Schlagwort-Archive: Lyrik
1.
Es gibt sie nicht –
die gescheiterten Existenzen.
Wenn
sie existieren.
2.
Man wird geboren
& soll sich anschließend
auch noch eine Existenz aufbauen?
3.
Die Existenzgründung ist
doch nur –
eine Empfängnis.
4.
Sie existiert nicht –
die Existenzberechtigung.
Denn
sie ist nur ein Traum
der Existierenden.
5.
Es gibt sie nicht –
die gescheiteren Existenzen.
Denn
was lebt –
ist dumm
an sich.
6.
Dies
ist der Beweis.
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Vergiss Alle! sagte ich
mir. Alle, die du kennst, Alle,
die du gelesen hast, Alle,
an die du dich erinnerst…..
Sei
das Original! Lasse dich
nicht leiten, von dem,
was dir gefällt, lasse
dich nicht lenken
in die Richtung Derer,
denen ähnlich zu sein, scheinbar
eine Ehre wäre – denn dort
würdest du untergehen
wie alle Anderen,
denen man ihre Einflüsse ansieht.
Ab
zieh
Bilder
All
ent
halben
flach & durchscheinend.
Vielleicht ist man einfach nur
zu spät geboren. – ?
Wo liegt das Einzigartige?
Worin liegt es?
In der Form?
Im Inhalt?
Im Gedanken?
Da war diese Sache mit den Wort
Trennungen ohne Trennungs
Striche. Ich konnte mich nicht erinnern,
Ähnliches irgendwo gesehen zu haben –
& hielt es – Idiot, der ich war, Idiot, der
ich bin – für etwas Originelles. Originales.
In Wirklichkeit war dieser Glaube nur das Resultat
mangelnder Belesenheit, mangelnder Bildung.
Unreiner Zufall, dass ich nicht in diesem Glauben
sterben werde.
Und dies ist nur ein Beispiel
für etwas vergleichs
weise Oberflächliches.
Darunter
wird es noch schwieriger.
Zu spät geboren.
Zu spät aufgehört
zu lesen.
Manchmal möchte ich einfach nur
Alles vernichten. Was ich getan, was ich
geschrieben habe. Alle Wörter, alle Worte
auslöschen. Es ist so sinnlos.
Vergiss Alle, die du kennst, Alle,
die du gelesen hast, Alle,
an die du dich erinnerst…..?
Selbst
wenn dies Unmögliche so einfach wäre –
Da blieben immer noch
Alle, die ich nicht kenne, Alle,
die ich nicht gelesen habe, Alle,
an die ich mich nicht erinnere…..
Es ist ernüchternd
wenn man spät im Leben
auf Verwandtes trifft –
auf Verwandte im Geiste.
Seelenverwandte – falls es so etwas gibt.
Ich möchte mich nicht wiedererkennen
in Anderen. Natürlich: es ist ein Trost – aber
ein billiger.
Fremd sein
ist mein Ziel.
Wo liegt das Einzigartige?
Worin liegt es?
Wenn Andere es finden
in dem, was man tut,
hat man es
vielleicht –
doch wahrscheinlich
wissen auch sie
einfach
nicht
genug.
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Ich hänge an meinem alten Regenschirm
Obwohl er nicht fliegen kann
Weil ich an ihm hänge
Hinge ich nicht an ihm
Könnte der Wind ihn davontragen
Und es wäre mir egal
Wenn der Schirm fliegen könnte
Würde ich noch mehr an ihm hängen
Wer weiß wo wir dann landen würden
Wir könnten abstürzen
Aber er kann ja nicht fliegen
Weil ich an ihm hänge
Der Schirm kann nicht fliegen
Ich kann nicht noch mehr an ihm hängen
Und der Wind ist zu schwach
Ach Liebe
Das ist alles
So ein furchtbarer Unsinn
Bleiben wir lieber
Entspannt
Und drinnen wenn es regnet
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Auch das
ein faszinierender Gedanke:
man erfreut sich
an den Nacktfotos der Geliebten
Nacktfotos aus fremder Vergangenheit –
& weiß doch: da war kein
Selbstauslöser
im Spiel
Ein Anderer
Geliebter
hat die Fotos geschossen
man kann es
spüren
schmecken
hören
sehen
Und die Fantasie ist dabei
anwesend beim Shooting
in der Vergangenheit
Und derjenige, der Geliebter war,
bereitete den Boden für den nächsten
Geliebten – in der Zukunft
& hat Anteil
an der Erregung des gegenwärtigen
Niemals
werden sie sich kennenlernen.
Hat er es sich träumen lassen? Dieser
vergangene, dieser Verflossene – als
er auf den Auslöser drückte?
