Da ist dieser Eintopf in der
Gemeinschaftsküche
Wenn man Glück hat
ist man die eine
einsame
Bohne
die den
lautesten
Furz
verursacht.
Da ist dieser Eintopf in der
Gemeinschaftsküche
Wenn man Glück hat
ist man die eine
einsame
Bohne
die den
lautesten
Furz
verursacht.
Es gibt Menschen, die sind
schön,
sogar in hässlicher Unterwäsche.
Aber die Voraussetzung dafür ist,
dass
sie es nicht wissen.
Man wird geboren als
Nacherzählung
einer uralten Geschichte.
Unzählige Male
wurde sie erzählt.
An das Original kann sich
niemand mehr
erinnern.
In diese Nacherzählung
muss man
Ein Zeichen setzen.
Vielleicht nur
ein Komma.
Nur dann ist man
vielleicht
selber
so etwas wie
ein
Original.
An manchen Tagen wäre ich gerne
der Herr der Fliegen.
Aber ich bin nur
ein Fliegenfänger.
Ein klebriges Stück Papier,
das irgendwo herumhängt.
Und irgendwann ist das Papier selber
nicht mehr zu erkennen.
Versteckt hinter schwarzen Leibern.
Belebt vom Sterben.
Ein Tonträger.
Hintergrundmusik.
Der Soundtrack des Lebens.
Eine dunkle
summende
Agonie.
Nichts
ist mir originell genug.
Ich
bin mir nicht originell genug.
Der Serienkiller
ist mir nicht originell genug.
Der Dichter
ist mir nicht originell genug.
Alles
erinnert mich an etwas.
Alles
ist schon dagewesen.
Alles
ist Nachahmung.
Alles
hat Bezug auf Vergangenheit.
Alles
ist Nichts.
Und Nichts
ist mir originell genug.
Und der Tod
ist ein einfallsloser Langweiler.
Ich esse Negerküsse, weil
sie mich an meine Kindheit erinnern.
Ich höre Zigeunermusik, weil
ich sie liebe –
Django Reinhardt
vor allem.
Ich will keine Schaumküsse der Langeweile.
Es ist immer dasselbe mit den Menschen:
Sie suchen nicht den Kern,
sie kratzen an der Schale.
Und die Mordlust kommt von
Filmen & Videospielen?
Natürlich,
Ihr Langweiler.
Was denn sonst?
Ich habe in meiner Kindheit noch mit
Ausländern gespielt.
Diskriminierung ist
meinem Denken & Fühlen so fremd,
dass ich sie in
einzelnen Worten
meist
nicht erkennen kann.
Ich sehe Splatterfilme &
fühle mich schlecht, wenn ich
versehentlich
jemandem auf den Fuß trete.
ICH SEHE MENSCHEN!
NICHT DIE WORTE,
DIE SIE ZU BESCHREIBEN VERSUCHEN!
Ich mache Witze über
Krankheiten & Tod.
Auch das tut man nicht.
Die Witze sprießen aus dem Boden
der Angst & des Entsetzens –
gedüngt mit Erfahrung.
Nehmt endlich Eure
Politische Korrektheit
– sie ist rein äußerlich,
oberflächlich wie Euer Denken
(wenn man’s »Denken« nennen mag) –
& schiebt sie Euch in den Arsch,
auf dass Ihr sie Euch
verinnerlichen möget.
In der Zwischenzeit wische ich mir den Mund ab,
zufrieden & satt von
Negerküssen,
& rufe:
»PLAY IT AGAIN, DJANGO!
ALTER ZIGEUNER ….«
Ich bin leicht zu irritieren,
und am meisten irrtiert mich
der Sinn fürs Praktische, den
die Menschen in meiner Umgebung
besitzen.
Alles scheint einfach zu sein; für sie.
Vor allem das Einfache, das für mich
so schwierig ist. Das Alltägliche.
