Julia hatte einen Balkon.
Ich schaute aufwärts.
Doch er war nicht da.
Ich stand draußen.
Vielleicht war er
auf der anderen Seite.
Andererseits: hatte
Shakespeare den Balkon überhaupt erwähnt?
Ich wusste es nicht.
Und überhaupt
kannte er sich
mit Allem besser
aus. Doch er war
auf der anderen Seite.
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Wenn Vergessen
ein Geschenk wäre
aber Niemand ist da
der es einem überreichen könnte
wäre Vergessen
ein Geschenk.
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Ich treffe ja immer
wieder auf Frauen
die zu wenig wollen
& zu geben
vermögen.
Ziel
sicher.
Aus
gerechnet
Diese sehen sich also
mir gegenüber – einer Nacht
Gestalt, halb
Vampir, halb
Zombie, Blut
& Innereien
bevor
zug
end.
Da kriegen sie
natürlich zu viel.
Ihr Blut, das von Herzen kommt,
wollen sie für sich
behalten
& ihr Innerstes wollen sie nicht
preis
geben.
Es ist nicht leicht
ein Untoter zu sein
wenn die Quellen des Lebens ver
siegen verlieren
am
Ende
selbst
die Nächte
ihren Reiz.
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Das Unglück erscheint
Uns entblößt – Es
zittert
in unseren Augen
Als ob
Wir träumten
Darum ziehen wir
Es an.
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Ich besuchte eine Wohnung.
Ein Mann lebte darin. Mit einem
Tiger. Ich weiß nicht, wer
der Mann war. Aber
der Tiger war freundlich. Wie ein Hund
legte er seine Vorderbeine auf meine
Schultern. Das war mir zu viel
Nähe. Also verließ ich
die Wohnung. Gegen
über war eine weitere
Wohnung. Die Tür öffnete sich nicht
von allein. Eine Frau, die nichts trug
außer einem T-Shirt, öffnete sie. Diese
Frau warst Du aus
meiner Vergangenheit. Nicht
Du aus meiner Gegenwart. Du lächel
test, und hinter Dir huschte
eine Ratte durch den Raum.
»Verdammt«, sagtest Du – als ich
die Wohnung betrat, »die
nervt.« »Immer noch
besser als einen Tiger in der Wohnung
zu haben«, sagte ich, »egal
wie nett der ist.« »Auch wieder
wahr«, erwider
test Du. Dann lagst Du
bäuchlings auf dem Bett, und ich
legte mich angezogen neben Dich. Das
Shirt bedeckte 1 Drittel
Deines Arsches. Die 2 übrigen
betrachtete ich. Und so
bald ich meine Hand darauf
legte – klingelte
das Telefon. Verflucht!
dachte ich, ich werde nicht zurück
finden in diesen Traum. Es war
der Gärtner, der mich weckte, um
mir mitzuteilen, wann er vorbei
kommen würde mit der
Kettensäge. Der Zugang zu
meinem Haus war bei
nahe zu
gewuchert. Wie im
Märchen. Wir beendeten das
Gespräch. Dieser Arsch!, dachte
ich – & ich dachte darüber
nach, warum ich niemals
vom gegenwärtigen Du träumte…..
Eher legte ein freundlicher Tiger seine Vorderbeine
auf meine Schultern. Schließlich
fand ich die Lösung – als wäre es
ein Rätsel gewesen. Und in der Tat fand
ich nicht zurück. In die Wohnung
mit der Ratte.
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Als ich mich über sie beugte, sagte ich:
»Schöne Augen hast du.« Es klang
wie ein Klischee – oder als ob
mir nichts Anderes einfiele, das
schön an ihr war. Doch
das stimmte nicht.
»Dankeschön«, sagte sie ganz
leise. Beinahe flüsternd. Und während
sie es sagte, schloß sie
die Lider. Das
konnte ich sehr gut
verstehen.
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Wäre der Tod eine Frau
existierte wenigstens eine
die meine Sehnsucht stillen könnte
im Leben
am Ende
unmittelbar vor dem Vergehen
der
Hoffnung
& gleich
zeitig mit dem Verlust
der
Welt.
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Hätte ich eine Voodoopuppe
von Dir
wäre ich sehr nett
zu ihr.
Wärest Du eifersüchtig
auf sie
würde ich sie verbrennen
für Dich.
