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Die Wälder der verletzten Bäume

Man soll sie nicht verletzen
die Bäume.
Nichts
in ihre Rinde ritzen –
keine Namen,
keine Herzen,
keine Pfeile.

Und doch
tut man es;
Manche zumindest
tun es –
in der Verblendung des Augenblicks,
mit der Waffe in der Hand ….

Mit der Stichwaffe, die
das Licht reflektiert.

Zeichen
die bezeichnen
was
nicht
von Dauer
sein
kann ….

Späne
die zu Boden fallen
& vermodern ….

Fremde gehen vorüber
an den Bäumen, die
verletzt wurden –

lesen die Zeichen
& träumen

ohne zu wissen.

Sie durchstreifen die Wälder.

Die Wälder des Vergehens.

Die Wälder der Vergangenheit.

Die Wälder der verletzten Bäume.

Und suchen
vielleicht
nur eine freie Stelle
für ihre eigene Verblendung.
Mit dem Messer in der Hand.

Wie die Mörder.
Im Schattenwurf der Zweige.

Nichts ist von Dauer –
nicht einmal das
Bedauern.

Nicht einmal
die Verletzungen
überleben.

Fällen ….
Gefällt ….
Gefallen ….

In kalten Winternächten
brennen die Öfen.
Holz knistert.
Wärmt die Fremden.
Zeichen gehen in Flammen auf.

Namen
Pfeile
Herzen

Asche.


Der Nachtfalter auf dem Insektennetz

Letztes Abendlicht
gerastert
durch die dünnen Fäden eines Netzes

Insektennetz vorm Küchenfenster
Das Fenster geschlossen
Was dem Netz den Sinn raubt

Leere Aschenbecher & volle Flaschen auf der Durchreiche
Gin, Wodka, Whisky, Tequila, Absinth …..
Ich gehe an ihnen vorbei

rastlos

Nicht trinken
Nicht trinken
Nicht trinken!

Durch die Flüssigkeiten in den Flaschen
ist mein Blick
auf das leere Wohnzimmer dahinter

gefallen

Die Leere
hat Platz
genommen

So viel Platz
dass es eng wird
in mir

Ich fühle mich
aus dem Zusammenhang
gerissen

Wie ein Satz
der plötzlich

keinen Sinn mehr ergibt
oder
einen anderen als gedacht

oder
wie ein Satz der
allein

nicht mehr verstanden wird
nicht mehr verstanden werden kann

Letztes Abendlicht
gerastert
durch die dünnen Fäden eines Netzes

Das Licht
ist mir
zu viel

Ich gehe zum Fenster
um die Rolläden
herunter zu lassen

Außen
auf den winzigen Quadraten
dem umwobenen Nichts
ruht

ein Nachtfalter

wie auf der Seite
eines Rechenhefts
aus Fäden & Luft

Wenn ich das Licht aussperrte
würde ich ihn einsperren

Gefangen
zwischen Netz & Verdunkelung

mit dem Blick
in das Innere
meiner Einsamkeit

Aber warum
soll es ihm gehen
wie mir?

Ich werde ihm das ersparen

Ich öffne das Fenster
tippe sacht gegen das Netz

Er soll davonfliegen

Durch den späten Abend
in die Nacht

die sein Zuhause ist

Ich tippe
Er fällt

herab

tot

Ich atme
frische Luft

Ein
Zwei
letzte Züge

vor dem Schließen des Fensters

Nicht trinken
Nicht trinken
Nicht trinken!

Die Flaschen sind voll
Die Aschenbecher sind leer

ohne Asche

Die Leere
hat
Platz
genommen


Dieser Stolz

Dieser Stolz
der verhindert
dass man

sein innerstes Selbst auslebt
genießt
liebt
überlebt

Dieser Stolz
der verhindert
dass man

sein innerstes Selbst erkennt
& die Wahrheit sieht

Dieser Stolz
der

nichts ist
als
Betrug –

Selbstbetrug
vor allem.

Der oder die
Stärkere
will man sein

Das eigene Wunschbild
im Spiegel fremder Augen

Ein Herrscher oder
eine Herrscherin
der oder die
den Heldentod nicht scheut.

Doch der sogenannte Heldentod
ist auch nur
ein Haufen dampfender Gedärme
im Dreck.

Sie sagte:
»Die Männer, die gerne betonten, dass
ich sie unbedingt hatte haben wollen –
hatten mich nicht lange.«

Er dachte:
Man wird mir einen Orden umhängen.
Mein Name wird mich überleben
in der Geschichte.

Am Ende
war sie allein
(& es störte sie kaum –
was das Schlimmste daran war).

Am Ende
war er
verwest & vergessen
(& es kümmerte
niemanden –
was nicht weiter schlimm war).

Dieser Stolz
tötet
Alles

in
Liebe

& Krieg.

