte ich,
»da hat Alexander Graham Bell sich im Grabe umgedreht;
mit hochrotem Kopf.« »Ich wette, bei dir ist ein ganz anderer
Kopf hoch & rot.« Wir erkannten den Un
Ernst der Lage. Selbst
Erkenntnis & Befriedigung.
Nicht
Aus
zu denken, man würde Alles mit Ernst verderben.
»Wie läuft’s?« »Lachenweise aufs Laken.«
Auf ein Neues. Das nicht neu ist. Immer wieder. Und doch.
Irgendwie. Als suchte man. Immer wieder. Vertrautes
Neues. Neues Vertrautes. »Hab ich schon erwähnt,
dass ich feucht bin?« Es klang auch wie ein Witz –
witz witz witz, wisperte der Kitzler itzt,
wildbefingert….. Und ein Schmatzen: »Heute
schmecke ich nach Vanille – mit einem Hauch
von Zitrone.« (Nille Nille Nille, spukspuckte es durch meinen Kopf.
Und warum alles in 3er-Gruppen? Vielleicht weil sie 3
Finger in sich hatte?) »Ich würde gerne mal nach Zimt schmecken«,
sagte sie. Da bekam der Begriff ›Zimtziege‹ doch gleich ein anderes
Aroma. Und Zicke reimt sich, schleimt sich sowieso. Und Zimt
gab es auf dem Milchreis meiner Kindheit. Und Milchreis ist
weiß & zäh – und – man findet ja kein Ende, wenn die Asso
ziationen erstmal angefangen haben. Und dann erst, wenn Wir
uns assoziieren…… »Dass jetzt bloß keiner anklopft.«
»Dann geh ich nicht ran.« »Na, du gehst aber ran.«
Ach, und wie es klopfte! In allen Gefäßen floss das Blut.
tudumm tudumm tudumm! Besäuselungen statt Beschreibungen.
»Und dann….. & dann…… & dann……. machen wir, können wir,
werden wir…..« Und dann erwähnte sie etwas, das nur
mit langem Schwanz geht. »So’n Pech«, sagte ich. Und wieder
Lachen. »Man kann ja nicht überall überdurchschnittlich sein.«
Hahaha. Und sie hielt die Sprechmuschel, Säuselmuschel, Quatsch
muschel in Muschinähe, und dann klang das Schmatzen wieder
ganz anders, und es erinnerte mich an einen Zwerg, einen
Zwerg, der irgendeine Frucht genüsslich isst, während
sie im Hintergrund Rauschkulissen hechelte. Ein Kirschen ver
schlingender Zwerg, der vollmundig schweigt. Und ich merkte
mir seine Geschwindigkeit beim Verzehr. Für später. Für dann. Und dann.
Und dann. Und dann, als ich wieder an ihrem Ohr war, er
zählte ich ihr von dem Zwerg. Wie mir ihr Lachen gefiel!
»Soso, während ich mich fingere, hast du also einen Zwerg
im Kopf.« »Nein, ich hatte ihn in der Hand. In meinem Kopf habe ich
nur Dich.« »Hab ich schon erwähnt, dass ich feucht bin?«
Die Nacht floss in Strömen. In Träumen & Fantasien. 3 Wünsche
haben wir. Frei! »Pass auf«, sagte sie, »und dann sehen wir uns & finden uns
scheisse.« »Pass auf«, sagte ich, »lass die Scheisse weg –
& schon ….. passt’s. Vielleicht.« Und wie die Nacht verging
in uns – ein Fließen & Fliegen der Zeit – & wie die
Vögel mit mir telefonierten – als der Tag anbrach
vor ihrem offenen Fenster – zwitsch zwitsch zwitsch! – All
es war offen – & über
haupt: Habe ich schon erwähnt, dass sie feucht war?
Die gleichen Fehler, die
wir bei Anderen begangen haben,
werden wir nun bei Uns be
gehen. Und – wer weiß – viel
leicht sind es dann gar
keine Fehler mehr. Und waren es
auch in der Vergangenheit
nicht – sondern
Wege, die zu Uns führten.
Es ist fast still
um Uns. Nur
ganz leise hört man
den gleichmäßigen Atem
der schlafenden
Vernunft. Sie träumt
einen langweiligen Traum
nach dem anderen – während
wir immer wacher werden.
Es könnte sein –
dass sie im Schlaf
stirbt.
Es würde aus
sehen wie ein
sanfter Mord.
Ach, ich weiß es doch auch nicht.
Ich sitze in der Finsternis &
schieße wild um mich.
