Schlagwort-Archive: Beziehung
Ich war wohl schon im
mer so. Meine Brüder lachten
wenn ihr kleiner Bruder mal wieder
seufzte. Und jene längst bekannte Geste machte:
Zeige- & Mittelfinger der linken Hand
bewegten sich in der Luft
wie etwas Vorübergehendes.
Das bedeutete: Sie oder Er
ist mir gerade mitten durchs Herz gelaufen.
Ich stellte mir das bildlich vor. Ein Mädchen
aus meiner Grundschulklasse oder ein Junge
2 Klassen höher. Egal. Ja,
es war lächerlich. 2 kleine Finger, 1 leerer
Raum dazwischen, Bewegung – & Luft, die geräuschvoll
ausgeatmet wurde. Und die Geste hatte längst
die Worte ersetzt. Die noch lächerlicher waren. Irgendwo
hoch über dem Boden der Tatsachen. Da war
die Ahnung unerfüllbarer Hoffnungen. Nie
zu stillender Sehnsüchte. In einer
unüberschaubaren Zukunft, die auch
ein leerer Raum war. Das Lachen
der Vernunft bedeutete noch den geringsten
Schmerz. Denn es war nicht boshaft. Nur verständnis
los. Und manchmal lachte ich auch selber
über mich. Über dieses Herz. Und diese Geste.
»Na«, sagte irgendeiner
meiner Brüder, »läuft da wieder jemand
mittendurch?« Sie lachten. Und es war ja auch
zum Lachen. Zeige- & Mittelfinger,
die in der Luft vorübergehen. Nur –
nichts ging wirklich jemals
vorüber.
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Das Herz bleibt
stehen
auf
recht
ohne sich
aus
zu ruhen
Es bleibt
Nichts
Anderes
übrig
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Leben, Liebe, Lyrik, Philosophie, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Gerne würde ich
ja etwas Tiefsinniger
es schreiben aber ich
sagte bloß Ich kann
deinen Hintern gar nicht
sehen als ich in die Spiegel
Wand schaute gegen
über dem Bett gegen
über dem Bett stand ein kleines Regal
vor den Spiegelungen die
Frau lag auf den Bäuchen
ihrem & meinem und sie blickte
hinter sich in die Wand wo
Wir ein Bild bildeten mit
vertauschten Seiten so
leicht war sie & zart nicht
die Wand die Frau so
zart dass ein Blick ihre Finger
hätte brechen können vom
Herzen ganz zu
schweigen & doch
spürte ich eine gering
fügige Erleichterung in der Tiefe
als sie sich bewegte & abhob sie
sagte Da und über dem Regal
ging der kleine Knackmond auf
und Alles ward Licht + Schein & vor
sichtiges Gelächter und
gerne würde ich
ja etwas Tief
Sinnigeres schreiben aber was
wäre tiefer & sinniger & tief
sinnlicher als solch ein Moment
An- & Augenblick der Gegenwart
& der Versuch
ihn & die Verwirrung ihn & die
Verbundenheit zu bewahren zu be
wahren wie den Schein
des Mondes dieses Mondes
in der Spiegelwand
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Vergänglichkeit, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Du würdest Dir
wünschen zu sein
wie ich
Dich sehe
Wenn Du es nicht
schon wärst
ohne zu wissen
wie schön das ist
was ich sehe
sind Wir
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Die Furcht
einer dieser Augen
Blicke könnte taub werden
Hart
Hörig
& lahm
Wie irgend Jemand
der nicht mehr lange
zu leben hat
Die Furcht
einer dieser Augen
Blicke könnte erblassen
vor Angst
vor dem Tod
& der Vergänglichkeit
Die Furcht
einer dieser Augen
Blicke die uns gehörten
könnte nicht mehr hören
wenn ich ihn zurück
rufe in mein
Gedächtnis
Die Furcht
Die Furcht
Die Angst
Nimm sie
mir mit Deiner
Erinnerung!
Doch behalte sie nicht
für Dich!
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Den Eindruck den
Du in Mir
hinterlassen hast
kann ich
nicht ausdrücken
Versuchte ich es
dennoch würde
Alles flach &
uneben zugleich
In eine solche
Vertiefung passt nur
das Schweigen
wie Erde
in ein
Grab
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Ich dachte
Ich hätte
Nichts
bis
Ich bemerkte wie
Viel
Ich übrig
hatte
für
Dich
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Auf dem Nachttisch stand ein Teller.