Er ist
etwas
für Schwächlinge.

Und was der Stolz nicht wahrhaben will
ist
oftmals
die Wahrheit.


Die billige Perücke

Wie eine Perücke
auf einem kahlen Haupt
verkleidete der Anschein
ihre Beziehung.

Wie eine Perücke
sollte er
die lebensbedrohliche Krankheit
verbergen –

verbergen
die Folgen der letzten Hoffnung;
verbergen
die Aussicht auf den Tod.

Es war eine billige, hässliche Perücke,
jede Kunstfaser eine Lüge.
Sie saß schlecht, und
nichts an ihr sah
natürlich aus.

Die unechten Haare
gingen aus &
fielen zu Boden.

Hinterließen eine Spur
des Verfalls.

Des Verfalls, den
sie hatten kaschieren sollen.

Eines Tages
kam die nackte Wahrheit,
riss die Reste der Perücke von dem kahlen Haupt,
das nurmehr ein Totenschädel war,
und warf sie ins Feuer.

Es blieb
Nichts
als

Rauch,
Asche
& Gestank.

Und die Gewissheit,
dass auch die
teuerste & schönste Perücke

nichts
geändert hätte.


Die Kreise meiner Hölle

Meine Hölle
ist andauernder Lärm

Ihre Kreise
sind Geräusche
deren Ursprung ich nicht kenne

Geräusche
denen meine Phantasie
Ewigkeit verleiht

Meine Hölle
ist der Lärm
der Lebenden

Der Lärm
sinnlosen Tuns

Der Lärm
der Zerstreuung

Meine Hölle
ist das lautstarke Verstummen
der Toten

Das Dröhnen
ihrer ungesagten Worte
in meinem Schädel

Der Krach
der Verwesung

Meine Hölle
ist die plötzliche Stille
Deines Herzens

Und die Kreise meiner Hölle
sind die ewigen Schreie
Deines Schweigens


Leerstehend

Ein weiteres Haus steht
leer …..
Vertraute Gesichter
die man altern sah
sind
verschwunden …..
Das Leben endet
im Ungewohnten …..
Herausgerissen aus Zusammenhängen
wie ein Blatt aus dem eigenen Lieblingsbuch …..
Verfall in engen Räumen …..
Fremdheit am Schluss …..
Das Blatt hat 2 Seiten
voll von Sätzen die man auswendig kannte
& es fällt
zerknüllt
in einen Mülleimer …..

Ich schaue aus dem Fenster.
Noch sieht das Haus bewohnt aus.
Noch bewohne ich mein Haus.
Es verfällt.
Wie ich.

Ich denke an Häuser
die man Heim nennt
ohne es zu
sein …..

Das nächste Haus
das leerstehen wird
ist mir vielleicht
das nächste

& der Mülleimer
quillt über

denn
Niemand
kann

ihn
leeren.


Fluch der Fantasie

Ein winziger Glutpunkt hoch über der Straße.
Ich fuhr durch die Nacht;
das Auto einäugig (totes Abblendlicht rechts).
Keines sonst war unterwegs.
Ich näherte mich der Brücke.
Jemand rauchte. Unsichtbar. Dort oben.
Tragische Musik im Radio;
die letzte Stelle des Kilometerstands zählte schnell,
aufwärts – Ziffer Ziffer Ziffer!
Und jeder Zug des Fremden
– oder war es eine Fremde? –
glühte heller; für einen Augenblick.
Gedanken kamen in Fahrt …..
Das Unsichtbare,
Fremde
wollte gedeutet werden.

Ein Besoffener, ein Bekiffter, ein Gestörter
mit einem Ziegelstein …. er hat nur
auf mich gewartet …. auf irgend jemanden
gewartet …. Vernichtung, Spaß & Adrenalin …. –

Eine Verzweifelte, eine Verlassene, eine Hinterbliebene,
die ihre letzte Zigarette raucht; den Blick verloren
auf der dunklen Straße …. unter ihr ….

Und ich konnte
ihn
sehen,
ihn
hören,
ihn
spüren –
den Stein …. den Aufprall …. das Bersten ….
Splitter, die in meine Augen schossen,
Blut, Schmerz, Schleudern & Tod ….

Und ich konnte
ihn
sehen,
ihn
hören,
ihn
spüren –
den Körper, der aufschlug …. auf der Straße ….
vor mir …. hinter mir …. auf mir ….
ein fremdes Gesicht, das durch die Windschutzscheibe brach ….
entstellt, zerschnitten, sterbend ….

Und nach der 9
kam die 0,
als ich
unter der Brücke hindurch
fuhr
in meinem Zyklopenauto,
und die Glut blieb zurück,
einsam
auf der Brücke ….

Vielleicht stand dort nur
ein glücklicher Mensch.
Ein Mensch, der
kurz innegehalten,
der die Ruhe genossen hatte, die ich zer-
störte.