Eigentlich, so denke ich mir,
müsste ich auf diese Weise
überall ins Schwarze treffen.
Aber genauso gut könnte ich einfach
die Augen schließen – wie so Viele –
& glauben, getroffen zu haben.
Das Ziel ist meistens woanders.
Fehlendes Licht bedeutet gar Nichts.
Alles geht vorbei. Auch in der Dunkelheit.
Solche Gedanken denke ich
niemals zu Ende. Denn wenn
ich es täte, müsste ich
schweigen.
Am besten – man schläft einfach.
Dafür ist die Finsternis
wie gemacht.
Stil könnte auch einfach
eine Schwäche
sein.
Man kann einfach
nicht anders.
Eine Wahl hat man
ohnehin nicht.
Schöne Schwäche.
Gute Schwäche.
Schlechte Schwäche.
Einfache Schwäche.
Schwierige Schwäche.
Elegante Schwäche.
Holprige Schwäche.
Hölzerne Schwäche.
Schwülstige Schwäche.
Vielschichtige Schwäche.
Auf die Schwäche kommt es an.
Die Schwäche ist das Wichtigste.
Die Schwäche ist die Antwort.
Und manche glauben, sie
hätten sie sich ausgesucht.
Oder gar: erarbeitet.
Doch das
ist eine andere
Schwäche.
Was hatte ich bloß gesagt?
»Du brauchst nicht nur Sex«, sagte sie, »Du
brauchst Nähe.« »Nähe«, sagte ich, »ist
die Hauptsache. Immer.«
Mein Ständer brach
in Tränen aus
vor Lachen.
Es gab halt
kein Halten mehr.
Wir hatten Alle
so recht – wir
Einsamen
in unserer Einsamkeit.
Das ist die Leere.
Sie kam
niemals hätte ich das erwartet
wäre ich vorbereitet gewesen
auf nichts hätte ich mich mehr gefreut
wäre sie vielleicht auch nicht gekommen
wenn ich an der richtigen Stelle Zeichen gesetzt hätte
wäre alles zu eindeutig
ohne Zeichen
von ihr
aber auch
so ginge es weiter
ohne
Ende
Noch mehr
zu wenig
wäre
Nichts
für mich.
Doch
für Dich
bliebe
mehr
übrig
von Allem.
Gedicht.
Und nicht viel dahinter.
Es gibt sie schon seit langer Zeit
nicht mehr –
diese Musikkassette
aus
meiner Vergangenheit. Es gibt nicht einmal mehr
ein Abspielgerät in meinem Auto, das auch
ein anderes ist
als damals. Alles
ist anders. (Überholte Technik.) Selbst
ich
vielleicht?
Nein, das ist nur Schein. Eine Täuschung. Ich
bin weniger. Gleich. Und mehr. Zugleich.
Ich erinnere mich
nicht mehr,
welche Songs auf dieser Kassette waren –
also auch nicht an die Reihenfolge,
in der ich sie hörte – wenn ich unterwegs war.
Wohin auch immer.
Bei Musikkassetten gibt es keine
zufällige Wiedergabe.
Man weiß immer, was einen als Nächstes erwartet. Wenn man sie kennt.
Manchmal war das gut, und manchmal nicht.
Manchmal war nicht gut, was als Nächstes kam,
und manchmal war es nicht gut, zu wissen, was kommen würde.
Manchmal beides. (Was bedeutet, dass man sich
manchmal sogar freute – auf das, was nicht gut war.)
Man hatte die Möglichkeit
vor- oder zurück-
zu spulen…….
Dass das gefährlich sein konnte
während der Fahrt, war mir
gleichgültig. Aber es war mir meist
zu umständlich. Und beinahe
nie traf ich exakt
Anfang oder Ende
– wenn ich es doch
einmal tat.
Und jetzt habe ich also vergessen:
Welche Lieder. Welche Reihenfolge.
Und doch:
zuweilen höre ich 1 dieser Lieder wieder –
irgendwo – durch Zufall (wenn es Zufall ist) –
& wenn es zu Ende geht, erwarte ich
nach einem kurzen Moment
der Stille
etwas ganz Bestimmtes.
Ich erwarte, einen ganz bestimmten Song zu hören.
Fast höre ich ihn schon. Tatsächlich. In mir.
Ein Teil der vergessenen Reihenfolge ist wieder da!
Ich erinnere mich. Doch
er kommt nicht – dieser eine, bestimmte. Er kommt
niemals. Dieser Zufall (wenn es Zufall wäre) wäre
zu groß.
