Schlagwort-Archive: Lyrik
Als ich davon erfuhr,
wusste ich,
dass mein Gefühl eine gute Wahl getroffen hatte.
Ich stellte sie mir vor…..
Diese Frau…..
Vor langer Zeit…..
Als Schülerin…..
Im Geschichtsunterricht…..
Das große Thema war:
Das Dritte Reich.
Referate mussten gehalten werden –
zu einzelnen Aspekten dieses Themas,
die sich die Schüler & Schülerinnen selber aussuchen durften.
Und sie –
diese Frau,
diese junge Frau,
dieses Mädchen –
nannte ihr Referat:
»Hitlers sexuelle Vorlieben.«
Selbst ich,
der ich die Schule so sehr hasste,
hätte gerne in dieser Klasse gesessen,
während dieses Referat gehalten wurde –
hätte gerne gesessen
zwischen all den Langweilern, die sich
die üblichen Überschriften
für ihre öden Vorträge
ausgesucht hatten.
Ich hätte gerne die Vortragende betrachtet –
& das Gesicht des Lehrers.
Vielleicht stelle ich mir diesen Auftritt
grandioser vor als er war –
sehr wahrscheinlich sogar.
Doch das ist egal.
Als sie mir davon erzählte –
so viele Jahre danach -,
wusste ich,
dass mir die richtige Frau über den Weg gelaufen war.
Und dass ich sie gerne
schon sehr viel früher
gekannt & geliebt hätte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Jugend, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn ich das Bild
das ich von dir habe
vor einen Spiegel halte
sehe ich dich
darin
wie du dich siehst
Seiten
verkehrt.
Wenn ich
in deine Augen schaue
die mein Bild betrachten
sehe ich mich
darin
wie ich mich im Spiegel sehe
Seiten
verkehrt.
So ist das
mit dem Äußeren.
Es sind doch
nur
Bilder
Reflexionen
was wir sehen.
Daran ist nichts
falsch.
Und
Alles
worauf es ankommt
bleibt
unverkehrt
&
richtig.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Da ist Niemand
der es ihm beschreiben würde
Da ist Nichts
was er begreifen kann
Er ist allein
Dennoch
glaubt der Blinde an seine Fähigkeit
das Bilderrätsel zu lösen
Es
lösen zu können
indem er
die glatte Oberfläche
er-
tastet
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
I.
Unter den Tageslichtern
ist die Dämmerung
das schönste
Unter den Dämmerungen
ist der Sonnen-Untergang
die schönste
Unter den Untergängen
ist das Abendrot
der schönste
Und unter allen Helligkeiten
ist die künstlich erleuchtete Nacht
die schönste
Wie unter allen Finsternissen
der ausgesperrte Tag
die schönste ist
II.
Lichte
Untergänge
dämmern
im Dunkeln
Kunst
Licht
& Schönheit
in der Nacht.
Licht
Brechung
– Ey, sachma, was soll dasnn jetz bedeuten?
– Was weiß denn ich? Is halt Kunscht.
– Schwurbelschwurbel…..
– Isso aus mir rausgeflossen.
– Iiieh!
– Ja …. & jetzt mach ich’s kaputt.
– Wie?
– Indem ich dies Gespräch einfüge.
– Nee, lass, das is peinlich.
– Nicht so peinlich wie ohne.
– Du spinnst ja.
– Eben.
– Bitte, mach’s nicht kaputt.
– Doch. Das gehört dazu.
– Das versteht doch keine Sau.
– Macht nix, is eh keine Perle.
– Verdammt! Am Ende glaubt man noch, dies Gespräch
hätte tatsächlich stattgefunden.
Gelächter
Brechung
Licht
Gelichter
III.
Unter den Untergängen
ist der Tod
der dunkelste
& unter den Lichtern
das schönste
der Ausgang.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Kunst, Literatur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Matt
wie die gebrochenen Augen eines Toten
schreckte er auf
aus ruhelosen Träumen
über den gestrigen Tag
Die Leiche des Hundes lag
im Kofferraum
getrennt
vom Leben
getrennt
von gemeinsamen Momenten
der Zukunft
gehüllt
in seine Lieblingsdecke
Der Mann erinnerte sich
an den letzten Blick des Tieres
der klar gewesen war
Abschied
Der Mann stand auf
& zog sich an
Auf seinem rechten Schuh:
….. ein Fleck …..
