Der Abgrund
neben dem Bett
war tiefer als erwartet.
Und doch
konnte ich dort stehen
& herabsehen
auf das Bett
das wie eine Insel war.
Die Geliebte
lag darauf ….
& im zittrig-orangenen Licht der Kerzen
streckte sie ihre Arme aus
wie ein Kind
das aufgehoben werden möchte.
Hätte die Wirklichkeit einen Sinn
für Symbole & Poesie
wäre in jenem Moment
eine Sirene zu hören gewesen –
die Sirene eines Rettungswagens.
Allein –
es war
ganz still.
Ganz
still.
Und alles schien
verkehrt –
denn
ich war es
der aufgehoben werden wollte.
Aus dem Abgrund
ließ ich mich fallen
in die Arme….
& Alles
war
richtig.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Im tiefsten Schnee
den man sich denken muss:
eine schwarz verhüllte Gestalt
die man nicht sehen kann
weil sie nicht da ist.
Und man weiß nicht:
Ist er nie gefallen
oder nur
dahingeschmolzen;
hat sie nie existiert
oder ist sie nur
verschwunden.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Sieh mal, da
hast Du etwas
kaputt gemacht.«
»Was? Wo?
Ich sehe nichts.«
»Eben.«
–
Etwas Unsichtbares
ging
zu Bruch.
Splitterte
in eisiges
Schweigen
mitten
in der Nacht.
Und
da es unsichtbar war
blieb nur
die Hoffnung
alle Bruchstücke
wiederzufinden
durch
vorsichtiges
Tasten
& Fühlen.
Gewissheit
Alles
wiedergefunden zu haben
würde es
niemals
geben.
Ledig
lich
die nagende Angst
ein
(vielleicht nur winziger)
Splitter
könnte
für immer
verloren
sein.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
So viele
verpasste Gelegenheiten.
Ich habe es sogar verpasst,
jung zu sterben.
Das bedeutete:
Noch mehr
verpasste Gelegenheiten.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein Dichter
sollte sterben
als Metapher.
Im besten Fall.
Er brach ein
auf zu dünnem Eis
als er den Freund
retten wollte.
Erfolglos.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Es ist
manchmal
als änderte die Zeit
die Wellenlänge
des Lichtes
Das Licht der Lieblingslampen
anheimelnd
warm
& vertraut
wird zu
Schwarzlicht
Fremd
erscheint einem
Alles
& kalt
was man in
anderem Licht
kannte
Man sieht
die Flecken
die unsichtbar gewesen waren
Sieht
den Dreck
dessen Existenz man
in manchen Augenblicken
nur befürchtet hatte
Er leuchtet
hell
Doch
nichts
Wesentliches
hat sich verändert.
Nur
eine Wellenlänge
Man könnte
einfach
die Augen
schließen
wenn
es
einfach
wäre
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Könnte ich
im Mondlicht
mich sonnen –
ich
würde
es
tun
um zu
verblassen.
Wie
die Erinnerung
eines Menschen
der
langsam
vergisst.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sprich
wörtlich ist das
Auf & Ab
Laufen
des Tieres
im Käfig
Ich lief
auf & ab
Amok
in der Nacht
Schrie & brüllte & rief
auf einen
An
ruf
beantworter
der
Nichts
beantwortete
Stumm
geschaltete
Telefone ….
Die Unerreichbarkeit
des Menschen
der behauptet
zu lieben …..
Nicht gehaltene Worte
fielen
& zerbrachen
auf dem Boden
der Tatsachen
Gebrochene Versprechungen
ausgekotzt
im Eimer
Sprich
wörtlich ist das
Auf & Ab
des Gefangenen
Die Schläge
des Herzens
im Rippenkäfig
Ein Knockout
nach
dem Anderen
Die fremde Stimme
auf einer Mail
Box
Auch
ich
bin
ein
Tier.
Ein Wolf –
Ge
trieben
in die Enge
des Herzens.
Hinter den Gittern
des Schweigens
laufe ich
hin & wieder
auf & ab.
Und
was gefangen ist
denkt an
Aus
bruch.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein dunkelgrauer Wolkenbogen
verpasste
dem nicht mehr ganz
vollen Mond
eine Grinsefresse
fröhlich?
hämisch?
debil?