Ein Mensch, der
seinen Hund spazierenführte.


Wille mit Trauerrand

Was da durch den Gang der Arztpraxis an mir vorbeigeschoben wurde,
war ein Rest.
Der Rest eines Menschen.
Vormals Mann.
Auf dem herausnehmbaren Sitz eines Rettungswagens.
Ich sah den Hinterkopf über der Rückenlehne:
schmaler Schädel, wenige weiße Haare, Falten im Pergament.
Die Sanitäter grüßten mich, ich grüßte zurück.
Der Rest röchelte.
Ich wagte nicht, ihm ins Gesicht zu sehen;
er hätte mich anschauen können –
mit einem Blick aus meiner Zukunft;
mich erkennend.
Und ich hätte den schwarzen Bilderrahmen gesehen,
in dem die Reproduktion dieser Totenmaske hing;
den Trauerflor, quer über einer Ecke
(sofern es jemanden gab, der trauerte).
Und das Glas im Bilderrahmen hätte
mich gespiegelt.

Was da durch den Gang der Arztpraxis an mir vorbeigeschoben wurde,
war ein kleiner Junge gewesen,
der auf Bäume geklettert war;
war ein großer Junge gewesen,
der sich verliebt hatte;
war ein junger Mann gewesen,
der sich seinen Leidenschaften hingegeben hatte.
Wahrscheinlich.
Und seine mittleren Jahre waren nun so weit von der Gegenwart entfernt,
wie sie es einst von der Kindheit gewesen waren.

Sie schoben ihn in den Laborraum.
Es war eine urologische Praxis.
Man hörte Stimmen.
Eine der Sprechstundenhilfen plapperte betont fröhlich
mit dem Rest eines Menschen; ein alter bekannter
Rest.
Am anderen Ende des Ganges war die Anmeldung;
dort unterhielten sich 2 weitere Sprechstundenhilfen.
Es ging um das, was da an mir vorbeigeschoben worden war.
Um den Rest. Um das Nest, in dem die Krebse wohnten.
Ich hörte etwas von Blasenkrebs, Prostatakrebs, Metastasen &
Nierenversagen.
Ruhig & sachlich vorgetragen.
Die Sanitäter kamen zurück; verabschiedeten sich.

Was da durch den Gang der Arztpraxis an mir vorbeigeschoben worden war,
besaß einen Willen.
Einen Lebenswillen.
Es musste so sein.
Denn noch war es da.
Noch existierte es.
Auf welcher Ebene auch immer.
Selbst wenn es diesen Willen geleugnet ….. verleugnet hätte.
Und viel mehr als dieser Wille
war auch nicht mehr da.

Und er erschien sinnlos –
dieser Wille.
Furchtbar sinnlos.

Eine andere Tür wurde geöffnet.
Ein Arzt, der mir fremd war,
noch fremd war,
sah mich an & sagte:
»Herr L. bitte.«

Ich stand auf & ging in das Sprechzimmer.
Vorbei an Bilderrahmen, deren Glas mich spiegelte.

Immerhin –
er hatte nicht gesagt:

»Der Nächste bitte«


Schweißspuren

Irgendwo heult ein Wolf in der Nacht,
das Klischee des Mondes fehlt.
Wind bewegt das Fell.
In einer Blockhütte tanzt eine Frau –
barfuß in einem weißen Herrenhemd;
allein mit dem Feuer, das
im Kamin für sie brennt.
Sie tanzt zu einer Melodie in ihrem Kopf,
summt –
beleuchtet von Flammen, die Naturgesetzen ge-
horchen.
Schweiß auf Schenkeln.
Schweiß auf der Stirn des Mannes, der
in einem Bett fiebert;
weit entfernt von
Allem.
Verseuchtes Blut.
Er träumt
das Geheul,
träumt
die tanzenden Schenkel, die bloßen Füße
auf dem Holzfußboden,
er träumt
die Melodie,
träumt
das Feuer,
träumt
den fehlenden Mond
& die Schatten.
Krankheit, die durch Adern fließt.
Adern, die sich fiebernd
winden.
Dann verstummt der Wolf;
er folgt einer Schweißspur in der Nacht.
Naturgesetzen gehorchend.
Irgendwo tropft eine Wunde.
Verseuchtes Blut.
Hunger & Sehnsucht werden nicht gedacht.
Er wittert.
Er wittert.
Er zittert. Der Mann sieht die Fenster der Hütte;
bewegtes Feuerlicht in nächtiger Einsamkeit;
Schwitzwasser tränt an den Scheiben.
Ein mondhelles Hemd.
Tanzt. Dahinter.
Vielleicht.

Viel-
leicht.

Tanzt
zu einer Melodie
hinter Lidern, die sich
schließen.

In seinem Bett.

Schließen
wie
eine
Wunde & ihr
Spiegelbild.