Eingetrocknet –
Der letzte Speichel
der aus dem Mund des sterbenden Vertrauten
geflossen war
Aus dem Mund
den der Mann
nicht
»Maul« oder »Schnauze«
zu nennen ver-
mochte
Im Tiefkühlfach
gab es noch einen letzten Rest
….. Wodka
Er trank ihn aus der beschlagenen Flasche
Es blieb
noch
Etwas
zu tun
Die letzte gemeinsame Fahrt
Und alles
was der Mann sich leisten konnte
war
der Abdecker
Grausame Bilder
hingen an den Wänden
seiner Fantasie
Eine neue Art
von Einsamkeit
war geboren
Dieser Tag war hässlich
Er war noch hässlicher
als das Geschwür
unter dem Fell
des Freundes
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Freundschaft, Krankheit, Kultur, Liebe, Lyrik, Tiere, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Er war 35 Jahre alt.
Ungefähr.
Niemand
wusste es so genau.
Da stand er &
röchelte.
Die Hitze der Jugend war vorbei;
aber Jugend bedeutete auch
viel heiße Luft.
Nun wehte ein laues Lüftchen.
Und er hatte keine Lust mehr
zu funktionieren.
Zu funktionieren,
wie man es von ihm erwartete.
Er tat nur noch
das Nötigste; und
er tat es langsam.
Auch so
kam er zum Ziel.
Es dauerte nur länger.
Ich schaute ihn an
& verstand.
Wir waren uns ähnlich.
Nur dass ich
noch älter war.
Wer nicht funktioniert,
wird weggeschafft.
Man hätte ihn rausschmeissen können.
Die Meisten hätten es getan.
Doch irgendwie
gehörte er zu diesem Haus;
war mit ihm verwachsen.
Ich mochte ihn.
Meinen alten
Wäschetrockner.
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Was wollte er nur
mit all diesen Regen
schirmen
im
Innern
seines Hauses?
In dem er hauste
wie ein Agoraphobiker.
Kaum je
verließ er es –
schon gar nicht
wenn es
regnete.
Obgleich er
das Regengeräusch liebte –
das Tropfengetrommel
auf auf
gespannten
Schirmen.
Was wollte er nur?
Keiner seiner Schirme war gekauft.
Sie alle waren
liegen
gelassen
worden.
In
Gedanken
losigkeiten.
In
fremden Häusern.
Sie hatten
den Sinn & Zweck des Nützlichen
gehabt
im Besitz
der Anderen.
So nahm er die Schirme
an sich
nahm ihnen
ihre eigentliche Bedeutung
& gab ihnen
den Sinn & Zweck des Nutzlosen.
Es ging ihm
um den Schirm
an sich.
Um
Worte & Fantasien –
um die
schaurig
schönen
Erinnerungen der Kindheit…..
….. Die Geschichte vom Fliegenden Robert …..
Was wollte er nur
mit all diesen Regen
schirmen?
Vielleicht bloß
durch den Regen fliegen
im Innern
seines Hauses –
ohne
Sinn & Zweck.

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Sie saß einfach nur da
in ihrem Sommerkleid
& schaute ihn an.
Er schaute zurück.
Sonst nichts.
Es war ihr erster Krach:
Das
ohrenbetäubende
Knistern
der Erotik.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wie ein papierener Mond
der am Boden liegt
klein, allein &
un schein bar
heraus
gestanzt
aus einem Blatt
Aus irgendeinem Blatt
das zu irgendeinem Stapel gehört
Formatiert
Genormt
Beschrieben oder unbeschrieben
Bezeichnet oder unbezeichnet
Und wo der Mond gewesen war
ist nun ein Loch
Leere
die den Durchblick gewährt
auf irgend
etwas
dahinter
100 Monde
in einem Locher
Gefangenes Konfetti
in einem Büro
wo es
Nichts
zu feiern gibt
Es ist
All
tag
& eine Putzfrau schaltet den Staubsauger ein
& der gefallene Mond
ist nichts
als
Müll
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein Kinofilm, der
im Fernsehen ausgestrahlt wurde….
Cropped.
Oder war es
Pan-Scan?
Egal.
Das Bild war nicht
vollständig.
Etwas stimmte nicht.
Wie immer man es
nennen will:
Format
Seiten-
verhältnis
Ratio.
Es war ein Horrorfilm.
Und ich erinnerte mich
an das Bild
wie es auf der Leinwand
gewesen war…..
Erinnerte mich
an den Anblick dieser Szene:
Eine Frau telefoniert.
In ihrer Wohnung.
Vor einer Wand.
Einer Wand voller
Bilderrahmen.
In den Rahmen
befinden sich Fotos.
Fotos vergangener Momente.
Am anderen Ende
der Leitung:
Der Mann, mit dem sie
zusammengelebt,
mit dem sie
vergangene Momente
geteilt hat.
Und die Wand ist
auf der Leinwand
komplett.
Und ganz links
auf der Wand,
auf der Leinwand –
sieht man
die hellen Flecken
fehlender Fotos –
abgehängter Momente.