Zu groß: die Zahl der Möglichkeiten
in einer Welt voller Lieder.
Zu klein: der Ausschnitt davon
auf der Musikkassette.
Es kommt: immer ein anderer.
Und käme der ›richtige‹ Song einmal doch,
würde man vielleicht wahnsinnig werden.
Und da das nächste Lied nicht kommt,
erinnert man sich nicht an das übernächste.
Ach, es ist
& bleibt
kompliziert.
Und die Kassette war
ein Geschenk.
Vielleicht wäre es besser
nicht
darüber
nach zu
denken. So
wie Die
jenigen, die meinen, es ginge
hier
um
Musik.
Ich habe kein Gästezimmer.
Und eine Stimme aus diesem Zimmer, das
ich nicht habe, sagte:
»Dein Tippen klingt
so beruhigend. Man kann gut
dabei einschlafen.«
Vielleicht
hatte ich genau
Dies getan?
Wie waren wir eigentlich
auf dieses Thema gekommen?
Da unten
bei den Garagen der Nachbarn….
Ich weiß es nicht
mehr.
Ich hatte die ersten Stoppeln,
aber er behauptete, seine Scham
haare seien 2 bis 3 Zentimeter lang,
und das glaubte ich nicht.
Ich war wohl auch ein bisschen
verliebt in ihn, denn eigentlich
sah er aus wie ein Mädchen;
und manchmal tauchte er
in meinen Träumen auf –
schwanzlos.
Er öffnete also seine Hose
ein wenig, zog sie & die Unterhose
ein kleines Stück hinunter, er
griff ein paar Haare & zog sie
in die Länge.
»Tatsache!« sagte ich.
Oder so etwas Ähnliches.
Ich war ein wenig
neidisch, und er grinste.
Damals war man noch
stolz auf sowas.
Die Garagentore waren grau
& verschlossen. Selbst
wenn nichts dahinter war,
und tagsüber war zumeist
nichts dahinter. Zumindest
keine Autos, denn die Menschen
mussten ja arbeiten
tagsüber. Das gefiel mir
schon damals nicht.
Ach ja, und nochwas:
Einmal in vertrauter Runde
5 oder 6 von uns waren zusammen
in der Garage, die unser Treffpunkt war,
eingerichtet mit Sperrmüllmöbeln –
da holte er seinen Schwanz heraus.
Er hatte eine Operation hinter sich.
Wegen Phimose. Alle
schauten hin –
nur ich nicht.
Ich konnte es nicht.
Er lachte –
»Kuck doch«, sagte er.
Aber mein Blick blieb
abgewandt.
Das Bild
hätte nicht in meine Träume
gepasst.
Das Bild
das du dir machst
von mir
wohnt nicht in meinem Haus
Vielleicht existiert es
in einem anderen
Ein Fremder
der mir ähnlich scheint
von dem wir beide
Nichts wissen
Und er sagt
das Gleiche wie ich
Und ich bin das Bild
das sich jemand
von ihm macht
Und sie wissen nichts von mir
Um 11 Uhr am Samstag
heulte die Sirene
& mit ihr heulten
die Hunde der Nachbarschaft
Es war nur ein Probealarm
aber für die Hunde
war es
der Ernstfall
ich drehte mich um
im Bett
ich dachte an die Mythologie
& an Dich
….. & dann
wurde das Blatt transparent
ein Wort
von rückwärts
schimmerte seiten
verkehrt
hindurch
Wörter überlagerten sich
innerhalb der engen Grenzen
eines ungleichmäßigen Punktes
& er
gaben einen unbekannten
Sinn
wie eine geheime Botschaft
von der anderen Seite …..
Es war nicht
schade um dieses Buch.
Hauptsache – das Fleisch war blutig
& schmeckte
während etwas Fett auf die Seite tropfte.
»Ich habe nicht geträumt«,
sagte der Erwachte
nach langem Schlaf
Er kannte
weder Wissenschaft
noch Forschung
Zu tief
hatte er geschlafen
um sich erinnern zu können
»Ich bin kein großer Träumer«, sagte er
& glaubte doch
an Gott
Ich
schlafe schlecht & erinnere mich
an Alles
Daher brauche ich
an die Träume nicht
zu glauben
Ich wache
oft & kenne sie
Ich ungläubiger Mensch
bin ein großer
Träumer
rein
rational
betrachtet
Amen!
