Schlagwort-Archive: Beziehung
Das abgegriffene Bild
des Herzens –
ich würde es gerne
ersetzen
durch etwas Neues –
Anderes.
Andererseits:
was wäre abgegriffener
als der Gegenstand selber
für den das Herz steht?
Das Gefühl.
Immer wieder:
ergriffen
angegriffen
& oftmals:
unbegreiflich.
Also
(in platten, abgegriffenen Worten):
Ich legte Dir
mein Herz
zu Füßen.
Du hieltest es
für einen Fußabtreter.
Immerhin:
ein anderes Bild –
zur Abwechslung.
Wenn auch
kein Neues.
Egal.
Etwas liegt
am Boden.
Ein Gefühl.
Und das Herz
mag
stehen
bleiben.
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Wer die Kontrolle über sich
für immer behalten will,
sollte nicht lieben.
Wer die Kontrolle über sich
immer behält,
kann nicht lieben.
Wer die Kontrolle über alles
liebt –
sollte an mir vorübergehen.
Denn ich verliere
die Kontrolle
über mich
gar zu gern
& gar zu leicht.
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Dieser seltsame Raum
den er Tag für Tag betrat
in seinen Tag
träumen
Ein fensterloser Raum
voller Regale
denen die Rückwände fehlten
Regale
die seine innere Leere zer
teilten
kreuz & quer
in regel
lose Ab
schnitte
In den Regalen
Nichts
als Vasen aus farbigem Glas
Bunte Gefäße
ohne In
halt
Überall
Reflexion & Brechung
des Kunstlichtes
Er unterlag nicht
der Illusion
seine Träume zu beherrschen
nur weil es Tagträume waren
Gedanken
Spiele
Frauen
traumwandelten durch den Raum
spielerisch
als hätten sie
etwas ver
standen
das er nicht be
greifen konnte
Er war er
griffen
von ihrem Anblick
Tag für Tag
Maskierte Gesichter
nackte Körper
Verhüllte Körper
entblößte Gesichter
Wesen
die niemals
Etwas
sagten
Wesen
die un
auf
hör
lich
Nichts
sagten
Dieser seltsame Traum
den er Tag für Tag betrat
in seinen Räumen
Räume
deren Fenster
verhangen waren
Eines Traumtages
so glaubte er
würde eine Vase aus farblosem Glas
in einem der Regale stehen
& sein Blick
würde fallen
durch das Glas
durch die Leere
durch das Nichts
auf eine Frau
ohne Maske
unverkleidet & nackt
Ihr Anblick
leicht verzerrt
durch das gekrümmte Glas
in dem er selber
sich spiegelte
Gebrochene Augen
blicke
in künstlichem Licht
& Sie
würde Etwas sagen
von dem er nicht ahnte
dass er es
sich
erträumt hatte
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Sehnsucht, Traum | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Erst
hielt sie ihren Arsch hin.
Dann
hielt sie mich hin.
Als
wäre da kein Unterschied.
Nun
gut – geil waren wir
beide.
Ein An
blick……
Ein Zu
stand……
Sie: ein Ziel.
Ich: eine Sehnsucht.
Erst
hielt sie sich hin.
Dann
hielt sie mich hin.
Die Muse
die tropfend auf mir gesessen hatte
als wir uns kaum kannten.
Wir lernten
uns kennen…..
Kamen
uns abhanden.
Denn
Nichts lässt sich
halten
so
lange
man will.
Nichts hält
was es ver
spricht.
Irgendwann
nach dem Ver
lust
kommt das Ver
siegen.
Und dann
fällt mir
Nichts
mehr
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wäre am Anfang so wenig wie
am Ende – wäre
Alles in Ordnung.
In welcher Ordnung auch immer.
Doch am Anfang ist
mehr.
Mehr
von
Allem
was gut ist –
& nichts von dem
was weh tut.
Vergessen wäre gut
am Ende.
Doch statt des Vergessens kommt das
Vergleichen.
Was war….
Was ist….
Was bleibt….
Ich weiß,
das ist alles
furchtbar
banal.
So
wie irgendeine x-beliebige
Liebesgeschichte.
Aber – genau
deshalb kam ich ja
darauf.
Jemand rammte ihr einen Spaten in den Zeh.
An dem Abend, bevor sie zu mir kommen wollte.
Das war auch so eine Art
Anfang.
Von
irgendeinem
Ende.