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Fernlicht
wurde zu Gegen
Licht & schnitt
eine Silhouette aus der Dunkelheit
Ein Mensch wie ein Schlag
Schatten in der Nacht
an einem Ort
wo er glaubte Etwas zu suchen zu haben
Blendung & Verblendung
Ein letztes Über
Treten einer Grenze
im Rausch – & ein Laster ergriff
ihn zum letzten Mal
Sie hatten sich
gefunden
nach einem endlos
erscheinenden Flirt
an einem Ort
wo der Mensch nicht hingehörte
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Ich tat was
ich zu Hause niemals
tue: ich sah aus
dem Fenster.
Kurz nach 6 am
Morgen. Grau
Stufen über den Dächern.
Regen. Und ein gemähter Rasen
3 Stockwerke weiter
unten. Eine unbekannte Aus
Sicht. Die Frau
stand in der Tür.
»Du siehst aus
als ob du
auf etwas wartest«,
sagte sie. »Nein«, sagte ich, »ich
warte auf nichts. Ich wollte
nur sehen, wie es hier aus
sieht bei Tageslicht.« Dann schaute sie
zu, wie ich mir die Schuhe zu
band. Ich spürte Ungeduld. Nachts
hatte ich nicht schlafen können
während sie schlief sah ich neben ihr
liegend eine Dokumentation über Serien
Killer. Nach
gestellte Szenen voller Blut. Fotos
von Leichen, die
echt waren. »Ich möchte keine Fragen
beantworten«, sagte sie, »aber
wenn meine Nachbarin dich sieht,
muss ich das. Da hab ich
keinen Bock drauf.« »Keine
Angst«, sagte ich, »ich
bin gleich
weg.« Ich hasse es
gesehen zu werden
von Nachbarn. Zu wem auch immer
sie gehören. Also war
Alles in Ordnung. Zu Hause
ist – wo
die Jalousien herunter
gelassen bleiben. Und
das Gras
Alles überwuchert. Sie
würde
keine Fragen beantworten
müssen, und ich er
wartete in der
Tat Nichts.
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Ein verwittertes gelbes Flugzeug stand auf dem Gelände.
Einmotorig. Über die linke Tragfläche hinweg kletterten wir
Kinder in sein Inneres. Wir waren zu zweit, und
mehr hätten auch nicht in die Maschine gepasst. Obwohl….
Eine gestreifte Spinne hing zwischen den Instrumenten;
sie konnte nicht fliegen, aber Fliegen flogen in ihr Netz
durch die Löcher der gesplitterten Scheiben. Ich behielt sie
im Auge, diese Spinne. Etwas ängstlich. Etwas angeekelt. Aber
nicht einmal sie konnte mich vom Sitz des Piloten vertreiben.
Es roch nach Metall, es roch nach Rost & Vergangenheit.
Wir waren am Boden. Wir blieben am Boden. Alle Zeiger standen
auf 0. Und nur unsere Fantasie
konnte den Propeller noch in Rotation versetzen.
Die beflügelte, beflügelnde Fantasie der Kinder. Es muss
wenige Jahre vor der ersten Mondlandung gewesen sein.
Es gab noch keine Flaggen dort oben, keine Fußspuren.
Nichts, was Reflexionen & Projektionen hätte stören können.
Der rothaarige Junge, der hinter mir saß, war erst vor kurzem
nach Deutschland & in meine Schulklasse gekommen; sein Vater,
ein amerikanischer Offizier, war hier stationiert. Flaggen
flatterten vor dem Gebäude, in dem sie wohnten. Unsere Eltern
unterhielten sich darin. Der Junge erzählte mir von Amerika,
das ich nur aus Filmen & Fernsehserien kannte. Auch den Mond
kannte ich nur aus Filmen & Fernsehserien. Wir wussten nicht, wo
das Flugzeug gewesen war. Also konnte es überall gewesen sein. Über
All. Das gefiel uns. Und ich kannte niemanden sonst, der aus einem
so fernen Land kam wie der Junge mit den roten Haaren. Ich drückte
Knöpfe, die längst keine Funktion mehr hatten – & die Zeit flog
dahin. Am Boden. In unseren Köpfen. In die Zukunft.
Irgendwann erzählte er mir von seiner liebsten
Fernsehserie. Die Handlung drehte sich um Außerirdische, drehte
sich um ein Raumschiff & um fremde Welten. All
es war so weit entfernt – wie Alles Andere, das ich nicht kannte. Und er
zeigte mir Fotos von einem Mann mit seltsamen Ohren & seltsamen Augen
brauen. Faszinierend, dachte ich. Oder so etwas Ähnliches mag ich
gedacht haben. Einige Jahre später kam die Serie
nach Deutschland. Im selben Jahr als das Apollo-Programm eingestellt wurde.