Es ist schwierig für mich, weil es
mich nicht interessiert; es sei
denn, ich lese darüber. Aber dann
muss es interessant geschrieben sein.
(Stil über Inhalt.)
Was soll ich mit dem Alltag?
Ich will die Allnacht!
Ruhe.
Und keine Eindringlinge in meinem Kopf.
»Wie kann man nur so lebensfremd sein?«
Ein Satz, den ich des öfteren höre.
Fremd war ich immer –
mir ….
den anderen …..
dem Leben.
Und überhaupt:
Das Leben –
Es kommt mir nicht zu nah, aber
es geht mir zu nah.
Ich besitze keinen
Sinn fürs Praktische.
Vielleicht einen anderen –
aber den hat
das Leben
nicht.
Und dann verlangt jemand von dir, dass du
einen Kontrabass wie eine Geige unter dein Kinn klemmst
& seine Melodie spielst.
Dabei kannst du nicht mal Geige spielen,
und die Melodie kennst du nicht.
Und überhaupt sind deine Arme zu kurz,
um das Instrument zu stimmen.
Es stimmt einfach nichts.
Und vielleicht ist dieser Jemand
einfach
das Leben.
Ein bisschen schon
Ein bisschen noch
Ein bisschen zu viel
Ein bisschen zu wenig
Ein bisschen zu früh
Ein bisschen zu spät
Ein bisschen von allem
Zu viel vom Nichts
Im Übrigen habe ich
keinen Charakter.
Jedesmal wenn ich höre oder lese,
was andere über ihren Literatur-, Musik-,
Film- oder Kunstgeschmack sagen,
denke ich mir:
DAS ist Charakter.
Dezidierte Ansichten.
Ein dezidiertes Ausschluss-
verfahren.
Ich:
schätze zu
Vieles.
Zu vieles, das nicht
zueinander
passt.
Literaten, Musiker,
Filmschaffende, Künstler, die sich
untereinander
gehasst haben.
Verschiedene Begriffe,
verschiedene Ansichten.
sich widersprechende &
einander ausschließende
Weltbilder.
Richtungen ohne gemeinsames
Zentrum.
Ich:
habe keinen Charakter.
Vielleicht sollte mein Schädel
enger sein,
um Platz zu haben
für einen Charakter.
Aber wahrscheinlich
würde ich mich dann
schrecklich langweilen.
Vielleicht ist:
Das Loch im Dach abwesend
Die Ratte im Klo abwesend
Der Hunger abwesend
Der Wasserrohrbruch abwesend
Der Schmerz abwesend
Der Krebs abwesend
Bestimmt ist:
Der eigene Tod abwesend
Doch die Abwesenheit des Unerwünschten
(so gewaltig es vielleicht ist)
verschwindet hinter der Abwesenheit
des Erwünschten
(so nichtig es sein mag).
All das Schöne, das nicht da ist –
man sieht es vor Augen;
viel zu oft.
All das Schreckliche, das nicht da ist –
man hat es verdrängt;
die meiste Zeit.
Man müsste sich nur
daran erinnern.
Ab & zu.
So oft
wie möglich.
Und während man sich daran erinnert,
müsste man das Wort »noch«
verdrängen.
Aber wer
unter den anwesenden
Verwesenden
kann das schon?
Das Nichts kann man sich nicht
vorstellen – man kann nur glauben, es
sich vorstellen zu können.
Aber
es gibt Nächte
(die Mondsichel erinnert an
einen abgeschnittenen Fußnagel in einem
schwarzen Abfluss)
da denkt man, es sei
leichter
sich das Nichts vorzustellen
als
das
Alleine &
Abgeschnitten
Sein
zwischen den
Menschen.
Die Leertaste auf meiner Tastatur scheint mir
abgenutzter zu sein als alle anderen Tasten …
Es muss sich um eine Täuschung handeln, rein
rechnerisch; natürlich.