Auf dem Teller lag ein Apfel. Neben
dem Apfel glänzte ein Messer.
Die Frau, die in meinem Bett saß,
lächelte. Aus Gründen, die nichts
mit dem Apfel zu tun hatten.
Ich sagte: »Siehst du den großen
Buchstaben – da – mitten im
Raum?« Sie
schaute dorthin wo
Nichts zu sein schien & sagte: »Was
meinst du?« »Da –
ein riesiges B – mitten
im Zimmer. Das muss
dein Lächeln
gewesen sein.« Und für einen Augen
Blick war da ein Fragezeichen
in ihren Augen – doch dann
ein Lachen. »Ach du«, sagte
sie. »Ja du«, sagte ich. Dann
schnitt
ich den Apfel entzwei. Und
deutete auf seinen
Kern. »Weißt du, wie
man das nennt?« »Na
türlich.« »Nein«, sagte ich,
»das glaubst du nur. Es
steht im Wörterbuch
der Gebrüder Grimm, und
es ist kein
Märchen. Man nennt das
Kitsch.« »Was?« »Den Kern
einer Frucht. Mal beißen?«
»Ach du«, sagte sie. »Ja
du«, sagte ich. Noch ein Lächeln. Noch
ein B. Und sie biss in den Apfel. Und als nichts
mehr von ihm übrig war
außer seinem Innersten
legte sie
sich auf den Bauch. Und ich
biss in etwas, das mich an
einen Apfel erinnerte. Kein
Märchen. Und doch
irgend etwas mit
Magie.
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Mir fehlt die Erinnerung
an jenen Kuss – nicht
weil ich ihn vergessen hätte
sondern weil ich ihn nicht bekam
Niemals
hätte ich ihn vergessen
können, wäre er passiert. Doch
unvergesslich ist er auch
weil es ihn nicht gibt. Und es ist
als wäre eine nicht eingetroffene Phantasie
ein Verlust an Wirklichkeit, an den man sich
bis ans Ende erinnert
Sie fehlt mir
die Erinnerung
an eine andere
Wirklichkeit. An
jene Wirklichkeit
in der wir uns geküsst haben
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Sie sind über
All: diese Mängel
Exemplare, deren einziger
erkennbarer Mangel der Stempel
Aufdruck MÄNGELEXEMPLAR
zu sein scheint…..
Und in ihnen steht
dasselbe wie in den Anderen,
die weniger wohlfeil sind. Das
ist beinahe verstörend.
»Ich bin doch auch nur ein Buch
wie alle Anderen«, sagte sie. Und
doch duftete sie ganz anders. Als
sie aufgeschlagen vor mir lag. Ich kon
zentrierte & versenkte mich in
All ihre Seiten. All
ihre Zwischen
Räume. In
Ihr stand in
der Tat dasselbe
wie in allen Anderen. Das
war beinahe verstörend.
Aber vielleicht lag es auch
einfach an
Mir.
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Vor meinem Badezimmerfenster, das ein schmales Recht
Eck im Querformat ist, hängt ein
zer
schnit
ten
er
Rock an
Stelle eines Vorhangs. Transparent, schwarz, mit wenigen
bunten Streifen. Vor Jahren nagelte ich ihn
an den Rahmen. Ob er jemals getragen wurde, weiß ich
nicht. Er stammt aus dem Nachlass einer Toten.
Wenn es an der Haustür klingelt steige ich
in die Badewanne & schaue durch den Rock. Aufgrund
meines Blickwinkels kann ich nicht sehen wer dort draußen ist – bis
derjenige sich entfernt. Erst dann entscheide ich
ob ich mir eine Hose anziehe – & öffne.
Man mag mich
exzentrisch finden. Besser ist es
gar nicht gefunden zu werden.
Es klingelte.
Morgens.
Ich lag im Bett & verfolgte den Lauf der Kugeln
auf einem Snooker-Tisch in Shanghai. Ich mag
die Physik. Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Etc…. Außerdem
wird wenig geredet. Auch das mag ich. Als
es klingelte
lagen noch 67 mögliche Punkte auf dem Tisch.
Rot x 8 + 27 lautet die Formel. Ich verließ
das Bett & ging in die Badewanne.