Und außerdem
eine ganz andere
x-beliebige
Geschichte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Niemand
sah ihr ähnlich
Überall
erkannte ich
nur Unterschiede
Nichts
hatte etwas mit ihr zu tun
Nirgends
hörte ich
eine Stimme wie ihre
Nie
war sie irgendwo
irgendwie nirgendwo
Und doch
Alles & Jedes
erinnerte mich
immer
an
SIE
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die orangenen Lämpchen der Radiatoren leuchteten.
Hinter ihren heißen Rippen gab es keine Frau,
die sang: »In heaven everything is fine«.
Wie in jenem Film.
2 Räume waren beheizt.
Die anderen: kalt.
Der Flur: kalt.
Temperaturunterschiede – als sei
Drinnen: Drinnen & Draußen zugleich.
Nacht.
Wie immer.
Aus der beheizten Einsamkeit des Schlafzimmers
ging ich in die kalte Einsamkeit der Küche, um
eine weitere Flasche Wasser zu holen.
Sah: die nackten Beine, die ich
vorm Tiefkühlfach fotografiert hatte……
& die nun fehlten – sah sie
in mir.
Ich brauchte keine Fotos.
Meine Kehle war so trocken
wie der Humor eines guten Bestatters.
Ich ging zurück, legte mich wieder hin, trank.
In der künstlich erzeugten Wärme –
der verwüsteten Luft.
Erinnerungsoasen schwitzten in der Einöde……
Hochsommer
Die Frau geht meine Kellertreppe hinauf
In einem Jeanskleid
Ich hinter ihr – unter ihr
»Ich bin schon wieder ganz nass«, sagt sie, »fühl mal.«
Sie bleibt stehen
Ich fasse unter das Kleid, unter dem sie
nichts trägt….
»Ja«, sage ich
»Weiter vorne«, sagt sie
»Oh ja«, sage ich
Wir lachen
»Was machst du nur mit mir?«, sagt sie
»Nichts«, sage ich
Nichts.
Luft, Lust, Trockenheit, Nässe.
Nichts bleibt.
2 Räume waren beheizt.
Ein kalter Flur dazwischen.
Orangene Lämpchen in der Nacht.
Auf dem Nachttisch: ein Bleistift.
Für den Fall, dass mir etwas einfiele.
Und ein Radiergummi.
Für den Fall, dass…..
Ein leichtes Stechen in der Brust; ein
stetiges Schlagen….
Hinter den Rippen gab es eine Frau.
Eine Frau, die
sang…..
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Und jede Nacht versuchte ich
mir Wut & Traurigkeit aus dem Leib
zu wichsen.
Was die Wut betraf,
gelang es mir –
für einige Zeit.
Die Traurigkeit
blieb
& wuchs,
da sie
wo
anders war.
Die Nähe
der Muse
war in die Ferne gezogen.
Nur ein paar Worte
blieben
zurück.
Und die Einsamkeit sang
das alte Lied:
Von der Mühe, die man sich gibt, um
etwas zu bekommen –
bleibt nichts übrig, um
es zu halten.
Dabei möchte man doch
gehalten werden.
Nur nicht
für dumm.
Und schon gar nicht
für selbst
verständlich.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Solange
ich brenne
hast Du
Licht –
im Dunkel
Wärme –
in der Kälte
Knistern –
in der Stille.
Solange
ich brenne
nähre ich die Flammen
die Du
entfacht hast.
Was übrig bleibt
von mir
von Dir
von uns
ist –
immer
dasselbe.
Liebe & Tod…..
Asche zu Asche.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Das wollte ich nicht«, sagte die Frau
im Traum des Mannes.
Der Mann erwachte
& fragte sich:
Was hat sie gemeint?
Etwas
das er sich erträumt hatte?
Etwas
das geschehen war
in der ungeträumten Wirklichkeit?
In der Wirklichkeit
konnte er sie nicht fragen.
Sie hätte ihn für verrückt gehalten –
sofern sie existierte.
Vielleicht hätte sie sogar geleugnet,
je in seinen Träumen gewesen zu sein.
Lange Zeit
lag er wach & grübelte;
wünschte sich –
wieder einzuschlafen.
Als es ihm endlich gelang,
musste er sie lange suchen.
Als er sie endlich fand,
hatte er die Frage vergessen
in der Wirklichkeit.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Traum | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Du hast mich
versetzt.
In Dich hinein.
Ich versetze Dich.
In mich.
So sind wir
Wir.
Immer
in
uns.