Entfernte gemeinsame Augenblicke.
Symbole der Trennung.
Ich erinnerte mich gut
an diese Flecken.
An ihre auffallende Helligkeit, die
nicht zuletzt
daher rührte, dass
Staub & Licht
die Wand ringsum stärker hatten nachdunkeln lassen.
Ja, ich erinnerte mich
an diese Flecken,
die nun fehlten –
in dem Bildaus-
schnitt, den
der Fernsehsender übrig gelassen hatte.
Der
Bild
aus
schnitt
auf dem
Bild
schirm
war
ohne
Symbol
wert.
Man konnte sich vorstellen,
dass all diese Fotos,
all diese Rahmen
noch immer dort hingen –
außerhalb
des Bildes.
Als hätte es
nie
eine Trennung
gegeben.
Als hätte
niemand
die Erinnerungen
entfernt.
Wie gesagt –
es war
ein Horrorfilm.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Film, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die schweren Maschinen
ratter!ratter!ratterten!
im Vorführ
raum.
Sich drehende
Spulen ….
24 Bilder pro Sekunde.
Projektoren
(4 an der Zahl:
2 im oberen Raum,
2 im unteren –
beide Räume miteinander
verbunden
durch eine Wendeltreppe);
alte Projek
toren
die Bilder warfen.
Fertige,
vorgefertigte
Bilder.
Der Jugendliche, der
ich
war
(16 oder 17 Jahre bildeten be
reits eine Vergangenheit),
saß auf einer Bank
im oberen Raum.
Verschwunden
in einem Buch –
verschwunden in
Irland –
verschwunden im
Martello-Tower.
Ratter!Ratter!Ratt
er!
Die Wörter warfen
Bilder ohne Zahl
in mein Inneres.
Nieren – Stout – & Sperma.
Selbstgefertigte Bilder
in 4 Dimensionen –
stinkend klingend tast
end.
(Ich ahnte nicht, dass ich
eine schlechte Übersetzung las –
es wäre mir sogar
egal gewesen…. so
wie den Meisten, die
jenseits der kleinen Fenster
im Halbdunkel saßen,
die schlechten Synchronisationen der Filme
egal waren.)
Unten
lief ein Porno;
oben
Irgendwas von Walt Disney.
Ratter!Ratter!Gulp!Schwupp!Peng!
»Hast du eigentlich
ein Lieblingsbuch?«
Irgend Jemand stellt ja immer solche Fragen.
»Zu viele«, sage ich.
Und doch…..
Ich kehre zurück.
Immer wieder.
In dieses eine.
Verführt
von Erinnerungen.
Verführt
von der Sehnsucht
nach dem Vorführraum
der Vergangenheit
nach dem Geräusch der Projektoren
nach dem Kreisen der Spulen.
Ich trete ein
in die unterschiedlichen Übersetzungen.
Und die schlechte Übersetzung ist
wie das Zuhause meiner Jugend –
anheimelnd & vertraut.
Und ich trete ein
in das Original –
wie ein Fremder, der sich
in einer fremden Welt
an die falschen Worte erinnert.
Und ich verschwinde.
Ver
schwinde
im
Buch

(siehe dazu auch: Pornoschnipsel)
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Jugend, Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich spürte
die plötzliche Anspannung
in ihren
Pobacken
Sie hielten
mir die Nase zu
Sie
hielt mir die Nase zu
& lachte
Ich lachte
gedämpft
& dachte
an Nasen-Flügel
die
nicht fliegen konnten
während
meine Zungenspitze flatterte
& anspitzte
vergraben
in feuchtweicher Wärme
An
spannung
Spannung
End Ent
spannung
Sie ließ
los
gelassen
Ich atmete
durch
mit flatternden Flügeln
& die Zeit
war vergangen
wie
im Fluge
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Erotik, Kultur, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Eine Abfolge
simpler Handgriffe…..
mehr
ist es
nicht
– wenn man
darüber nachdenkt.
Aber ich
will
nicht
darüber nach
denken.
Ich will
bloß fühlen,
überrascht sein –
& die Magie
nicht
zerstören.
Lieber zerstöre ich
meinen analytischen Blick
in solchen
Augen
blicken.
Wenn eine Frau
ihren BH
durch die Ärmel
eines Kleides oder Oberteils
aus
zieht
wirkt das
auf mich
noch immer
& immer wieder
wie ein
Zauber
trick.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Erotik, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nacht.
Unvertraute Straßen.
Ein fremdes Ziel.
Ich bin
unterwegs.
Ich lenke
den Wagen.
Doch die Straßen
lenken mich.
Ich muss
ihnen folgen –
wenn ich
unversehrt
das fremde Ziel
erreichen
will.