Ja
wirklich:
faszinierend
verzwickt
erregend
dieser Ge
danke
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Ich filmte sie
mit meinen Augen
Blende: auf
Verblendung ein
gestellt
Schärfe: gestochen
scharf
im Fokus: die Frau
Sie kommt zurück
aus dem Bad
zurück ins Schlafzimmer
die Klospülung rauscht
im Hintergrund
Die Frau: nackt im Licht der Kerzen
im Licht der bunten Lampe im Bücherregal
Die Decke liegt am Boden
Ich liege entspannt & ausgebreitet
da
Sie kommt
ins feuchte Bett
5 Küsse gibt sie mir
in rascher Folge:
Schwanz, Bauchnabel, beide Brustwarzen, Mund
Ich grinse
denke irgendwas wie: orale Bekreuzigung
Sünde! Sünde! hahaha
& dann liegt sie neben mir
entspannt
Es läuft
Musik
Wir schauen an die Decke
Und irgendwann
ein paar Songs später:
ich richte mich auf
um sie zu küssen
von oben herab
& ihre Augen schwimmen
»Was ist?«
»Ich werde nie das sein, was du brauchst
& was du dir wünscht.«
»Nicht doch – so’n Quatsch, das bist du
doch schon jetzt.«
»Nein,
lass es
dir gesagt
sein.«
Rückblende:
eine Nachricht von ihr
aus der Zeit als ich sie nur auf Fotos gesehen hatte,
auf Fotos, die ein Anderer ‚geschossen’ hatte –
›Warnung: ich mache es immer wieder selber kaputt.
Weil ich bin. Wie ich bin. Übel.‹
Ich hatte sie aus
geblendet. Diese Warnung.
Und das war gut
so.
Was würde man alles verpassen,
wenn man sich um Warnungen kümmern würde!
Orale Bekreuzigungen
zum Beispiel.
Oder sie: [Replay:]
Sie kommt zurück
nackt im Licht der Kerzen
im bunten Licht der Lampe zwischen den Büchern
etwas rauscht
im Hintergrund
(Auch das hatte sie mir geschrieben, früher:
›Du bist mein Hintergrundrauschen.‹)
die Klospülung
verstummt
es läuft
Musik
wir schauen an die Decke
Abblende
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Da saß er also
& schaute hinab auf den Schatten,
den die Sonne aus ihm machte.
Der Schatten war lang, denn
die Sonne schwamm tief im Abendhimmel –
hinter der Bank, auf der nur er
allein saß.
Gegenüber, auf der anderen Seite
der Straße, befand sich ein Spielplatz, kinderlos;
der Schatten des Mannes reichte nicht bis dort.
Wenige Menschen gingen vorüber. Diesseits
der Straße. Betraten die dunkle Zone
auf dem Gehsteig. Die dunkle Zone, die
sich bewegte, wenn der Mann auf der Bank
sich bewegte. Doch er bewegte sich nicht –
wenn sie betreten wurde.
Wer bist du? dachte der Mann.
Die Silhouette blieb stumm.
Und die Menschen waren fort.
Ihre eigenen Schatten hatten sie mitgenommen.
Erinnerte Bilder glitten über eine Rutsche
abwärts – – – – – & landeten im Sand.
Hunde hatten in den Sand geschissen. Doch
das war egal.
Das Klettergerüst der Gedanken rostete in der feuchten Luft.
Der Mann spürte die Wärme im Rücken. Die Wärme, die
ihn kalt ließ.
Auch kleine Lampen bilden Schatten.
Und ich liebe sie
mehr als jedes Licht der Sonne.
Die Lämpchen. Und die Schatten. Und ihr Spiel.
2 Absätze klangen wie eine Uhr im Vorübergehen;
Frauenfüße in offenen Schuhen. Leise
in der Ferne. Lauter werdend. Am lautesten
in der dunklen Zone. Dann: leiser werdend. Und
vergangen. Im Licht. Verschwommen.
Er lächelte.
Die Sonne macht sich was aus mir.
Sie macht mich zu einem Schatten.
Zum Schatten meiner Selbst.
Es ist ein Naturgesetz.
Wer bist du?
Ein kleiner Junge an der Hand einer Frau.
Sie gingen übers Trottoir. Jenseits
der Straße. Dort wo der Schatten des Mannes
nicht war. Die Frau trug eine Sonnenbrille & ein gelbes Kleid,
und sie führte den Jungen vorbei an dem Spielplatz. Und der Junge
wandte seinen Kopf. In Richtung des Sandkastens. In Richtung
der Wippe. In Richtung der Schaukel. Und
als sie vorüber gegangen waren, blickte der Junge
noch immer zurück.
Ein geworfener Schatten, dachte der Mann.