Zusammen.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Niemals
sah sie ihn
in Schuhen
Niemals
traf sie ihn
im Freien
Niemals
schien die Sonne
zur selben Zeit
auf sie beide
Sie
trafen sich
in Innenräumen
Träumen
unter Decken
zwischen Wänden
Mauern
im künstlichen Licht
Ungeschützte Schritte
im Schutz des Innern
Und
wenn sie sein Haus betrat
zog sie
als erstes
ihre Schuhe
aus
Und
er betrachtete sie
Und
barfuß gingen sie
gemeinsam
in
einen anderen
Raum
im Inneren
frei
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Vergiss nicht:
Wir haben noch eine Verabredung
unter der Brücke jener Stadt
die mir fremd ist
& die Du
schon kennst.
Wie wir darauf kamen?
Wir betrachteten ein Foto –
diese Brücke
bei Nacht
im Schein des Laternenlichts
romantisch & schön….
Und Du sagtest:
Da war ich schon mal….
Es gibt unheimlich viele Ratten
unter dieser Brücke.
Und ich sagte:
Ich habe nichts
gegen Ratten.
Und so
machten wir es
aus –
wir
würden dorthin
reisen
gemein
sam
uns trennen um
uns
zu treffen
unter der Brücke
uns halten
uns küssen
uns lieben
den Geräuschen der Ratten lauschen
& das Glitzern der Nacht in ihren Augen betrachten
Vergiss nicht:
Die Ratten warten
auf uns.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Der Abgrund
neben dem Bett
war tiefer als erwartet.
Und doch
konnte ich dort stehen
& herabsehen
auf das Bett
das wie eine Insel war.
Die Geliebte
lag darauf ….
& im zittrig-orangenen Licht der Kerzen
streckte sie ihre Arme aus
wie ein Kind
das aufgehoben werden möchte.
Hätte die Wirklichkeit einen Sinn
für Symbole & Poesie
wäre in jenem Moment
eine Sirene zu hören gewesen –
die Sirene eines Rettungswagens.
Allein –
es war
ganz still.
Ganz
still.
Und alles schien
verkehrt –
denn
ich war es
der aufgehoben werden wollte.
Aus dem Abgrund
ließ ich mich fallen
in die Arme….
& Alles
war
richtig.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Sieh mal, da
hast Du etwas
kaputt gemacht.«
»Was? Wo?
Ich sehe nichts.«
»Eben.«
–
Etwas Unsichtbares
ging
zu Bruch.
Splitterte
in eisiges
Schweigen
mitten
in der Nacht.
Und
da es unsichtbar war
blieb nur
die Hoffnung
alle Bruchstücke
wiederzufinden
durch
vorsichtiges
Tasten
& Fühlen.
Gewissheit
Alles
wiedergefunden zu haben
würde es
niemals
geben.
Ledig
lich
die nagende Angst
ein
(vielleicht nur winziger)
Splitter
könnte
für immer
verloren
sein.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Es ist
manchmal
als änderte die Zeit
die Wellenlänge
des Lichtes
Das Licht der Lieblingslampen
anheimelnd
warm
& vertraut
wird zu
Schwarzlicht
Fremd
erscheint einem
Alles
& kalt
was man in
anderem Licht
kannte
Man sieht
die Flecken
die unsichtbar gewesen waren
Sieht
den Dreck
dessen Existenz man
in manchen Augenblicken
nur befürchtet hatte
Er leuchtet
hell
Doch
nichts
Wesentliches
hat sich verändert.
Nur
eine Wellenlänge
Man könnte
einfach
die Augen
schließen
wenn
es
einfach
wäre
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sprich
wörtlich ist das
Auf & Ab
Laufen
des Tieres
im Käfig
Ich lief
auf & ab
Amok
in der Nacht
Schrie & brüllte & rief
auf einen
An
ruf
beantworter
der
Nichts
beantwortete
Stumm
geschaltete
Telefone ….
Die Unerreichbarkeit
des Menschen
der behauptet
zu lieben …..
Nicht gehaltene Worte
fielen
& zerbrachen
auf dem Boden
der Tatsachen
Gebrochene Versprechungen
ausgekotzt
im Eimer
Sprich
wörtlich ist das
Auf & Ab
des Gefangenen
Die Schläge
des Herzens
im Rippenkäfig
Ein Knockout
nach
dem Anderen
Die fremde Stimme
auf einer Mail
Box
Auch
ich
bin
ein
Tier.
Ein Wolf –
Ge
trieben
in die Enge
des Herzens.
