Ein B & ein Apfel, Die Gebrüder Grimm & noch ein B

Auf dem Nachttisch stand ein Teller.
Auf dem Teller lag ein Apfel. Neben
dem Apfel glänzte ein Messer.

Die Frau, die in meinem Bett saß,
lächelte. Aus Gründen, die nichts
mit dem Apfel zu tun hatten.

Ich sagte: »Siehst du den großen
Buchstaben – da – mitten im
Raum?« Sie

schaute dorthin wo
Nichts zu sein schien & sagte: »Was
meinst du?« »Da –

ein riesiges B – mitten
im Zimmer. Das muss
dein Lächeln

gewesen sein.« Und für einen Augen
Blick war da ein Fragezeichen
in ihren Augen – doch dann

ein Lachen. »Ach du«, sagte
sie. »Ja du«, sagte ich. Dann
schnitt

ich den Apfel entzwei. Und
deutete auf seinen
Kern. »Weißt du, wie

man das nennt?« »Na
türlich.« »Nein«, sagte ich,
»das glaubst du nur. Es

steht im Wörterbuch
der Gebrüder Grimm, und
es ist kein

Märchen. Man nennt das
Kitsch.« »Was?« »Den Kern
einer Frucht. Mal beißen?«

»Ach du«, sagte sie. »Ja
du«, sagte ich. Noch ein Lächeln. Noch
ein B. Und sie biss in den Apfel. Und als nichts

mehr von ihm übrig war
außer seinem Innersten
legte sie

sich auf den Bauch. Und ich
biss in etwas, das mich an
einen Apfel erinnerte. Kein

Märchen. Und doch
irgend etwas mit
Magie.


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