Wir wohnten längst woanders. Ich ging
auf eine andere Schule. Die alten Kontakte waren ab
gebrochen. Und ich erinnerte mich – als ich die erste Folge sah…..
Das Flugzeug, die Spinne, die Flaggen, die Erzählungen….. Ich
mochte die kurzen Uniformen der weiblichen Besatzungsmitglieder.
Schon damals. Es war alles anders als ich es mir vorgestellt hatte.
Wie so oft. Aber es gefiel mir. Was nicht so oft der Fall war.
Den Ton einiger Folgen nahm ich mit dem Kassettenrecorder auf, und
nachts im Bett in meinem dunklen Zimmer hörte ich diesen Ton
zu meinen eigenen Bildern. Immer wieder. Science Fiction. Schon
der Kassettenrekorder hatte etwas davon. Verglichen mit unserem alten
Bandgerät. Ich drückte Knöpfe – & die Zeit flog dahin. Im Bett. In
meinem Kopf. In die Zukunft. Und sonstwohin.
Und 42 Jahre später bin ich gelandet. Auf dem Boden. In einer
Wohnung, die nicht die meine, in einem Raum, der mir nicht mehr
fremd ist. Zwischen gespreizten Schenkeln. Gespreizt
wie Tragflächen. Und die einzige Licht
Quelle ist ein eingeschalteter Fernseher hinter mir. Ein
charmant-gealtertes Röhrengerät. Gealtert bin ich auch. Doch
weniger charmant. Bekannte Namen erklingen
in der Nacht. Kirk. Pille. Spock. Uhura. Ein Film vom Ende
der 70er. Wiederum eine andere Zeit. Propellernde Zungen. Ein gewaltiger
Mond ist aufgegangen. Der damals noch nicht existierte. Bemannter Raum
Flug. Peterchens Arschfahrt. Auch so’ne Kindheitserinnerung. Es riecht
nach Lust. Nach Jugend & Gegenwart. Im Geflacker des Films
sehe ich wie ein Gesicht sich verändert. Ein Mund sich öffnet. Im Rausch.
Und noch mehr. Öffnet sich. Und jemand ruft:
»Alarm, Alarm! Ein Eindringling! Alles auf Gefechtsstation!«
Und ein anderer ruft: »Scotty, bitte kommen!« – dabei heiße ich gar nicht so.
Gelächter säuft ab. Und erstickt in Körpersäften. Und sie flüsterschreit:
»Oh Gott, oh Gott!«, aber auch das ist nicht mein Name.
Science Fiction. Mit wenig Science. Immer wieder. Und es ist immer dieselbe Zeit,
die fliegt. In unseren Köpfen. Die Zeiger stehen nicht. Es
scheint nur so. Es sei denn, es ist etwas kaputt. Alles
auf 0. Wir waren zu
zweit. Im Cockpit. Und doch nicht
allein. Und niemand weiß wie
& wann die Spinne gestorben ist.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Erotik, Film, Jugend, Kindheit, Kultur, Lyrik, Sex, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Autobiographische Prosa, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Sperrmüll im Licht der Laterne
Ein Sessel am Straßenrand
Ein Mann schlief
darin
Ich fuhr vorüber
Sein Gesicht sah
aus als hätte ein Nachtfalter
sein Unwesen darin
getrieben
Jemand hatte ihn an den Rand gestellt
Da waren Risse in der Oberfläche
Sprungfedern die herausgesprungen waren
& Schatten
auf dem Bürgersteig
Ich schaute in den Innenspiegel
Das Bild entfernte sich
Es blieb zurück
Während ich weiter fuhr
Durch die Nacht
Ein Falter starb in meinem Abblendlicht
Ganz still & leise
Während aus dem Radio irgend
eine Musik kam
die ich vergessen habe
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alter, Einsamkeit, Kultur, Lyrik, Nacht, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich war am Meer.
Mit einer Geliebten
Unbekannten.
Der Traum
war perfekt. Um
im Schlaf zu sterben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Liebe, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich bin
wie Jeder.
