Schlagwort-Archive: Philosophie
Fast konnte ich
ihn riechen
den Bleistift in meiner Hand.
»Ist es nicht furcht
bar«, sagte der Mann mir
gegenüber, »was
der armen Frau geschehen ist?«
Wie spitz er war,
der Bleistift; fast schon
überspitzt. Ich bildete
ein »Pff« mit Schneide
zähnen & Unterlippe.
»Mir scheißegal«, sagte ich. »Wie«,
sagte er, »kann man nur
so kalt
sein?
So mitleid
los.« »Es ist Kunst«, er
widerte ich. »Reine
Fiktion. Mir wurscht,
was der passiert ist.«
Auch der Kaffee war kalt. »Ich
leide immer so
mit«, sagte der Mann. Ich
hatte auch gerade so’n hexa
gonales Gefühl zwischen meinen Finger
spitzen. Fast konnte ich
ihn riechen. »Am Schrecklichen«,
sagte ich, »interessiert mich nur
der Stil.« Ganz entgeistert
schaute er mich an. Was
mich nicht wunderte. Schön
& gefühlvoll waren seine Augen.
Er stand mir
nahe. Wie ein Blitz
musste es geschehen.
Ich hob die Bleistiftfaust
& stach zweimal
stich!stich! zu.
In die schönen, in die gefühlvollen
Augen. Tränen aus Gelee
quatschten aus den Höhlen,
sickerten über die Wangen. Er schrie
nicht. Er
lächelte. »Ja«, sagte
er (fast begeistert) »jetzt
sehe ich es
auch.«
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Ich erinnere mich
Vor Jahrzehnten
Ein Mal gehört
zu haben
Wie Wolfgang Hildesheimer sagte
Er halte es für wichtig
Erfahren
zu haben
Dass Immanuel Kant
Täglich masturbierte
Um den Kopf
Frei
zu bekommen
Hildesheimer hat recht
& Kant natürlich auch.
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Die Vergangenheit war
zusammengebrochen. Unter mir.
Wie ein alter
Gaul, der verendet
war. Zu Tode
geritten von meiner Erinnerung.
Es war Zeit
zu gehen. Selber zu gehen.
Allein zu gehen.
Aufzustehen. Sich
umzusehen im Nicht
Vergangenen.
Ein altes Vieh war ich
selbst inzwischen. Ich
durfte vergessen –
vergessen & mich
nicht erinnern, was
Zukunft ist.
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Kälte, Nebel, buntes Laub.
Blaue Plastiktonnen stehen am Straßenrand, als warteten sie auf
die innere Leere. Ein Mann,
der vermutlich alt ist, bückt sich
nach einem Zettel, den der Zufall fallengelassen hat.
Vielleicht stört das den Ordnungs
Sinn des Mannes; vielleicht
hat es aber auch einfach
Nichts
zu sagen, dass er ihn aufhebt. Mag
Sein, dass in die blaue Tonne gehört,
was der Mann dann in der Hand hällt. Genau
so gut aber könnte der Zufall exakt
gezielt haben. Die Hand am Deckel
der Tonne, will der vermutlich Alte den Zettel wahr
scheinlich entsorgen (wie man so sagt, als gäbe es so etwas
wie Entsorgung); da fällt
sein Blick auf
spitzig winzige Bleistiftschrift:
Du hast Angst vor der Zukunft,
dabei läuft sie vor dir davon.
Alles, was du zu fassen bekommst,
ist Gegenwart.
Du glaubst, die kommende Gegenwart
nicht bewältigen zu können.
Dabei gehst du
davon
aus, ihr so zu begegnen, wie du jetzt bist.
Du übersiehst deine eigene Entwicklung,
dein inneres Wachstum.
Was du zur Zeit tust, hättest du dir noch vor einem Jahr
nicht zugetraut. Und selbst ich, der ich dir mehr zutraue
als du dir selber zutraust, würde meine leisen Zweifel gehabt haben,
hättest du damals tun müssen, was dir jetzt beinahe leicht fällt.