Da gibt es diese Erinnerung,
die ich habe – & ich weiß
nicht: erinnere ich mich
an eine Fantasie der näheren
oder an eine Realität
der ferneren
Vergangenheit.
Als kleiner Junge war ich so
gelenkig. Und ich probierte
aus – wie gelenkig ich war. Und
wenn ich nackt auf dem Rücken lag
& die Füße auf den Boden
oberhalb meines Kopfes stellte,
war mir mein Schwanz so nahe,
dass er mich störte.
Bei
nahe hing er
mir ins Gesicht.
Fantasie oder Realität?
Nähe oder Ferne?
Sollte es Realität gewesen sein,
wäre also Alles wie immer:
ich war glücklich
ohne es zu wissen, glücklich
ohne damit etwas anfangen zu können.
Was für ein Pech!
(Dass ich nicht mehr so gelenkig bin.)
Ein neues Du
ohne Zukunft
im Vorüber
Gehen
Es kommt
& passiert
& wird
vergangen sein
Und jetzt
Du!
Und jetzt
Jetzt
& Jetzt
+ noch 1
Jetzt
ohne Zukunft
Zukunft
die Wir vergessen im
Jetzt
Das vergeht
Von Zeit zu Zeit
verliere ich
das Gefühl
für die Zeit. Mein Zeit
Gefühl kommt
mir abhanden.
Den Verlust nicht zu spüren
ist Glück.
Doch da ist immer Jemand
der findet
was ich verloren habe
& es nicht
für sich behalten kann.
Er hebt es auf
& gibt es mir
zurück im falschen
Moment.
Als hätte dieses Gefühl nicht
auch irgend Jemand Anderem
gehören können.
Ich irrte
durch eine düstre
Anstalt
wandelte
heimlich
durch ihre irren
Gänge
& ging in die Irre
die eine Falle
war
Ich verwirrte mich
in mir
auf leeren Fluren
verwandelte ich mich
in Etwas, das
anders war
als das Gewohnte
mit seinen unheimlichen Zimmer
fluchten
Ich verging mich
an meinem alten Ich
das ich
verfluchte
Ich verfiel
& fiel dem Irr
Sinn anheim
& machte keine Anstalten
zu fliehen
Aus
dieser neuen Wohnung
die ein Irrsinn war
von Vielen
Endlich
Da
Heim!
So oft er
auf Verständnis stieß
zerbrach es
wie Gegenliebe
Er mochte
tun was er wollte
& das Geräusch
das ihm versicherte
dass dort Etwas gewesen war
Das Ende
war ausgefranst. Ich
bekam den Faden,
den ich schon 4 Mal verflucht hatte,
einfach
nicht durchs Nadeløhr.
Also
machte ich einen sauberen
Schnitt.
Dann ging’s.
Die Nadel stach mich
noch kurz, doch es ging
nicht tief.
Es floss kein Blut,
und im Radio spielten sie unser Lied.
Anschließend kam
die Werbung –
& ich biss
den Faden
ab.
Bitte nicht klopfen!
besagt das Schild, das an meiner Haustür
schweigt. Die Klingel hat einen Wackel
Kontakt. Sie klingelt nur im Ausnahme
Fall. Die Vernünftigen haben einen ganz besonderen
Druck. Wenn sie meinen Knopf berühren. Da
schließt sich kein Stromkreis – & alles bleibt still.
Und wenn jemand sagt: »Nun bleib mal
auf dem Teppich!« – dann tue ich das.
Ich bleibe. Groß ist der Teppich, und
er trägt mich….. wohin auch im
mer…. & erträgt mich, wenn es sonst
niemand kann…..
Fransen flattern im Flugwind
Frischbelüftetes Farbengewebe
Tag & Nacht verfliegen in raschem Wechsel
während ich sitzend auf die Erde herabschaue
oder liegend ins Himmelmeer tauche
Ein Stück kühle Wolke reiße ich mir aus dem Bausch
& betupfe meine Stirn damit – es riecht nach
einem Traum vom Regen
Die Sonne ist laut, und der Mond flüstert, und
manchmal ist da eine Stewardess in knapper Uniform,
die auf allen Sechsen übern Teppich krabbelt, stock
nüchtern bin ich – während der Fotzensaft der Fantasie ins Gewebe tropft……
Auch jetzt ist sie da; es ist Tag, und sie erklärt mir die Notausgänge:
Teppichsaum links Teppichsaum rechts Teppichsaum vorne Teppichsaum hinten!
Und sie deutet auf eine eingewobene Inschrift:
Bitte nicht klopfen während des Fluges!