Das – ist die Antwort. Sonst
Nichts.
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Ab
& An über
kommt mich die Schwäche
mir vorzustellen wie es wäre
mein Geschreibsel in Form
eines Buches vor mir zu sehen
Es sind nur kurze An
Fälle von Eitelkeit
Eine Art von Regression
zurück zu den Wünschen der Kindheit
den Wünschen des Kindes
das Bücher liebte &
vielleicht Dichter werden wollte
Kinderwünsche
Das Kind: ein Buch
Das Buch: ein Kind
Be greif bar
Und es gibt wahrlich genug Verlage
die jeden Dreck drucken.
Wahrscheinlich würde sogar ich
einen finden für meinen virtuellen Dreck
Aber:
Sie gehen vorüber
diese Anfälle
bisher. Welch Glück!
Die Gesellschaft
der kraft- & leblosen Bücher
voll von leb- & kraftlosem Wortgeschunkel
ist eine von vielen
Gesellschaften die ich meide
Also: wenn
Sie DIES in einem Buch lesen –
bin ich entweder
schwach geworden & geblieben
oder tot (was beinahe das Gleiche ist
obschon mir Letzeres wohl lieber wäre)
Oder:
Jemand hat meine Worte gestohlen
& nicht für sich behalten (was ein hervorragender
Witz wäre! Ein Witz, von dem ich vermutlich niemals
etwas erfahren würde….. – Womöglich bringe ich gerade
Jemanden auf eine Idee; aber was soll’s! Ich
bin verschwenderisch mit meinen Ideen &
mit meinen Worten & vielleicht
werde ich längst tot sein
wenn es geschieht
Was für ein Gedanke:
man ist schon lange verrottet &
hat Spuren hinterlassen die
einem nicht mehr zugeordnet werden können!
Das ist schön. Der perfekte Mord.
Nachruhm ohne Ruhm!)
Ist es nicht egal
wie & unter welchem Namen
die Worte überleben?
Solange sie über
haupt die Kraft besitzen zu über
leben
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kindheit, Kultur, Literatur, Lyrik, Ruhm, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Bar war nachtdunkel & verschlossen.
Eine alte Frau mit schwarzgefärbten Haaren saß
auf dem Gehweg davor – schief, im Licht
des gegenüberliegenden Bahnhofs, im
Licht der Ampeln, im Licht des Hotels,
zu dem die Bar gehörte.
»Immer legst du dich aufs Maul«, sagte der Mann.
Wankend stand er neben ihr. Blickte
auf sie herab. Irgend etwas
Unverständliches brach aus ihrem Mund hervor;
sie versuchte aufzustehen, während die Erde
sich drehte. Vergebens. Es war Zu
fall, dass es vor einer Bar geschah; vor einer Bar, die
sie nie betreten hatten. Sie kamen
von einer Hochzeitsfeier. Und waren kurz vorm
Ziel. Dem fremden Bett im fremden Zimmer im
fremden Haus.
3 Mal versuchte die Frau hochzukommen.
3 Mal gelang es ihr nicht. Da griff der Mann zu
& wäre beinahe mit
gefallen.
Drinnen an der Rezeption stand die Braut
in Weiß, der Bräutigam in Schwarz, und
Schwarz auf Weiß füllten sie aus, was auszufüllen war.
Vorschriften,
um in einem fremden Bett in einem fremden Zimmer
diese Nacht verbringen zu können. In einem
fremden Haus. Gegenüber
vom Bahnhof, wo die Züge abfuhren.
Die Braut ging vor
zum Aufzug.
Der Bräutigam folgte ihr.
Als sie im Aufzug stand
sagte sie: »Der Aufzug ist da.«
Der Bräutigam sagte nichts
& folgte ihr erneut.
Die Drehtür setzte sich in Bewegung,
als das wankende Paar den Eingang erreicht hatte.
Die Flügel der Aufzugstür stießen aneinander.
Und der Nachtportier, nachtdunkel & verschlossen,
erfreute sich seiner
Einsamkeit.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Im Winter sind die Menschen stiller
& die Leichen härter
in meiner Vorstellung
Schneegedämpfte Schritte auf
weißen Friedhöfen
frisch Verstorbene
fremd in festgefrorener Erde
Schweigendes Fleisch
Und die Toten
die schon lange tot sind
& die man kannte
haben nichts mehr
was gefrieren könnte
Nichts
als die Erinnerung
der Hinterbliebenen
Alles
Andere zerfällt
oder ist schon längst zer
fallen
Im Winter sind die Menschen stiller
& die Leichen härter
So stelle ich ihn mir vor: den
Winter des Lebens.