Schein
werfer
kegel
in der Dunkelheit.
Ich bin nicht allein.
Auch Andere sind
unterwegs.
Doch
in dieser Nacht
ist es so
wie in den meisten Nächten:
Ich schaue
in das Innere der fremden Autos,
blicke durch die
verregneten Fenster –
& sehe
in jedem einzelnen von ihnen
das Leuchten
des Navigationsgerätes.
In solchen Nächten
habe ich das Gefühl, ich sei
der einzige Mensch auf Erden,
der ohne Hilfe
unterwegs ist.
Nein,
ich besitze kein Navigationsgerät.
Keine fremde, künstliche Stimme
sagt mir,
wo es langgeht –
sagt mir,
wann ich
voraussichtlich
ankommen werde.
Ich weiß nicht,
wann.
Und ich bin mir nicht sicher,
ob ich
hier
richtig bin.
In meinem Wagen
leuchten nur
die Armaturen &
das Radio.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Lass uns in den Keller gehen –
da ist es kühler. Es ist
zu heiß
hier oben.«
Hitze
über der Erde.
Sommer.
Sonnenglut.
Auf der Kellertreppe
wurde es kühler
mit jeder Stufe
abwärts.
–
»Lass uns in den Keller gehen –
da ist es wärmer. Es ist
zu kalt
hier oben.«
Kälte
über der Erde.
Herbst.
Nordwind.
Auf der Kellertreppe
wurde es wärmer
mit jeder Stufe
abwärts.
Die Hitze des Sommers
war gespeichert –
in der Erde,
in den Kellerwänden.
Für kurze Zeit
würde es einem warm
erscheinen,
wo es einem kühl
vorgekommen war.
Doch
die Temperatur
dort unten
unter der Erdoberfläche
war
noch immer
dieselbe
& würde es bleiben
für die kurze Zeit
des Übergangs.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Das
ist einer deiner schönsten
Texte.
Tief –
Vielschichtig –
Konzentriert.
Als hättest du
viel darüber nachgedacht.
In Ruhe nachgedacht.«
»Na sicher«, sagte ich,
»in meiner Dichterklause.
Wo sonst.«
Ein Glas fiel zu Boden
Splitterte
Die Besoffenen grölten
Eine Frau lachte schrill
Der Barkeeper holte Feger & Kehrblech
2 Sirenen
heulten im Duett
Kreisende Blaulichter huschten durch die Nacht
am Hotel vorbei
Gegenüber am Bahnhof sangen die heimkehrenden
Fußballfans
In der Lobby lief tonlos der Fernseher –
Hitler schwang die Faust
während Nachrichten & Börsenkurse über seine Brust liefen
Das Telefon an der Rezeption trillerte
Ich ging ran
Jemand wollte ein Zimmer
»Ausgebucht« sagte ich
Aus den Fahrstühlen sickerte der Schleim der Musik
Die Mikrowelle klingelte wie eine Schreibmaschine
am Ende der Zeile
Das Textprogramm klingelte nicht
als ich am Ende war
Wieder einer fertig!
So ist das
mit der Klause.
Wie gut – dass ich
kein Dichter bin.
Ich bin nicht einmal
ein Nachtportier
eigentlich.
Eigen
tl
ich
bin ich
nur
ich.
Oder
Nichts.
Und
Nichts
zu sein –
ist auch
recht
angenehm.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Realität
in Worte gefasst
wirkt
oft
so
irreal
surreal
symbol
überladen
wie
der nackte Arsch
auf dem Fuß eines Sonnenschirms
wie
der tote Schmetterling
auf einer Windschutzscheibe
wie
der zerbrochene Lieblingsteller
in Form eines Halbmondes
Die Realität
in Form gebracht
wirkt
oft
so
künstlich
….. Kunst-Stoff
aus dem die Träume sind
Doch das ist
nur
Täuschung.
Es ist
die Realität selber
die so
irreal
surreal
symbolüberladen
ist
Der nackte Arsch auf dem Sonnenschirm –
es gab ihn wirklich.
Der tote Schmetterling auf der Windschutzscheibe –
ist Dreck & Symbol zugleich.
Der zerbrochene Lieblingsteller in Form eines Halbmondes –
zerbrach so – & nicht anders.
Es ist
der Blick –
der
wortlose
formlose
fassungslose
Blick
der
Alles
in
Allem
findet.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Kunst, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Er ruhte
auf dem Fuß des Sonnenschirms –
der nackte Arsch der Frau.
Er war geschlossen –
der Schirm.
Unaufgespannt
stand er
auf meiner Terrasse.
Der Schirm wurde
nie
benutzt,
da ich – der Mondsüchtige – ihn
nicht
brauchte –
ein ererbtes Mahnmal
der Sinnlosigkeit.