Wer
hätte es
zu entscheiden ver
mocht –
Ich
fuhr
darauf
zu
Im Rückspiegel:
das Morgenrot
Verlegenes Licht
(Wer weiß
was die Nacht
getrieben hatte ……)
Wind
kam
auf
Trieb
die Wolken
vor sich her
Sie zogen
weit
er
schleier haft
Ähnl
ich
wie
ich
Was
zurück
blieb
war
der entblößte Mond
mit
seiner bekannten
Vi
sage
Auch
seine Stimmung
war
dahin
Ein Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Garantien
lasse ich verstreichen.
Versicherungsfälle
verjähren.
Wenn
etwas passiert
etwas
(frist
gerecht)
kaputt
geht
handle ich
zu spät.
Immer.
Ich raffe
mich nicht auf
zur rechten
Zeit.
Niemals.
Ich habe
keine Ahnung,
was mich das
schon
gekostet hat.
Nur manchmal
wenn ich pleite bin
stelle ich
mir diese Frage.
Wieviel?
Ich weiß,
das ist dumm
weltfremd
lebensuntüchtig
neurotisch.
Ich
kann
es
nicht
ändern.
Würde
ich
es
können –
wäre
ich
garantiert
ein Anderer.
So
viel
ist
sicher.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Versucht
habe ich
Es
immer wie
der
Das Aus
löschen
der Zeilen
Um
nur
noch
die
Zwischen
Räume
übrig
zu lassen
Ver
gebens
Ge
danken &
Ge
fühle
brauchen
den
Halt
Brauchen
halt
das Wortgeländer
um
nicht
in die Tiefe
zu stürzen
aus der sie
empor
gestiegen
sind
(Siehe auch: Das Zeilengeländer)
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Aus
gebremst
Verlang
samt
durch den Ball
ast der Zeit
: Der alte Computer :
Man möchte etwas öffnen
Man klickt auf ein Symbol
& dann
wartet man
& wartet
Lauscht dem Geräusch
der alten Festplatte
ratternde Drehungen
im Inneren
Das Rauschen & Keuchen
der Lüftung
– Der alte Rechner –
In der Registry häufen sich
die verwaisten Einträge
sinnlose Überbleibsel
alles Gelöschten
Daten
die keinen Zweck mehr erfüllen
Und so manche Verknüpfung
so manches Symbol
verweist auf ein Programm
das längst deinstalliert wurde
–
Ich sitze
vor dem Monitor
versuche
Etwas
zu öffnen
& warte …..
Und ich grabe
in meinem Gedächtnis
wie so
ein alter Rechner.
Über
all
Symbole.
Ein
träge.
Man
braucht
Geduld.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Erinnerung, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Als ich be
schloss Schluss
zu machen
mit der Sau
ferei
ging ich ein
kaufen
Ich be
sorgte:
Gin
Wodka
Scotch
Tequila
Pernod
Vermouth
Rum
Die Durch
reiche
zwischen Küche & Wohn
zimmer ist
meine Haus
bar
Dort
stellte ich sie
auf –
die Flaschen
Alle voll
Alle verschloss
en
Ich gehe
an ihnen vor
über
tag
täglich
er
freue
mich
an ihrem An
blick
dem Spiel
des künst
lichen Licht
es in den
Flüssigkeiten
Die An
wesenheit
der Flaschen ist
wichtig
Denn
es wäre schwach
nicht zu sau
fen
bloß
weil
nichts
im
Hau
se
ist

Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Kultur, Lyrik, Sucht | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich dachte an Hemingway,
der zum Schreiben aufs Klo ging,
um Marys Schlaf nicht zu stören.
Damals
im Ritz.
In Paris.
Während des Krieges.
Und er schrieb ein Gedicht
aufs Klopapier.
Ich könnte es mir nicht leisten.
Das Ritz.
Mit oder ohne
Krieg.
Ich ging aufs Klo.
Zuhause.
Es galt
den Schlaf der Frau nicht zu stören.
Also
pisste ich ins Waschbecken.
Denn
das laufende Wasser
war leiser
als die Spülung.
Auch eine Art
der Rücksichtnahme.
Dann
schrieb ich
dies.
Nun ja.