2 alte Frauen entfernten sich. Ich glaubte
das weiße Frisurengewölk ihrer Hinterköpfe
zu erkennen. Die wollten doch bestimmt schon wieder
über Gott sprechen. Ein Thema, von dem ich so gar
keine Ahnung haben will. Einige Male
war ich nett & höflich zu ihnen gewesen an
statt mit umgedrehten Kreuzen zu hantieren & Erbsensuppe
zu spucken. Deshalb mochten sie mich vermutlich. Wie ich
die Physik. Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Immer
sind es die alten Frauen, die bei mir klingeln….. Nun gut,
nicht
immer. Die Jünger
en klingeln einfach seltener. Dafür haben sie die interessanteren
Motive. Und ich muss ihnen nicht meinen Atheismus erklären.
Gott sei Dank! Durch den schwarzen Stoff des nachgelassenen
Rocks sah ich sie
verschwinden. Es war schwül
in Shanghai. Das beeinflusste den Lauf
der Kugeln. Es machte sie schwerer
berechenbar. Ich kletterte
aus
der Badewanne & ging wieder
ins Bett. Auf dem Tisch
hatte sich ein anderes Bild
ergeben. Weniger Rot. Das heißt: es waren weniger
mögliche Punkte
übrig. So ist das
ja immer.
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B
suchte eine Frau. Fuhr um
die 200 Kilometer, obgleich die Strecke bloß 108 Kilo
Meter betrug. Verfahren über Verfahren. Bau
Stelle über Baustelle. Um
Leitungen. Keine Navigations
Hilfe. Kam
an im Dunkeln. Kurz vor
Mitternacht. Klingelte unten. Sprach
in die Gegensprechanlage. Hörte
ein Summen. Öffnete die Tür. Stieg
die Treppe hinauf. Und ich
erinnere mich kaum
an die Begrüßung. Gab ich
ihr die Hand? Auf
Regung, Überraschung & leichtes
Erschrecken löschten die Erinnerung.
Ich hatte sie mir ganz anders
vorgestellt. Ihre Selbst
Beschreibung hatte gelautet:
groß, dick, unattraktiv. Ich
hatte ihr geschrieben: Jetzt stelle ich dich
mir als Walkuh vor. Und in Wirklichkeit
wird sich herausstellen, dass du ein Gold
Fisch bist. –
Ich bin eine Walkuh, hatte sie
zurück geschrieben. Das
gefiel mir. Die Couch
war ausgezogen. Ich setzte mich
darauf. Die Frau setzte sich neben mich.
»Du musst aber nicht die ganze Nacht
bleiben«, sagte sie, »wenn du meinst, dass
es nicht geht – dass es nicht
passt.« »Ich weiß«, sagte ich, »schon
okay.« Da waren Menschen
in der Bildröhre. Sie alle waren
schlanker als in Wirklichkeit,
denn das Format war falsch
eingestellt: 16 zu 9 unangepasst
in dem alten 4zu3Gerät. Es war
wie eine erfundene Symbolik. Doch
ich muss nichts erfinden. Verzerrte Wahr
Nehmung. Ich fragte mich,
ob sich das nicht ändern ließe. Aber ich sagte
nichts. Was mir durch den Kopf ging
stolperte, flog auf die Fresse, stand wieder auf,
stolperte erneut & kroch über den Boden. So viele Kilo
Meter für Nichts? Blöd
Sinn! Engstirnigkeit! Äußerlichkeiten! Zeit
einen weiteren, breiteren Horizont zu B
kommen! Schluss
mit den festen
Vorstellungen
der Vergangenheit! Ich
küsste sie. Sie
hatte sehr weiche Lippen. Wie gut
sie sich anfühlten! Wie gut sich
Vieles anfühlte. Es gab so Viel
zu begreifen. »Oh«, sagte sie, »Pfeffer
Minz?« »Fisherman’s«, sagte ich. Sie
sagte: »Fisherman’s sind toll
beim Blasen; machen einen eisigen
Schwanz.« »Verdammt«, sagte ich, »ich
hab die im Auto gelassen.«
Lachen.
»Ich hatte heute übrigens
Knoblauch am Essen«, sagte sie. Ich
sagte: »Ich liebe
Knoblauch.
Aber heute habe ich extra keinen gegessen.«
Ihre Haut roch nach Creme. Das störte
mich ein wenig – weil es mich an die Hand
Cremes meiner Mutter erinnerte. Die Wände waren leer.
Ich sah keine Bilder. Auf einem Schrank
einige Bücher. Ich ließ meinen Blick
über alles hinweg
sehen. Und im Fernsehen machten sie
lange Gesichter. Sie schaltete den Ton
aus. Schließlich sagte sie: »Du musst mir helfen.