Wenn auch das Leben
stiller & härter
wird
mitten im Ver
Fall
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alter, Erinnerung, Kultur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Manchmal, beim Zuhören,
verwechselte sie Jazz & Easy Listening
miteinander.
Natürlich: die Grenzen sind fließend.
Noch fließender fürs ungeschulte Ohr.
Sie verwechselte zumeist
das Schwierige mit dem Einfachen –
als wäre das scheinbar Einfache nicht schwierig.
Das erinnert mich
an unsere Gespräche. Wenn sie
mir zuhörte. Wenn ich
ihr zuhörte.
Fließende Grenzen
zwischen Worten & Schweigen
zwischen dem Schweren & dem Leichten
dem Einfachen & dem Schwierigen
Fließende Grenzen
Miteinander
Ineinander
verfließend
& dann
verflossen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Musik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
All diese Tiere, die zu
oft schon ungeschont verwendet
& missbraucht wurden
als Symbol – oder
Metapher
Raben
Katzen
Schmetterlinge
Panther
Hunde
Spinnen
Wölfe
tot, lebendig, frei, gefangen –
verwurstet in Gedichten & Geschichten,
in Fabeln & Parabeln.
Alles
ist schon da ge
wesen.
Wie die Bemerkung
dass es
nichts
Neues
gibt.
Doch das ist in
Ordnung.
Apropos: Ordnung:
Ich fuhr über die Autobahn
in der Morgendämmerung.
Auch das: nichts Neues.
Eine graue Straße, schon dagewesen,
die irgend – wo – hin – führt.
Und plötzlich
lagen dort 5 Teile. 5 Teile
eines Tieres.
Akkurat in einer Reihe,
parallel zum Mittelstreifen.
Ich weiß nicht
was für ein Tier es ge
wesen (oder immer noch) war
Weiß nicht um welche Teile
im Einzelnen es sich handelte
Selbst
wenn ich langsamer gefahren wäre
hätte ich es wohl
kaum erkennen
können
Braun & Rot auf Grau
Vorbei
Ich schätze die Ordnung.
Die äußere Ordnung.
Weil mein Inneres & meine Gedanken
so in Unordnung sind.
Ich brauche die Ordnung. Die äußere Ordnung.
Tot oder lebendig.
Doch diese Ordnung
der Naturgesetze, getarnt als Zufall, diese
Reihe der Teile
des verendeten Tieres
auf der Straße, über die ich fuhr
irgend
wo
hin
fuhr
in der Morgendämmerung
(& wohin wollte ich denn über
haupt, wohin will denn am
Ende dieses Gedicht
wenn es 1 ist –
dieses Etwas mit einem verwursteten Tier)
diese Ordnung
auf der Straße
parallel zum Mittel streifen
tot
tot
tot
tot
tot
er
schien mir
bei Dämmerung betrachtet bei
nahe
zynisch.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Tier, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich er
finde jetzt ei
ne Frage
die jemand
hätte stellen
können
die aber nie
mand je
mals ge
stellt hat:
»Was halt
en Sie
für das Zweit
wichtig
ste an o
der in Ihr
en Texten?«
Wäre sie
gestellt word
en hätte ich sie
nicht
beantw
ortet. Denn
ich spreche
nicht über die
se Dinge.
Weil sie aber
nie gestellt
wurde kann
ich sie
ruhig & er
finder
isch beant
worten:
Die
Um
brüche o
der Ab
sätze.
Oftmals mögen sie kaum auffallen, ich aber mache mir
viele Gedanken um & über sie. Sie sind die Stufen
der Gedanken. Die Stufen der Bilder. Das Gedicht
ist die Treppe. Oder die Leiter. Ein Tritt. Hinauf
oder hinab.
Wo
hin auch im
mer.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wir stolperten
über uns
Wir fielen
fielen
über uns
her
Über uns
war
Nichts
als Luft
Wir waren
unter uns
In uns
war
Nichts
als Lust
Wir fielen
fielen
über uns
her
Nichts ging
über uns
Alles
unter uns
Wir stolperten
über uns
Wir fielen
hin
& her
über uns
Wir lagen
nur so da
am
Ende
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich notierte mir einen Einfall.
Spielte mit ihm. Und dem Bleistift.
Und den Gedanken, die folgten.
Leises Kratzen auf Papier.
In der Ferne hörte ich Klaviermusik.
Dann tippte ich irgendwas.
Wieder Gedanken.
Leise Berührung der Tasten.
Und ich fragte mich:
Spielt dort jemand selber?
Oder wird nur abgespielt, was
Jemand Anderer eingespielt hat?
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Kunst, Literatur, Lyrik, Musik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Hier standen einmal
43 Strophen. Aber
das waren 42 zu viel.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn es gut läuft
wird man mit den Jahren
subtiler.