Am Strand der Zeit

Und dann spürst du
den Sand der Todes-Uhr zwischen deinen Zehen
Am Strand der Zeit
die du verloren hast

Du schaust auf das Meer
das immer weniger wird
& immer schneller
folgt Ebbe auf Ebbe

Verlassene Schiffe liegen auf Grund
Ein Wrack neben dem andern
ohne Ziel, ohne Hafen
unter einem grauen Himmel

Es ist kalt
& ein schneidender Wind schlägt Wellen
Du kannst nicht schwimmen
& das Fernweh schmerzt in der Brust

Es riecht nach Salz
das aus Wunden rieselt
& die Flaschen, die an Land gespült werden
sind leer

Doch
Etwas
träumt in dir
noch immer

Jemand schwimmt
in deine Richtung
nackt & schön
wie eine letzte Hoffnung

Warm & lebendig
in all der Kälte

Vielleicht
zu spät

Doch wer weiß schon
was zu spät bedeutet
wenn die Uhr
zerbrochen ist


Ich möchte es nicht wissen

Ich möchte es nicht wissen
niemals erfahren –
wie klein
der Park
in Wirklichkeit war

Der Park
der mir
unendlich erschien
als ich so klein war
in der Wirklichkeit meiner Kindheit

Ich spazierte
neben dem Riesen
der mein Vater war
durch diesen Park

Mein Blick
sah keine Grenzen
kein Ende

Jede Biene war
ein Monster
Jede Blume
ein Baum

In meiner Erinnerung lebt
noch immer
die Unendlichkeit
von damals
als ich nichts hatte

um
vergleichen zu können

Ich wollte niemals wissen
nie erfahren
wie klein die Wirklichkeit
in Wirklichkeit
ist

Deshalb besuchte ich
den Park
niemals wieder

& mein Vater starb
bevor ich größer wurde
als er
jemals gewesen war


Die Hampelmänner

Die Frau schlief
tief & ruhevoll.
In Dunkelheit & Schneestille;
kein Traum, an den sie sich erinnern würde.
Warm & weich lag sie unter der Decke.
An den Wänden ihres Schlafzimmers hingen:
Die Hampelmänner.
Die Frau hatte keine Zeit
für Hobbys, doch sie sammelte
Hampelmänner.
In allen Räumen hingen sie;
unbewegt & leicht verstaubt.
Mit einer Schnur zwischen den Beinen.
Lachende Gesichter aus Pappe.
Sie alle hatten Namen.
Namen, welche die Frau ihnen gegeben hatte.
Nur um sie wieder zu vergessen.

Die Frau schlief
tief & ruhevoll.
Ein Brief lag unter ihrem Kissen.
Ein Abschiedsbrief –
einer von vielen;
alle von einem.
Von einem der nicht schlafen konnte.
Die Frau hatte keine Zeit
für Hobbys, doch sie sammelte
die Briefe.
In einer Schublade lagen sie;
alle bis auf diesen.
Diesen, den ihr Kopf zerknitterte
im Schlaf.

Die Frau schlief
tief & ruhevoll.
Kein Traum, an den sie sich erinnern würde.
Doch den Namen des Absenders hatte sie
noch
nicht
vergessen.

Die Hampelmänner hingen
an den Wänden.
Der Mann, der nicht schlafen konnte, hing
von der Decke.
Ruhevoll & traumlos.
An einem Seil, das aus Schnüren geflochten war.
Scheiße, Pisse & Sperma waren seine
letzten Äußerungen gewesen.
Äußerungen, die längst
vertrocknet waren.
Die geschwollene Zunge schaute stumm
aus dem geöffneten Mund.
Unbewegt.

Schneestill & dunkel
war die Nacht.
Die Frau schlief.


Kurven im Nebel

Die Kurven hatte ich
in meiner Erinnerung;
das Lenkrad fest im Griff.
Nebel fiel in die Nacht
& wurde zu einem Spiegel
auf dem gefrorenen Asphalt.
Waberndes Weiß im Scheinwerferlicht.
Die Sicht unfrei & abgeschnitten.
Erzwungene Langsamkeit, die
das Ende der Strecke in zeitliche Ferne rückte.
So oft war ich diese Route gefahren,
dass sie mich langweilte bis zum Ekel;
und auch das Ziel war nur
eine üble Angewohnheit.
Der Vorhang,
der Spiegel,
das Fremde
forderten meine Aufmerksamkeit;
kaum nahm ich die Musik wahr, die
aus dem Radio kam.
Ein dunkles Tier kreuzte meinen Weg;
so schnell, dass ich nicht erkennen konnte,
was es war …..
Es verschwand unversehrt im Nebel –
ohne dass ich das Bremspedal berührt hatte.
Da war kein Licht
außer meinem.
Im Glanz des Spiegels war nichts zu sehen;
nichts – außer der Gefahr …..
die Möglichkeit des Abkommens,
die Möglichkeit der Verletzung,
die Möglichkeit des Todes.
Ich fühlte die nächste Kurve,
fühlte sie näher kommen, obgleich doch
ich es war, der sich ihr näherte.
Links, dachte ich, leicht links, sanft links ….
Ein ununterbrochener Mittelstreifen,
ein Seitenstreifen, jenseits dessen ein Graben lag.
Ich musste nur vorsichtig, ganz wenig
einlenken …..
Eine unfassbare Traurigkeit kam aus dem Nebel
auf mich zu; ungreifbar wie dieser,
wabernd & undurchschaubar.
Die Kurven
ich hatte
sie
in meiner Erinnerung.
Vielleicht auch nur
im Gefühl.
Doch es bestand die Möglichkeit, dass
meine Erinnerung, dass
mein Gefühl
mich täuschte.
Die Gefahr der Täuschung war überall.
Auch in mir.
»Gib Gas«, sagte die Traurigkeit.
Und die Musik schien lauter zu werden.