Sein Fuß
rostete.
Tabascorot schien
die Abendsonne
& schärfte
die Phantasien.
September.
Die letzten heißen Tage
des Jahres.
Die Frau rauchte
entspannt. In
ihrem Shirt, das
zu kurz war,
um darauf sitzen zu können.
Ihre nackten Füße ruhten
auf den wärmedurchtränkten
Steinplatten.
Nachdenklich
schaute sie auf das verbrannte Gras;
das Jahr
war trocken gewesen.
Ich betrachtete
ihr Profil.
Durch die Glasscheibe
der Terrassentür.
Sie bemerkte mich nicht;
wähnte mich im Bett.
Ich stand drinnen,
im Wohnzimmer.
Wäre ich hinausgegangen,
hätte ich dieses Bild zerstört.
Die Glasscheibe
war schmutzig;
der Anstrich des Türrahmens
blätterte ab.
Ich blieb nur kurz,
ging zurück ins Schlafzimmer.
Zu stark war das schlechte Gewissen –
die Frau ohne ihr Wissen
zu betrachten.
Und doch –
dieses Bild……
Sie legte sich
wieder zu mir.
»Ich habe einen Schreck bekommen«, sagte sie;
da war plötzlich ein Mann
im Nachbargarten –
& ich dachte, der wäre
in deinem. Gut,
dass ich etwas anhatte.
Wenn auch nicht viel.«
Ich sagte
nichts.
Ich malte es
mir
aus……
dieses Bild.
In meiner
geschärften Phantasie.
Was hatte der Mann gesehen?
Dasselbe wie ich?
Wohl kaum.
September.
Die letzten heißen Tage.
Schon bei ihrem nächsten Besuch
würde es zu kalt sein, um
fast nackt
im Freien
zu rauchen.
Wie traurig!
Es würde zu kalt sein
auf dem Fuß des Sonnenschirms –
des Sonnenschirms,
der
endlich
einen Sinn erhalten hatte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
All
ein
durch
wand
er
te
der Mensch
die Kälte
Berge
behinderten den Blick
auf
das Nichts
dahinter
Gebirge
aus Stein
aus Sein
aus
Er
de
die sich
verschoben hatte
in die
Höhe
Der Mensch suchte
was ihm wie
er glaubte
versprochen worden war
Er suchte
das Versprochene
Er suchte
den Versprecher
Er rief
in den Nebel:
»WAS IST
MIT DEINEM VERSPRECHEN?!!«
Und die kaltglänz
enden Wände
antworteten:
»….Versprechen
rächen
rächen ….«
Echo,
dachte der Mensch –
Das Echo hat
immer
deine eigene Stimme
& klingt doch
fremd
Er schrie
in den Nebel:
»ICH WUSSTE ES!«
»…. wusste es
wusste es ….«
»MAN KANN
SICH
NICHT
AUF
DICH
VERLASSEN!«
Seine Worte
prallten gegen die Wände
Die Wände glänzten
vom Hochnebel
der
her
nie
der
gefallen
war
Die Worte
wurden
zurück
geworfen
& die Stimme
er
schien
dem Menschen
fremd
er
denn je
Die Stimme
der verschobenen Erde
die
seine
eigene
war
Die Stimme
die ihm
antwortete:
»…. dich verlassen
dich verlassen ….«
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Vorstellung,
die ich von mir habe,
ist
nicht
Ich
eigent
lich.
Doch
die Verzerrung
durch
Selbst
wahr
nehmung
gehört
zu
mir.
So kommt
mein Bild von mir
mir näher
als
die Wahrheit.
Die Vorstellung,
die Du von mir hast,
ist
nicht
Ich
eigent
lich.
Doch
die Verzerrung
durch
Liebe
gehört
zu
Dir.
So steht
Dein Bild von mir
mir näher
als
die Wahrheit
& mein
eigenes
verzerrtes
Bild von mir.
So
möchte
ich
sein.
Viel
leicht.
Ich
ist
ein Anderer.
Du
bist
eine Andere.
Wir
stellen uns
ein
ander
vor.
Lernen
uns
kennen.
Gegen
seit
ich.
Nehmen uns
wahr
in
einer anderen
Wahrheit.
2 fremde Wesen trafen sich.
1 sagte:
»Darf ich mich vorstellen?«
& meinte doch
eigent
lich
»Dich«.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Freud war längst tot
als meine Mutter mir Bananenbrote brachte
während ich auf dem Klo saß.
Meine Füße berührten
nicht
den Boden.
Eingeschlafene Beine
die Härte der Brille
die Härte des Stuhls
Härte überall.
Die langen Nachmittage der Verstopfung.
Immer wieder.