Ein aus dem Zusammenhang gerissenes
Zitat. Aus
einem Werk, das Niemand
kennt. Was
ich wirklich zu bedeuten habe, weiß
nicht einmal ich
Selbst. Vielleicht er
gebe ich einen Sinn, schein
Bar, während ich für mich alleine
stehe. Los
Gelöst aus dem Kontext. Vielleicht
Würde das Werk verfälscht
Werden ohne mich. Und ebenso viel
leicht wäre das egal. Wo
möglich besitzt es so
Wieso keinen Wert. Schund. Sonst
Nichts. Zusammen
Gesetzt aus vereinzelten Zi
Taten. Ich
weiß es einfach
nicht. Ich kenne ihn
nicht: den In
Halt des Ganzen. Ich bin
wie je
der. Her
Aus
Gerissen stehe ich
für mich
All
ein
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
was mir die worte so
manches mal verschlägt
ist
das herz
das nur ein bild ist
würde das wirkliche auf
hören zu schlagen
gäbe es nur
nichts
mehr zu sagen
es wäre das gleiche ohne das
selbe zu
sein
am
ende
ist das herz nur eine faust
schlägt die stunde wahllos um sich
bilder hängen in einem verschlag
& das wirkliche ist etwas ganz anderes.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Mein Arm unter ihrem Nacken.
Entspannung. »Jahrgang 84«, sagte sie.
»Was hast du 1984 gemacht?«
»Nichts«, sagte ich. »Das war die Phase
nach dem Abi, wo ich nichts gemacht habe.
Außer Lesen & Saufen vielleicht. 7 Jahre
lang. Und von deiner Geburt
hat mir auch keiner was gesagt.«
Sie atmete ein Lächeln aus.
Vielleicht trafen sich
in diesem Moment unsere Blicke –
dort oben. An der Zimmerdecke.
»Ach, halt«, sagte ich, »1984
kam der Film 1984 in die Kinos. Mit
John Hurt & Richard Burton. Guter
Film. Den habe ich gesehen. Damals.«
Wie praktisch, wenn der Titel eines Films
gleichzeitig sein Erscheinungsjahr ist. Wie
leicht man sich sowas merken kann. Aber
viel interessanter war doch die Frage:
Wo war Sie 1960 gewesen?
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erinnerung, Film, Jugend, Kultur, Lyrik, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
6
Kerzen waren heruntergebrannt
bevor ich erschien bei Einbruch
der Nacht. Jetzt brannten
andere.
3
Luftballons hingen drinnen vorm Fenster.
Jalousien & Hosen waren herunter
gelassen. Die Balkontür stand
einen Spaltbreit offen, auf ihrer Glasscheibe
eine bunte Zeichnung von Kinderhand.
Von der Schlafcouch aus betrachtete ich die Luft
Schlangen, die von der Decke
hingen, während ein Frauenkopf sich
auf
&
ab
bewegte zwischen meinen Beinen.
Traum
gleich war unsere
1.
Begegnung
Mitt
Sommer
Nacht.
Fremde Gerüche
Fremde Geräusche
eine mir fremde Wohnung
& irgend
Etwas Vertraut
es im Gelächter.
Wäsche trocknete
auf dem Balkon im Mondlicht –
& wurde nass woanders.
Als das Wachs am Ende war, erschien
die Dunkelheit. Ich kniete
auf dem Boden & trank
zwischen geöffneten Schenkeln
schluckte
& schluckte
die Lust, die immer lauter wurde
Selbst
Vergessen
Und plötzlich:
eine Kinderstimme –
»Mama, was ist
mit dir?«
Ich hielt inne.
Der Schatten eines kleinen Mädchens stand im Zimmer.
Wie ein Erwachen.
»Alles in Ordnung«, sagte die Frau, »ich hatte nur einen
Albtraum.«
Ich verhielt mich
ruhig. Bewegte mich nicht. Hielt mich
für versteckt in der Dunkelheit. Zwischen
den Schenkeln. Für unsichtbar vielleicht –
wie ein Kind, das die Augen schließt.
»Komm«, sagte die Frau, »ich bring dich wieder zurück
ins Bett.«
»Wer ist –
der Andere?« fragte das Mädchen.
Kurze Pause.
»Das ist mein Besuch.«
Vielleicht war es der Mond,
der durch den Spalt oder das bemalte Glas der Balkontür
meinen nackten Arsch beleuchtet hatte.
Ich schwieg. Die Frau stand auf & nahm
das Kind bei der Hand. Silhouetten verließen das Zimmer. Allein
gelassen legte ich mich auf die Couch.
Lauschte leisen Stimmen. Zwischen den Gerüchen. Dann
hörte ich Musik. Kinderlieder von nebenan. Was
für eine seltsame Formulierung, dachte ich: ›Der Andere‹!