Ich fühle mich wie der Dieb von Bagdad, und was ich
gestohlen habe, ist die Zeit – die mit mir fliegt
Versäumte Saumseligkeiten…. Unter mir:
die Vergangenheit in Kindergröße, ich über
fliege sie wie das Buch eines Toten – über
das man nicht hinwegkommt…..
»Tomatensaft?« – »Wer denkt denn jetzt an Tomatensaft?
Ich zeig dir, wo der Tomatensaft herkommt, du Sau!«
Wir lachen. Das ist es
was übrig
bleibt:
das Lachen.
»Schau, da oben schwimmt die Zukunft.«
Wer hier Was sagt, ist völlig egal.
Einem Fliegenden Teppich kämmt man nicht die Fransen.
Und es rutscht der Saum ihrer Uniform. Auf
wärts. »Zieh sie aus, ich weiß auch so, wer & was du bist.«
»Später«, lautet die Antwort.
»Ja, gibt’s denn sowas?«
»Manchmal.«
Und wenn man ganz leise ist, kann man hören –
wie der Raum sich krümmt –
vor Lachen
Einstein, Einstein, Alles muss versteckt sein!
Lass uns weiter fliegen
In der gestohlenen Zeit
Die Luft Das Licht Die Bewegung Die Weite
endlich im unendlichen Universum oder
umgekehrt
und unten steht vielleicht jemand
vor meiner Haustür & verhält sich
vernünftig…..
»Wurdest du schon mal mit einem Teppich
klopfer vermöbelt?«
»Ja, das Muster ist noch da, ich kann es dir zeigen,
später.«
»Ja, gibt’s denn sowas?«
»Manchmal.«
Ein Abdruck im weichen Bindegewebe der Erinnerung
Auch der Teppich hat ein Muster
gewoben aus Wollen
verschiedener Art
Ein Vogel kreuzt die Teppichbahn (zieh
deine Federn aus, ich weiß auch so, wer & was du bist), er
schaut verdutzt & taucht hinauf ins Meer
verschwindet im Gewölk, das Nebel für ihn ist
Da drängt sich eine Frage auf: ist Dies
vielleicht ein Gobelin?
Das Muster könnte auch ein Bild sein
Einerlei – ob Wand, ob Boden
Die Grenzen sind auf
gehoben
(in einer Vitrine – verschlossen)
& offen
»Im Haus meiner Großeltern gab es einen Klopfer
aus Messing.«
»Das muss sehr schmerzhaft gewesen sein.«
»An der Tür. Ein großer Ring aus Messing.«
»Auch Türen haben Gefühle. Das muss sehr schmerzhaft gewesen sein.«
Lachen
Wind im Haar der Flugbegleiterin
»Weißt du, worauf dies Alles hinausfliegt?«
»Ja.«
»Und – bist du traurig?«
»Nein.«
»Das ist gut.«
»Ja.«
»Musik wäre schön.«
»Sie ist schön. Denn ich höre sie auch so.«
Langsam wird die Sonne rot
& leise
Tomatensaft & ein Lachen & ein wenig Blut
am Himmel
Die Zeit verfliegt
verfliegt uns
& kennt doch stets die Richtung
Schau nicht nach unten
Sonst wird dir schwindel
ich
»Jetzt?«
»Ja.«
»Zieh dich aus. Ich weiß auch so, wer
& was du bist.«
Wie ruhig der Teppich fliegt
Kein Schlingern, kein Absacken in
unsichtbaren Luft
Löchern….. Kein Wackeln im Luft
Strom…. Das Gewebe trägt uns
Erträgt uns, macht Alles
erträglich
während sich schließt, was ein Kreis werden will –
Und die Begleiterin schlüpft
aus ihrer Uniform
so schön
so schön
& dann – nackt – ist sie anders
als jedes Klischee, als jede
Vorstellung
Kein Stundenglas, und keine Hippe –
kein Gerippe, nur weiche Linien & Schönheit
und sie kommt
ganz nah
und sie beugt
sich hinab
und sie flüstert
in meine Brust hinein
»Bitte nicht klopfen.«
1.
Es gibt sie nicht –
die gescheiterten Existenzen.
Wenn
sie existieren.
2.
Man wird geboren
& soll sich anschließend
auch noch eine Existenz aufbauen?
3.
Die Existenzgründung ist
doch nur –
eine Empfängnis.
4.
Sie existiert nicht –
die Existenzberechtigung.
Denn
sie ist nur ein Traum
der Existierenden.
5.
Es gibt sie nicht –
die gescheiteren Existenzen.
