Der Galgen hat eine schöne Geometrie &
er wirft einen schönen Schatten
Aber er ist doch ein Galgen.
Du hast eine schöne Symmetrie &
Du wirfst einen schönen Schatten
Aber vielleicht bist Du
mein Tod
Der Galgen hat eine schöne Geometrie &
er wirft einen schönen Schatten
Aber er ist doch ein Galgen.
Du hast eine schöne Symmetrie &
Du wirfst einen schönen Schatten
Aber vielleicht bist Du
mein Tod
Gerümpel liegt auf dem Weg –
sperrig & unnütz, manchmal schön,
angesammelt in den Zeiten des
wachsenden Bewußtseins,
Zeiten des Erkennens, was
am Ende des Weges wartet …..
Der Blick auf dieses Ende
soll verstellt werden.
Die Gedanken sollen sich ver-
fangen in Nichtigkeiten, in
Tand, in Blendwerk.
Den meisten Menschen gelingt
es meistens. Manchen Menschen
gelingt es manchmal. Wenigen
Menschen gelingt es nie.
Manchmal bin ich versucht,
das Gerümpel mit reinem Alkohol
zu übergießen & meine glühende
Zigarre daran zu halten …..
Aber wozu? Was
würde es ändern?
In der Summe:
Nichts.
Jedem seine Blindheit!
Vielleicht saufe ich mich blind
mit reinem Alkohol – &
zur Sicherheit staple ich die
leeren Flaschen auf den
Weg, denn
das Glas
bricht auch meinen
Blick.
„Darüber darfst du auf keinen Fall schreiben“, sagte sie.
„Natürlich nicht, was denkst du denn…“, sagte ich.
Natürlich schrieb ich darüber.
Ich muss über alles schreiben, was mir
den Kopf wegpustet. Und mich
als Leiche zurücklässt.
Aber ich legte es in die Schublade.
Dort liegt es, das Damoklesschwert,
das über den Köpfen der anderen
kreist. Wie das Rotorblatt
eines Hubschraubers.
Wer zwischen den Zeilen liest
liest Leere
Wer zwischen den Zeilen schreibt
schreibt nichts
Vielleicht liegt dort die
Wahrheit
Aber die Wahrheit braucht
das Geländer der Worte
um nicht in das abgründige
Nichts zu stürzen &
sich selbst zu
verschlingen
Vielleicht ist
das
die Wahrheit
Das höre ich immer wieder:
„Ja, bist du denn wahnsinnig geworden?“
Natürlich bin ich das. Bei meiner
Geburt. Ich wurde in den
Wahnsinn hinausgepresst.
Schrie ihn an & atmete ihn ein;
Sauerstoff für das kleine Gehirn.
Keine Ahnung, was die anderen
einatmeten …. Normen wahrscheinlich
… & Langeweile.
Ich habe nichts gegen den Wahnsinn,
meinen Wahnsinn. Ich kann mich
alleine niemals langweilen. In einem
leeren Zimmer mit kahlen Wänden
langweile ich mich nicht. In
finsterer Einzelhaft langweile ich
mich nicht. Nur
Menschen können mich langweilen.
Diejenigen, die vermutlich anders
gepresst wurden, in etwas
anderes hinausgepresst wurden &
sich auch später noch gerne
pressen lassen, dann allerdings
hinein … Geht weg! Laßt mich
in Ruhe mit Euren Interessen;
sie langweilen mich! Bleibt drinnen!
Ja, ich bin wahnsinnig geworden.
Ich bin eine Fehlpressung.
Ich habe Glück gehabt.
Sie suchte sich durch die Kamera
Suchte sich in unzähligen Fotos
ihrer Oberfläche
Suchte das klare Bewusstsein ihrer
Existenz
das ihr in der unabgebildeten
Wirklichkeit
längst abhanden gekommen war
vergebens
Ich fuhr mit der Hand durch die
Haare auf meiner Schädeldecke
Ich fühlte sie zwischen meinen Fingern
dünner & lichter als früher
& dachte:
Nimm Alles
bewusst wahr &
begreife mit Freude
was Du verlieren
wirst
doch in diesem Augenblick
noch
besitzt!
Die Symphonie dauert 53:62 Minuten
Die Oper hat HämorrhoidenDauer
& da ist dieser Song, der
dauert 1:34 Minuten
und er sagt
Alles
Die Vermisstenanzeige spare ich mir;
die Suchtrupps sollen zuhause bleiben &
es sich gemütlich machen;
es gibt keine Spürhunde für das, was
mir längst nicht mehr fehlt.