Die Frau kam zurück. Legte sich neben mich. Der Schreck
war uns nicht in sämtliche Glieder gefahren. Leises Gelächter.
Und auch die Lieder waren so leise, dass ich sie nicht erkennen konnte.
Zwischendurch wieder Stimmen aus
dem Kinderzimmer. »Ein Märchen«, sagte die Frau. »Zum
Einschlafen.« Die CD war ein Geburtstagsgeschenk.
»Ja«, sagte ich, »die habe ich als Kind auch immer gern gehört.«
Und wir malten uns aus, was das Kind aus uns machen
würde in seiner Phantasie….. Zu
Was ich werden würde in seiner Erinnerung….. Ich
war
ein Anderer. Aber vor allem war
ich
ein Albtraum. Das gefiel mir. Und
die Frau träumte. Träumte mich. Träumte
mich weiter. Immer weiter. Immer wieder. Immer anders. In
dieser Nacht. Und sie presste sich den Handrücken auf den Mund
dabei. Um das Kind nicht erneut zu wecken.
Und ich fragte mich, ob ich nicht
ähnliche Erinnerungen hatte wie dieses
kleine Mädchen sie haben würde.
Doch ich fand
keine Antwort.
Das Märchen ging
zu Ende. Und
als der Morgen dämmerte, fuhr der
Albtraum nach Hause. Und
er schlief ein. Und er
träumte
6
Kerzen waren heruntergebrannt
bevor er erschien bei Ein
Bruch der Nacht. Jetzt brannte
ein Anderer
3
Schlangen hingen von der Decke &
1
Ballon bewegte sich
im Mondlicht
auf
&
ab
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kindheit, Kultur, Lyrik, Sex, Traum | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Man brennt für jemanden.
Und irgendwann
auch eine CD.
Für sich selbst
macht man eine Kopie.
Die bleibt
im eigenen Auto.
Irgendwann
ist es vorbei.
Mit der Brennerei.
Man fährt zu jemand anderem.
Und die Laufzeit der alten Kopie
reicht exakt für die Strecke dorthin.
Wenn man die richtige
Geschwindigkeit einhält.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Musik, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Sind das wirklich 5 Finger?« fragte sie.
»Ja«, sagte ich.
»Oh mein Gott!«
Dann drückte sie mir die Hand.
Ganz fest. Es war unsere
erste Begegnung.
Die Kerzen gingen aus, es
wurde dunkel.
Und im ersten Tageslicht bewegte ich die Finger
dicht vor ihrem Gesicht. »Ich werde nie wieder
Gitarre spielen können«, sagte ich.
Wir lachten.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
»Haben Sie noch etwas zu sagen«, richtete sich
eine Stimme an mich – mit
falscher Betonung. Als sei das gar
keine Frage.
Uninteressierte Gehörgänge. Und geladene Waffen
waren auf mich gerichtet. Die
Sonne stand tief im Morgen. Als
gäbe es das.
Die Augen hatte man mir nicht
verbunden. Warum auch
immer. Sie waren gerichtet
auf die dunklen Tunnelöffnungen der Gewehre.
Im Hintergrund der Mündungen:
schweigende Gesichter, die keinerlei An
Teil nahmen.Warten auf das Licht
am Ende
der Tunnel. Die Schatten waren lang.
Und Morgen
war nur eine Himmels
Richtung.
Trocken schien die Luft – & angenehm
weich die Berührung der Fesseln.
Meinem Urteil nach. Ich hörte
das Geräusch
des Entsicherns. Was sollte ich
schon sagen? Ich sagte: »Vielleicht
später.«
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich hasse sie!
Diese billigen Teelichte
aus dem Supermarkt.
50 oder 100 Stück im Beutel.
Die Hälfte des Wachses
kann noch vorhanden sein –
& doch: hatte man sie
1 Mal angezündet,
eine Weile brennen lassen
& wieder ausgepustet,
brennen sie
kein zweites Mal.
Nur ganz kurz
hat man den Eindruck
sie könnten noch einmal brennen;
die Flamme scheint normal
für ein paar Sekunden, doch
dann wird sie immer kleiner,
der Docht verkümmert
zu einem Fastnichts, und
die Flamme erlischt.
So viel überflüssiges hartes Wachs!
Wachs für keine Flamme.
Keine Wärme, kein Licht mehr.
Sie sind nicht alle so.
Aber viele. Sie sind allzu-
……….