Denn
was lebt –
ist dumm
an sich.
6.
Dies
ist der Beweis.
Vergiss Alle! sagte ich
mir. Alle, die du kennst, Alle,
die du gelesen hast, Alle,
an die du dich erinnerst…..
Sei
das Original! Lasse dich
nicht leiten, von dem,
was dir gefällt, lasse
dich nicht lenken
in die Richtung Derer,
denen ähnlich zu sein, scheinbar
eine Ehre wäre – denn dort
würdest du untergehen
wie alle Anderen,
denen man ihre Einflüsse ansieht.
Ab
zieh
Bilder
All
ent
halben
flach & durchscheinend.
Vielleicht ist man einfach nur
zu spät geboren. – ?
Wo liegt das Einzigartige?
Worin liegt es?
In der Form?
Im Inhalt?
Im Gedanken?
Da war diese Sache mit den Wort
Trennungen ohne Trennungs
Striche. Ich konnte mich nicht erinnern,
Ähnliches irgendwo gesehen zu haben –
& hielt es – Idiot, der ich war, Idiot, der
ich bin – für etwas Originelles. Originales.
In Wirklichkeit war dieser Glaube nur das Resultat
mangelnder Belesenheit, mangelnder Bildung.
Unreiner Zufall, dass ich nicht in diesem Glauben
sterben werde.
Und dies ist nur ein Beispiel
für etwas vergleichs
weise Oberflächliches.
Darunter
wird es noch schwieriger.
Zu spät geboren.
Zu spät aufgehört
zu lesen.
Manchmal möchte ich einfach nur
Alles vernichten. Was ich getan, was ich
geschrieben habe. Alle Wörter, alle Worte
auslöschen. Es ist so sinnlos.
Vergiss Alle, die du kennst, Alle,
die du gelesen hast, Alle,
an die du dich erinnerst…..?
Selbst
wenn dies Unmögliche so einfach wäre –
Da blieben immer noch
Alle, die ich nicht kenne, Alle,
die ich nicht gelesen habe, Alle,
an die ich mich nicht erinnere…..
Es ist ernüchternd
wenn man spät im Leben
auf Verwandtes trifft –
auf Verwandte im Geiste.
Seelenverwandte – falls es so etwas gibt.
Ich möchte mich nicht wiedererkennen
in Anderen. Natürlich: es ist ein Trost – aber
ein billiger.
Fremd sein
ist mein Ziel.
Wo liegt das Einzigartige?
Worin liegt es?
Wenn Andere es finden
in dem, was man tut,
hat man es
vielleicht –
doch wahrscheinlich
wissen auch sie
einfach
nicht
genug.
Ich hänge an meinem alten Regenschirm
Obwohl er nicht fliegen kann
Weil ich an ihm hänge
Hinge ich nicht an ihm
Könnte der Wind ihn davontragen
Und es wäre mir egal
Wenn der Schirm fliegen könnte
Würde ich noch mehr an ihm hängen
Wer weiß wo wir dann landen würden
Wir könnten abstürzen
Aber er kann ja nicht fliegen
Weil ich an ihm hänge
Der Schirm kann nicht fliegen
Ich kann nicht noch mehr an ihm hängen
Und der Wind ist zu schwach
Ach Liebe
Das ist alles
So ein furchtbarer Unsinn
Bleiben wir lieber
Entspannt
Und drinnen wenn es regnet
Auch das
ein faszinierender Gedanke:
man erfreut sich
an den Nacktfotos der Geliebten
Nacktfotos aus fremder Vergangenheit –
& weiß doch: da war kein
Selbstauslöser
im Spiel
Ein Anderer
Geliebter
hat die Fotos geschossen
man kann es
spüren
schmecken
hören
sehen
Und die Fantasie ist dabei
anwesend beim Shooting
in der Vergangenheit
Und derjenige, der Geliebter war,
bereitete den Boden für den nächsten
Geliebten – in der Zukunft
& hat Anteil
an der Erregung des gegenwärtigen
Niemals
werden sie sich kennenlernen.
Hat er es sich träumen lassen? Dieser
vergangene, dieser Verflossene – als
er auf den Auslöser drückte?