Hinter den Gittern
des Schweigens
laufe ich
hin & wieder
auf & ab.
Und
was gefangen ist
denkt an
Aus
bruch.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich dachte an Hemingway,
der zum Schreiben aufs Klo ging,
um Marys Schlaf nicht zu stören.
Damals
im Ritz.
In Paris.
Während des Krieges.
Und er schrieb ein Gedicht
aufs Klopapier.
Ich könnte es mir nicht leisten.
Das Ritz.
Mit oder ohne
Krieg.
Ich ging aufs Klo.
Zuhause.
Es galt
den Schlaf der Frau nicht zu stören.
Also
pisste ich ins Waschbecken.
Denn
das laufende Wasser
war leiser
als die Spülung.
Auch eine Art
der Rücksichtnahme.
Dann
schrieb ich
dies.
Nun ja.
Seine Gedichte waren
auch
nicht so
besonders.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Als ich davon erfuhr,
wusste ich,
dass mein Gefühl eine gute Wahl getroffen hatte.
Ich stellte sie mir vor…..
Diese Frau…..
Vor langer Zeit…..
Als Schülerin…..
Im Geschichtsunterricht…..
Das große Thema war:
Das Dritte Reich.
Referate mussten gehalten werden –
zu einzelnen Aspekten dieses Themas,
die sich die Schüler & Schülerinnen selber aussuchen durften.
Und sie –
diese Frau,
diese junge Frau,
dieses Mädchen –
nannte ihr Referat:
»Hitlers sexuelle Vorlieben.«
Selbst ich,
der ich die Schule so sehr hasste,
hätte gerne in dieser Klasse gesessen,
während dieses Referat gehalten wurde –
hätte gerne gesessen
zwischen all den Langweilern, die sich
die üblichen Überschriften
für ihre öden Vorträge
ausgesucht hatten.
Ich hätte gerne die Vortragende betrachtet –
& das Gesicht des Lehrers.
Vielleicht stelle ich mir diesen Auftritt
grandioser vor als er war –
sehr wahrscheinlich sogar.
Doch das ist egal.
Als sie mir davon erzählte –
so viele Jahre danach -,
wusste ich,
dass mir die richtige Frau über den Weg gelaufen war.
Und dass ich sie gerne
schon sehr viel früher
gekannt & geliebt hätte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Jugend, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn ich das Bild
das ich von dir habe
vor einen Spiegel halte
sehe ich dich
darin
wie du dich siehst
Seiten
verkehrt.
Wenn ich
in deine Augen schaue
die mein Bild betrachten
sehe ich mich
darin
wie ich mich im Spiegel sehe
Seiten
verkehrt.
So ist das
mit dem Äußeren.
Es sind doch
nur
Bilder
Reflexionen
was wir sehen.
Daran ist nichts
falsch.
Und
Alles
worauf es ankommt
bleibt
unverkehrt
&
richtig.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Matt
wie die gebrochenen Augen eines Toten
schreckte er auf
aus ruhelosen Träumen
über den gestrigen Tag
Die Leiche des Hundes lag
im Kofferraum
getrennt
vom Leben
getrennt
von gemeinsamen Momenten
der Zukunft
gehüllt
in seine Lieblingsdecke
Der Mann erinnerte sich
an den letzten Blick des Tieres
der klar gewesen war
Abschied
Der Mann stand auf
& zog sich an
Auf seinem rechten Schuh:
….. ein Fleck …..
Eingetrocknet –
Der letzte Speichel
der aus dem Mund des sterbenden Vertrauten
geflossen war
Aus dem Mund
den der Mann
nicht
»Maul« oder »Schnauze«
zu nennen ver-
mochte
Im Tiefkühlfach
gab es noch einen letzten Rest
….. Wodka
Er trank ihn aus der beschlagenen Flasche
Es blieb
noch
Etwas
zu tun
Die letzte gemeinsame Fahrt
Und alles
was der Mann sich leisten konnte
war
der Abdecker
Grausame Bilder
hingen an den Wänden
seiner Fantasie
Eine neue Art
von Einsamkeit
war geboren
Dieser Tag war hässlich
Er war noch hässlicher
als das Geschwür
unter dem Fell
des Freundes
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Freundschaft, Krankheit, Kultur, Liebe, Lyrik, Tiere, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie saß einfach nur da
in ihrem Sommerkleid
& schaute ihn an.
Er schaute zurück.
Sonst nichts.