Wenn es schlecht läuft
ist man vorher
tot.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wieder so ein Tag, dachte ich.
Und hatte ihn schon verloren.
Denn solche Tage, die
bloß Wieder so ein Tag sind,
gibt es nicht
in der Wirklichkeit.
Es gibt sie nur
in der Wahrnehmung.
In der Wahrnehmung, die
nicht mehr unterscheidet.
Wieder so ein Tag, dachte ich
& fühlte mich wie eine Spinne
in der leeren Badewanne –
Alles glatt & weiß & kalt.
Tage, die so wahrgenommen werden, gehen
unter
in der Erinnerung –
verschwimmen
im salzlosen Weniger des Lebens.
Des Lebens, das kürzer scheint,
wenn man Wieder so ein Tag denkt.
Nein, es war nicht
Wieder so ein Tag.
Es war – in Wahrheit:
Nie wieder wird es diesen Tag geben.
Und ich denke
nicht: Gut so!
Wie beschissen er auch gewesen sein mag.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wie so oft lag ich
im Bett. Im Kopf
Gedichte, Sex & Essen.
Und ich verfolgte
die Berichterstattung über wütende
Unwetter. Unwetter, die woanders stattfanden.
Und ich dachte: Wie schön ist es doch,
in einer gemäßigten Zone zu leben. In
einer Gegend, wo die Natur sich noch zu benehmen weiß.
Und einen in Ruhe lässt (solange sie nicht
in Gestalt von Menschen auftritt).
Still still still war alles – & ich hatte den Ton
abgedreht, während ich den Bildersturm im Fernseher betrachtete.
Sex. Gedichte. Essen. Das ist mir genug
Natur. Ich war satt, geil & träge.
Als der Tanz begann.
Ein Geräusch, an das ich mich nicht erinnern konnte,
obwohl ich es kennen musste. Aus ferner Vergangenheit.
Schläge, die auf mein Haus herniederfielen. Auf meinen
Schutz. Meinen Panzer vor der Außenwelt. Den Donner erkannte
ich. Den Regen erkannte ich. Aber den Hagel erahnte ich nur.
Schrapnellgleich. Ich verließ das Bett. Ging in die Küche. Zog
das Rouleau, das immer herunter
gelassen ist, halb hoch…..
Düsternis; die Schraffur der Regenstriche,
das Fließen der Straße, das Spritzen des Wassers
& die weißen Geschosse, die auf den Asphalt prasseln
aus einem schwarzen Rachehimmel. Bäume & Sträucher
wogen, Alles peitscht & schießt; schlägt & kracht & rauscht.
Und die Geräusche des Regens, das Geschepper des Hagels erreichen den Dachboden
nach dem Splittern des Fensters dort oben. Die Natur kommt näher,
so wie die Einschläge näher kommen, und im Keller steigt das Wasser
aus dem Gully, aus dem Rohr, durch das
die Scheiße schwimmt. Über die Leiter & durch die Luke
klettere ich auf den Dachboden, über die Treppe steige ich hinab
in den Keller. Wasser hier, Wasser dort. Ich schöpfe, wische, stelle
Gefäße auf & warte. Warte, dass es vorüber
geht. Im Keller umspült das Dreckwasser die Stapel alter Zeit
schriften. Magazine mit nackten Frauen auf den Titelseiten. Auf
einigen liegt noch der Ruß eines vergangenen Brandes (eine
andere Geschichte, doch auch dies: Natur). Alte Teppiche
saugen sich voll, während ich mich zu erinnern suche; ich versuche mich
zu erinnern, wann ich zuletzt Hagel erlebte. Ich kann es nicht. Es ist zu lange her. Oder zu erfolgreich
habe ich es verdrängt. Bewegung. So viel Bewegung hatte ich lange nicht.
Und dann
lag ich wieder im Bett. Ruhiger geworden. Alles
war ruhiger geworden. Gelassener. Doch nicht still.
Die Bilder aus der Ferne waren gestört. Die Signale gestört
durch den Regen, der allmählich nachließ. Kein Empfang. Woanders
war alles schlimmer. Gewesen. Woanders ist immer alles
schlimmer. Hofft man.
Durch das zerstörte Fenster im Dach fiel
der Regen. Der Regen fiel
in das Gefäß darunter. Eine Kiste
aus Plastik. Und solange die Kiste fast leer war –
hatten die Tropfen einen eigentümlichen Klang.
Ich lauschte diesem Klang; im Bett, unter der Decke.