Seine Gedichte waren
auch
nicht so
besonders.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Man muss es verstehen
Erwartungen
zu wecken
um sie
anschließend
zu enttäuschen –
kalt lächelnd
oder
mit einem Augenzwinkern.
Man muss es verstehen
Aufmerksamkeit
zu erregen
um die Erregung
am Ende
ins Nichts
zu verkehren.
Besonders gut geeignet
dafür sind –
zumindest bei Texten wie diesem –
reisserische Über-
schriften.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Als ich davon erfuhr,
wusste ich,
dass mein Gefühl eine gute Wahl getroffen hatte.
Ich stellte sie mir vor…..
Diese Frau…..
Vor langer Zeit…..
Als Schülerin…..
Im Geschichtsunterricht…..
Das große Thema war:
Das Dritte Reich.
Referate mussten gehalten werden –
zu einzelnen Aspekten dieses Themas,
die sich die Schüler & Schülerinnen selber aussuchen durften.
Und sie –
diese Frau,
diese junge Frau,
dieses Mädchen –
nannte ihr Referat:
»Hitlers sexuelle Vorlieben.«
Selbst ich,
der ich die Schule so sehr hasste,
hätte gerne in dieser Klasse gesessen,
während dieses Referat gehalten wurde –
hätte gerne gesessen
zwischen all den Langweilern, die sich
die üblichen Überschriften
für ihre öden Vorträge
ausgesucht hatten.
Ich hätte gerne die Vortragende betrachtet –
& das Gesicht des Lehrers.
Vielleicht stelle ich mir diesen Auftritt
grandioser vor als er war –
sehr wahrscheinlich sogar.
Doch das ist egal.
Als sie mir davon erzählte –
so viele Jahre danach -,
wusste ich,
dass mir die richtige Frau über den Weg gelaufen war.
Und dass ich sie gerne
schon sehr viel früher
gekannt & geliebt hätte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Jugend, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn ich das Bild
das ich von dir habe
vor einen Spiegel halte
sehe ich dich
darin
wie du dich siehst
Seiten
verkehrt.
Wenn ich
in deine Augen schaue
die mein Bild betrachten
sehe ich mich
darin
wie ich mich im Spiegel sehe
Seiten
verkehrt.
So ist das
mit dem Äußeren.
Es sind doch
nur
Bilder
Reflexionen
was wir sehen.
Daran ist nichts
falsch.
Und
Alles
worauf es ankommt
bleibt
unverkehrt
&
richtig.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Da ist Niemand
der es ihm beschreiben würde
Da ist Nichts
was er begreifen kann
Er ist allein
Dennoch
glaubt der Blinde an seine Fähigkeit
das Bilderrätsel zu lösen
Es
lösen zu können
indem er
die glatte Oberfläche
er-
tastet
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
I.
Unter den Tageslichtern
ist die Dämmerung
das schönste
Unter den Dämmerungen
ist der Sonnen-Untergang
die schönste
Unter den Untergängen
ist das Abendrot
der schönste
Und unter allen Helligkeiten
ist die künstlich erleuchtete Nacht
die schönste
Wie unter allen Finsternissen
der ausgesperrte Tag
die schönste ist
II.
Lichte
Untergänge
dämmern
im Dunkeln
Kunst
Licht
& Schönheit
in der Nacht.
Licht
Brechung
– Ey, sachma, was soll dasnn jetz bedeuten?
– Was weiß denn ich? Is halt Kunscht.
– Schwurbelschwurbel…..
– Isso aus mir rausgeflossen.
– Iiieh!
– Ja …. & jetzt mach ich’s kaputt.
– Wie?
– Indem ich dies Gespräch einfüge.
– Nee, lass, das is peinlich.
– Nicht so peinlich wie ohne.
– Du spinnst ja.
– Eben.
– Bitte, mach’s nicht kaputt.
– Doch. Das gehört dazu.
– Das versteht doch keine Sau.
– Macht nix, is eh keine Perle.
– Verdammt! Am Ende glaubt man noch, dies Gespräch
hätte tatsächlich stattgefunden.
Gelächter
Brechung
Licht
Gelichter
III.