Sie sieht versiffter aus als die anderen Tasten –
das könnte immerhin sein (Daumen sind breiter als
Fingerkuppen, und sie sind zu zweit).
Ergibt das einen Sinn?
Wahrscheinlich nicht.
Das ist mir egal.
Wie so vieles.
Ich taste im Leeren.
Ich rechne.
Mit nichts.
Irgendwann wird es so weit sein, dass ich
meine Memoiren schreiben werde – & ich werde dazu
ausschließlich diese versiffte Leertaste benutzen.
Entweder weil ich nicht anders kann,
nicht mehr anders kann,
oder
weil es letztendlich keinen
Unterschied macht.
Und vielleicht ist das Leben der Film, den man
verpasst hat, weil man glaubte,
einen Termin wahrnehmen zu müssen.
Einen Termin, der
zu
Nichts
führte ……
Der Film wird
nicht wieder gezeigt.
Nur dieses eine Mal war er zu sehen.
Doch was soll’s!
Er
unterscheidet sich von dem Nichts
nur bei
oberflächlicher Betrachtung.
Der Optiker präsentiert sein Sortiment
Man soll sich ein Gestell aussuchen
Ein neues Gestell
für neue Gläser
Aber die alten Gläser
sind so alt
dass man die neuen Gestelle
nicht mehr erkennen kann
Vielleicht gibt es nur
1 Lösung :
Die neuen Gläser in
das alte Gestell
einpassen
Und dann schmeisst man seinen alten Seneca in die Ecke
& Epiktet hinterher, hämmert mit der Stirn seinen Schmerz
in die Wände um einen herum – & fühlt wieder irgend etwas
sterben.
Der Stoizismus ist mal wieder beim Teufel gelandet, und
der Teufel sieht jedes Mal anders aus.
All das, was man in
in Ruhe
gelesen hat,
bedeutet nichts, wenn
die Ruhe fort ist.
Man hatte das alles schon selber gewusst, noch bevor
man es las.
Und man wusste, dass es einem
nicht helfen würde, wenn es mal wieder so weit war.
Immer &
immer
wieder
ist es
dasselbe!
Ohne Dazulernen.
Gefühle –
Hormone –
chemische Abläufe –
was auch immer.
Mächte, die noch stärker sind als
die Worte;
noch stärker als
die Gedanken, die
klug sein sollen.
Die Bücher landen in der Ecke
wie ungezogene Kinder, die nicht getan haben,
was sie hätten tun sollen.
Man straft sie mit Mißachtung.
Besorgt sich eine Flasche Gin &
trinkt in Gegenwart der Bücher, die
versagt haben, als wollte man ihnen stumm zu verstehen geben:
‚Schaut her, darauf ist Verlass. Hey Seneca, hey Epiktet,
schaut her – Mr. Alexander Gordon hatte mehr drauf als Ihr!
Zum Teufel mit Euch!’
Aber natürlich –
irgendwann
irgendwann
geht man wieder in diese Ecke;
hebt die Bücher auf,
pustet den Staub von ihnen
& bettet sie dort, wo sie sich
geborgen fühlen.
Wieder ist etwas gestorben in einem.
Wieder sind frische Blutflecken an den Wänden um einen herum.
An den Wänden, die
Ecken bilden.
Aber man lässt die Kinder nicht
für immer
in der Ecke.
Wo ist mein Schatten,
wenn ich in der Finsternis bin?
Existiert er nicht, oder ist er nur
untergegangen in der Lichtlosigkeit, die
ein Meer aus Schatten ist?
Wenn es Nacht ist, und ich befinde mich
in einem finstren Raum, so ist
die Finsternis darin kein Schatten.
Wenn es aber Tag ist, so ist
die Finsternis in demselben Raum
der Schatten, den die Wände werfen.
Was ist mit meinem Schatten
in dem einen,
was in dem andern
Fall?
Existent?
Nicht existent?
Fragen, die in den Wahnsinn treiben –
vielleicht.