Es war nur der Regen. Über der Decke. Doch sein Klang erinnerte mich an
Ratten. Ratten auf dem Dachboden. Tanzende Ratten. Ratten
in Holzschuhen. Steppende Ratten. In einem Ballett oder
Musical. Titel: Das Leben. Denn aus jedem Dreck, aus jedem Scheiß
kann man noch Etwas machen. Etwas. Solange einem nicht
Alles vergeht – & die Poesie nicht gänzlich hinweggespült wird.
In irgendeinem Keller. Durch irgendeinen Gully.
Und vielleicht ist das besser
als in einer gemäßigten Zone
zu leben. Falls
es die überhaupt gibt.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Natur | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
war
die traurigschöne Splittermusik
zu Boden fall
end
er
ge
fallen
er
Illusionen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Illusion, Kultur, Liebe, Lyrik, Musik, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sehnsucht, Einsamkeit & Phantasie
sind –
Nichts Besonderes.
Er machte sich vor Sie
zu lieben – &
Sie glaubte ihm
Sie machte sich vor Ihn
zu lieben – &
Er glaubte ihr
Sie glaubten sich &
Sie glaubten einander
Es war keine Lüge.
Und es war keine Wahrheit.
Es war nur
das Übliche.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Der Mann hatte 2 Schlaganfälle hinter sich.
Er war alt, und sein Schwiegersohn war an Krebs gestorben.
Wer weiß, wie viele weitere Krankheiten & Tode er noch erlebt
& überlebt hatte.
Aber:
er konnte sich maßlos darüber aufregen, wenn
der Samen von Brennnesseln aus fremden Gärten
in seinen Garten wehte.
Manche Menschen lernen niemals etwas
aus Krankheit & Tod.
(Und was mich angeht:
Ich habe nichts gegen die Brennnessel an sich.
Allerdings könnte ich mich darüber aufregen, dass man sie
heutzutage mit 3 n schreibt.
Aber das ist ein anderes Thema.)
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Krankheit, Kultur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Da saß sie also
mit ihren Stiften & dem Papier.
Schaute mich kurz an
mit groß scheinenden Augen –
& bannte mich dann
auf das weiße Blatt.
Wilde Linien; bunt, unsicher & chaotisch.
Niemand hätte mich erkannt
auf (oder in) diesem Bild,
das wie eine Metapher war.
Um mich herum existierte nichts
als leere Fläche.
Gebannt schauten wir ihr zu –
mein wahres Ich
& ich.
Sie war 5 oder 6 Jahre alt.
Vertieft in den Moment.
Versunken in die grobe Skizze.
Und niemals zuvor
fühlte ich mich so gut
getroffen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Manchmal denke ich
Ich liebe nichts
So sehr wie
Die Wörter
Mit denen ich
Es
Beschreiben kann
Ich hoffe
Ich irre mich
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik, Worte | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Seltsam & schön
wie die Gedichte über die Liebe
noch atmen
während Alles
wovon sie handeln
längst tot ist
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nichts hilft.
Aber
Nichts
ist nicht
immer da.
Oft
kriegt man
einfach
zu viel.
Und dann
vergeht
einem
Alles.
Am Ende
geht Alles
von vorne
los.
Es hilft ja
Alles
Nichts.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Auf dem Edelstahlrohr im Schornstein waren Spuren
von Rost. Der Schornsteinfeger war alt geworden.
Älter als es das 1 Jahr erwarten ließ, das vergangen war,
seit wir uns zuletzt gesehen hatten.
Er kannte sich aus in meinem Keller. Er wusste,
wo’s langgeht.
»Und«, sagte ich, »gibt’s was Neues?«
Er fing mit den Messungen an: Ruß, Abgas, Wirkungsgrad…..
»Nein«, sagte er. »Nichts.«
Dann grinste er:
»Das Leben ist manchmal langweilig.«
Ich wollte etwas dagegen sagen. Aber
ich sagte nichts.
Alle Werte waren in Ordnung.
Nur der Rost auf dem Rohr hätte nicht sein dürfen –
eigentlich; denn es war erst vor einigen Jahren eingebaut worden.
»Wahrscheinlich haben die unsachgemäßes Werkzeug benutzt«,
sagte er.
»Und«, sagte ich, »ist das schlimm?«
»Wohl kaum. Ich denke, die nächsten 20 Jahre wird es noch überstehen.«
Ich rechnete kurz….. Die Aussage war beruhigend &
grauenerregend zugleich.
Der Schornsteinfeger füllte sein Formular aus; dann
nieste er.