Der Mann betrachtet das Haus
hinter der Tonne, nachdem er zu
Ende gelesen hat. Er erinnert sich
an das Haus. Das Haus, das aussieht, als sei es
vergessen worden von allen anderen.
Und die Schrift ist wie seine eigene
vor Jahrzehnten. Blau sind
die Tonnen fürs Altpapier. Und rot
2 Worte
auf der Rückseite des Zettels (doch
wer kann wissen, welche
die Rückseite ist):
zu kitschig
steht da. Der Mann
sagt »Nein« zu sich selbst.
Dann verwahrt er den Zettel
in der Innentasche seines Mantels,
der vermutlich alt ist. Heute
werden die Tonnen geleert, denkt er, so
ein Glück. Noch vor wenigen
Stunden blutete sein Zahnfleisch; da
schaute er in einen Spiegel & hatte rosa Schaum
vorm Mund. Er überprüfte, ob sich
ein Zahn gelockert habe, dann
lächelte er über eine unsinnige Frage,
die ihm in den Sinn gekommen war:
Warum
wurde noch kein Schmetterling
nach mir benannt? Die Antwort
ist einfach. Die Schrift
in Rot scheint dieselbe
zu sein wie die in Bleigrau.
Doch wer kann da schon
sicher
sein
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Angst, Kultur, Lyrik, Philosophie, Zukunft | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Im Fernsehen sprach ein Toter.
Er sprach über ein Buch.
Das Buch eines anderen.
Ich wusste, er, der da redete,
war tot
als ich ihn sah, doch
er redete sehr lebendig
als er redete. Ja,
er ist tot, und das Buch lebt.
Er war begeistert davon.
Und voller Leben. Da
wurde mir klar: etwas von dem
Buch war mit ihm
gestorben.
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ich ging vorbei
wie mein Leben
eine unscharfe Reflexion
in Bewegung
auf dem Glas eines Schaufensters
in dem nichts war
als Leere
irgendeine Handlung
war pleite
gegangen & die Räume standen verlassen
ich ging so schnell
vorüber, dass ich die Leere leicht
hätte übersehen können
doch ich nahm sie
wahr
wahr – wie die Gesichter der Passanten
die im Hintergrund sich spiegelten
während ich vorbeiging
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»Bilden Sie einen Satz
in dem indem zusammen
geschrieben wird.« Der Lehrer
rief mich auf, obwohl ich
mich nicht gemeldet hatte.
Ich meldete mich nie.
Ich sagte: »Ich langweile mich,
indem ich hier sitze.«
Die meisten Mitschüler lachten.
Der Lehrer grinste
bloß. »Niemand«, sagte er,
»zwingt Sie hier
zu sein.«
Das stimmte
nur bedingt.
Wo war man schon
frei? Oder auch nur frei
willig? Vielleicht
in Gedanken. Aber auch
dort nur bedingt. Eigentlich
hatte ich gelogen. Ich
langweilte mich gar nicht.
Weil ich mich nicht langweilen kann.
Ich war einfach
ganz woanders gewesen
in Gedanken. Dort
wurde es niemals langweilig.
Der Lehrer mochte mich,
und inzwischen ist er
tot. Ich lebe noch
& mochte ihn auch.
Wie die Grammatik.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Erinnerung, Grammatik, Jugend, Kultur, Lyrik, Philosophie, Schule, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Mit meinen eigenen Augen
(mit welchen auch sonst) beob
achtete ich den lautlosen Fall eines
Schattens. Der Schatten fiel auf
den Boden, knickte ein
an der Wand & versch
wand durch die Tür. Nacht
schwarz & nackt war er ge
wesen. Dieser Nacht
ähnelte Nichts. Und doch
war Nichts ganz
anders. Als ich
das Licht aus
machte, war Schatten über
all im Schlaf
Zimmer. Ganz tief
sinnig hätte man werden können,
aber zum Glück gab es das Rauschen
der Klospülung nebenan. Dort
wo die Schattenwerferin
der Natur gehorchte – so
wie jeder Schatten,
der fällt, wohin
er fallen muss.