Vielleicht aber auch
Fragen, die
aus dem Wahnsinn kommen.
Manchmal denke ich, in jeder Schulklasse
seit Menschengedenken
gab & gibt es diesen einen Jungen
– immer ist es ein Junge
niemals ein Mädchen –
der
selbstvergessen
in seiner Nase popelt & dann
seinen Popelfinger betrachtet
bevor er ihn
selbstvergessen
in seinen Mund steckt
Und ich denke :
Gut, dass ich nie dieser Junge war.
Gut, dass ich
immer
der Beobachter war.
Der Beobachter, der sich
beobachtet fühlte.
Aber manchmal
beneide ich ihn auch
diesen Jungen.
Beneide ihn
weil
er sich unbeobachtet fühlte
weil
er sich selbst
vergessen
konnte
& weil er sich
vielleicht
auch heute noch
vergessen
kann
Jemand schneidet sich am Deckel einer Sardinenbüchse,
schreit Aua!, schreit Scheiße! & blutet ….
Das ist nicht originell, aber ich verstehe es, weil es
verständlich ist.
Aber warum,
zur Hölle,
ist das menschliche Handeln
immer
so vorhersehbar –
warum ist es
immer
so unoriginell ?
Warum habe ich es
alles
schon erlebt?
Wo
bleiben die Überraschungen?
Wo
ist die Originalität?
Liebe
Trennung
Gleichgültigkeit
Hass
Ignoranz
Immer & immer wieder
das
Gleiche ….
Einige wenige Facetten mehr als
im Tierreich –
vielleicht ….
Aber nicht allzu viele.
Wo
zur Hölle
ist das Lachen über die Wunden,
wo ist die Gleichgültigkeit gegenüber
dem Blut, das aus den Schnitten fließt?
Wo ist die Originalität?
Wo ist das Besondere
in dem Augenblick, wenn
der Deckel der Sardinenbüchse
in das Fleisch
schneidet?
Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Also fasse ich die unklaren Gedanken.
Die trüben Gedanken.
Greife nach der Flasche mit dem klaren Getränk.
Vielleicht werden die Gedanken klarer –
es wäre unfassbar;
vielleicht werden sie noch trüber –
es wäre bedenklich.
Vielleicht sind die klaren Gedanken zu
durchschaubar;
vielleicht führt die Durchschaubarkeit der Gedanken
zu Trübsinn.
Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Ich betrachte sie von ferne –
& proste ihnen zu.
Vertreibung & Totschlag
der Zeit – – –
ein kapitales Verbrechen.
Spiele
Gameshows
Zerstreuung
Job
Das einzige was zählt
die Voraussetzung für alles
ist Zeit
Was die meisten Menschen langweilt
ist für mich
die Erfahrung der Zeit
Das Fühlen der Zeit
Das Begreifen der Zeit
Unausgefüllt
Sie soll hierbleiben
Ich will sie nicht vertreiben
Sie soll leben
Ich will sie nicht totschlagen
Sie soll lang sein
Eine lange lange
lange Weile
Hinter meinem Haus gibt es einen Friedhof
Dort liegen begraben die
Das hätte ich niemals tun sollen
Es ist ein kleiner Friedhof
sehr überschaubar
& die Kreuze & Steine stehen alle
gerade –
sie sind
intakt
aufrecht
gepflegt
Vor meinem Haus gibt es einen Friedhof
Dort liegen begraben die
Ach, hätte ich es doch getan
Es ist ein großer Friedhof
sehr unübersichtlich
& die Kreuze & Steine stehen alle
schief –
sie sind
kaputt
verrottet
von Unkraut überwuchert
Meistens
schaue ich aus dem Fenster
das nach
vorne
weist
Im nachhinein glaubt man ihn zu kennen –
den Moment, in dem man am besten
gestorben wäre.
Zu spät.
Der Moment ist weg.
Man lebt einfach weiter.
Man schläft, isst, trinkt & sucht
nach Momenten, die diesem ähneln könnten.