Eine Handbreit über dem Eis

Es war so still,
dass ein schmelzender Eiswürfel einen erschrecken konnte.
Ein ausgebuchtes Hotel des Schlafes; aber vielleicht
waren die Gäste auch nur
tot.
Die Zeit verstrich
auf stehengebliebenen Uhren.
Nichts passierte.
Niemand ging vorüber.
Das Ich: ein unterbezahlter Nachtportier.
Immer wieder
nickte ich meiner Müdigkeit zu.
Nickte ich ein.
Die Tagträume der Schlaflosigkeit verwandelten sich
in traumlosen Schlaf.
Staub war von fremder Haut
gefallen
auf die Teppiche am Boden.
Totes Gewebe
das ich einatmete.
So gleichmäßig
wie man niemals atmet, wenn man
wach ist.
Endlos
hätte ich schlafen können.
Andere hätten es meinen Tod genannt.
Und ich wäre kalt gewesen.
So kalt & still.
Doch
Alles
vergeht.
Alles endet.
Auch solche Nächte.
Und jemand betrat meine Ruhe.
Das schwarze Kleid der Putzfrau endete
eine Handbreit über ihren Knien.
Die Hand
hätte meine sein können.


Kein Wunder

Kein Wunder, dass
Wir
Allein
waren

als
Wir
Uns
trafen

Kein Wunder, dass
Wir
am Ende
Wieder
Allein

Sein
Werden.


Rechtzeitig verschwinden

Ich habe keinen Regenschirm,
aufgespannt überm Bett,
trage keine Zipfelmütze auf dem Kopf;
zerdrücke kein Ungeziefer
zwischen meinen Fingerspitzen.

Die Vorstellung ist so poetisch;
das Bild so poetisch – &
(wie immer)
die Realität: ein
wahrer
Dreck
dagegen.

Ich friere.
Habe mir
zum ersten Mal in meinem Leben
Geld geliehen,
um heizen zu können.
Friere weiter.

Es kann nur
schlimmer
werden.

Viel mehr Alter
werde ich mir
nicht leisten können.

Rechtzeitig verrecken!
ist die Devise.

Ich arbeite daran.
Mein ganzes Leben lang.

Die einzige Arbeit, die
mir Spaß macht.

Erst glaubten sie,
ich würde meine Kindheit
nicht überleben.

Dann sagten sie mir,
ich würde keine 30 werden.

Und jetzt
hänge ich mit 52 immer noch
hier herum.

Kein Grund
zu lamentieren.

Denn
hätte der Mensch eine Wahl,
hätte ich diesen Weg gewählt.

Und es wird wieder
wärmer werden,
bevor es wieder kälter wird.

Und es bleibt
die Hoffnung –
rechtzeitig
zu verschwinden.

Vielleicht
in einem Bild.

Mit einem aufgespannten Regenschirm
über dem Bett;
einer Zipfelmütze auf dem Kopf –
während das Ungeziefer
mich auffrisst.


Was habe ich getan?

Ich wusste nicht, was ich tat.
Einmal mehr.

So oft
hatte ich nicht gewusst,
was ich getan hatte.

Hatte ich jemanden
geschlagen
oder
geküsst?

Jemanden
erschossen
oder
geliebt?

War ich
in einen Abgrund gestürzt
oder
gesprungen?

War ich gestorben
oder
flog ich auf einem Teppich
durch die Lüfte?

Ich wusste es nicht.

Ich weiß nie, was ich tue

in
Deinen
Träumen.


Die Gewinner von Nichts

Aus
einer zerstörten Beziehung
geht
der Selbstzerstörerische
vielleicht
als Sieger
hervor

Aber
am Ende
gewinnt
Niemand
Etwas

& Jeder

Nichts


Leider reimt es sich

Ich grüble mir ein Grab,
werfe Gedanken hinab;
darunter auch Gefühle
in die Grabeskühle.