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Nein!
Das ist kein
Tinnitus – Das ist
Das Denken
an einen Ton –
Der Gedanke
einer Schwingung –
eintönig wie der Gesang
eines kaputten Vogels –
Wo kommt er her?
Der Ton – ist er Teil
einer Melodie
die Niemand kennt?
Eine vereinsamte Note
verstoßen aus der Harmonie?
Nein! Das ist
kein Tinnitus – Das ist
Die Vorstellung einer Erinnerung –
Vergangener Schall
in einer bestimmten Höhe –
von der Niemand weiß
Was sie bestimmt hat –
Ich träume mich
durch die Schlaflosigkeit – wach
gehalten durch Etwas
das nicht existiert – nur vielleicht
in mir
»Ich kann nicht schlafen«
sagte sie – neben mir
in der Dunkelheit – Doch
mein »Ich
auch nicht« hörte sie
schon nicht
mehr
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»Ich dachte immer,
ich«, sagte sie, »rede
wenig. Aber du«, sagte
sie, »redest so wenig,
dass ich«, sagte sie, »mich
erst wieder ans Zuhören gewöhnen muss,
wenn ich mit anderen zusammen
bin.« Ich sagte
nichts & grinste. Geschmeichelt. Mir
gefiel, was sie sagte; die Geliebte. Wir
saßen in einem Garten, und
solches Wetter wurde gemeinhin
»schön« genannt. Hummeln summten.
Weil sie sich bewegten. Ich
konnte nicht fliegen. Was
wahrscheinlich niemanden überraschte –
mit Ausnahme der Schmetterlinge,
die auch nicht viel reden. Mir fiel
nichts ein. Außer Leerzeichen. Ich
hörte Stimmen in der Nachbarschaft
& stellte mir die Wörter vor, wie sie
in geschwungenen Blasen über den Köpfen
schwebten. Ein wenig
Wind bewegte die Wiese, und
auf einer alten Tonbandaufnahme behauptete
meine tote Mutter von mir: »Er redet nicht,
wenn Fremde dabei sind.« – sie sagte das
mit ihrer Stimme von 1966, aber es hatte
schon damals nicht gestimmt. Ich sah die Blasen
platzen, und die Menschen wurden besudelt
von ihren eigenen Worten. Die Sonne
verbrannte das Gras, und die Geliebte
beobachtete einen Falter, der
wie eine zitternde Blüte auf einem Ast saß.
Auch Insekten sind mir fremd. Ich sagte:
»Das ist schön«. Wusste sie,
was ich meinte? Wahrscheinlich schon.
Aber dass dieser Anblick schön war,
wusste sie selber. Ich
hätte es nicht sagen müssen.
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Ein Mann ging
Aus
Draußen ging er
vorbei. Es sah
Aus
als werde er
von seinem Schatten gezogen.
Wäre das Licht
Aus
gegangen, wäre er
stehen geblieben. Vielleicht.
Drinnen warf ich
meinen Schatten
mithilfe des Scheins
einer kaltleuchtenden Lampe.
Ich schaute
Auf
vom Buch, ich weiß
nicht mehr, welches
es war. Die Realität
schien unwirklich
im Vergleich. Der Mann
ging vorbei. Nun
gut, jeder geht mal
Vorbei
wie jeder Augenblick.
Niemand
hält ihn auf. Und das
Alles hat
Nichts
zu bedeuten.
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Je besser man jemanden kennt,
desto seltsamer er
scheint es, ihn
im Spiegel zu sehen.
So verkehrt. Es sei
denn, es handelt
sich um einen selbst.