Ich bekomme deinen Gürtel nicht auf.«
Es war ein Trick dabei. Ich hatte mich gewöhnt
an diesen Gürtel. Auf der Schnalle
war ein Totenkopf. Ab
gebildet. Aber das bedeutet
Nichts. Ich blieb über
Nacht.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Irgendwann ist hinter dem Berg
vielleicht kein Platz
mehr. Alle Wahrheiten & Gefühle
mit denen hinter dem Berge gehalten wurde
liegen dort. Alles erinnert
an eine gewaltige Müllhalde. Und man weiß
gar nicht, ob man sich wünschen soll
jemals über den Berg zu kommen.
Vielleicht würde man dort nur
auf Fremde treffen….. verborgen
im Ungeliebten. Aber
was bleibt
Einem schon übrig – außer
zu klettern & zu
fallen, wieder zu klettern &
zu wünschen?
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie sagte: »Ich bin nicht
Jemand, in den man sich verliebt.«
Ich dachte ungefähr das Gleiche
von mir. In jenem Moment. Jemand,
in den man sich nicht verliebt. Niemand,
in den man sich verliebt. Ich
sagte: »Niemand sollte so etwas denken
von sich.« »Ich bin nur
realistisch«, sagte sie.
Sie hatte
die traurigsten Augen
die traurigste Stimme
die traurigste Lust
das traurigste Leben
das traurigste Lachen
für mein Gefühl.
Ich konnte mich täuschen. Jeder
kann sich täuschen. Jeder
kann mich täuschen. Jeder
kann jeden täuschen
& enttäuschen.
Ich weiß nicht, wie
realistisch ich bin.
Es interessiert mich
auch nicht.
Niemand
verliebt sich in uns.
Und Jeder
kann ein Niemand sein.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Traurigkeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Mach mich nicht an!«
schien die Musik zu sagen.
In der Maske der Vernunft.
Doch ich wollte nicht
auf sie hören.
Ich musste sie hören.
Also machte ich sie an.
Dann sah ich sie.
Die Musik – in Gestalt der Frau.
Die Maske lag am Boden.
Die Frau stand da
in hellen Hauttönen.
Wie hätte ich sie nicht anmachen können?
Die Erinnerung war zu stark.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erinnerung, Kultur, Liebe, Lyrik, Musik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Im Anfang war das Wort.
Und dann kam lange
Nichts.
Eine Frau schrieb mir. Sie war er
bost: »Du schlachtest Leben
aus. Um dich herum. Du ergreifst
von allem Besitz; von allen
Informationen, die du bekommst.
Wie ein Virus
kriechst du in jeden Winkel.«
Es sollte ein Vorwurf sein.
Und doch – auch wenn es vielleicht nicht bis zur letzten
Konsequenz zutraf – fühlte ich mich
geschmeichelt.
Besseren als mir
hatte man das Gleiche vorgeworfen; zum Teil
mit den gleichen Worten. Die Metaphern &
Vergleiche widersprachen sich, aber das war in Ordnung.
Schlachten
Infizieren
Auf- & Aussaugen
Warum zum Teufel
sollte jemand denn sonst mit dem Schreiben anfangen?
Es geht doch aus
schließlich ums Leben. Oder sollte darum gehen. Um das eigene
& um das der Anderen, die das eigene berühren – wie auch
immer.
Das Leben dieser Frau hatte mich
berührt. Mich – & mein Leben. Wenn auch nur
kurz. Und jetzt habe ich sie also zitiert. Schon wieder! Und es fühlt
sich gut an. Verdammt gut. Natürlich habe ich ihre Worte aus
dem Zusammenhang gerissen. Schon wieder! Denn der Zusammenhang
ist zu groß. Der Zusammenhang ist stets zu groß. Stets nimmt er
zu viel Platz weg. Man muss Raum lassen
für Fehlinterpretationen. Ja, so wird es
bleiben. Schon oft habe ich gewarnt. Ich kann nur
erneut warnen.
Im Anfang war das Wort.
Da ist es noch
immer.
Dann kommt lange
Nichts. Und ich
schlachte weiterhin
aus.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Leben, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich fuhr nach Hause. Weg
von einer Frau. Auf einem
Schild an der Autobahn las
ich den Namen eines Ortes,
in dem ich nie gewesen war.
Dort lebte eine andere
Frau. Diese andere Frau
war zu mir gekommen. Immer
wieder. In der Vergangenheit. Nie
hatte ich sie
besucht. Sie war mehr
in meinem Leben gewesen
als ich in ihrem. Die Frau,
von der ich wegfuhr, blieb aus
schließlich bei sich. In der
Gegenwart. Sie
kannte mein Haus nicht. Und
würde es nie kennenlernen.