Ja
wirklich:
faszinierend
verzwickt
erregend
dieser Ge
danke
Ich filmte sie
mit meinen Augen
Blende: auf
Verblendung ein
gestellt
Schärfe: gestochen
scharf
im Fokus: die Frau
Sie kommt zurück
aus dem Bad
zurück ins Schlafzimmer
die Klospülung rauscht
im Hintergrund
Die Frau: nackt im Licht der Kerzen
im Licht der bunten Lampe im Bücherregal
Die Decke liegt am Boden
Ich liege entspannt & ausgebreitet
da
Sie kommt
ins feuchte Bett
5 Küsse gibt sie mir
in rascher Folge:
Schwanz, Bauchnabel, beide Brustwarzen, Mund
Ich grinse
denke irgendwas wie: orale Bekreuzigung
Sünde! Sünde! hahaha
& dann liegt sie neben mir
entspannt
Es läuft
Musik
Wir schauen an die Decke
Und irgendwann
ein paar Songs später:
ich richte mich auf
um sie zu küssen
von oben herab
& ihre Augen schwimmen
»Was ist?«
»Ich werde nie das sein, was du brauchst
& was du dir wünscht.«
»Nicht doch – so’n Quatsch, das bist du
doch schon jetzt.«
»Nein,
lass es
dir gesagt
sein.«
Rückblende:
eine Nachricht von ihr
aus der Zeit als ich sie nur auf Fotos gesehen hatte,
auf Fotos, die ein Anderer ‚geschossen’ hatte –
›Warnung: ich mache es immer wieder selber kaputt.
Weil ich bin. Wie ich bin. Übel.‹
Ich hatte sie aus
geblendet. Diese Warnung.
Und das war gut
so.
Was würde man alles verpassen,
wenn man sich um Warnungen kümmern würde!
Orale Bekreuzigungen
zum Beispiel.
Oder sie: [Replay:]
Sie kommt zurück
nackt im Licht der Kerzen
im bunten Licht der Lampe zwischen den Büchern
etwas rauscht
im Hintergrund
(Auch das hatte sie mir geschrieben, früher:
›Du bist mein Hintergrundrauschen.‹)
die Klospülung
verstummt
es läuft
Musik
wir schauen an die Decke
Abblende
Da saß er also
& schaute hinab auf den Schatten,
den die Sonne aus ihm machte.
Der Schatten war lang, denn
die Sonne schwamm tief im Abendhimmel –
hinter der Bank, auf der nur er
allein saß.
Gegenüber, auf der anderen Seite
der Straße, befand sich ein Spielplatz, kinderlos;
der Schatten des Mannes reichte nicht bis dort.
Wenige Menschen gingen vorüber. Diesseits
der Straße. Betraten die dunkle Zone
auf dem Gehsteig. Die dunkle Zone, die
sich bewegte, wenn der Mann auf der Bank
sich bewegte. Doch er bewegte sich nicht –
wenn sie betreten wurde.
Wer bist du? dachte der Mann.
Die Silhouette blieb stumm.
Und die Menschen waren fort.
Ihre eigenen Schatten hatten sie mitgenommen.
Erinnerte Bilder glitten über eine Rutsche
abwärts – – – – – & landeten im Sand.
Hunde hatten in den Sand geschissen. Doch
das war egal.
Das Klettergerüst der Gedanken rostete in der feuchten Luft.
Der Mann spürte die Wärme im Rücken. Die Wärme, die
ihn kalt ließ.
Auch kleine Lampen bilden Schatten.
Und ich liebe sie
mehr als jedes Licht der Sonne.
Die Lämpchen. Und die Schatten. Und ihr Spiel.
2 Absätze klangen wie eine Uhr im Vorübergehen;
Frauenfüße in offenen Schuhen. Leise
in der Ferne. Lauter werdend. Am lautesten
in der dunklen Zone. Dann: leiser werdend. Und
vergangen. Im Licht. Verschwommen.
Er lächelte.
Die Sonne macht sich was aus mir.
Sie macht mich zu einem Schatten.
Zum Schatten meiner Selbst.
Es ist ein Naturgesetz.
Wer bist du?
Ein kleiner Junge an der Hand einer Frau.
Sie gingen übers Trottoir. Jenseits
der Straße. Dort wo der Schatten des Mannes
nicht war. Die Frau trug eine Sonnenbrille & ein gelbes Kleid,
und sie führte den Jungen vorbei an dem Spielplatz. Und der Junge
wandte seinen Kopf. In Richtung des Sandkastens. In Richtung
der Wippe. In Richtung der Schaukel. Und
als sie vorüber gegangen waren, blickte der Junge
noch immer zurück.
Ein geworfener Schatten, dachte der Mann.
Das – ist die Antwort. Sonst
Nichts.