Da ist das Verkehrte
das Gewohnte. Und
man braucht mindestens 2
Spiegel, um sich
richtig zu sehen.
Schon seltsam,
was für Gedanken
einem durch den Kopf gehen können,
im Angesicht einer Fläche
aus rückseitig beschichtetem Glas.
Ich schaue hinein
& weiß
nicht mehr, wen
ich besser
kenne
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie, Wahrheit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Ich sehe
was, was
du nicht
siehst«, sagte der Mann.
Sein Augen
Blick spiegelte Leere. Das
war ein Widerspruch –
& kein Kinderspiel.
»Seltsam«, sagte der Andere,
»was könnte das sein?«
»Das, was sein könnte.
Das sehe ich«, sagte der Mann.
Im Blick des Anderen
spiegelte sich die Gegenwart
des Mannes. Zumindest dessen An
wesenheit. Dies war ein Moment,
in dem man einen Kaffee umgerührt hätte,
der längst umgerührt war – nur
um Zeit zu gewinnen. Vor dem nächsten Satz. Aber
da war kein Kaffee mehr – & auch
keine Zeit. Und Nichts
zu gewinnen. »Also ich«, sagte der Andere, »sehe
– was da ist. Was nicht da ist –
sehe ich nicht.«
»Klingt nach Zufriedenheit«, sagte der Mann.
»So weit würde ich nicht gehen«, sagte der Andere.
»Vielleicht nicht
so weit – aber
du bist auf dem Weg. Immer
hin.« »Immer
hin«, wieder
holte der Andere. In Gedanken
versunken. Eine Frau kam
an den Tisch. »Darf’s noch
etwas sein?« fragte sie.
›Etwas sein?‹, dachte der Mann –
›Ja! Das wäre schön.‹
»Nein«, sagte der Andere,
danke. Ich möchte
zahlen.«
Es war Zeit
zu gehen. Wohin
auch
immer.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Der Mann B.
fand sich halb
liegend im Bett & las
in einem Buch
Die Frau B.
fand sich auf
recht im Bett & las
in einem Buch
Das Bett war ein
& dasselbe, man konnte es
ihr »gemeinsames« nennen
Die Romane in ihren Händen
hatten nichts miteinander
zu tun
Die Fremden aus den fremden
Fantasien wussten nichts
von einander
Sie handelten
nach den Gesetzen
ihrer fiktiven Welten
erdacht von ihnen
Unbekannten die geglaubt hatten
Wirklichkeiten zu erschaffen
Sie hatten nichts miteinander
gemein »Ist es
gut?« fragte die Frau
irgendwann
»Ja«, sagte der Mann,
»und deins?«
»Auch«, sagte die Frau.
Schweig
end lasen sie
weiter …. gefangen
in ihren Vorstellungen
von den Fremden
aus den fremden Fantasien
von den Wirklichkeiten
die keine waren
erdacht
von Unbekannten
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Phantasie, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich suche mich
zu erinnern was
ich als Kind
er
wartete
vom Leben
in meiner Zukunft.
Es fällt
mir
Nichts
ein. War
es das
was ich er
wartete
oder ist vergessen
in mir was
ich dachte
? Ich denke ich
weiß es
nicht. Ich denke
ich hatte niemals
eine Ahnung.
Er wartete
der kleine Junge
der sich Ich
nannte wie ich
mich Ich nenne
als wären wir
ein Ich. Wartete er
auf mich? Ich
suche mich. Versuche
& vergesse mich.
Finde mich zu
weilen in der Erinnerung
wie
der –
in den vergangenen Gedanken
an die Zukunft die
Jetzt ist.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kindheit, Kultur, Leben, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein von 45 Jahren zerfetzter Sonnenschirm
steht auf meiner Terrasse. Zum ersten Mal
wieder auf
gespannt seit ich
weiß nicht wann. Ich kenne ihn aus
meiner frühen Vergangenheit. In der stand
ein anderes Haus. Unter derselben
Sonne. Unter mir
Moos & Unkraut auf
schweren Steinplatten. In einem benachbarten
Garten erklingt ein Kind
wie das verrostete Scharnier einer alten Tür. Hinter der Tür
schläft die Angst
vor dem Erwachsenwerden.