In der Zukunft.
Es waren ungleiche
Verhältnisse. Irgend
Jemand war immer
nirgendwo gewesen, und
irgendwo war immer Jemand
nicht. Wir
trafen uns niemals
im Gegenseitigen, doch
die Andere nahm ich
in mir mit zur Einen, und
die Eine nahm ich in mir
mit zu mir nach Hause, und
in der Wohnung der Anderen
war meine Phantasie
stets ein ungesehener Gast. Alles
blieb in mir. Ich las den Namen
auf dem Schild & war versucht
die Ausfahrt zu nehmen. Aber
vermutlich hätte ich mich verfahren.
Ich wäre am Ende
angekommen an einem Ort –
wo uns niemand kannte. In dieser Gegend
hätte ich mehr zu suchen
gehabt als irgendwo sonst. Doch
ich fuhr weiter. Auf meinem Weg. Dorthin
wo Viele Weitere niemals
gewesen waren. Nach
Hause.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Phantasie, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wir sind nicht so
Wie wir uns jetzt sehen
Wir sind nicht so
Wie wir uns früher sahen
Wir sind so
Wie wir nicht sehen können.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Als ich aufstand
endete das Schnarchen.
»Was machst du?« fragte sie.
»Wo ist hier die Toilette?«
»Richtung Ausgang, die linke Tür.«
Ich mochte den verschlafenen Tonfall.
Der stumme Fernseher war die einzige Lichtquelle.
Ich fand die Tür. Ein kleiner Raum; ein Gäste
Klo. Vermutete ich. Die Lampe blendete. Einige
Stücke des Mauerwerks fehlten;
alte Rohre sollten durch neue ersetzt werden.
Eigentlich hatte ich ein guter Gast
sein & mich setzen wollen – aber
da war ein undefinierbarer Fleck
auf der Brille. Also klappte ich
sie hoch, blieb
stehen & ließ es
laufen. Ich ging
ein wenig in die Knie dabei, damit es
weniger spritzte. Wie rücksichtsvoll
ich doch bin, dachte ich. Aber
ich meinte es nicht ernst.
Ein lauter Furz entwich. Da war so viel Luft
in mir; ich konnte sie nicht halten. Zu viel
hatte ich geschluckt. Ich fragte
mich, ob die Frau ihn gehört hatte. Dann rauschte
die Spülung; ich machte das Licht
aus & ging zurück. Legte mich
neben sie & fühlte mich
wohler.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nur eine dunkle Ahnung
hatte ich gehabt – aber
wie sehr ihr Innerstes wirklich zer
brochen war, wurde mir erst klar
als ich ihre Splitter in meinem Fleisch spürte.
Ein unerträglicher Schmerz.
Es war als würden Menschen, die ich nicht kannte
& die mich nicht kannten,
mich
durch sie hindurch
verletzen.
In meinem Inneren gab es andere
Brüche. Wir konnten uns alle
nicht helfen.
Es blieb nur
die Flucht
vor den Fremden.
Und die Fremden waren –
Sie
die meinen Schmerz
kaum ahnte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Krankheit, Kultur, Lyrik, Schmerz, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Es war 10 vor 4 am
Nachmittag. Längst
hätte ich schlafen müssen.
Leuchtende Ziffern
auf einer digitalen Uhr.
Rot. In dunkler Umgebung.
Bei Kilometer 15,5 hatte ich
einen Unfall gehabt. Tod
& Blut an einem Abend,
dessen Datum ich nicht
im Kopf hatte. Es bestand
kein Zusammenhang. Es
waren nur Zahlen. Die einen riefen
eine Erinnerung
wach. Die anderen waren
das Erinnerte. Wieder
andere hatte ich
vergessen. Sie
beschrieben
einen Punkt
in der Zeit. Und
einen Punkt
im Raum. Getrennt
von einander. Vereint
in meinem Denken. Ich
konnte mich drehen &
wenden, wie ich wollte,
aber schlafen konnte ich
nicht. Und dann dachte ich
an etwas Anderes.
Getrennt in
Wirklichkeit. Vereint
in der Erinnerung. Im
Übrigen hatte ein Tier
den Tod gefunden.
Schließlich
war es 4 –
& es passierte immer noch
Nichts.