Unter den Untergängen
ist der Tod
der dunkelste
& unter den Lichtern
das schönste
der Ausgang.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Kunst, Literatur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Matt
wie die gebrochenen Augen eines Toten
schreckte er auf
aus ruhelosen Träumen
über den gestrigen Tag
Die Leiche des Hundes lag
im Kofferraum
getrennt
vom Leben
getrennt
von gemeinsamen Momenten
der Zukunft
gehüllt
in seine Lieblingsdecke
Der Mann erinnerte sich
an den letzten Blick des Tieres
der klar gewesen war
Abschied
Der Mann stand auf
& zog sich an
Auf seinem rechten Schuh:
….. ein Fleck …..
Eingetrocknet –
Der letzte Speichel
der aus dem Mund des sterbenden Vertrauten
geflossen war
Aus dem Mund
den der Mann
nicht
»Maul« oder »Schnauze«
zu nennen ver-
mochte
Im Tiefkühlfach
gab es noch einen letzten Rest
….. Wodka
Er trank ihn aus der beschlagenen Flasche
Es blieb
noch
Etwas
zu tun
Die letzte gemeinsame Fahrt
Und alles
was der Mann sich leisten konnte
war
der Abdecker
Grausame Bilder
hingen an den Wänden
seiner Fantasie
Eine neue Art
von Einsamkeit
war geboren
Dieser Tag war hässlich
Er war noch hässlicher
als das Geschwür
unter dem Fell
des Freundes
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Freundschaft, Krankheit, Kultur, Liebe, Lyrik, Tiere, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Er war 35 Jahre alt.
Ungefähr.
Niemand
wusste es so genau.
Da stand er &
röchelte.
Die Hitze der Jugend war vorbei;
aber Jugend bedeutete auch
viel heiße Luft.
Nun wehte ein laues Lüftchen.
Und er hatte keine Lust mehr
zu funktionieren.
Zu funktionieren,
wie man es von ihm erwartete.
Er tat nur noch
das Nötigste; und
er tat es langsam.
Auch so
kam er zum Ziel.
Es dauerte nur länger.
Ich schaute ihn an
& verstand.
Wir waren uns ähnlich.
Nur dass ich
noch älter war.
Wer nicht funktioniert,
wird weggeschafft.
Man hätte ihn rausschmeissen können.
Die Meisten hätten es getan.
Doch irgendwie
gehörte er zu diesem Haus;
war mit ihm verwachsen.
Ich mochte ihn.
Meinen alten
Wäschetrockner.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Was wollte er nur
mit all diesen Regen
schirmen
im
Innern
seines Hauses?
In dem er hauste
wie ein Agoraphobiker.
Kaum je
verließ er es –
schon gar nicht
wenn es
regnete.
Obgleich er
das Regengeräusch liebte –
das Tropfengetrommel
auf auf
gespannten
Schirmen.
Was wollte er nur?
Keiner seiner Schirme war gekauft.
Sie alle waren
liegen
gelassen
worden.
In
Gedanken
losigkeiten.
In
fremden Häusern.
Sie hatten
den Sinn & Zweck des Nützlichen
gehabt
im Besitz
der Anderen.
So nahm er die Schirme
an sich
nahm ihnen
ihre eigentliche Bedeutung
& gab ihnen
den Sinn & Zweck des Nutzlosen.
Es ging ihm
um den Schirm
an sich.
Um
Worte & Fantasien –
um die
schaurig
schönen
Erinnerungen der Kindheit…..
….. Die Geschichte vom Fliegenden Robert …..
Was wollte er nur
mit all diesen Regen
schirmen?
Vielleicht bloß
durch den Regen fliegen
im Innern
seines Hauses –
ohne
Sinn & Zweck.

Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie saß einfach nur da
in ihrem Sommerkleid
& schaute ihn an.
Er schaute zurück.
Sonst nichts.
Es war ihr erster Krach:
Das
ohrenbetäubende
Knistern
der Erotik.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wie ein papierener Mond
der am Boden liegt
klein, allein &
un schein bar
heraus
gestanzt
aus einem Blatt
Aus irgendeinem Blatt
das zu irgendeinem Stapel gehört
Formatiert
Genormt
Beschrieben oder unbeschrieben
Bezeichnet oder unbezeichnet
Und wo der Mond gewesen war
ist nun ein Loch
Leere
die den Durchblick gewährt
auf irgend
etwas
dahinter
100 Monde
in einem Locher
Gefangenes Konfetti
in einem Büro
wo es
Nichts
zu feiern gibt
Es ist
All
tag
& eine Putzfrau schaltet den Staubsauger ein
& der gefallene Mond
ist nichts
als
Müll
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein Kinofilm, der
im Fernsehen ausgestrahlt wurde….