Ich hasse es, Gesundheit zu sagen. Aber der Raum
war zu klein, um nichts zu sagen, also sagte ich:
»Gesundheit.«
»Danke«, sagte er. »Ach übrigens, es kann sein, dass
nächstes Jahr ein anderer kommt. Mich werden die wohl in Rente schicken.«
»Ach.«
»Nicht aus Altersgründen; so alt bin ich noch nicht – aber aus
gesundheitlichen.«
Ich überlegte, ob ich nachfragen sollte. Da sagte er:
»Aber wenn alles so läuft, wie ich’s mir erhoffe, werde ich
einfach bei dem, der das Ganze übernimmt, weiterarbeiten. Auf
450-Euro-Basis.
»Ah, ok.« – Ich war beruhigt. Er rechnete also mit seinem Überleben.
Aber ich konnte es kaum glauben, dass er noch nicht im Rentenalter war.
Er reichte mir das Formular. »Das ist für Sie.«
Mit einem Spiegel & einer Taschenlampe hatte er in das Rohr geschaut.
Es lag kein totes Tier darin. Es hatte noch nie ein totes Tier
darin gelegen. Aber überprüft werden musste es. Irgendwann einmal
hatte er mir erzählt, dass er bei einer alten Frau einen toten Igel gefunden hatte.
Auf dem Grund des Schornsteins. Und die Frau war der Meinung gewesen, der Schornsteinfeger selber hätte ihn dort hinein gelegt.
Um sie zu verwirren.
Beim Händeschütteln verbeugte er sich. Er verbeugte sich jedes Mal
so tief, dass man die Kopfhaut sehen konnte, die durch sein
weißes Haar schimmerte. Er erinnerte mich
an einen in die Jahre gekommenen Country-Sänger. Warum
auch immer.
»Also«, sagte ich, »dann hoffe ich mal, dass wir uns nächstes Jahr
doch noch wiedersehen. Ansonsten….. Alles Gute.«
»Ja, genau«, sagte er, »Alles Gute, und’n schönen Tag noch.«
Ich schloss die Tür hinter ihm ab.
Das Formular tat ich in den Ordner mit den anderen Formularen.
Das Leben ist manchmal langweilig, hatte er gesagt.
So ein Quatsch!
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Krankheit, Kultur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wir hatten uns nie gesehen
Wir hatten uns nie gehört
Wir kannten uns nur
durchs geschriebene Wort
Und sie schrieb von ihrer Zunge
die mich berühren würde
schmetterlingsgleich
& überall
Das gefiel mir
Und als wir uns sahen
Und als wir uns hörten
war ihre Stimme anders
als ich sie mir vorgestellt hatte
Doch ihre Zunge war schmetterlingsgleich
Stumm in meinem Mund
Stumm an meinem Schwanz
Weich, flatternd & schweigend
sprach sie die Wahrheit
Und sie berührte mich
überall
über
all
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Auf dem Vorsatzblatt dieses Buches,
das von der Zeit an sich handelte,
hatte ich den Monat & das Jahr
der Lektüre notiert.
Als ich es nach Jahr & Tag
wieder einmal aufschlug,
las ich jenes Datum in meiner Handschrift –
& konnte es kaum glauben.
Das sagte mir mehr
über die Zeit an sich –
als der Inhalt des Buches
es je gekonnt hätte.
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Es erinnerte mich
beinahe an eine dieser Schmuddelkomödien
– vom Anfang der 70er Jahre, dabei war es bereits das Ende
dieses Jahrzehnts. Da stand sie also
barfuß auf der Leiter – & hängte die frisch gewaschenen
Gardinen auf. Das grüne Kleid mit dem gelben Blümchenmuster war
eines ihrer kürzesten. Kurz & knapp. Ich saß auf dem Sofa
& schaute zu; ihr Mann (neben der Leiter) hielt
die Stores in beiden Händen; und sie streckte sich
& schob ein Plastikröllchen nach dem andern in die Schiene
an der Decke. Draußen vor dem Fenster
verblasste eine Landschaft in der Sonne. Ich
erinnere mich nicht an sie. Nicht an die Landschaft
& kaum an die Sonne. An die Sonne erinnere ich mich nur
als Lichtspiel auf nackter Schenkelhaut. Als Gegenlicht &
Reflex. Gelbgrün rutschte der Saum übers Pogebäck, und
natürlich trug die junge Frau nichts unter diesem Kleid. Es war
die Zeit, es war Klischee, und es war
diese seltsame Schwäche des Mannes; seltsam &
gewöhnlich zugleich. Das Begehren der Anderen erhöht den Wert
des Begehrten. Und nicht zuletzt den Wert dessen, der sich
als ‚Besitzer’ des Begehrten fühlt. Ein kleiner, billiger Kick.
Nicht ohne Gefahr. Ich saß also da, lauschte dem Geräusch
der Röllchen, dem belanglosen Geplauder zwischendurch –
& war nichts als Auge & Erektion –
& Besuch, ich schlief im Gästezimmer, ich hörte
das Gestöhne bei Nacht. Und machmal auch bei Tag. Über
die Konstellation der Komödianten gibt es nicht viel zu sagen.