Es war ihr erster Krach:
Das
ohrenbetäubende
Knistern
der Erotik.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein Kinofilm, der
im Fernsehen ausgestrahlt wurde….
Cropped.
Oder war es
Pan-Scan?
Egal.
Das Bild war nicht
vollständig.
Etwas stimmte nicht.
Wie immer man es
nennen will:
Format
Seiten-
verhältnis
Ratio.
Es war ein Horrorfilm.
Und ich erinnerte mich
an das Bild
wie es auf der Leinwand
gewesen war…..
Erinnerte mich
an den Anblick dieser Szene:
Eine Frau telefoniert.
In ihrer Wohnung.
Vor einer Wand.
Einer Wand voller
Bilderrahmen.
In den Rahmen
befinden sich Fotos.
Fotos vergangener Momente.
Am anderen Ende
der Leitung:
Der Mann, mit dem sie
zusammengelebt,
mit dem sie
vergangene Momente
geteilt hat.
Und die Wand ist
auf der Leinwand
komplett.
Und ganz links
auf der Wand,
auf der Leinwand –
sieht man
die hellen Flecken
fehlender Fotos –
abgehängter Momente.
Entfernte gemeinsame Augenblicke.
Symbole der Trennung.
Ich erinnerte mich gut
an diese Flecken.
An ihre auffallende Helligkeit, die
nicht zuletzt
daher rührte, dass
Staub & Licht
die Wand ringsum stärker hatten nachdunkeln lassen.
Ja, ich erinnerte mich
an diese Flecken,
die nun fehlten –
in dem Bildaus-
schnitt, den
der Fernsehsender übrig gelassen hatte.
Der
Bild
aus
schnitt
auf dem
Bild
schirm
war
ohne
Symbol
wert.
Man konnte sich vorstellen,
dass all diese Fotos,
all diese Rahmen
noch immer dort hingen –
außerhalb
des Bildes.
Als hätte es
nie
eine Trennung
gegeben.
Als hätte
niemand
die Erinnerungen
entfernt.
Wie gesagt –
es war
ein Horrorfilm.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Film, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Er ruhte
auf dem Fuß des Sonnenschirms –
der nackte Arsch der Frau.
Er war geschlossen –
der Schirm.
Unaufgespannt
stand er
auf meiner Terrasse.
Der Schirm wurde
nie
benutzt,
da ich – der Mondsüchtige – ihn
nicht
brauchte –
ein ererbtes Mahnmal
der Sinnlosigkeit.
Sein Fuß
rostete.
Tabascorot schien
die Abendsonne
& schärfte
die Phantasien.
September.
Die letzten heißen Tage
des Jahres.
Die Frau rauchte
entspannt. In
ihrem Shirt, das
zu kurz war,
um darauf sitzen zu können.
Ihre nackten Füße ruhten
auf den wärmedurchtränkten
Steinplatten.
Nachdenklich
schaute sie auf das verbrannte Gras;
das Jahr
war trocken gewesen.
Ich betrachtete
ihr Profil.
Durch die Glasscheibe
der Terrassentür.
Sie bemerkte mich nicht;
wähnte mich im Bett.
Ich stand drinnen,
im Wohnzimmer.
Wäre ich hinausgegangen,
hätte ich dieses Bild zerstört.
Die Glasscheibe
war schmutzig;
der Anstrich des Türrahmens
blätterte ab.
Ich blieb nur kurz,
ging zurück ins Schlafzimmer.
Zu stark war das schlechte Gewissen –
die Frau ohne ihr Wissen
zu betrachten.
Und doch –
dieses Bild……
Sie legte sich
wieder zu mir.
»Ich habe einen Schreck bekommen«, sagte sie;
da war plötzlich ein Mann
im Nachbargarten –
& ich dachte, der wäre
in deinem. Gut,
dass ich etwas anhatte.
Wenn auch nicht viel.«
Ich sagte
nichts.
Ich malte es
mir
aus……
dieses Bild.
In meiner
geschärften Phantasie.
Was hatte der Mann gesehen?
Dasselbe wie ich?
Wohl kaum.
September.
Die letzten heißen Tage.
Schon bei ihrem nächsten Besuch
würde es zu kalt sein, um
fast nackt
im Freien
zu rauchen.
Wie traurig!
Es würde zu kalt sein
auf dem Fuß des Sonnenschirms –
des Sonnenschirms,
der
endlich
einen Sinn erhalten hatte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Vorstellung,
die ich von mir habe,
ist
nicht
Ich
eigent
lich.