Cropped.
Oder war es
Pan-Scan?
Egal.
Das Bild war nicht
vollständig.
Etwas stimmte nicht.
Wie immer man es
nennen will:
Format
Seiten-
verhältnis
Ratio.
Es war ein Horrorfilm.
Und ich erinnerte mich
an das Bild
wie es auf der Leinwand
gewesen war…..
Erinnerte mich
an den Anblick dieser Szene:
Eine Frau telefoniert.
In ihrer Wohnung.
Vor einer Wand.
Einer Wand voller
Bilderrahmen.
In den Rahmen
befinden sich Fotos.
Fotos vergangener Momente.
Am anderen Ende
der Leitung:
Der Mann, mit dem sie
zusammengelebt,
mit dem sie
vergangene Momente
geteilt hat.
Und die Wand ist
auf der Leinwand
komplett.
Und ganz links
auf der Wand,
auf der Leinwand –
sieht man
die hellen Flecken
fehlender Fotos –
abgehängter Momente.
Entfernte gemeinsame Augenblicke.
Symbole der Trennung.
Ich erinnerte mich gut
an diese Flecken.
An ihre auffallende Helligkeit, die
nicht zuletzt
daher rührte, dass
Staub & Licht
die Wand ringsum stärker hatten nachdunkeln lassen.
Ja, ich erinnerte mich
an diese Flecken,
die nun fehlten –
in dem Bildaus-
schnitt, den
der Fernsehsender übrig gelassen hatte.
Der
Bild
aus
schnitt
auf dem
Bild
schirm
war
ohne
Symbol
wert.
Man konnte sich vorstellen,
dass all diese Fotos,
all diese Rahmen
noch immer dort hingen –
außerhalb
des Bildes.
Als hätte es
nie
eine Trennung
gegeben.
Als hätte
niemand
die Erinnerungen
entfernt.
Wie gesagt –
es war
ein Horrorfilm.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Film, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die schweren Maschinen
ratter!ratter!ratterten!
im Vorführ
raum.
Sich drehende
Spulen ….
24 Bilder pro Sekunde.
Projektoren
(4 an der Zahl:
2 im oberen Raum,
2 im unteren –
beide Räume miteinander
verbunden
durch eine Wendeltreppe);
alte Projek
toren
die Bilder warfen.
Fertige,
vorgefertigte
Bilder.
Der Jugendliche, der
ich
war
(16 oder 17 Jahre bildeten be
reits eine Vergangenheit),
saß auf einer Bank
im oberen Raum.
Verschwunden
in einem Buch –
verschwunden in
Irland –
verschwunden im
Martello-Tower.
Ratter!Ratter!Ratt
er!
Die Wörter warfen
Bilder ohne Zahl
in mein Inneres.
Nieren – Stout – & Sperma.
Selbstgefertigte Bilder
in 4 Dimensionen –
stinkend klingend tast
end.
(Ich ahnte nicht, dass ich
eine schlechte Übersetzung las –
es wäre mir sogar
egal gewesen…. so
wie den Meisten, die
jenseits der kleinen Fenster
im Halbdunkel saßen,
die schlechten Synchronisationen der Filme
egal waren.)
Unten
lief ein Porno;
oben
Irgendwas von Walt Disney.
Ratter!Ratter!Gulp!Schwupp!Peng!
»Hast du eigentlich
ein Lieblingsbuch?«
Irgend Jemand stellt ja immer solche Fragen.
»Zu viele«, sage ich.
Und doch…..
Ich kehre zurück.
Immer wieder.
In dieses eine.
Verführt
von Erinnerungen.
Verführt
von der Sehnsucht
nach dem Vorführraum
der Vergangenheit
nach dem Geräusch der Projektoren
nach dem Kreisen der Spulen.
Ich trete ein
in die unterschiedlichen Übersetzungen.
Und die schlechte Übersetzung ist
wie das Zuhause meiner Jugend –
anheimelnd & vertraut.