Ab
& An über
kommt mich die Schwäche
mir vorzustellen wie es wäre
mein Geschreibsel in Form
eines Buches vor mir zu sehen
Es sind nur kurze An
Fälle von Eitelkeit
Eine Art von Regression
zurück zu den Wünschen der Kindheit
den Wünschen des Kindes
das Bücher liebte &
vielleicht Dichter werden wollte
Kinderwünsche
Das Kind: ein Buch
Das Buch: ein Kind
Be greif bar
Und es gibt wahrlich genug Verlage
die jeden Dreck drucken.
Wahrscheinlich würde sogar ich
einen finden für meinen virtuellen Dreck
Aber:
Sie gehen vorüber
diese Anfälle
bisher. Welch Glück!
Die Gesellschaft
der kraft- & leblosen Bücher
voll von leb- & kraftlosem Wortgeschunkel
ist eine von vielen
Gesellschaften die ich meide
Also: wenn
Sie DIES in einem Buch lesen –
bin ich entweder
schwach geworden & geblieben
oder tot (was beinahe das Gleiche ist
obschon mir Letzeres wohl lieber wäre)
Oder:
Jemand hat meine Worte gestohlen
& nicht für sich behalten (was ein hervorragender
Witz wäre! Ein Witz, von dem ich vermutlich niemals
etwas erfahren würde….. – Womöglich bringe ich gerade
Jemanden auf eine Idee; aber was soll’s! Ich
bin verschwenderisch mit meinen Ideen &
mit meinen Worten & vielleicht
werde ich längst tot sein
wenn es geschieht
Was für ein Gedanke:
man ist schon lange verrottet &
hat Spuren hinterlassen die
einem nicht mehr zugeordnet werden können!
Das ist schön. Der perfekte Mord.
Nachruhm ohne Ruhm!)
Ist es nicht egal
wie & unter welchem Namen
die Worte überleben?
Solange sie über
haupt die Kraft besitzen zu über
leben
Die Bar war nachtdunkel & verschlossen.
Eine alte Frau mit schwarzgefärbten Haaren saß
auf dem Gehweg davor – schief, im Licht
des gegenüberliegenden Bahnhofs, im
Licht der Ampeln, im Licht des Hotels,
zu dem die Bar gehörte.
»Immer legst du dich aufs Maul«, sagte der Mann.
Wankend stand er neben ihr. Blickte
auf sie herab. Irgend etwas
Unverständliches brach aus ihrem Mund hervor;
sie versuchte aufzustehen, während die Erde
sich drehte. Vergebens. Es war Zu
fall, dass es vor einer Bar geschah; vor einer Bar, die
sie nie betreten hatten. Sie kamen
von einer Hochzeitsfeier. Und waren kurz vorm
Ziel. Dem fremden Bett im fremden Zimmer im
fremden Haus.
3 Mal versuchte die Frau hochzukommen.
3 Mal gelang es ihr nicht. Da griff der Mann zu
& wäre beinahe mit
gefallen.
Drinnen an der Rezeption stand die Braut
in Weiß, der Bräutigam in Schwarz, und
Schwarz auf Weiß füllten sie aus, was auszufüllen war.
Vorschriften,
um in einem fremden Bett in einem fremden Zimmer
diese Nacht verbringen zu können. In einem
fremden Haus. Gegenüber
vom Bahnhof, wo die Züge abfuhren.
Die Braut ging vor
zum Aufzug.
Der Bräutigam folgte ihr.
Als sie im Aufzug stand
sagte sie: »Der Aufzug ist da.«
Der Bräutigam sagte nichts
& folgte ihr erneut.
Die Drehtür setzte sich in Bewegung,
als das wankende Paar den Eingang erreicht hatte.
Die Flügel der Aufzugstür stießen aneinander.
Und der Nachtportier, nachtdunkel & verschlossen,
erfreute sich seiner
Einsamkeit.
Im Winter sind die Menschen stiller
& die Leichen härter
in meiner Vorstellung
Schneegedämpfte Schritte auf
weißen Friedhöfen
frisch Verstorbene
fremd in festgefrorener Erde
Schweigendes Fleisch
Und die Toten
die schon lange tot sind
& die man kannte
haben nichts mehr
was gefrieren könnte
Nichts
als die Erinnerung
der Hinterbliebenen
Alles
Andere zerfällt
oder ist schon längst zer
fallen
Im Winter sind die Menschen stiller
& die Leichen härter
So stelle ich ihn mir vor: den
Winter des Lebens.
Wenn auch das Leben
stiller & härter
wird
mitten im Ver
Fall
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