Trägheit
des
Darmes.
Als hätte ich
Alles
für mich behalten wollen.
Völle-
Gefühl.
Scheiße & Schmerz
in Überfülle.
Lahmgelegte Peristal-
tik.
Ich hörte das Leben
weitergehen –
da draußen
außerhalb der Zelle.
Meine beiden Brüder spielten
als ob nichts sei.
Die Putzfrau – Frau Lüttchens – wischte & saugte.
Die Geräusche lenkten mich ab
störten mich
weckten
meine Sehnsucht
nach Erleichterung.
Nach Flucht
aus der Zelle.
Stunden
die endlos schienen.
Immer wieder.
Eine Kindheit wie
Rizinusöl…..
Nase zuhalten
& schlucken!
Ekel
der den Hals verschleimt.
– Das is doch alles psüüchisch!
Klar doch! Anale Phase & so. Man
kennt das.
Geiz
Pedanterie
übertriebener Ordnungssinn
Sammelwut
Ja nee isso –
»Bananen stopfen« sagte meine Mutter.
Aber irgend etwas musste ich ja essen
um nicht kraftlos vom Klo zu kippen.
Und ich liebte das nunmal:
Graubrot mit Butter & Bananenscheiben
in Häppchen geschnitten
gereicht mit einem Gäbelchen
das eigentlich ein Zweizack war
mit dem man
normalerweise
Fruchtstücke aus der Bowle fischte.
Freud ist längst tot.
Ich gehe durch das Haus
das meine Mutter mir vererbt hat.
Alles
hat seinen Platz.
Alles
ist wohlgeordnet.
Die Bücher…..
Die Filme…..
Die Ton-
träger…..
Die Schreibmaschinen…..
Die Musikinstrumente…..
Besitz
der belastet.
Und
manchmal
meine Sehnsucht weckt.
Meine Sehnsucht
nach Erleichterung.
Nach Flucht
aus der Zelle
die mein Haus ist.
Doch
ich
bin
träge.
So
träge
wie mein Darm
damals.
Und heute…..
Scheiße, Schmerz & Blut.
Der anale Ka-
rakter…..
Manches
ändert sich
nie. Oder doch
kaum.
Da ist keine Putzfrau.
Niemand spielt.
Meine Füße berühren den Boden.
Und ich schlucke
kein Rizinusöl mehr.
Cascara Sagrada. Life might be so.
Das Leben ist hart.
Man kann
nicht
Alles
für sich behalten.
Freud ist tot.
Es lebe Freud!
Und dieser Schlager
den ich als Kind so oft hörte:
Yes, we have no bananas!
Ausgerechnet Bananen!

Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kindheit, Krankheit, Kultur, Lyrik, Philosophie, Psychologie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn man Lust hat
aufzuräumen
aber der
-art ordnungs-
liebend ist
dass es
Nichts
aufzuräumen
gibt
muss man eben
Unordnung
schaffen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich folgte ihr.
Aus
Zufall.
Wir hatten
ein gemeinsames Ziel.
So
schien
es.
Die menschenleere Hotelbar.
Mitten
in der
Nacht.
Ich
war hungrig.
Sie
vielleicht nur
verwirrt.
Dann waren wir
in dem kleinen Raum
hinter der Bar.
Ich
trug meine Arbeitskleidung.
Sie
war nackt.
Es geschah
während der Pause
in meiner Schicht
als Nacht-
portier.
Ich öffnete die Tür –
& Sie
flog hinein.
Da
saß
Sie.
Auf meinem Essen.
In der Mikrowelle –
einem noch kleineren
Raum
in dem kleinen
Raum
hinter der Hotelbar.
Und mein Hunger war
verflogen.
Verflogen
wie eine
Motte in der Mikrowelle.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Selbst Küsse
mit Biergeschmack
konnten mich
nicht
zum Trinken verführen.
Das Verfallsdatum
auf den Flaschen im Kühlschrank
rückte unaufhaltsam näher.
Zu langsam
wurden sie dezimiert,
da die Frau, die
das Bier trank,
zu selten vorbei kam.