Und ich trete ein
in das Original –
wie ein Fremder, der sich
in einer fremden Welt
an die falschen Worte erinnert.
Und ich verschwinde.
Ver
schwinde
im
Buch

(siehe dazu auch: Pornoschnipsel)
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Jugend, Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich spürte
die plötzliche Anspannung
in ihren
Pobacken
Sie hielten
mir die Nase zu
Sie
hielt mir die Nase zu
& lachte
Ich lachte
gedämpft
& dachte
an Nasen-Flügel
die
nicht fliegen konnten
während
meine Zungenspitze flatterte
& anspitzte
vergraben
in feuchtweicher Wärme
An
spannung
Spannung
End Ent
spannung
Sie ließ
los
gelassen
Ich atmete
durch
mit flatternden Flügeln
& die Zeit
war vergangen
wie
im Fluge
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Erotik, Kultur, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Eine Abfolge
simpler Handgriffe…..
mehr
ist es
nicht
– wenn man
darüber nachdenkt.
Aber ich
will
nicht
darüber nach
denken.
Ich will
bloß fühlen,
überrascht sein –
& die Magie
nicht
zerstören.
Lieber zerstöre ich
meinen analytischen Blick
in solchen
Augen
blicken.
Wenn eine Frau
ihren BH
durch die Ärmel
eines Kleides oder Oberteils
aus
zieht
wirkt das
auf mich
noch immer
& immer wieder
wie ein
Zauber
trick.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Erotik, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nacht.
Unvertraute Straßen.
Ein fremdes Ziel.
Ich bin
unterwegs.
Ich lenke
den Wagen.
Doch die Straßen
lenken mich.
Ich muss
ihnen folgen –
wenn ich
unversehrt
das fremde Ziel
erreichen
will.
Schein
werfer
kegel
in der Dunkelheit.
Ich bin nicht allein.
Auch Andere sind
unterwegs.
Doch
in dieser Nacht
ist es so
wie in den meisten Nächten:
Ich schaue
in das Innere der fremden Autos,
blicke durch die
verregneten Fenster –
& sehe
in jedem einzelnen von ihnen
das Leuchten
des Navigationsgerätes.
In solchen Nächten
habe ich das Gefühl, ich sei
der einzige Mensch auf Erden,
der ohne Hilfe
unterwegs ist.
Nein,
ich besitze kein Navigationsgerät.
Keine fremde, künstliche Stimme
sagt mir,
wo es langgeht –
sagt mir,
wann ich
voraussichtlich
ankommen werde.
Ich weiß nicht,
wann.
Und ich bin mir nicht sicher,
ob ich
hier
richtig bin.
In meinem Wagen
leuchten nur
die Armaturen &
das Radio.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Lass uns in den Keller gehen –
da ist es kühler. Es ist
zu heiß
hier oben.«
Hitze
über der Erde.
Sommer.
Sonnenglut.
Auf der Kellertreppe
wurde es kühler
mit jeder Stufe
abwärts.
–
»Lass uns in den Keller gehen –
da ist es wärmer. Es ist
zu kalt
hier oben.«
Kälte
über der Erde.
Herbst.
Nordwind.
Auf der Kellertreppe
wurde es wärmer
mit jeder Stufe
abwärts.
Die Hitze des Sommers
war gespeichert –
in der Erde,
in den Kellerwänden.
Für kurze Zeit
würde es einem warm
erscheinen,
wo es einem kühl
vorgekommen war.
Doch
die Temperatur
dort unten
unter der Erdoberfläche
war
noch immer
dieselbe
& würde es bleiben
für die kurze Zeit
des Übergangs.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Das
ist einer deiner schönsten
Texte.
Tief –
Vielschichtig –
Konzentriert.
Als hättest du
viel darüber nachgedacht.
In Ruhe nachgedacht.«
»Na sicher«, sagte ich,
»in meiner Dichterklause.