Aber alles, was sich ähnelt,
bleibt trotzdem
einzigartig.
Nur dieser Moment wäre wirklich
der beste gewesen – glaubt man.
Und wahrscheinlich hat man sogar recht.
Was soll’s.
Lebt man eben noch ein bisschen weiter &
stirbt zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Ist ja letztlich auch
egal.
Worte sollten niemals so sein wie
ein großer Dichter, der
von einem Hollywoodstar gespielt wird
& doch sind sie oftmals so
Worte sollten niemals so sein wie
ein Hollywoodstar, der
von einem Soapsternchen
imitiert wird
& doch sind sie oftmals so
Worte sollten sein
wie der Cumshot eines
Pornodarstellers
so echt wie
ein niederer
Instinkt
kein Fake
keine Kunst
kein So tun als ob
Etwas
das raus muss
& rauskommt
so ehrlich wie möglich
Eine Motivation des Pornodarstellers
mag Geld gewesen sein
aber ohne den Instinkt & die Geilheit
wäre der Cumshot nicht möglich
deshalb ist er echt
so echt wie ein Hollywoodstar niemals
sein kann, wenn er
einen großen Dichter spielt,
einen Dichter,
der echter ist als jeder
Cumshot
so echt
wie Worte immer sein sollten
Hätte ich ein Fahrrad,
wäre seine Kette gerissen.
Hätte ich eine Tiefkühltruhe,
wäre sie warm.
Hätte ich eine elektrische Pfeffermühle,
wäre Sand darin.
Hätte ich eine Filmkamera,
könnte sie nur in Zeitlupe filmen.
Hätte ich einen Whirlpool,
wäre das Wasser ohne Blasen.
Hätte ich eine Brotschneidemaschine,
wäre sie stumpf.
Hätte ich einen Wäschetrockner,
würde er die Wäsche befeuchten.
Hätte ich einen Luftbefeuchter,
würde er die Luft trocknen.
Hätte ich einen Flachbildfernseher,
würde er zunehmen.
Hätte ich ein Wasserbett,
wäre Eis darin.
Hätte ich eine Dampfmaschine,
wäre sie ohne Dampf.
Hätte ich ein Mikroskop,
wäre es ein Makroskop.
Hätte ich eine Frau,
wäre sie ein Mann.
Hätte ich einen Stein,
wäre es ein Herz.
Aber ich bin ein Glückspilz –
weil ich all das
nicht
habe.
Wer sichergehen will, sollte
für Mäuse
Rattenfallen benutzen.
Aber es ist nicht immer
ein schöner Anblick,
wenn man sicher geht.
Worauf man verzichten könnte:
Lesen
Rasenmähen
Staubwischen
Unterhaltung
Autowäsche
Tapeten
Sex
Fernsehen
Musik
Alkohol
Post
Mitmenschen
WC-Reiniger
Träume
Kalender
Fernbedienungen
Schaufensterpuppen
Fliegennetze
Rasierklingen
Marmelade
Grabsteine
Kameras
Brotschneidemaschinen
Thermometer
Gedanken
Brillen
Schnellkochtöpfe
Kerzen
Fotoalben
Pralinenschachteln
Gefallen wollen
Worauf man nicht verzichten kann:
Schlafen
Atmen
Essen
Trinken
Scheissen
Pissen
Im Grunde ist das Leben
ganz einfach.
Die Phantasie erschuf
Himmel & Hölle.
Die Realität
schrieb von ihr ab.
Oder war es umgekehrt?
Egal …..
Egal ………
Denn beide
kümmern sich einen Scheiß
um das Urheberrecht.
Und dann wünscht Du Dir – einmal mehr -,
fähig zu sein, etwas anderes zu suchen als das,
was Du immer schon gesucht hast –
denn Du hast immer gefunden, was Dir
weh tut – –
Aber Du kannst nichts anderes suchen
& nichts anderes finden – als das,
wozu Du fähig bist.