Doch
die Verzerrung
durch
Selbst
wahr
nehmung
gehört
zu
mir.
So kommt
mein Bild von mir
mir näher
als
die Wahrheit.
Die Vorstellung,
die Du von mir hast,
ist
nicht
Ich
eigent
lich.
Doch
die Verzerrung
durch
Liebe
gehört
zu
Dir.
So steht
Dein Bild von mir
mir näher
als
die Wahrheit
& mein
eigenes
verzerrtes
Bild von mir.
So
möchte
ich
sein.
Viel
leicht.
Ich
ist
ein Anderer.
Du
bist
eine Andere.
Wir
stellen uns
ein
ander
vor.
Lernen
uns
kennen.
Gegen
seit
ich.
Nehmen uns
wahr
in
einer anderen
Wahrheit.
2 fremde Wesen trafen sich.
1 sagte:
»Darf ich mich vorstellen?«
& meinte doch
eigent
lich
»Dich«.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Selbst Küsse
mit Biergeschmack
konnten mich
nicht
zum Trinken verführen.
Das Verfallsdatum
auf den Flaschen im Kühlschrank
rückte unaufhaltsam näher.
Zu langsam
wurden sie dezimiert,
da die Frau, die
das Bier trank,
zu selten vorbei kam.
Sie klettert aus dem Bett
Feuchtfleckige Falten im zerwühlten Laken
Kuhlen zweier Körper in der Matratze
Lustgetrocknete Kehlen
»Willst du auch was trinken?«
»Nein« sage ich
zu ihrem Arsch
der das Zimmer verlässt
Das Geräusch nackter Füße auf dem Flur
Ich liege in Gerüchen
Höre die Kühlschranktür
Das Öffnen der Flasche
Die Frau kommt
zurück
ins Bett
Sitzt aufrecht
Wir bilden 2 Rechte Winkel
Sie ragt aus meiner Mitte
Trinkt
aus der Flasche
Ich betrachte ihren Rücken
Schluck
Schluck
Sie setzt die Flasche ab
irgendwo
»Wie praktisch« sagt sie »Kuck ma,
freihändig«
Leicht ausgestreckte Arme erscheinen
links & rechts
»Wo hast du die Flasche?« frage ich
& richte mich auf
um nachzusehen
Die Frau
wendet sich zur Seite
Etwas fällt
Etwas gluckert
Etwas rauscht kohlensäuerlich
»Oh Scheiße!« sagt sie
lachend
Bier sickert in die Matratze
Viel Bier
Viel Flüssigkeit
Eine Lache auf dem Laken
Ein herber Geruch
kalt & klamm
der sich vermischt
mit Lust
Lachen
und
Einige Handtücher & Zewas später
sagte ich:
»Wo war denn nun die Flasche? Ich dachte,
sicher zwischen deinen Beinen….«
»Zwischen meinen Brüsten«, sagte sie.
»Schade, dass ich das nicht gesehen habe, aber
du kriegst kein Bier mehr. Höchstens
in der Badewanne.«
Lachen.
Selbst Küsse
mit Biergeschmack
konnten mich
nicht
zum Trinken verführen.
Ein trockener Säufer
im feuchten Bett.
Doch der Eigengeschmack
der fremdvertrauten Zunge
berauschte mich.
Mehr &
mehr.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Setz dich auf mein Gesicht«, sagte ich.
»Nein«, sagte sie.
»Warum nicht? Ich weiß, dass du es möchtest.«
»Wenn ich es tue, wirst du darüber schreiben.«
»Wenn du es nicht tust, werde ich darüber schreiben,
dass du es nicht getan hast, weil du dachtest, dass ich
darüber schreiben würde, wenn du es tust.«
(Gelächter. Auf beiden Seiten.)
Sie sagte:
»Wie man’s macht……«
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Du bist
überführt.
Die Beweis-
lage ist
er
drück
end.
Gib auf!
Stelle dich!
Du hast
getötet –
die Dunkelheit,
die Finsternis
in meinem Haus,
in meinem Leben.
Auf dem Lichtschalter
befindet sich,
kaum
wahr
nehm
bar,
dein Abdruck.
Die Linien
deiner
Fingerbeere
sind
einzig
art
ich.
Meine DNA
haftet
an dir.
Mein Schweiß,
mein Blut,
mein Sperma.
Haut-
partikel.
Vergossenes,
Verlorenes
auf & in
dir.
In den Linien
deiner Fingerbeeren
bin
ich
zu finden.