Es ließ sich nicht ändern.
Oder wollte sich nicht ändern lassen.
Die Reime lagen zu nahe.
Dabei dachte ich, sie lägen
seit langem
hinter mir.

Tot & vergessen –
ein Zeichen von
Jugend.

Meiner Jugend.

Ein Irrtum.

Doch
wenigstens
ist der erste Reim
eigentlich nur
eine Täuschung.

Die Worte sind nicht
im Einklang
miteinander.

Das ist
ein Trost.


Kaputte Uhren

Traditionen
Gewohnheiten
Zerstreuungen

hängen an den Wänden
an den Mauern
des Lebens

wie kaputte Uhren

die
zu langsam
gehen

Wer sie nicht herunter
reißt

wird
die Zeit
nicht begreifen

& nie verstehen
warum das Leben
so
schnell
vergangen
ist


Herzversagen

Egal
in welcher Form der Tod sich nähert,
am Ende stirbt man
am Stillstand –

des Herzens.

Das Herz versagt.

Versagt
den Dienst.

Der Krebs
Die Leberzirrhose
Die Hirnblutung
Der Unfall
Der Mord
Der Selbstmord

Sie
Alle
sind
stärker.

Das Herz ist
schuld.

Es ist
so
schwach.

Man kann ihm
Alles
vorwerfen.

Das schüchterne Erröten
Die Erektion
Den Blutverlust
Das Leben

Man kann ihm vorwerfen,
was es tut;
man kann ihm vorwerfen,
was es nicht tut.

Und an allem, für das es
als Symbol steht,
trägt es ebenfalls die Schuld.

Und das ist
mitunter
schlimmer als
der Tod.

Ein Versagen
auf der ganzen Linie.

Einer Linie, die
von einem durchdringenden Ton begleitet wird,
den man nicht mehr hören kann …..

Einer Linie,

die
still
steht –


In einer Uhr

Sie lebte
in einer Uhr.
Sie lud ihn
zu sich nach Hause ein.
Er klopfte,
sie öffnete.
Da bemerkten sie
beide,
dass die Uhr
zu klein war.
Er konnte nicht eintreten,
sie wollte nicht
ihr Haus verlassen.
Er stand noch
eine Weile
vor der Uhr.
Dann ging er.
Auch die Uhr ging.
Und die Zeit,
die sie zeigte,
war
immer
»Zu spät«.


Die letzte Fliege

Alle Fenster waren zu,
(wie immer)
die Türen, die in die Außenwelt führten,
geschlossen
(wie meistens)
seit Wochen ….
Es war Mitte Dezember ….
Wo war sie hergekommen?
Ich konnte es mir nicht erklären.
Ein beinahe hysterisches Summen;
ein hektisch-verschwirrter Punkt
in meiner Einsamkeit.
Eine Störung im Alleinsein.
Vielleicht war sie
die letzte Fliege des Jahres –
sehr wahrscheinlich aber
die letzte, die ich sehen würde …..
Zumindest in diesem Jahr.
Immer wieder
kreiste sie
um meinen Kopf,
berührte mich.
Sie machte mich
nervös.
Es dauerte nicht lange
bis
ich
sie
hasste.
Und sie wollte einfach nicht landen.
Nirgends sich niederlassen, wo ich
sie hätte erschlagen können.
Irgendwann sah ich sie nicht mehr,
doch hörte sie weiterhin pausenlos.
Sie war lauter als die Musik.
Lauter als mein Tippen.
Lauter als der Regen,
der nach dem Schnee gekommen war.
Sie wollte sich nicht beruhigen –
sie konnte sich nicht beruhigen;
während ich
immer unruhiger wurde.
Hass & Mordlust
gegenüber einer Störung
ohne böse Absicht …..
Schließlich verließ ich den Raum, den
sie nicht verlassen wollte,
obwohl ihr die Tür offen stand.
Ich hoffte, dass sie mir nicht folgen würde
ins Schlafzimmer …..
Ich legte mich in das Bett, das
nur noch
nach mir
roch
& träumte mich fort.

Als ich wieder zu mir kam –
oder wohin auch immer -,
ging ich in das Fliegenzimmer.

Sie hätte ein Fussel sein können.
Von oben betrachtet sah sie aus wie der Fussel
eines schwarzen Wollkleides; oder
einer Socke.
Sie lag
vor meinem Schreibtischsessel.
Auf dem Rücken.
Ich tippte
sie an.
Berührte sie.

Kein Summen,
keine Hektik,
keine Hysterie,
keine Störung,
keine Mordlust,
kein Hass …..

Nur eine Ahnung davon
wie
verzweifelt
sich
ALLE
gegen den Tod
zu wehren
ver-
suchen.