Abgesoffen in einem umgekippten Tümpel;
versunken in Moor oder Treibsand;
verbuddelt in gefrorener Erde.
Entlaufen, entführt, verirrt? Egal.
Eine Suche, die nicht begonnen wird,
kann nicht eingestellt werden.
Das gefällt mir.
Glück, Liebe, Erfolg, Ruhm….
Ich bin zufrieden.
Friede meiner Asche.
In allem kann ich sehen, was
eigentlich nicht da ist. Das Gesicht
in der Maserung; die Tiere am
Abendhimmel; die Augen im
Schaum.
In der Wasserflasche könnte Gin
sein. Also macht mich ihr Anblick
zufrieden.
Die Vermisstenanzeige spare ich mir.
Nichts wird eingestellt.
Nichts wird aufgegeben.
Der gefrorene Schrei an Deinem
Fenster – er stammt von mir.
Eine Eisblume des Erschreckens.
Ich stand im Schnee & blickte ins
Innere …..
Ich sah Dich von der Decke hängen;
an dem Nietengürtel, den ich Dir
geschenkt hatte.
Dein Gesicht war so dunkel; &
Du strecktest mir die Zunge raus.
Es war so kalt. So kalt.
Mein Schrei gefror. Du
konntest ihn nicht mehr sehen.
Ich verwischte meine Spuren im
Schnee &
ließ Dich hängen.
(Inwendig vorgetragen:)
Ihm fehlten die Unterschenkel.
Er saß auf einem kleinen Kissen
vor dem Schaufenster mit
Geschenkartikeln. Die Sonne schien.
Ich las nicht, was auf der Pappe stand, die
er sich vor die Brust hielt. Ich
ging vorüber. Nur wenige Münzen
lagen in der Schachtel, die er
neben sich hatte. Ich ging weiter. Weiter.
Grübelte, wie er dort hingekommen sein mochte.
Es gab nur ihn, das Kissen, das Schild &
die Schachtel. Kein Fortbewegungsmittel.
Ich ging weiter.
Plötzlich, sehr plötzlich taten mir die
Füße weh. Meine Waden schmerzten.
Wie ein inneres Brennen, das von
unten her bis zu den Knien loderte.
Ich ging weiter.
Schwerer & schwerer wurden die
Schritte. Das Brennen heftiger.
Die Gefäße pochten. Pochten.
Pochten. Tritte von innen. Ich
blieb stehen. Bückte mich; hob
ein Hosenbein etwas an ……
Schwarz pulsierte das Fleisch;
eine stinkende Masse. Panik. Ich
schrie auf. Hob das andere Hosenbein
an …. Schwarz pulsierte das stinkende
Fleisch auch dort.
Ich schrie um Hilfe. Niemand beachtete
mich. Niemand schaute in meine Richtung.
Passanten passierten. Ich stand dort,
sekundenlang, minutenlang …..
In der kreischenden Einsamkeit.
Zurück! riefen meine Gedanken.
Zurück zu der Stelle, wo er ……
Schwer & langsam ging ich; setzte
einen Schmerz vor den andern. Stützte
mich an Fassaden ab. Zurück.
Zurück. Ich fühlte meine Unterschenkel
schmelzen; glaubte, kleiner zu
werden. Weiter weiter. Zurück.
Stinkende Schritte, pulsierende Panik.
Schon aus der Entfernung sah ich – dass
er fort war. Er war fort. Das Kissen
war noch da. Die Schachtel war noch
da. Die Pappe war noch da. Die Sonne
war noch da. Ich näherte mich.
So langsam. So schmelzend. So schrumpfend.
Ich verlor meine Schuhe. Achtete nicht darauf.
Weiter. Endlich kam ich an, ließ mich auf das
Kissen nieder. Streckte die Beine aus.
Der Schmerz wurde unerträglich. Ich
wußte, was passieren würde.
Noch einmal schrie ich um Hilfe.
Alle gingen vorüber. Alle gingen weiter.
Ich las, was auf der Pappe stand, die neben
mir am Boden lag. – – –
-SCHULDIG IN NOT GERATEN –
Ich nahm es & hielt es mir vor die Brust.
Warum ich? – Alle waren vorüber gegangen.
Kaum jemand hatte sich um ihn gekümmert,
nur die wenigen, deren Münzen noch immer in
der Schachtel lagen.
Warum ich? Warum ich?
Ich starrte auf meine Hosenbeine.