Das Kind ist nicht ein Kind
wie ich eins war. Und bin.
Neben mir liest eine junge Frau
in einem Buch, das ich nicht kenne.
Sie trägt einen Bikini, und ihr nackter Fuß ruht
auf der Lehne meines Sessels. Ich
sehe einen Hut aus Stroh. Mit
einem roten Band. Und eine Biene
auf der Blüte einer Blume, die ich genau so
wenig kenne wie das Buch. Alles
könnte ein Gemälde sein. Von einem unbekannten Meister. Oder
das Werk eines toten Dichters. Unveröffentlicht
für immer. Ich ließ es
mir träumen. Doch wagte es nicht
zu hoffen. Mehr
weiß ich nicht über das Leben.
Mehr brauche ich nicht
zu wissen. Und der Schirm
spendet kaum
noch Schatten.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Betrachtung, Beziehung, Kindheit, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Du vergleichst
Dich mit Anderen
& leidest
da
runter
weil Du sie nicht
siehst wie sie sich sehen
weil Du sie nicht
siehst wie ich sie sehe
weil Du Dich nicht
siehst wie ich Dich sehe
Du vergleichst
Dich mit Anderen
als er
gäbe es einen Sinn
Du vergleichst
Dich mit Anderen
als wärest Du
vergleichlich
Gleich
geht der Mond
auf
& spiegelt seine Spiegelung
des Sonnenlichts in den Regen
Pfützen der Nacht
Daneben
am Boden:
ein einzelner Tropfen –
er scheint
zu sein
wie die Anderen
Doch
ich weiß es
besser
Aus
der Nähe erkenne ich
Meer & mehr
in Dir
Und glücklich sind die Anderen
die sich nicht
vergleichen
mit Dir.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wir saßen auf dem Sofa.
Sie sagte: »Wollen wir
Strip-Poker spielen?«
»Okay«, sagte ich, »dann
zieh dir mal was an.«
Für einen Augenblick
schien es
als hätten wir verstanden,
worum es im Leben geht.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Das Herz bleibt
stehen
auf
recht
ohne sich
aus
zu ruhen
Es bleibt
Nichts
Anderes
übrig
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Leben, Liebe, Lyrik, Philosophie, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Solange ich mein Bewusst Sein
Nicht verliere
Macht mir meine Ohnmacht
Kaum Etwas
Aus
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Irgendwann ist hinter dem Berg
vielleicht kein Platz
mehr. Alle Wahrheiten & Gefühle
mit denen hinter dem Berge gehalten wurde
liegen dort. Alles erinnert
an eine gewaltige Müllhalde. Und man weiß
gar nicht, ob man sich wünschen soll
jemals über den Berg zu kommen.
Vielleicht würde man dort nur
auf Fremde treffen….. verborgen
im Ungeliebten. Aber
was bleibt
Einem schon übrig – außer
zu klettern & zu
fallen, wieder zu klettern &
zu wünschen?
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Das Leben«, sagte er. Es
klang wie eine Antwort.
Zu spät
war ich vorüber gegangen
an ihm & an ihr. So
hatte ich die Frage
nicht hören können,
die sie vielleicht gestellt hatte.
Dass ich noch immer unterwegs war,
hatte einen banalen Grund. Sinn
los – darüber zu reden. Ich
wollte nur noch
nach Hause. Über
all war es mir zu hell. Es war
nicht meine Zeit.
Schließlich schien die Sonne, und
eine Krähe landete
auf ihrem Schatten. Punkt
Landung eines Symbols.