Sie klettert aus dem Bett
Feuchtfleckige Falten im zerwühlten Laken
Kuhlen zweier Körper in der Matratze
Lustgetrocknete Kehlen
»Willst du auch was trinken?«
»Nein« sage ich
zu ihrem Arsch
der das Zimmer verlässt
Das Geräusch nackter Füße auf dem Flur
Ich liege in Gerüchen
Höre die Kühlschranktür
Das Öffnen der Flasche
Die Frau kommt
zurück
ins Bett
Sitzt aufrecht
Wir bilden 2 Rechte Winkel
Sie ragt aus meiner Mitte
Trinkt
aus der Flasche
Ich betrachte ihren Rücken
Schluck
Schluck
Sie setzt die Flasche ab
irgendwo
»Wie praktisch« sagt sie »Kuck ma,
freihändig«
Leicht ausgestreckte Arme erscheinen
links & rechts
»Wo hast du die Flasche?« frage ich
& richte mich auf
um nachzusehen
Die Frau
wendet sich zur Seite
Etwas fällt
Etwas gluckert
Etwas rauscht kohlensäuerlich
»Oh Scheiße!« sagt sie
lachend
Bier sickert in die Matratze
Viel Bier
Viel Flüssigkeit
Eine Lache auf dem Laken
Ein herber Geruch
kalt & klamm
der sich vermischt
mit Lust
Lachen
und
Einige Handtücher & Zewas später
sagte ich:
»Wo war denn nun die Flasche? Ich dachte,
sicher zwischen deinen Beinen….«
»Zwischen meinen Brüsten«, sagte sie.
»Schade, dass ich das nicht gesehen habe, aber
du kriegst kein Bier mehr. Höchstens
in der Badewanne.«
Lachen.
Selbst Küsse
mit Biergeschmack
konnten mich
nicht
zum Trinken verführen.
Ein trockener Säufer
im feuchten Bett.
Doch der Eigengeschmack
der fremdvertrauten Zunge
berauschte mich.
Mehr &
mehr.
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Knoblauch/Zwiebeln
Klebeband
Olivenöl
Kaffee
Toilettenpapier
Löwensenf/Mayo
Spülmittel
Butter
Eier
Shampoo
Fisch
Pizza
Schokolade
Nudeln
Kuchen
Käse
Kein Alkohol!
Wer weiß schon,
ob dies
ein Gedicht
ist…..
Jeder
wird eine Meinung
dazu
haben.
Das
ist
egal.
Doch
Eines
steht fest:
Es ist ein
ziemliches Durcheinander;
absichtlich oder unabsichtlich.
Die Reihenfolge der Wörter
entspricht nicht
dem Aufbau, nicht der Route
im Supermarkt.
Wer diesen Worten folgt,
nimmt einen Kurs, der
weder rationell
noch rational
ist.
Wer den Worten folgt,
geht Umwege.
Der die Worte schrieb – mag
belächelt werden…..
von Denen, die
die richtige Reihenfolge bevorzugen;
von Denen, die
die kurzen, direkten Wege gehen –
um schneller
zur Kasse zu gelangen.
Er mag
bezeichnet werden als –
der Verschrobene im Supermarkt,
der
zu
viel
Zeit
hat
(…. wie all die Anderen,
die im Zickzack laufen.
Mit oder ohne
Zettel).
Doch auch
Das
ist
egal.
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Am Ende
auf der Windschutzscheibe
macht es
keinen
Unterschied
mehr
ob
das Insekt
schön war
oder nicht
Es ist
vergangen
verflogen
tot
So oder so
ein hässlicher Fleck
der die klare Sicht
behindert
Der anmutigste Schmetterling
ist nur noch
ein Dreck
am Ende.
Ein bunter Dreck.
Ein Schmutzfilm.
Insektengleich
fliegen die Erlebnisse dahin
Erinnerungen
behindern die klare Sicht
auf die Gegenwart
Zeit verfliegt
Leben vergeht.
Und doch –
das Gedächtnis
ist
keine Scheibe
Es ist
nicht
aus Glas
obwohl es
zerbrechlich ist.
Und was den Schmetterling
& all die anderen Insekten
– hässlich oder nicht –
aus-
macht
ist
nicht
ihr Ende.
Ist nicht
der Film
der von ihnen
übrig
bleibt
in der
Erinnerung.
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»Setz dich auf mein Gesicht«, sagte ich.
»Nein«, sagte sie.
»Warum nicht? Ich weiß, dass du es möchtest.«
»Wenn ich es tue, wirst du darüber schreiben.«
»Wenn du es nicht tust, werde ich darüber schreiben,
dass du es nicht getan hast, weil du dachtest, dass ich
darüber schreiben würde, wenn du es tust.«
(Gelächter. Auf beiden Seiten.)
Sie sagte:
»Wie man’s macht……«
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Du bist
überführt.
Die Beweis-
lage ist
er
drück
end.
Gib auf!
Stelle dich!
Du hast
getötet –
die Dunkelheit,
die Finsternis
in meinem Haus,
in meinem Leben.
Auf dem Lichtschalter
befindet sich,
kaum
wahr
nehm
bar,
dein Abdruck.
Die Linien
deiner
Fingerbeere
sind
einzig
art
ich.
Meine DNA
haftet
an dir.
Mein Schweiß,
mein Blut,
mein Sperma.