In dem Abdruck
auf dem Lichtschalter
bin
ich.
Du bist überführt.
Ich bin überführt.
Wir wurden
verführt.
Und ich habe einen
leisen
Verdacht,
wie das Urteil
lautet.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein
achtlos fallengelassenes
Wort
weckte
meinen
Appetit
Jemand
erwähnte
ein Gericht
das
ich
liebte
&
lange nicht
gegessen hatte
Ich
oder sonstwer
hätte es kochen können
jetzt
in diesem Moment
der Erinnerung
& des
wachsenden
Appetits
Doch
es wäre nur eine
Kopie gewesen
Eine Kopie
des
Erinnerten
& die
wesentliche Zutat
hätte gefehlt
Der Geschmack der Köchin
die längst
gestorben war
Der Tod
macht den Appetit
unstillbar
immer
wieder
& das Lieblingsgericht
verschwindet
für immer
aus
dem
Leben
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Essen, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Was tue ich hier?
Vergessen.
Die Schlagschatten der Fremden bewegen sich
wie verzerrte Scherenschnitte
über das Kopfsteinpflaster der Gasse.
Die Abendsonne: eine bittere Blutorange.
Das Geräusch schwierig-hoher Absätze prallt
gegen Fachwerkfassaden.
Verlaufen.
Ich habe mich verlaufen.
Es ging los, als ich die Wohnung verließ.
Es geht immer los, wenn ich die Wohnung verlasse.
Sobald ich einen Fuß vor die Tür setze, habe ich mich
schon verlaufen.
Verlassen. Verwirrt. Verirrt.
Irgend jemand
hat mich gerufen.
An-
gerufen.
Wollte mich
treffen.
Aber wo?
Im Zweifelsfall
dort
wo
ich
nicht
hinge-
höre.
Warum habe ich mich nur darauf
eingelassen –
die Wohnung zu
verlassen?
Es endet
doch immer
gleich.
Ähnlich.
Sofort.
Ja, warum?
Weil ich
hinhörte –
vielleicht.
Wegen
dieser Stimme –
vielleicht;
der Stimme in meinem Kopf.
Hineingetragen
in meinen Kopf
auf dem Wege der
Fern-
melde-
technik.
Eine Stimme – weiblich & fremd.
Hat sie
wirklich
mich
gemein
t?
Oder
war’s doch nur eine
Ver-
wahl.
Aber halt – sie kannte meinen Namen!
Nicht dass dieser Name einzig wäre;
oder auch nur selten – aber
wieviel Zufall würde es brauchen,
dass sie
nicht
mich
gemeint hätte?
Zu
viel
doch wohl…..
Der Mann betrachtet
die sommerlichen Frauen.
Auf dem Muster des Kopfsteinpflasters.
Steinerne Würfel ohne Augen.
Hätte das Kopfsteinpflaster Augen,
könnte es unter Röcke schauen.
Unter Kleider.
Unterröcke, Unterkleider……
Und er träumt sich in den Boden
& schaut
& schaut
aufwärts……
Eine von ihnen vielleicht?
Was wenn
ich mich gar nicht verlaufen habe?
Hier richtig bin?
Oder doch verlaufen – & zwar
so oft verlaufen vom Verlaufen, dass ich
dort angekommen bin, wo ich hin wollte?
Wenn ich mich recht ver-
irre,
könnte es
so
sein.
Und überhaupt – wenn ich
vergessen habe,
wo
ich
hin
wollte,
kann
über-
all
der
richtige
Ort
sein. –
Was tue ich hier?
Vergessen.
Ich habe nicht vergessen,
was ich hier tue,
sondern –
was ich hier tue,
ist
vergessen.
Vielleicht.
Das Licht
ändert sich.
Ich nicht.
Die bittere Blutorange geht
unter.
Ich nicht.
Die Scherenschnitte verlieren
ihre Konturen.
Ich nicht.
Die Geräusche verstummen.
Ich nicht.
Jemand
wird den Mann finden.
Irgend
jemand.
Irgend
wann.