Der Glaube

Ich glaube
wer glaubt
der Tod sei
nicht
das Ende
neigt noch mehr als
alle Anderen
zur
Vergeudung von Zeit

Nein –
ich glaube es nicht –
ich denke es

Denn
Eines weiß ich:

Ich glaube
an
Nichts.


Sofort

Wenn mein Tod ein Beweis ist
dafür
wie Lebenszeit verschwendet wird

Wenn mein Tod
Dir
die Augen wäscht

damit Du
endlich
sehen kannst
was
verschwendete Zeit
bedeutet

möchte ich
nur noch
sterben.

Sofort.


Immer da


»Hey, ich bin immer da,
wenn Du mich brauchst.
Also – da eben, irgendwo,
wo Du mich nicht
erreichen kannst;
wo es
kein Netz gibt.
Wo ich tanzen kann
& Spaß haben,
während es Dir
dreckig geht.
Während Du
Dich selbst zerstörst.
Warum auch immer.
Mein Name ist
der neue Name Deiner Einsamkeit,
der neue Name Deines Alleinseins.
Ja, ich glaube an Bestimmung.
Ja, ich glaube an Gott;
er ist immer da ….«

Worte, die durch einen besoffenen Kopf schwappten.
Der Mann saß an der Theke. Allein. Blickte
in den Spiegel hinter den Flaschen.
Der Spiegel war fleckig. Die Flaschen glänzten.
Ein Fenster wurde gespiegelt. Im Fensterrahmen
das Spiegelbild einer Kirche.
Es war Mittag.

Zu platt, dachte der Mann,
diese Symbolik. Nur
schlechte Literatur &
das Leben
sind voll von solch platter Symbolik.
Es wäre nett, wenn die Kirche brennen würde.
Ein schönes, gespiegeltes Feuer, das ins Bild,
das in den Rahmen passen würde …..
Und ich würde in das Feuer pissen.
So, wie ich auf alles pisse & scheiße, was
hinter mir liegt. Hinter mir – wie
dieses Fenster in meinem Rücken.
Ich denke wirr.
Egal.
Solange ich nicht
Wir
denke.
Ja – sie ist immer da. Irgendwo. Wie
die Einsamkeit.

»Noch einen. Bitte.«
Irgendeine Klarheit plätscherte ins Glas.
Ein Duft, ein Verprechen.
Etwas, das Betäubung verprach,
Ende & Tod – wenn man nur
konsequent genug war.

»Ich denke an Dich.
Immer.«

Immerdar.

Die Musik war
ein banales Hintergrundgeräusch, das
zu diesem Ort passte.

Ich könnte dazu tanzen, dachte der Mann.
Wenn ich tanzen könnte. Und wenn ich es
wollte, könnte ich es wahrscheinlich sogar.
Ich könnte auch Spaß haben. HaHa.
Wie war nochmal der Name
des Alleinseins?
Ich komm´ nicht drauf …..
Unwichtig. Irgendwann wird er
mir wieder einfallen.
Wenn ich
so inkonsequent sein sollte,
dann noch zu leben.
HaHa.

»Noch einen?« fragte der Barkeeper.
»Nein danke. Zahlen.«
Das Trinken war hier einfach zu teuer.
Der Mann konnte es sich nicht leisten.
Flaschen mussten her.
Irgend etwas
Billiges.
Das man alleine trinkt.
Das man in einer Wohnung trinkt, in der
niemand ist
außer
man selbst (oder das, was man dafür hält).

Ja, die Flaschen sind immer da,
wenn man sie braucht. Immer erreichbar.
Wunderbar austauschbar.
In der Hausbar. HarHar.
Selbst wenn sie leer sind, sind sie da;
nachfüllbar.
Ein Brand. Ein Feuer. Ein Brennen.
Ja, ich denke an sie.
An die Flaschen.
Woran auch sonst?
Immer.

Und als er die Bar verließ, schaute der Mann
nicht auf die Realität dessen, was er
durch das Fenster im Spiegel
gesehen hatte.


Das alte Radio

In meiner Kindheit war ich
klug. –
In meiner Jugend
dumm. –
Nun –
ist es
zu spät.
Ich liebte das Radio, das
auf dem Nachttisch meines Vaters stand.
Das warme Licht
der Röhren;
die Zahlen
der Skalen;
die Knöpfe,
die Tasten,
die Regler.
Den Klang.
Irgendwann kaufte er sich
ein neues Radio.
Transistoren.
Kalte Farben.
Kein Licht.
Ein flacher Klang.
Ich bekam
das alte Radio.

In meinen schönsten Kindheitsnächten
war es meine einzige Lichtquelle,
mein schönstes Geräusch,
wenn alle schliefen.

Ein Rausch.
Eine Wärmequelle.
Ein Lagerfeuer.
Stimmen & Noten.