Ach, was soll’s – keine
Vergleiche mehr. Und
Hass ist ein zu großes Wort.
Wenigstens sind sie billig.
Und ich verstehe, warum
sie so sind.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Und immer wieder:
Die mit den Narben finden mich.
Egal, wo sie sind. Die Narben.
Wir finden uns. Er
kennen die Narben.
Auch
die unsichtbaren.
Ich finde sie.
Wo auch immer
ich bin
& sie sind.
Wir erkennen uns
in uns immer
wieder
& wieder.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Als hätte ich einen fremden Alb
traum vergessen. Beziehungs
weise verdrängt
so kam es
mir vor
als wir uns näher gekommen waren
las ich was sie in der Vergangenheit
über ihre Vergangenheit geschrieben hatte
über den Horror
& die Verletzungen
durch andere & durch
sich selbst
& über die Narben
innen & außen
und ich erinnerte mich
an fast Alles
fast Alles
hatte ich schon einmal gelesen
in der Vergangenheit
irgendwo im virtuellen Netz
in der fernen Vergangenheit
in der wir uns fern gewesen waren
es war verschwunden
wie manche Träume verschwinden
doch sie kommen wieder
aus geheimen Gründen
aus Tiefen
Abgründen
wenn irgend Etwas
an der verdrängten Erinnerung rührt
ich las
& mein Blick brannte
er löschte sich selbst
ich nahm die Brille ab
Wie hatte ich das Alles nur vergessen können?
Meine eigene Vergangenheit
erschien mir lächerlich im Ver
gleich. Wie konnte ich nur
so viel darüber schreiben!
Und wie viel würde ich erst schreiben
wenn ich erlebt hätte was sie erlebt hatte!
Wir kamen uns näher
ohne diese Erinnerung
ohne die Alb
Träume die ihre Realität ge
Wesen waren
der Augenblick trocknete
ich setzte die Brille wieder auf
& schrieb
ihr: Ich will deine Narben
berühren spüren streicheln küssen
egal
wo sie sind
& jetzt höre ich sie atmen
in der Ferne
während sie schläft
in meiner Gegenwart
& vielleicht
träumt sie sich
sogar in meine Nähe
während ich tippe
blind im Halb
Dunkel
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Hab ich schon erwähnt, dass ich
feucht bin?« Ich hatte nicht mit
gezählt, wie oft, es war ihr Running Gag, ihr laufen
der Witz, es lief, es lief groß
artig unartig, überall raus, selbst ihre Stimme
klang feucht, am Anfang, und im Hintergrund machte es:
Quatsch Quatsch Quatsch & kwitsch kwitsch
kwitsch, Stunden über Stunden, Überstunden,
wir quatschten, sie quatschte, es quatschte, fließende Sehn
Sucht, Seen & Sucht, und: »Wie heißt nochmal
die Phobie, trocken zu werden?« »Keine
Ahnung«, sagte ich. »Nein, ich bin sicher,
die heißt anders.« Gelächter. Viel Gelächter.
Immer wieder. Quietschen vor Vergnügen.
Ich konnte hören, wenn sie ihre Beine bewegte,
sie öffnete, sie schloss, glitsch glitsch glitsch,
der Expressionismus der Fotze, »Wie ein Kirsch
Kern«, sagte sie, zwischen ihren Lippen, und ihr Hals
war trockengestöhnt. »Was war das für ein Geräusch
da bei dir im Hintergrund?« »Ach das«, sagte ich,
»da hat Alexander Graham Bell sich im Grabe umgedreht;
mit hochrotem Kopf.« »Ich wette, bei dir ist ein ganz anderer
Kopf hoch & rot.« Wir erkannten den Un
Ernst der Lage. Selbst
Erkenntnis & Befriedigung.
Nicht
Aus
zu denken, man würde Alles mit Ernst verderben.
»Wie läuft’s?« »Lachenweise aufs Laken.«
Auf ein Neues. Das nicht neu ist. Immer wieder. Und doch.
Irgendwie. Als suchte man. Immer wieder. Vertrautes
Neues. Neues Vertrautes. »Hab ich schon erwähnt,
dass ich feucht bin?« Es klang auch wie ein Witz –
witz witz witz, wisperte der Kitzler itzt,
wildbefingert….. Und ein Schmatzen: »Heute
schmecke ich nach Vanille – mit einem Hauch
von Zitrone.« (Nille Nille Nille, spukspuckte es durch meinen Kopf.