Da lag die Logik. Verwesend.
Ich wußte, ich würde viel Zeit haben,
darüber nachzudenken – – –
Du hauchst auf Glas
& schreibst Gedichte in deinen Atem
Ich puste darauf
& sie verschwinden in Luft
Ich atme sie ein
& sie überleben in
mir
Da ist dieses originelle Lächeln
der schiefen Zähne
Interessant &
inspirierend
Doch dann
kommt die Zahnspange
des Konformismus
Die Zähne werden
erzogen
& das Lächeln
wird langweilig
Gerade &
genormt
Manchmal bin ich nur
ein Reagenzglas
Chemie
sonst nichts
Ich re
agiere
erhitze mich &
schäume über
oder ich
erkalte &
beschlage mich
oder ich
explodiere
splitternd
Dann kann man sich
an mir schneiden
Und irgendwann trägt man seinen eigenen
Keller mit sich herum
Einen Keller voller Leichen
mumifizierte Gefühle
skelettierte Lieben
unkenntlich
oder längst zu fast Nichts
zerfallen
Schritte werden schwerer
klingen unterhöhlt
Man jongliert mit Knochen
würzt die Gegenwart mit Leichenstaub
& hofft auf die
Auferstehung
der
Vergangenheit
oder auf die
Geburt
der
Zukunft
Als der alte graue Wolf sich in die
kleine schwarze Katze verliebte
ahnte er bereits, dass er sich
lächerlich machen würde
Vielleicht nicht vor der Welt
die ihm gleichgültig war
aber vor sich selbst
Er hatte sich verlaufen
hatte sie außerhalb seines
Reviers kennengelernt
in einer Umgebung die ihm
unwirklich erschien
Sie hatte Angst vor ihm
& schnurrte dennoch
strich um ihn herum &
ließ sich das Fell von ihm
lecken
Irgendwann sagte das Kätzchen:
„Ich liebe Dich“
& der Wolf glaubte es
Der Wolf kannte nicht viel
außerhalb seines Reviers
aber das Kätzchen kannte
noch weniger
So selten hatte es sein
Körbchen verlassen
Sie glaubten sich gegenseitig
& sie glaubten sich selbst
In diesen Momenten
Als die Zweifel noch andere
Wege gingen
Sie veränderten sich beide
Der Wolf bekam etwas Katzenhaftes
Die Katze etwas Wölfisches
Im Innern des Wolfes schnurrte es
stumm
Im Innern der Katze heulte es
stumm
& sie fühlten sich fabelhaft
weil sie glaubten einander zu ähneln
Der Wolf vergaß wie ein Wolf aussieht
Die Katze vergaß wie eine Katze aussieht
Bis der Kater ihren Weg kreuzte
Der kleine Kater der dem Kätzchen
auf Augenhöhe begegnete
Sie beschnupperten & beschnurrten
sich gegenseitig &
die Katze wusste
es würde einfach werden
& sie sehnte sich nach Einfachheit
Sie legte das Wölfische ab
wie ein Schmuckstück das sie
plötzlich für wertlos hielt
Der Wolf behielt das Katzenhafte
Er trug es weiter in sich &
also verstand er den Kater &
konnte ihm nichts antun
Er ging zurück in sein Revier
schüttelte den Kopf über sich selbst
& fragte sich immer wieder:
Wie sieht ein Wolf aus?
Wie sieht ein Wolf aus?
Zerstossene Erdensplitter
Dasein aus Unglück & Verzweiflung
zerrieben & gesiebt in den lavaspuckenden
Vulkan
ausgespuckt &
aufgefangen als
Talent
manchmal als
Genie
im Netz der
Hölle
Glut & Lava
& dann
das Höllenbeben
das alles wieder zusammenfügt
in seiner Erschütterung
zu bekannten Mustern
zu dem Ursprung
des gewöhnlichen Lebens
zu dem Ursprung
der Langeweile
zu dem Ursprung
der Talentarmut
Schade um die Toten
Schade um die Verschütteten
um die Versteinerten
Schade um die
die in Langeweile &
Glücklichsein
überleben
& dann gehe ich an meine Hausbar
& sage : „Hey, wir Flaschen sind wieder unter uns.
Wir kennen uns, ihr schillernden Schätzchen.“
& mit den Cocktails ist es wie mit so vielem
anderen im Leben :
Das Einfachste ist oftmals das Beste
2 Tropfen Wermut
& ½ Flasche Gin
Das ist klar
Das geht klar
Weg mit den bunten
Komplikationen
Fort mit den Schnörkeln
Noch einfacher :
Vodka pur
aus Russland
klar wie die Sätze
der
russischen Literatur
Ваше здоровье!