Wann ich ein
schlief weiß
Niemand.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erinnerung, Kultur, Lyrik, Schlaf, Tod, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nach ihrem Untergang
war die Sonne wieder da
wo sie hingehörte.
Verschwunden in einen Tag,
der woanders war,
ließ sie die Nacht zurück.
Er sagte:
»Sie wird Lügen über dich erzählen.«
»Nein«, sagte ich, »das wird sie nicht.«
»Naiver Trottel«, sagte er.
»Ja«, sagte ich, »das stimmt.«
Zu dumm, dass Neumond war.
»Sie wird ihre Wahrheit erzählen,
die mit der Wirklichkeit so wenig zu tun hat
wie meine.«
»Aha«, sagte er, »was du nicht alles glaubst.«
»Ja«, sagte ich, »was ich alles nicht glaube.«
Es blieb uns nur elektrisches Licht.
Und ein paar Kerzen, die flackerten. Woanders
war es Tag. Wenn es hier zu spät war,
wie konnte es dann woanders noch später sein?
Früher hätte ich gesagt:
»Die Sonne ist schuld.«
Aber so naiv war ich denn doch nicht mehr.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Was hast du vor?«
Immer wieder kamen diese Worte
aus ihr. Im Ton
Fall des Rausches. Selbst
Vergessen. »Was
hast du vor?« Ich
hatte 4 Finger
in ihr, und meine Zunge
bewegte ihren Kitzler. So
konnte ich nicht
antworten. Aber es war
ja Alles nur
rhetorisch. Selbst
das »Oh Gott!« war
nicht so gemeint. Und
»Tiefer!« ging es
doch kaum. Ich liebe
die Wörter. »Was
hast du vor?« Nichts
Besonderes. Ich wollte sie
fühlen
lassen. Selber fühlen. Und
Alles vergessen. Und vergessen
lassen. Nichts Besonderes in der
Tat. Doch
Alles worauf
es an
kommt in den Augen
Blicken in denen man
keine Antworten er
wartet. Keine Antwort
braucht. Weil sie über
flüssig ist.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Julia hatte einen Balkon.
Ich schaute aufwärts.
Doch er war nicht da.
Ich stand draußen.
Vielleicht war er
auf der anderen Seite.
Andererseits: hatte
Shakespeare den Balkon überhaupt erwähnt?
Ich wusste es nicht.
Und überhaupt
kannte er sich
mit Allem besser
aus. Doch er war
auf der anderen Seite.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich treffe ja immer
wieder auf Frauen
die zu wenig wollen
& zu geben
vermögen.
Ziel
sicher.
Aus
gerechnet
Diese sehen sich also
mir gegenüber – einer Nacht
Gestalt, halb
Vampir, halb
Zombie, Blut
& Innereien
bevor
zug
end.
Da kriegen sie
natürlich zu viel.
Ihr Blut, das von Herzen kommt,
wollen sie für sich
behalten
& ihr Innerstes wollen sie nicht
preis
geben.
Es ist nicht leicht
ein Untoter zu sein
wenn die Quellen des Lebens ver
siegen verlieren
am
Ende
selbst
die Nächte
ihren Reiz.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Leben, Liebe, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich besuchte eine Wohnung.
Ein Mann lebte darin. Mit einem
Tiger. Ich weiß nicht, wer
der Mann war. Aber
der Tiger war freundlich. Wie ein Hund
legte er seine Vorderbeine auf meine
Schultern. Das war mir zu viel
Nähe. Also verließ ich
die Wohnung. Gegen
über war eine weitere
Wohnung. Die Tür öffnete sich nicht
von allein. Eine Frau, die nichts trug
außer einem T-Shirt, öffnete sie. Diese
Frau warst Du aus
meiner Vergangenheit. Nicht
Du aus meiner Gegenwart. Du lächel
test, und hinter Dir huschte
eine Ratte durch den Raum.
»Verdammt«, sagtest Du – als ich
die Wohnung betrat, »die
nervt.« »Immer noch
besser als einen Tiger in der Wohnung
zu haben«, sagte ich, »egal
wie nett der ist.« »Auch wieder
wahr«, erwider
test Du. Dann lagst Du
bäuchlings auf dem Bett, und ich
legte mich angezogen neben Dich. Das
Shirt bedeckte 1 Drittel
Deines Arsches. Die 2 übrigen
betrachtete ich. Und so
bald ich meine Hand darauf
legte – klingelte
das Telefon. Verflucht!
dachte ich, ich werde nicht zurück
finden in diesen Traum. Es war
der Gärtner, der mich weckte, um
mir mitzuteilen, wann er vorbei
kommen würde mit der
Kettensäge. Der Zugang zu
meinem Haus war bei
nahe zu
gewuchert. Wie im
Märchen. Wir beendeten das
Gespräch. Dieser Arsch!, dachte
ich – & ich dachte darüber
nach, warum ich niemals
vom gegenwärtigen Du träumte…..