Und warum alles in 3er-Gruppen? Vielleicht weil sie 3
Finger in sich hatte?) »Ich würde gerne mal nach Zimt schmecken«,
sagte sie. Da bekam der Begriff ›Zimtziege‹ doch gleich ein anderes
Aroma. Und Zicke reimt sich, schleimt sich sowieso. Und Zimt
gab es auf dem Milchreis meiner Kindheit. Und Milchreis ist
weiß & zäh – und – man findet ja kein Ende, wenn die Asso
ziationen erstmal angefangen haben. Und dann erst, wenn Wir
uns assoziieren…… »Dass jetzt bloß keiner anklopft.«
»Dann geh ich nicht ran.« »Na, du gehst aber ran.«
Ach, und wie es klopfte! In allen Gefäßen floss das Blut.
tudumm tudumm tudumm! Besäuselungen statt Beschreibungen.
»Und dann….. & dann…… & dann……. machen wir, können wir,
werden wir…..« Und dann erwähnte sie etwas, das nur
mit langem Schwanz geht. »So’n Pech«, sagte ich. Und wieder
Lachen. »Man kann ja nicht überall überdurchschnittlich sein.«
Hahaha. Und sie hielt die Sprechmuschel, Säuselmuschel, Quatsch
muschel in Muschinähe, und dann klang das Schmatzen wieder
ganz anders, und es erinnerte mich an einen Zwerg, einen
Zwerg, der irgendeine Frucht genüsslich isst, während
sie im Hintergrund Rauschkulissen hechelte. Ein Kirschen ver
schlingender Zwerg, der vollmundig schweigt. Und ich merkte
mir seine Geschwindigkeit beim Verzehr. Für später. Für dann. Und dann.
Und dann. Und dann, als ich wieder an ihrem Ohr war, er
zählte ich ihr von dem Zwerg. Wie mir ihr Lachen gefiel!
»Soso, während ich mich fingere, hast du also einen Zwerg
im Kopf.« »Nein, ich hatte ihn in der Hand. In meinem Kopf habe ich
nur Dich.« »Hab ich schon erwähnt, dass ich feucht bin?«
Die Nacht floss in Strömen. In Träumen & Fantasien. 3 Wünsche
haben wir. Frei! »Pass auf«, sagte sie, »und dann sehen wir uns & finden uns
scheisse.« »Pass auf«, sagte ich, »lass die Scheisse weg –
& schon ….. passt’s. Vielleicht.« Und wie die Nacht verging
in uns – ein Fließen & Fliegen der Zeit – & wie die
Vögel mit mir telefonierten – als der Tag anbrach
vor ihrem offenen Fenster – zwitsch zwitsch zwitsch! – All
es war offen – & über
haupt: Habe ich schon erwähnt, dass sie feucht war?
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Lyrik, Sehnsucht, Sex | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Die gleichen Fehler, die
wir bei Anderen begangen haben,
werden wir nun bei Uns be
gehen. Und – wer weiß – viel
leicht sind es dann gar
keine Fehler mehr. Und waren es
auch in der Vergangenheit
nicht – sondern
Wege, die zu Uns führten.
Es ist fast still
um Uns. Nur
ganz leise hört man
den gleichmäßigen Atem
der schlafenden
Vernunft. Sie träumt
einen langweiligen Traum
nach dem anderen – während
wir immer wacher werden.
Es könnte sein –
dass sie im Schlaf
stirbt.
Es würde aus
sehen wie ein
sanfter Mord.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ach, ich weiß es doch auch nicht.
Ich sitze in der Finsternis &
schieße wild um mich.
Eigentlich, so denke ich mir,
müsste ich auf diese Weise
überall ins Schwarze treffen.
Aber genauso gut könnte ich einfach
die Augen schließen – wie so Viele –
& glauben, getroffen zu haben.
Das Ziel ist meistens woanders.
Fehlendes Licht bedeutet gar Nichts.
Alles geht vorbei. Auch in der Dunkelheit.
Solche Gedanken denke ich
niemals zu Ende. Denn wenn
ich es täte, müsste ich
schweigen.
Am besten – man schläft einfach.
Dafür ist die Finsternis
wie gemacht.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Stil könnte auch einfach
eine Schwäche
sein.
Man kann einfach
nicht anders.
Eine Wahl hat man
ohnehin nicht.
Schöne Schwäche.
Gute Schwäche.
Schlechte Schwäche.
Einfache Schwäche.
Schwierige Schwäche.
Elegante Schwäche.
Holprige Schwäche.
Hölzerne Schwäche.