Keine halbe Stunde mehr, dann
muss man wieder zur Arbeit.
Zur Arbeit, die einen abhält vom
Wahren. Vom Leben.
Vom Wesentlichen.
Aber Fressen muss man, trinken
muss man, warm muss man’s haben.
Auch das ist Wesentlich.
Keine halbe Stunde mehr ….
Was macht man in dieser kurzen
Zeit? Etwas Wichtiges lesen?
Etwas Wichtiges schreiben?
Ficken oder sich einen runterholen?
Nochmal aufs Klo gehen?
Verdammt, man überlegt, was man
mit diesem kleinen Happen Zeit
Sinnvolles tun könnte; und im
Hinterkopf klingelt eine Stechuhr.
Und man tut nichts nichts nichts ….
Und dann muss man auch schon
los.
Schon als Kind bist Du
vom Tod umgeben
Aber man verkauft ihn Dir
als Freiheit
„Dein Hamster? Er ist
entlaufen; die Wohnung war ihm
zu eng. Jetzt läuft er durch die
Welt & er freut sich.“
„Dein Fisch?
Das Aquarium war so klein….
Wir haben ihn im See
ausgesetzt. Er schwamm so
glücklich davon.“
„Dein Vogel?
Ach, sieh Dir doch den Käfig an.
Wärst Du froh, hinter Gitterstäben zu leben?
Der Piepmatz flog durch Türchen & Fenster
in den blauen Himmel.“
Ahhhh!
Alles atmet tief die Freiheit
Und dann –
Du bist immer noch Kind &
wirst es vielleicht immer bleiben –
Siehst Du das
was einst geliebter Mensch war
Du riechst die Chemie des Todes
Du siehst die Enge
die übrig bleibt
Den zugebundenen Kiefer
Das Nichts ist kein Aquarium
Das Aquarium ist ein Universum verglichen
mit dem Nichts
(hattest Du eines Morgens Blutschleier hinter dem Glas
entdeckt?)
Gitterstäbe
sind der Schmuck
den man dem Leben anlegt
solange es lebt
Wohnungen
sind so eng oder weit
wie Dein Geist ist
Dein Geist
solange
er
lebt
Wahlloser Griff in die Küchenschublade
Ich brauche ein Messer
Etwas will geschnitten werden
& wenn es nicht will oder wollen kann
werde ich es trotzdem schneiden
Das Messer das ich erwischt habe
durch Zufallsgriff
Ist es scharf oder stumpf?
Ich werde es merken wenn ich
es benutze
Irgendein Tag
wahllos aus dem Kalender gegriffen
Etwas will verstanden werden
& wenn es nicht will oder wollen kann
werde ich es trotzdem verstehen
In welcher Verfassung ist mein Verstand
heute an diesem Zufallstag: stumpf oder scharf?
Ich werde es merken wenn ich
ihn benutze
Ich werde schneiden
Ich werde verstehen
Wie leicht oder schwer
es werden wird
ist
gleichgültig
Ich hatte eine Kindheit
& in der gab es diesen Pferdewagen
der sich in regelmäßigen Abständen durch
die Straßen bewegte
Ein betagter Gaul & ein Wagen voller Gerümpel
Auf dem Bock saß ein Mann mit Baskenmütze
Er schwang eine große Glocke &
rief immer wieder:
„LUMPEN …. ALTES EISEN !!!“
Ich lief auf den Balkon & beobachtete das Gespann
Beobachtete wie Menschen aus den Häusern kamen &
Ausgemustertes auf die Ladefläche warfen
hörte das Scheppern, hörte die Hufe, die
wie ausgehölte Kokosnusshälften klangen
Manchmal ging ich auch runter &
folgte ihnen für eine Kinderweile
Da war der Geruch des Pferdes
Der Geruch von Rost & altem Stoff
Ich wohnte in einer Großstadt
aber dies war ein Stück Dörflichkeit
Heute lebe ich in einem kleinen Ort
Lebe in einer anderen Zeit
einem anderen Ich
Lebe in einem anderen Leben
Ich bin ein Lump
(manchmal)
& fast schon bin ich
Altes Eisen
Ausgemustert bin ich noch nicht
aber manchmal wie ausgehölt
Da ist kein Pferdegespann
das Kindheitserinnerungen hinter sich herzieht