An einem
anderen
Tag.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Krankheit, Kultur, Lyrik, Traum, Wahnsinn | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Unscheinbar
schmal & klein
steht das Buch im Regal
inmitten vieler anderer
die größer sind
& dicker
Du ziehst es heraus
& bist
überrascht
Es wiegt
so viel schwerer
als du erwartet hattest
Du schlägst es
auf & weißt
wieso
Die Blätter
sind dünner als die
der gewöhnlichen Bücher
zart durchscheinend
& verletzlich
So viele Seiten
in einem so schmalen Buch
Mehr
als in den dicken Bänden
die so viel Platz beanspruchen
im Regal
All
diese Zeichen
in dem Buch
das so unscheinbar ist
schmal & klein
All
diese Worte
All
diese Zwischenräume
Und du weißt:
Du wirst mehr Zeit mit ihm verbringen müssen
als mit den anderen
Und es wird dich
mehr
kosten
als du dachtest
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein Mann betrachtet ein Foto, das einen Mann zeigt.
Er kennt den Mann nicht, aber er empfindet Abneigung.
Er denkt:
Was für ein gewöhnliches Gesicht!
Die feiste Visage eines Spießers.
Das debile Grinsen eines deutschen Pauschal-Urlaubers.
Sonne prallt auf den Kopf des Fotografierten;
sein Körper ist unsichtbar – vergraben im Sand
irgendeines Strandes der Vergangenheit…..
Und mit diesem niederen Wesen stehe ich
nun also
in einer Reihe?
Nur weil wir – neben dem bloßen Menschsein –
etwas gemeinsam haben, das
für mich
mehr Gewicht hat als
alles Andere….?
Die Existenz dieses Mannes im Zusammenhang mit mir
würdigt mich herab;
mit ihm etwas gemeinsam zu haben, beschmutzt
das Gemeinsame.
Ich, der ich mich allem fernhalte;
ich, der ich so Vieles verachte,
stehe
nun also
in einer Reihe.
Und wie lang ist diese Reihe?
Wieviele Wesen ähnlicher Art befinden sich noch darin?
Ich will es nicht wissen.
Der Mann betrachtet das Foto, das jenen Mann zeigt.
Er denkt an die Verbindung zwischen sich & ihm:
er denkt –
an
die Frau.
Denkt an die Zeit
als er
noch
alleine stand – außerhalb
jeder Reihe.
War es nicht gerade das, was sie angezogen hatte
an ihm? Damals –
als sie ihn fand
in den Weiten der virtuellen Welt
vergraben in Nacht & Einsamkeit…..
Sie schrieben sich, tippend, tastend.
Er: »Ich könnte hässlich sein.«
Sie: »Da kann mich nix mehr schocken.«
Die Antwort schockte ihn;
ein Stich in sein Selbstwertgefühl.
Sein Selbstwertgefühl, das er mit so viel
Alleinsein
bezahlt hatte. Mit
Alleinsein & Schmerz.
Einer anderen Art von Schmerz als jene, die er
jetzt verspürt – im Bewusstsein
der Gewöhnlichkeit, in deren Mitte er sich
so plötzlich
wiederfindet – & die
mehr & mehr
auf ihn abzufärben droht….
Es gibt kein Zurück.
Ich stehe in dieser Reihe, werde
immer
darin stehen….
Selbst wenn ich mich jetzt zurückziehe.
Der Mann schließt die Augen.
Von ihm existieren nur wenige Fotos.
Er hasst es, fotografiert zu werden.
Er versteinert vor dem mit der Kamera bewaffneten Blick,
der ihn fesseln will – für immer.
Für immer…..
Ein Mann könnte ein Foto betrachten, das mich zeigt.
Er könnte mich nicht kennen – & dennoch
Abneigung empfinden…..
Er könnte denken:
Was für ein gewöhnliches Gesicht!
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In jenem Moment, der entscheidend war,
da es um
Vieles –
wenn nicht um
Alles
ging …..
glaubte die Frau,
die Grammatik des Mannes
verbessern zu müssen.
Es war ein ernstes Gespräch gewesen –
im Tonfall unterdrückter Tränen.
Es war um
ihre Beziehung gegangen,
um ihre gemeinsame Zukunft,
um Sehnsucht
& Liebe –
& plötzlich
ging es um –
Grammatik.
Der Mann verbarg seine Erschütterung
über diesen Richtungswechsel –
er sagte »Ja« zu ihrem Einwand.
Dabei wusste er:
Sie hatte unrecht;
der Fehler, den sie erkannt zu haben glaubte,
war keiner.
Die Frau war einem Irrtum unterlegen.
Was aber der Mann erkannte –
in diesem Moment, der entscheidend war -,
war ein Fehler, der
wirklich
existierte.
Ein Fehler, der
nichts
mit Grammatik zu tun hatte.
Auch der Mann war einem Irrtum unterlegen.
Und er begann
zu frieren.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
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