Tagesarchiv: 1. August 2011

Das Mehr

Jeder Tag ist mehr als der vorherige …
Ein Meer aus Alkohol …
Ein Mehr an Betäubung …
Ein Meer der Zerstörung …
Ein Meer aus Worten …
Das Mehr des Meeres …
Ein Meer aus Scheisse &
vielleicht
Liebe

Jeder Tag ist mehr als der vorherige …

Ein Meer aus Schmerz &

vielleicht

Das Tote Meer


Die Brücke

Du gehst vorüber an der Brücke, die
ich Dir gebaut hatte. Du wirst niemals
wieder jemanden kennen lernen wie
mich.

Wenn ich tot bin,
wirst Du Dich vielleicht erinnern.
Unter der Brücke stehen &
Rotwein trinken.

Zukunft.
Vielleicht auch nicht.

Die Brücke,
war sie brüchig?
Vielleicht.
Der Abgrund, über den sie führte:
zu tief?

Vielleicht.

Gründe:
hattest Du.
Waren sie gut?
Wahrscheinlich.

Geh vorüber an der Brücke,
wenn ich tot bin. Sie
ist kein Ort für
Dich.


Los

Der Druckknopf im Kopf
führt zum Knoten
an der Zwangsjacke

Löse mir
die Endlosschleifen

damit ich endlich
begreife

was
zu lösen ist

Der Druck
Der Zwang
Der Knoten
Das Ende


Herzstillstand

Still stand das Herz
am Rande der Straße
die ins Nirgendwo führte

Der Anhaltende hatte einen Namen,
der an Odysseus erinnerte :

Niemand


Der Mantel

Selbst im Sommer trage ich meinen Mantel;
schwer-geschultert ruht er schwarz.
Schutz gegen Kälte in der Hitze.
Die Taschen vollgestopft mit optischem Gerät:
Lupe, Mikroskop, Visier & Zielfernrohr.
Entferntes nagele ich ans Fadenkreuz.
Nahegehendes trinke ich aus dem Vergrößerungsglas.
Das Staubkorn will erlebt werden.
Das Zwinkern der Insekten kann wichtig sein.
Die Kontaktlinse hilft nicht aus der Einsamkeit,
aber das Kaleidoskop splittert bunt.
Ich exe den Klaren aus Glasaugen &
fische im Trübsinn.
Es surrt das Reale hinter meiner Waschbrettstirn,
muskulös vom Gedenken.
Träume platzen wie reife Blasen.
Im kugelsicheren Westen geht die Sonne unter
wie Seife in der besoffenen Badewanne.
Wie tief bin ich betrunken!
Eier presse ich aus wie die Früchte des Zorns.
Der Korn wächst auf leuchtenden Zusammenhängen,
besonnt vom Mond, glühend wie ein brennender Galgen.
Ich ziehe Asse aus dem Ärmel wie Zitate &
pokere mit Höchsteinsatz.
Die Lust behandelt mich unfair.
Ich weiß, ich weiß, ich weiß, ich schwarz.
Schwarz wie der Mantel
auf meinen schweren Schultern
im Sommer, wenn der Regen
splittert wie
Glas.