Haut-
partikel.
Vergossenes,
Verlorenes
auf & in
dir.
In den Linien
deiner Fingerbeeren
bin
ich
zu finden.
In dem Abdruck
auf dem Lichtschalter
bin
ich.
Du bist überführt.
Ich bin überführt.
Wir wurden
verführt.
Und ich habe einen
leisen
Verdacht,
wie das Urteil
lautet.
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Unverstanden
stand das Kind
im Abseits
& Abseits
war überall
wo es stand
im Leben
Der Unverstand
der Anderen
führte zu ihrem
Unverständnis
Die Anderen
standen
Abseits vom Abseits
in der Mitte
des
Lebens
wo es lärmt
& kracht
& schreit
Das Kind
liebte
die Ruhe
die Stille
der Ausgrenzung
die Mauern
des Schweigens
& sogar
ein wenig
den Schmerz der Isolation
Das Kind
verstand
im Abseits
die Anderen
& mehr
als die Anderen.
Und die Klangfarbe
auf den Mauern des Schweigens
ist ein beruhigendes
Schwarz
Und eine Uhr
geht
ganz leise
im Abseits
Unaufhaltsam
bewegt sie sich
zu
auf
die Stunde
des Kindes
im Abseits.
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1 Wecker
klingelte
& riss
mich
gleich
zeit
ich
aus
1 Traum
+
1 Traum im Traum
2 Ebenen
zer
stört
auf
1
mal
zeit
=
verloren
Ich hatte vergessen
einen Wecker zu
träumen
gestellt
auf eine
unbewusste
Stunde
Was ich geträumt hatte
im Traum
war
Vergessen
Was bleibt
ist
die Unsicherheit
ob
ich
wach
bin
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In einem verfinsterten Raum
ist jedes Schattenspiel
besonders
interpretationsfähig
Der Raum selber
ist so
groß oder klein
wie die Vorstellung es erzwingt
Eine schwarze Marionette
tanzt klappernd
an schwarzen Fäden
Nur einen Scherenschnitt
vom Zusammenbruch
entfernt
Das Spielkreuz
hängt in der Luft
vielleicht
Es könnte auch
gehalten werden
von
irgend
jemandem
der
ganz still
ist
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Der Stock
des alten Mannes
fiel
Das Geräusch
von zitterndem Holz
auf kaltglatten Fliesen
Er fiel
als der alte Mann
Hut & Mantel an der Theatergarderobe abgeben wollte
Ich bückte mich
mit der Jugendlichkeit
die über 30 Jahre her ist
Hob den Stock auf
& reichte ihn
dem Mann
Ein Lächeln – seins
»Danke, das ist überaus freundlich
von Ihnen«
Ein Lächeln – meins
»Bitte sehr,
gern geschehen«
(Den Theaterbesuch hätte ich mir
kaum leisten können. Man hatte ihn mir geschenkt.
Mehr noch, man hatte mir ein Abo geschenkt. Das ich mir
auf keinen Fall hätte leisten können. Ja, ich war ein
Abonnent; gehörte plötzlich zu der Spezies, die von den Künstlern
so oft verspottet wird. Mit Recht verspottet. Wahllose Allesfresser.
Schluck die Klassik! Schluck die Moderne! Schluck den Boulevard!
So ging ich regelmäßig ins Theater. Meist noch vor dem Frühstück.
Nachtmensch, schon damals. Und es war nicht das einzige
Theater-Abo, das ich geschenkt bekam…. Irgendwann hörte ich auf,
in jedes Stück zu gehen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr,
mich vom Wecker aus dem Schlaf reissen zu lassen, um zu meinem reservierten
Platz zu eilen. Irgendwann wiederholten sich die Stücke. Oftmals waren die
Schauspieler noch das Beste daran – all diese Berühmtheiten, die
inzwischen tot sind…. Tot wie….
Doch zurück zu dem alten Mann & seinem Stock. Wo ist er denn? Gerade
war er doch noch da.
Ach ja, dort….)
Unser Lächeln
Sein Alter
Meine Jugend
Die freundlichen Worte
Das Geräusch des fallenden Holzes
Was auch immer
Wer weiß schon
von jedem Moment
warum
er sich
ins Bewusstsein
das zur Erinnerung wird
einbrennt
Momente
die so unscheinbar
erscheinen
Nichtig
wie ein schlechtes
Theaterstück
Ich sah den alten Mann
nur
dieses eine Mal
Das Stück? –
habe ich
vergessen
Den Stock –
habe ich
behalten.
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Ich lebe
in der zukünftigen
Vergangenheit
erinnere mich
an die vergangene
Gegenwart
als ich an die
Zukunft
dachte
die
Jetzt
ist
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