»Kann das weg
oder willst Du’s behalten?«
fragte meine Mutter.
Sie mistete den Keller aus.
Lange
nach dem Tod meines Vaters.
Ich war kein Kind mehr.
War
voller Hass
auf
Vieles.
Voller
Gleichgültigkeit.
Voll
scheinbarer
Kälte.
Und doch
voll
Feuer.
Ich war –
keine Ahnung.
»Weg«, sagte ich. »Das
brauche ich
nicht
mehr.«

Es gibt noch
alte Schwarzweiß-Photos,
auf denen das Radio
zu sehen ist.
Mein Vater liegt daneben.

Photographierte
Musik.

Ich bin
kein Kind mehr.
Nicht mehr jung.

Klugheit
Dummheit
Hass
Gleichgültigkeit

Was gäbe ich
heute
für das warme Licht der Röhren;
die Zahlen der Skalen;
die Tasten;
die Regler;
den Klang …..

Dieses Geräusch.
Diesen Rausch
der Kindheit.

Dieses Feuer.

Vielleicht
ist auch das
nur
Dummheit …..

Wie auch immer –
es
ist
zu
spät.


Happy End

Eine Binsenweisheit –
eine weitere:

Das Happy End
der Liebe
ist
der gemeinsame Tod.

Vielleicht
sollten
Wir
Uns
rechtzeitig
ausblenden

aus unserem Film ……

Solange
das Lebenslicht
unserer Liebe
noch
so grell
leuchtet

dass Wir
unsere glänzenden Augen
beschatten
müssen


Das Atmen der Wände

Auf Wände starren
in einer Nacht, die
verstummt ist
wie das Gedächtnis eines
geistig Umnachteten

Das Vergessen ist ganz still

& die Wände atmen
durch die Löcher, wo
einst Bilder hingen

Schwarze Punkte
die den leeren Blick einfangen

Bilder
die kein Nagel mehr
ertragen kann

Das Atmen der Wände ist
vielleicht
das Letzte
was man
hören wird

Nichts schweigt
so grausam
&
so schön

wie

das Vergessen


Die Telephonbücher meiner Kindheit

In einem verwitterten Regal
in meinem Keller
liegen sie noch –
die Telephonbücher meiner Kindheit
(aus einer Zeit, da kaum jemand
Telephon mit f schrieb).
Totenbücher, stumm bevölkert von
Verstorbenen. –
Nummern, die es nicht mehr gibt.
Nummern, ohne Anschluss.
Nummern, die niemand mehr wählt.
Abgerissene Kontakte.
Adressen, die noch existieren.
Adressen, wo Fremde wohnen.
Straßennamen, die zu Bildern werden.
Spielplätze der Phantasie.
Überlebende, die woanders leben.
Überlebende, die geblieben sind.
Und jeder Raum zwischen den Zeilen
ist ausgefüllt von unzähligen
Ungeborenen ……
Fremde auch sie.
Dein Name steht nicht darin;
er kann nicht darin stehen
nach menschlichem Ermessen.
Doch manchmal lese ich ihn
trotzdem –
ein unsichtbarer Schriftzug, den
nur
ich
entziffern kann.
Eine Nummer, die ich
wähle.
Die Bücher sind vergilbt.
Die Bücher sind verstaubt.
Sie riechen nach Keller.
Doch manchmal rieche ich
in ihnen
Dich.
Dann ist es
als ob
Du
in meinem Keller sitzt.
Oder
in meiner Kindheit.
Oder
in meinen Erinnerungen.


Still sitzen

Ich möchte nur
so still sitzen
dass
die Asche
nicht
herunter
fällt

Ich rauche
Sie brennt

Ich brenne
Sie raucht

ganz still.

Unsere Asche
berührt
nicht
den Boden.

Wir sitzen
so
still


Die Vernunft

Wie ein Toter
der bloß
in fremden Träumen auferstehen kann
lag er begraben
in seiner Einsamkeit

Die festgetretene Erde des Vergangenen
lastete auf ihm

Niemand träumte
in seiner Umgebung

Da war kein Raum
durch den er sich
hätte bewegen können

nichts als
leere Wirklichkeit

über ihm

Dann betrat
die Vernunft
sein Grab

legte sich
nackt
darauf nieder
& schlief ein

Er
erstand auf
nackt & bloß
& bewegte sich
durch die Räume ihrer Träume

die
wie gemalt aussahen

erfüllt von
Musik

Dort fand er
was er
längst
nicht
mehr
gesucht hatte

Und er wurde
süchtig
nach
ihrem
Schlaf

ihrer
Ruhe

nach
ihren
Träumen

in denen er
leben
konnte

end
lich


Schatten unter den Augen

Die Schatten unter den Augen
meines Vaters
auf dem letzten Foto
vor seinem Tode
sind die Schatten
in mir.

Manchmal sehe ich sie
in meinen Augen.

Und immer häufiger
darunter.