Zumindest hätte man sie dafür
halten können. Der Mann
& die Frau erschienen
mir jung. Vielleicht hatten sie
einen besseren Grund, unterwegs
zu sein. Einen triftigeren als der Passant,
der ich war. Und falls sie glücklich waren,
bemerkten sie mich nicht. ›Das Leben‹ – wo
möglich gab es gar keine Frage, womöglich
war es gar keine Antwort gewesen. Nur das Bruch
Stück einer bedeutungslosen Unterhaltung. Nur
das Ende
eines Satzes. Eines Satzes, der bei
nahe Nichts
Aus
sagte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich bin
wie Jeder.
Ein aus dem Zusammenhang gerissenes
Zitat. Aus
einem Werk, das Niemand
kennt. Was
ich wirklich zu bedeuten habe, weiß
nicht einmal ich
Selbst. Vielleicht er
gebe ich einen Sinn, schein
Bar, während ich für mich alleine
stehe. Los
Gelöst aus dem Kontext. Vielleicht
Würde das Werk verfälscht
Werden ohne mich. Und ebenso viel
leicht wäre das egal. Wo
möglich besitzt es so
Wieso keinen Wert. Schund. Sonst
Nichts. Zusammen
Gesetzt aus vereinzelten Zi
Taten. Ich
weiß es einfach
nicht. Ich kenne ihn
nicht: den In
Halt des Ganzen. Ich bin
wie je
der. Her
Aus
Gerissen stehe ich
für mich
All
ein
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ach, ich weiß es doch auch nicht.
Ich sitze in der Finsternis &
schieße wild um mich.
Eigentlich, so denke ich mir,
müsste ich auf diese Weise
überall ins Schwarze treffen.
Aber genauso gut könnte ich einfach
die Augen schließen – wie so Viele –
& glauben, getroffen zu haben.
Das Ziel ist meistens woanders.
Fehlendes Licht bedeutet gar Nichts.
Alles geht vorbei. Auch in der Dunkelheit.
Solche Gedanken denke ich
niemals zu Ende. Denn wenn
ich es täte, müsste ich
schweigen.
Am besten – man schläft einfach.
Dafür ist die Finsternis
wie gemacht.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Es gibt sie schon seit langer Zeit
nicht mehr –
diese Musikkassette
aus
meiner Vergangenheit. Es gibt nicht einmal mehr
ein Abspielgerät in meinem Auto, das auch
ein anderes ist
als damals. Alles
ist anders. (Überholte Technik.) Selbst
ich
vielleicht?
Nein, das ist nur Schein. Eine Täuschung. Ich
bin weniger. Gleich. Und mehr. Zugleich.
Ich erinnere mich
nicht mehr,
welche Songs auf dieser Kassette waren –
also auch nicht an die Reihenfolge,
in der ich sie hörte – wenn ich unterwegs war.
Wohin auch immer.
Bei Musikkassetten gibt es keine
zufällige Wiedergabe.
Man weiß immer, was einen als Nächstes erwartet. Wenn man sie kennt.
Manchmal war das gut, und manchmal nicht.
Manchmal war nicht gut, was als Nächstes kam,
und manchmal war es nicht gut, zu wissen, was kommen würde.
Manchmal beides. (Was bedeutet, dass man sich
manchmal sogar freute – auf das, was nicht gut war.)
Man hatte die Möglichkeit
vor- oder zurück-
zu spulen…….
Dass das gefährlich sein konnte
während der Fahrt, war mir
gleichgültig. Aber es war mir meist
zu umständlich. Und beinahe
nie traf ich exakt
Anfang oder Ende
– wenn ich es doch
einmal tat.
Und jetzt habe ich also vergessen:
Welche Lieder. Welche Reihenfolge.
Und doch:
zuweilen höre ich 1 dieser Lieder wieder –
irgendwo – durch Zufall (wenn es Zufall ist) –
& wenn es zu Ende geht, erwarte ich
nach einem kurzen Moment
der Stille
etwas ganz Bestimmtes.