Eher legte ein freundlicher Tiger seine Vorderbeine
auf meine Schultern. Schließlich
fand ich die Lösung – als wäre es
ein Rätsel gewesen. Und in der Tat fand
ich nicht zurück. In die Wohnung
mit der Ratte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Traum | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Als ich mich über sie beugte, sagte ich:
»Schöne Augen hast du.« Es klang
wie ein Klischee – oder als ob
mir nichts Anderes einfiele, das
schön an ihr war. Doch
das stimmte nicht.
»Dankeschön«, sagte sie ganz
leise. Beinahe flüsternd. Und während
sie es sagte, schloß sie
die Lider. Das
konnte ich sehr gut
verstehen.
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Ich tat was
ich zu Hause niemals
tue: ich sah aus
dem Fenster.
Kurz nach 6 am
Morgen. Grau
Stufen über den Dächern.
Regen. Und ein gemähter Rasen
3 Stockwerke weiter
unten. Eine unbekannte Aus
Sicht. Die Frau
stand in der Tür.
»Du siehst aus
als ob du
auf etwas wartest«,
sagte sie. »Nein«, sagte ich, »ich
warte auf nichts. Ich wollte
nur sehen, wie es hier aus
sieht bei Tageslicht.« Dann schaute sie
zu, wie ich mir die Schuhe zu
band. Ich spürte Ungeduld. Nachts
hatte ich nicht schlafen können
während sie schlief sah ich neben ihr
liegend eine Dokumentation über Serien
Killer. Nach
gestellte Szenen voller Blut. Fotos
von Leichen, die
echt waren. »Ich möchte keine Fragen
beantworten«, sagte sie, »aber
wenn meine Nachbarin dich sieht,
muss ich das. Da hab ich
keinen Bock drauf.« »Keine
Angst«, sagte ich, »ich
bin gleich
weg.« Ich hasse es
gesehen zu werden
von Nachbarn. Zu wem auch immer
sie gehören. Also war
Alles in Ordnung. Zu Hause
ist – wo
die Jalousien herunter
gelassen bleiben. Und
das Gras
Alles überwuchert. Sie
würde
keine Fragen beantworten
müssen, und ich er
wartete in der
Tat Nichts.
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Mein Arm unter ihrem Nacken.
Entspannung. »Jahrgang 84«, sagte sie.
»Was hast du 1984 gemacht?«
»Nichts«, sagte ich. »Das war die Phase
nach dem Abi, wo ich nichts gemacht habe.
Außer Lesen & Saufen vielleicht. 7 Jahre
lang. Und von deiner Geburt
hat mir auch keiner was gesagt.«
Sie atmete ein Lächeln aus.
Vielleicht trafen sich
in diesem Moment unsere Blicke –
dort oben. An der Zimmerdecke.
»Ach, halt«, sagte ich, »1984
kam der Film 1984 in die Kinos. Mit
John Hurt & Richard Burton. Guter
Film. Den habe ich gesehen. Damals.«
Wie praktisch, wenn der Titel eines Films
gleichzeitig sein Erscheinungsjahr ist. Wie
leicht man sich sowas merken kann. Aber
viel interessanter war doch die Frage:
Wo war Sie 1960 gewesen?
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6
Kerzen waren heruntergebrannt
bevor ich erschien bei Einbruch
der Nacht. Jetzt brannten
andere.
3
Luftballons hingen drinnen vorm Fenster.
Jalousien & Hosen waren herunter
gelassen. Die Balkontür stand
einen Spaltbreit offen, auf ihrer Glasscheibe
eine bunte Zeichnung von Kinderhand.
Von der Schlafcouch aus betrachtete ich die Luft
Schlangen, die von der Decke
hingen, während ein Frauenkopf sich
auf
&
ab
bewegte zwischen meinen Beinen.
Traum
gleich war unsere
1.
Begegnung
Mitt
Sommer
Nacht.
Fremde Gerüche
Fremde Geräusche
eine mir fremde Wohnung
& irgend
Etwas Vertraut
es im Gelächter.