1 Ehepaar & 1 Vereinzelter. Und die wunderbare Verblendung
der Hormone. Die grandiose Dummheit der Wollust.
Es war – als hätte der Mann nie darüber nachgedacht, weshalb es
der Frau nichts ausmachte, sich dem Besuch so zu zeigen. Dabei hatte
es oft genug Streit gegeben, weil die Frau sich den Bekleidungswünschen des Mannes
widersetzte. Es war ein Spiel, ein Hin & Her, es war Schwäche gegen Stärke,
Widerspiel & Kräftemessen, Spiel mit Feuern jeglicher Art, dem Feuer
der Leidenschaften, dem eigenen Feuer, dem Feuer der Anderen &
brennenden Sehnsüchten.
Die Gardinen waren noch feucht. Ich konnte sie riechen. Der Mann grinste;
der Arsch grinste, und ich grinste wohl auch – ab & an. Eine Komödie eben.
Die Wohnung war groß; 2geschossig, die Schlafzimmer oben. Und irgendwann
waren wir oben, die Frau oben, ich oben, die Frau oben auf mir, und unten
wurde ein Schlüssel ins Schloss gesteckt. Wir hörten es beide. Da wir
es gewohnt waren, aufmerksam zu bleiben. Man wusste nie sicher, wann
er nach Hause kommen würde. Also sprang sie runter
von mir & ich aus dem Bett. Sie griff sich das Kleid vom Boden &
rannte ins Bad. Wo blieb denn nur die Musik
vom Hammerklavier? Warum waren wir nicht schwarzweiß?
Ach nee, es waren ja die 70er. Und nicht die 20er. Obwohl……
Irgendwie gelangte ich in die Beine meiner Hose – & ritsch!:
ein Stück Haut verklemmte den Reißverschluss. Das war das Ende
der Erektion. Es blieb keine Zeit, Schmerz zu empfinden. Also:
ratsch!: wieder runter mit dem Reißverschluss….. Und es blutete
nur ein wenig. Ich schnappte mir ein Buch, setzte mich aufs Bett &
sah, über den Flur hinweg, wie sie aus dem Bad kam. In Grün & Gelb
& ohne Schuhe. Sie barfüßelte treppab, und wir flogen
nicht auf. Dieses Mal.
Herzblut, Penisblut, Ende gut, Alles gut.
Nun ja – so gut war das Ende nun auch wieder nicht.
Aber egal. Die Menschliche Komödie
halt. Kurz & knapp.
Es wurde nicht viel gelernt daraus.
Dieselben Fehler wurden weiterhin gemacht.
Und – ja: der Geruch frisch gewaschener Gardinen
macht mich geil.
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Der ganze Trick ist doch:
Zentriertes Ich
Sein.
Beobachtung
von der Mitte
aus
die
man selber
ist.
Aus den selbstbezogenen Worten
des Egozentrikers
erfährt man mehr
über den Menschen
über das Mensch
Sein an sich
als aus
Allen
Universalen Kunst
Werken
der großen Menschen
kenner.
Das ist meine Meinung.
Und, wie Jeder weiß, zählt
nur diese
Allein.
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In den Textprogrammen der Hotels
in denen ich nachts arbeite
stehen sie noch –
die Titel der letzten Gedichte
die ich dort schrieb
während ich Geld verdiente
Und wenn man sie anklickt
gibt es eine Fehlermeldung
Sonst nichts
Das gefällt mir
Der Speicherort der Texte ist
unbekannt
Ob sich irgendjemand fragt
was sie zu bedeuten haben?
Diese Worte ohne Ziel
die ich schrieb
ohne damit
Geld zu verdienen
Rechts neben diesem Text
stehen die letzten beiden Titel –
Durchschaubar & Bedeutungslos
Und wenn ich gleich das Programm schließe
wird an oberster Stelle stehen:
Mysteriöse Titel
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Sieh
durch mich
hindurch
Ich
werde transparent
in Deiner Nähe
Wie
meine Gedanken
an Dich
Du
siehst Uns
dennoch
Als wärest Du
eine Tarnkappe
mit deren Hilfe ich
mein Innerstes
nicht
verbergen kann
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Der Mond passte genau
zwischen 2 Oberleitungen
am Straßenrand
Eine zunehmende Sichel
mit unsichtbarem Gesicht
in der Abenddämmerung
Die gebogenen Spitzen
berührten die Drähte
Das hätte er sich nicht träumen lassen
Ich war unterwegs
Es hatte nichts zu bedeuten
& das war schön.
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