Niemand schwingt rufend die Glocke
& doch weiß ich
was die Stunde geschlagen hat
& ich weiß
wem sie schlagen wird
endgültig
in nicht allzu ferner Zeit
Ein dumpfes Pochen wie
die verzweifelten Faustschläge eines
Lebendigbegrabenen in seinem Sarg
Das Pochen lebte in meinem Schädel
Vergangenheit, die ich für tot erklärt hatte
obwohl sie es nicht war
Sie wollte wieder hinaus
diese Vergangenheit, aber
die Schrauben & Nägel saßen fest
Ich nahm eine Kopfschmerztablette
& das Pochen verstummte
Dann flutete ich den Sarg mit Whiskey
Die Todesspinne setzte sich auf mein Gehirn
& begann zu weben
Gedanken verwoben sich in ihren Fäden
wurden unbeweglich & ausgesaugt
wie blauschimmernde Fliegen
Die Beine der Spinne waren 8 & schnell
Benetzt & gefangen war mein Geist
Schwarz zuckend saß sie auf grauem Grund
Ihre Gründe ergründete ich nicht
Sie grinste wie die Spinne von Redon
die über dem LeseSessel von Huysmans hing
Tief unten & Gegen den Strich
war sie mir
sympathisch wie
der kühne Schwung der
Sense
über dem gelben Feld der
Eintönigkeit
wo unter dem kalten Blick der
Raben
der Maler sich
erschoss
Jeder Tag ist mehr als der vorherige …
Ein Meer aus Alkohol …
Ein Mehr an Betäubung …
Ein Meer der Zerstörung …
Ein Meer aus Worten …
Das Mehr des Meeres …
Ein Meer aus Scheisse &
vielleicht
Liebe
Jeder Tag ist mehr als der vorherige …
Ein Meer aus Schmerz &
vielleicht
Das Tote Meer
Du gehst vorüber an der Brücke, die
ich Dir gebaut hatte. Du wirst niemals
wieder jemanden kennen lernen wie
mich.
Wenn ich tot bin,
wirst Du Dich vielleicht erinnern.
Unter der Brücke stehen &
Rotwein trinken.
Zukunft.
Vielleicht auch nicht.
Die Brücke,
war sie brüchig?
Vielleicht.
Der Abgrund, über den sie führte:
zu tief?
Vielleicht.
Gründe:
hattest Du.
Waren sie gut?
Wahrscheinlich.
Geh vorüber an der Brücke,
wenn ich tot bin. Sie
ist kein Ort für
Dich.
Der Druckknopf im Kopf
führt zum Knoten
an der Zwangsjacke
Löse mir
die Endlosschleifen
damit ich endlich
begreife
was
zu lösen ist
Der Druck
Der Zwang
Der Knoten
Das Ende
Still stand das Herz
am Rande der Straße
die ins Nirgendwo führte
Der Anhaltende hatte einen Namen,
der an Odysseus erinnerte :
Niemand
Selbst im Sommer trage ich meinen Mantel;
schwer-geschultert ruht er schwarz.
Schutz gegen Kälte in der Hitze.
Die Taschen vollgestopft mit optischem Gerät:
Lupe, Mikroskop, Visier & Zielfernrohr.
Entferntes nagele ich ans Fadenkreuz.
Nahegehendes trinke ich aus dem Vergrößerungsglas.
Das Staubkorn will erlebt werden.
Das Zwinkern der Insekten kann wichtig sein.
Die Kontaktlinse hilft nicht aus der Einsamkeit,
aber das Kaleidoskop splittert bunt.
Ich exe den Klaren aus Glasaugen &
fische im Trübsinn.
Es surrt das Reale hinter meiner Waschbrettstirn,
muskulös vom Gedenken.
Träume platzen wie reife Blasen.
Im kugelsicheren Westen geht die Sonne unter
wie Seife in der besoffenen Badewanne.
Wie tief bin ich betrunken!
Eier presse ich aus wie die Früchte des Zorns.
Der Korn wächst auf leuchtenden Zusammenhängen,
besonnt vom Mond, glühend wie ein brennender Galgen.
Ich ziehe Asse aus dem Ärmel wie Zitate &
pokere mit Höchsteinsatz.
Die Lust behandelt mich unfair.
Ich weiß, ich weiß, ich weiß, ich schwarz.
Schwarz wie der Mantel
auf meinen schweren Schultern
im Sommer, wenn der Regen
splittert wie
Glas.