Wäsche trocknete
auf dem Balkon im Mondlicht –
& wurde nass woanders.
Als das Wachs am Ende war, erschien
die Dunkelheit. Ich kniete
auf dem Boden & trank
zwischen geöffneten Schenkeln
schluckte
& schluckte
die Lust, die immer lauter wurde
Selbst
Vergessen
Und plötzlich:
eine Kinderstimme –
»Mama, was ist
mit dir?«
Ich hielt inne.
Der Schatten eines kleinen Mädchens stand im Zimmer.
Wie ein Erwachen.
»Alles in Ordnung«, sagte die Frau, »ich hatte nur einen
Albtraum.«
Ich verhielt mich
ruhig. Bewegte mich nicht. Hielt mich
für versteckt in der Dunkelheit. Zwischen
den Schenkeln. Für unsichtbar vielleicht –
wie ein Kind, das die Augen schließt.
»Komm«, sagte die Frau, »ich bring dich wieder zurück
ins Bett.«
»Wer ist –
der Andere?« fragte das Mädchen.
Kurze Pause.
»Das ist mein Besuch.«
Vielleicht war es der Mond,
der durch den Spalt oder das bemalte Glas der Balkontür
meinen nackten Arsch beleuchtet hatte.
Ich schwieg. Die Frau stand auf & nahm
das Kind bei der Hand. Silhouetten verließen das Zimmer. Allein
gelassen legte ich mich auf die Couch.
Lauschte leisen Stimmen. Zwischen den Gerüchen. Dann
hörte ich Musik. Kinderlieder von nebenan. Was
für eine seltsame Formulierung, dachte ich: ›Der Andere‹!
Die Frau kam zurück. Legte sich neben mich. Der Schreck
war uns nicht in sämtliche Glieder gefahren. Leises Gelächter.
Und auch die Lieder waren so leise, dass ich sie nicht erkennen konnte.
Zwischendurch wieder Stimmen aus
dem Kinderzimmer. »Ein Märchen«, sagte die Frau. »Zum
Einschlafen.« Die CD war ein Geburtstagsgeschenk.
»Ja«, sagte ich, »die habe ich als Kind auch immer gern gehört.«
Und wir malten uns aus, was das Kind aus uns machen
würde in seiner Phantasie….. Zu
Was ich werden würde in seiner Erinnerung….. Ich
war
ein Anderer. Aber vor allem war
ich
ein Albtraum. Das gefiel mir. Und
die Frau träumte. Träumte mich. Träumte
mich weiter. Immer weiter. Immer wieder. Immer anders. In
dieser Nacht. Und sie presste sich den Handrücken auf den Mund
dabei. Um das Kind nicht erneut zu wecken.
Und ich fragte mich, ob ich nicht
ähnliche Erinnerungen hatte wie dieses
kleine Mädchen sie haben würde.
Doch ich fand
keine Antwort.
Das Märchen ging
zu Ende. Und
als der Morgen dämmerte, fuhr der
Albtraum nach Hause. Und
er schlief ein. Und er
träumte
6
Kerzen waren heruntergebrannt
bevor er erschien bei Ein
Bruch der Nacht. Jetzt brannte
ein Anderer
3
Schlangen hingen von der Decke &
1
Ballon bewegte sich
im Mondlicht
auf
&
ab
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Man brennt für jemanden.
Und irgendwann
auch eine CD.
Für sich selbst
macht man eine Kopie.
Die bleibt
im eigenen Auto.
Irgendwann
ist es vorbei.
Mit der Brennerei.
Man fährt zu jemand anderem.
Und die Laufzeit der alten Kopie
reicht exakt für die Strecke dorthin.
Wenn man die richtige
Geschwindigkeit einhält.
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»Sind das wirklich 5 Finger?« fragte sie.
»Ja«, sagte ich.
»Oh mein Gott!«
Dann drückte sie mir die Hand.
Ganz fest. Es war unsere
erste Begegnung.
Die Kerzen gingen aus, es
wurde dunkel.
Und im ersten Tageslicht bewegte ich die Finger
dicht vor ihrem Gesicht. »Ich werde nie wieder
Gitarre spielen können«, sagte ich.
Wir lachten.
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Und immer wieder:
Die mit den Narben finden mich.
Egal, wo sie sind. Die Narben.
Wir finden uns. Er
kennen die Narben.
Auch
die unsichtbaren.
Ich finde sie.
Wo auch immer
ich bin
& sie sind.
Wir erkennen uns
in uns immer
wieder
& wieder.
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