Wo sonst.«
Ein Glas fiel zu Boden
Splitterte
Die Besoffenen grölten
Eine Frau lachte schrill
Der Barkeeper holte Feger & Kehrblech
2 Sirenen
heulten im Duett
Kreisende Blaulichter huschten durch die Nacht
am Hotel vorbei
Gegenüber am Bahnhof sangen die heimkehrenden
Fußballfans
In der Lobby lief tonlos der Fernseher –
Hitler schwang die Faust
während Nachrichten & Börsenkurse über seine Brust liefen
Das Telefon an der Rezeption trillerte
Ich ging ran
Jemand wollte ein Zimmer
»Ausgebucht« sagte ich
Aus den Fahrstühlen sickerte der Schleim der Musik
Die Mikrowelle klingelte wie eine Schreibmaschine
am Ende der Zeile
Das Textprogramm klingelte nicht
als ich am Ende war
Wieder einer fertig!
So ist das
mit der Klause.
Wie gut – dass ich
kein Dichter bin.
Ich bin nicht einmal
ein Nachtportier
eigentlich.
Eigen
tl
ich
bin ich
nur
ich.
Oder
Nichts.
Und
Nichts
zu sein –
ist auch
recht
angenehm.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Realität
in Worte gefasst
wirkt
oft
so
irreal
surreal
symbol
überladen
wie
der nackte Arsch
auf dem Fuß eines Sonnenschirms
wie
der tote Schmetterling
auf einer Windschutzscheibe
wie
der zerbrochene Lieblingsteller
in Form eines Halbmondes
Die Realität
in Form gebracht
wirkt
oft
so
künstlich
….. Kunst-Stoff
aus dem die Träume sind
Doch das ist
nur
Täuschung.
Es ist
die Realität selber
die so
irreal
surreal
symbolüberladen
ist
Der nackte Arsch auf dem Sonnenschirm –
es gab ihn wirklich.
Der tote Schmetterling auf der Windschutzscheibe –
ist Dreck & Symbol zugleich.
Der zerbrochene Lieblingsteller in Form eines Halbmondes –
zerbrach so – & nicht anders.
Es ist
der Blick –
der
wortlose
formlose
fassungslose
Blick
der
Alles
in
Allem
findet.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Kunst, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Er ruhte
auf dem Fuß des Sonnenschirms –
der nackte Arsch der Frau.
Er war geschlossen –
der Schirm.
Unaufgespannt
stand er
auf meiner Terrasse.
Der Schirm wurde
nie
benutzt,
da ich – der Mondsüchtige – ihn
nicht
brauchte –
ein ererbtes Mahnmal
der Sinnlosigkeit.
Sein Fuß
rostete.
Tabascorot schien
die Abendsonne
& schärfte
die Phantasien.
September.
Die letzten heißen Tage
des Jahres.
Die Frau rauchte
entspannt. In
ihrem Shirt, das
zu kurz war,
um darauf sitzen zu können.
Ihre nackten Füße ruhten
auf den wärmedurchtränkten
Steinplatten.
Nachdenklich
schaute sie auf das verbrannte Gras;
das Jahr
war trocken gewesen.
Ich betrachtete
ihr Profil.
Durch die Glasscheibe
der Terrassentür.
Sie bemerkte mich nicht;
wähnte mich im Bett.
Ich stand drinnen,
im Wohnzimmer.
Wäre ich hinausgegangen,
hätte ich dieses Bild zerstört.
Die Glasscheibe
war schmutzig;
der Anstrich des Türrahmens
blätterte ab.
Ich blieb nur kurz,
ging zurück ins Schlafzimmer.
Zu stark war das schlechte Gewissen –
die Frau ohne ihr Wissen
zu betrachten.
Und doch –
dieses Bild……
Sie legte sich
wieder zu mir.
»Ich habe einen Schreck bekommen«, sagte sie;
da war plötzlich ein Mann
im Nachbargarten –
& ich dachte, der wäre
in deinem. Gut,
dass ich etwas anhatte.
Wenn auch nicht viel.«
Ich sagte
nichts.
Ich malte es
mir
aus……
dieses Bild.
In meiner
geschärften Phantasie.
Was hatte der Mann gesehen?
Dasselbe wie ich?
Wohl kaum.
September.
Die letzten heißen Tage.
Schon bei ihrem nächsten Besuch
würde es zu kalt sein, um
fast nackt
im Freien
zu rauchen.
Wie traurig!
Es würde zu kalt sein
auf dem Fuß des Sonnenschirms –
des Sonnenschirms,
der
endlich
einen Sinn erhalten hatte.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
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