Ich erwarte, einen ganz bestimmten Song zu hören.
Fast höre ich ihn schon. Tatsächlich. In mir.
Ein Teil der vergessenen Reihenfolge ist wieder da!
Ich erinnere mich. Doch
er kommt nicht – dieser eine, bestimmte. Er kommt
niemals. Dieser Zufall (wenn es Zufall wäre) wäre
zu groß.
Zu groß: die Zahl der Möglichkeiten
in einer Welt voller Lieder.
Zu klein: der Ausschnitt davon
auf der Musikkassette.
Es kommt: immer ein anderer.
Und käme der ›richtige‹ Song einmal doch,
würde man vielleicht wahnsinnig werden.
Und da das nächste Lied nicht kommt,
erinnert man sich nicht an das übernächste.
Ach, es ist
& bleibt
kompliziert.
Und die Kassette war
ein Geschenk.
Vielleicht wäre es besser
nicht
darüber
nach zu
denken. So
wie Die
jenigen, die meinen, es ginge
hier
um
Musik.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erinnerung, Jugend, Kultur, Lyrik, Musik, Philosophie, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Ich habe nicht geträumt«,
sagte der Erwachte
nach langem Schlaf
Er kannte
weder Wissenschaft
noch Forschung
Zu tief
hatte er geschlafen
um sich erinnern zu können
»Ich bin kein großer Träumer«, sagte er
& glaubte doch
an Gott
Ich
schlafe schlecht & erinnere mich
an Alles
Daher brauche ich
an die Träume nicht
zu glauben
Ich wache
oft & kenne sie
Ich ungläubiger Mensch
bin ein großer
Träumer
rein
rational
betrachtet
Amen!
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie, Religion, Traum, Wissenschaft | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
1.
Es gibt sie nicht –
die gescheiterten Existenzen.
Wenn
sie existieren.
2.
Man wird geboren
& soll sich anschließend
auch noch eine Existenz aufbauen?
3.
Die Existenzgründung ist
doch nur –
eine Empfängnis.
4.
Sie existiert nicht –
die Existenzberechtigung.
Denn
sie ist nur ein Traum
der Existierenden.
5.
Es gibt sie nicht –
die gescheiteren Existenzen.
Denn
was lebt –
ist dumm
an sich.
6.
Dies
ist der Beweis.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie, Unsinn | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Da saß er also
& schaute hinab auf den Schatten,
den die Sonne aus ihm machte.
Der Schatten war lang, denn
die Sonne schwamm tief im Abendhimmel –
hinter der Bank, auf der nur er
allein saß.
Gegenüber, auf der anderen Seite
der Straße, befand sich ein Spielplatz, kinderlos;
der Schatten des Mannes reichte nicht bis dort.
Wenige Menschen gingen vorüber. Diesseits
der Straße. Betraten die dunkle Zone
auf dem Gehsteig. Die dunkle Zone, die
sich bewegte, wenn der Mann auf der Bank
sich bewegte. Doch er bewegte sich nicht –
wenn sie betreten wurde.
Wer bist du? dachte der Mann.
Die Silhouette blieb stumm.
Und die Menschen waren fort.
Ihre eigenen Schatten hatten sie mitgenommen.
Erinnerte Bilder glitten über eine Rutsche
abwärts – – – – – & landeten im Sand.
Hunde hatten in den Sand geschissen. Doch
das war egal.
Das Klettergerüst der Gedanken rostete in der feuchten Luft.
Der Mann spürte die Wärme im Rücken. Die Wärme, die
ihn kalt ließ.
Auch kleine Lampen bilden Schatten.
Und ich liebe sie
mehr als jedes Licht der Sonne.
Die Lämpchen. Und die Schatten. Und ihr Spiel.