Ich verachte Philosophen, die
ein Toupet tragen.
Was könnte ich von ihnen lernen?
Ich werde darüber nachdenken.
Werde ich sie anschließend immer noch verachten?
Ich hoffe es.
Aber ich weiss es nicht.
Sie widert mich an. Oftmals. Meine Schwäche. Die Schwäche, die mich dazu treibt, meine hingeschnodderten Worte – in welch kleinem Rahmen auch immer – in die Öffentlichkeit zu schubsen. Der kleinste Rahmen ist mir zu groß. Eigentlich. Das Internet: zu groß. Schon die Möglichkeit, dass die Worte gelesen werden könnten, beeinflusst mich; bewusst & noch stärker unbewusst. Und ich will nicht beeinflusst werden. Von Nichts & Niemandem. Selbstverständlich ist das unmöglich – aber es wäre mein Idealzustand.
Diese verdammte Schwäche. Gier nach Feedback. Suche nach Anerkennung. Menschlich, na sicher! Aber trotzdem zum Kotzen.
Warum nur habe ich damit angefangen? Warum habe ich nicht weitergemacht wie früher? Schreiben – & das Geschriebene sofort wegschliessen. Geradezu schamhaft. Wenn jemand das laute Tippen der alten mechanischen Schreibmaschine hörte, war mir das peinlich; es war, als hörte mir jemand beim Wichsen zu. Denn Schreiben war Sex. Schreiben ist Sex. Selbstbefriedigung. Abspritzen auf Papier. Und das nicht nur wegen der Sublimierung. – Wehe, ich wurde darauf angesprochen! Ich fing an zu stammeln, wich aus, brach das Thema ab.
Was tue ich da eigentlich? Was schreibe ich da eigentlich? Was veröffentlicht wird, wird kategorisiert. Ich will nicht kategorisieren. Ich will nichts ‚Gedicht’ nennen, ich will nichts ‚Story’ nennen. Auch das finde ich peinlich. Aber ich tue es dennoch. Wie lächerlich!
Und dann passiert der Gau -: man bekommt Feedback! Man lernt auf virtuellem Wege reale Leser kennen. Und wenn es noch so wenige sind, und wenn es nur einer wäre – wie zur Hölle soll einen das nicht beeinflussen?! Falls ich mir morgen in die Hose scheisse, könnte ich dann noch darüber schreiben? Bin ich so unabhängig? Ist mir alles so egal, wie ich es gerne möchte?
Ich lebe so verborgen, so zurückgezogen, wie es überhaupt nur geht; ich bin so allein, wie es überhaupt nur geht – meine Worte sollten genau so allein, genau so verborgen bleiben. Aber nein. Man ist ja Mensch. Man kann so einsam sein, wie man will, oder wie das Leben es wollte – man bleibt dieses schwache Herdentier.
Widersprüche Widersprüche Widersprüche. Ich kann sie genau so wenig lösen wie irgend jemand sonst. Also werde ich vielleicht einfach so weitermachen ……
Oder alles wieder löschen? Alles vernichten? Verschwinden, so plötzlich, wie ich aufgetaucht bin? – Vielleicht.
Vielleicht werde ich mir morgen in die Hose scheissen, um zu überprüfen, wozu ich noch fähig bin.
Sofern ich jemals zu etwas fähig war.
Das Leben ist so einfach zu verstehen:
Immer wenn man sich einen runtergeholt hat,
kommt die geilste Sau um die Ecke – &
man wünscht sich,
es wäre 5 Minuten früher.
Da ist diese eine Kachel
poliert & glänzend
in dem Haus
in dem Du wohnst
Aber einst
in der Vergangenheit
saß auf dieser Kachel
eine widerliche Spinne
vor der Du Angst & Ekel hattest
Und niemals wieder
kann diese Kachel so
poliert & glänzend sein
dass Du
diese 1 Spinne
vergisst
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