Schwülstige Schwäche.
Vielschichtige Schwäche.
Auf die Schwäche kommt es an.
Die Schwäche ist das Wichtigste.
Die Schwäche ist die Antwort.
Und manche glauben, sie
hätten sie sich ausgesucht.
Oder gar: erarbeitet.
Doch das
ist eine andere
Schwäche.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Stil | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Was hatte ich bloß gesagt?
»Du brauchst nicht nur Sex«, sagte sie, »Du
brauchst Nähe.« »Nähe«, sagte ich, »ist
die Hauptsache. Immer.«
Mein Ständer brach
in Tränen aus
vor Lachen.
Es gab halt
kein Halten mehr.
Wir hatten Alle
so recht – wir
Einsamen
in unserer Einsamkeit.
Das ist die Leere.
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Sie kam
niemals hätte ich das erwartet
wäre ich vorbereitet gewesen
auf nichts hätte ich mich mehr gefreut
wäre sie vielleicht auch nicht gekommen
wenn ich an der richtigen Stelle Zeichen gesetzt hätte
wäre alles zu eindeutig
ohne Zeichen
von ihr
aber auch
so ginge es weiter
ohne
Ende
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Noch mehr
zu wenig
wäre
Nichts
für mich.
Doch
für Dich
bliebe
mehr
übrig
von Allem.
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Gedicht.
Und nicht viel dahinter.
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Es gibt sie schon seit langer Zeit
nicht mehr –
diese Musikkassette
aus
meiner Vergangenheit. Es gibt nicht einmal mehr
ein Abspielgerät in meinem Auto, das auch
ein anderes ist
als damals. Alles
ist anders. (Überholte Technik.) Selbst
ich
vielleicht?
Nein, das ist nur Schein. Eine Täuschung. Ich
bin weniger. Gleich. Und mehr. Zugleich.
Ich erinnere mich
nicht mehr,
welche Songs auf dieser Kassette waren –
also auch nicht an die Reihenfolge,
in der ich sie hörte – wenn ich unterwegs war.
Wohin auch immer.
Bei Musikkassetten gibt es keine
zufällige Wiedergabe.
Man weiß immer, was einen als Nächstes erwartet. Wenn man sie kennt.
Manchmal war das gut, und manchmal nicht.
Manchmal war nicht gut, was als Nächstes kam,
und manchmal war es nicht gut, zu wissen, was kommen würde.
Manchmal beides. (Was bedeutet, dass man sich
manchmal sogar freute – auf das, was nicht gut war.)
Man hatte die Möglichkeit
vor- oder zurück-
zu spulen…….
Dass das gefährlich sein konnte
während der Fahrt, war mir
gleichgültig. Aber es war mir meist
zu umständlich. Und beinahe
nie traf ich exakt
Anfang oder Ende
– wenn ich es doch
einmal tat.
Und jetzt habe ich also vergessen:
Welche Lieder. Welche Reihenfolge.
Und doch:
zuweilen höre ich 1 dieser Lieder wieder –
irgendwo – durch Zufall (wenn es Zufall ist) –
& wenn es zu Ende geht, erwarte ich
nach einem kurzen Moment
der Stille
etwas ganz Bestimmtes.
Ich erwarte, einen ganz bestimmten Song zu hören.
Fast höre ich ihn schon. Tatsächlich. In mir.
Ein Teil der vergessenen Reihenfolge ist wieder da!
Ich erinnere mich. Doch
er kommt nicht – dieser eine, bestimmte. Er kommt
niemals. Dieser Zufall (wenn es Zufall wäre) wäre
zu groß.
Zu groß: die Zahl der Möglichkeiten
in einer Welt voller Lieder.
Zu klein: der Ausschnitt davon
auf der Musikkassette.
Es kommt: immer ein anderer.
Und käme der ›richtige‹ Song einmal doch,
würde man vielleicht wahnsinnig werden.
Und da das nächste Lied nicht kommt,
erinnert man sich nicht an das übernächste.
Ach, es ist
& bleibt
kompliziert.
Und die Kassette war
ein Geschenk.
Vielleicht wäre es besser
nicht
darüber
nach zu
denken. So
wie Die
jenigen, die meinen, es ginge
hier
um
Musik.
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Ich habe kein Gästezimmer.
Und eine Stimme aus diesem Zimmer, das
ich nicht habe, sagte:
»Dein Tippen klingt
so beruhigend. Man kann gut
dabei einschlafen.«
Vielleicht
hatte ich genau
Dies getan?
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