2 Absätze klangen wie eine Uhr im Vorübergehen;
Frauenfüße in offenen Schuhen. Leise
in der Ferne. Lauter werdend. Am lautesten
in der dunklen Zone. Dann: leiser werdend. Und
vergangen. Im Licht. Verschwommen.
Er lächelte.
Die Sonne macht sich was aus mir.
Sie macht mich zu einem Schatten.
Zum Schatten meiner Selbst.
Es ist ein Naturgesetz.
Wer bist du?
Ein kleiner Junge an der Hand einer Frau.
Sie gingen übers Trottoir. Jenseits
der Straße. Dort wo der Schatten des Mannes
nicht war. Die Frau trug eine Sonnenbrille & ein gelbes Kleid,
und sie führte den Jungen vorbei an dem Spielplatz. Und der Junge
wandte seinen Kopf. In Richtung des Sandkastens. In Richtung
der Wippe. In Richtung der Schaukel. Und
als sie vorüber gegangen waren, blickte der Junge
noch immer zurück.
Ein geworfener Schatten, dachte der Mann.
Das – ist die Antwort. Sonst
Nichts.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Einsamkeit, Erinnerung, Kindheit, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wieder so ein Tag, dachte ich.
Und hatte ihn schon verloren.
Denn solche Tage, die
bloß Wieder so ein Tag sind,
gibt es nicht
in der Wirklichkeit.
Es gibt sie nur
in der Wahrnehmung.
In der Wahrnehmung, die
nicht mehr unterscheidet.
Wieder so ein Tag, dachte ich
& fühlte mich wie eine Spinne
in der leeren Badewanne –
Alles glatt & weiß & kalt.
Tage, die so wahrgenommen werden, gehen
unter
in der Erinnerung –
verschwimmen
im salzlosen Weniger des Lebens.
Des Lebens, das kürzer scheint,
wenn man Wieder so ein Tag denkt.
Nein, es war nicht
Wieder so ein Tag.
Es war – in Wahrheit:
Nie wieder wird es diesen Tag geben.
Und ich denke
nicht: Gut so!
Wie beschissen er auch gewesen sein mag.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Der ganze Trick ist doch:
Zentriertes Ich
Sein.
Beobachtung
von der Mitte
aus
die
man selber
ist.
Aus den selbstbezogenen Worten
des Egozentrikers
erfährt man mehr
über den Menschen
über das Mensch
Sein an sich
als aus
Allen
Universalen Kunst
Werken
der großen Menschen
kenner.
Das ist meine Meinung.
Und, wie Jeder weiß, zählt
nur diese
Allein.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die beflügelte Ameise
die man die Fliegende nennt
kroch über den Tisch
immer wieder
hin & her
Hätte sie gewusst
wie lange ihr die Flügel
noch zur Verfügung standen
würde sie
ihre Zeit
nicht so verschwendet haben –
dachte ich
während ich sie beobachtete
& auf den Feierabend wartete.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Arbeit, Kultur, Lyrik, Philosophie, Tiere, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Eingeschlossen geboren
Sein, Welt, Ich
Manchmal
bilde ich es mir
ein:
dass ich
durch die Schlüssellöcher der Realität schaue
nach draußen –
Doch auch dort
sehe ich nur
mein Innerstes.
Und keinen Schlüssel.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Phantasie, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
So wie das Haar über ihren Rücken fiel
als sie sich aufsetzte im Bett
während ich liegen blieb
So wie die Worte fielen
während sie sprach & ich zuhörte
sie sitzend, ich liegend
So fielen die Schatten der Bücher
auf den Boden neben dem Bett –
aus Notwendigkeit
Es konnte alles nicht anders sein.
Und alles im Schein
meiner Lieblingslampe.
Hätte sie nicht geschienen
würde ich das Haar nicht gesehen haben;
die Bücher hätten keine Schatten geworfen,
und die Worte
wären im Dunkeln gefallen.
Es hätte nichts geändert.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
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