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Herr Mahler kauft sich einen Regenschirm

Am 12. Juni 1909
kaufte Gustav Mahler sich
einen Regenschirm.

Wenn das nicht
ein Gedicht ist
weiß ich es auch nicht.

Aber ich weiß
ohnehin nicht
viel.

Am selben Tag
ließ er sich
die Haare schneiden.

Und das macht
vielleicht schon wieder
Alles kaputt.

So oder so –
es ist
wahr.


Zerbrochene Bilder

 

lautlos
fallen die Bilder
zu Boden

haltlos
sind sie geworden
die Innenseiten

der verkleideten Mauern

sind nur Bilder die
immer gleichen Gleichnisse ab
genutzt & flach

verschmutzt
von den Spuren
der Tradition

hingen sie in den üblichen Rahmen

Bruch
Stücke bei
nahe sinnlos & auch

dies
ist nur ein
Bild

das lautlos zerbricht


Ausschlachtung

 

Im Anfang war das Wort.

Und dann kam lange
Nichts.

Eine Frau schrieb mir. Sie war er
bost: »Du schlachtest Leben
aus. Um dich herum. Du ergreifst
von allem Besitz; von allen
Informationen, die du bekommst.
Wie ein Virus
kriechst du in jeden Winkel.«

Es sollte ein Vorwurf sein.
Und doch – auch wenn es vielleicht nicht bis zur letzten
Konsequenz zutraf – fühlte ich mich

geschmeichelt.

Besseren als mir
hatte man das Gleiche vorgeworfen; zum Teil
mit den gleichen Worten. Die Metaphern &
Vergleiche widersprachen sich, aber das war in Ordnung.

Schlachten
Infizieren
Auf- & Aussaugen

Warum zum Teufel
sollte jemand denn sonst mit dem Schreiben anfangen?
Es geht doch aus
schließlich ums Leben. Oder sollte darum gehen. Um das eigene
& um das der Anderen, die das eigene berühren – wie auch

immer.

Das Leben dieser Frau hatte mich
berührt. Mich – & mein Leben. Wenn auch nur
kurz. Und jetzt habe ich sie also zitiert. Schon wieder! Und es fühlt
sich gut an. Verdammt gut. Natürlich habe ich ihre Worte aus
dem Zusammenhang gerissen. Schon wieder! Denn der Zusammenhang

ist zu groß. Der Zusammenhang ist stets zu groß. Stets nimmt er
zu viel Platz weg. Man muss Raum lassen
für Fehlinterpretationen. Ja, so wird es
bleiben. Schon oft habe ich gewarnt. Ich kann nur
erneut warnen.

Im Anfang war das Wort.

Da ist es noch

immer.

Dann kommt lange
Nichts. Und ich
schlachte weiterhin

aus.


Um sicher zu gehen

»Was du schreibst ist
vielleicht gar nicht passiert.«

»Was ich nicht schreibe ist vielleicht
gar nicht passiert.
Vielleicht muss ich Alles aufschreiben, damit
es wirklich passiert ist. Selbst
wenn es vorher tatsächlich passiert war.«

»Da ist keine Logik
hinter dem was du sagst.«

»Ach ja?
Fühlst du dich
lebendig
in diesem Augenblick?«

»Ja.«

»Siehst du.
Und ich auch.«


Als da ist

Man könnte hier
viel mehr hineinlesen als
da ist. Als da ist:

Alles
von dem ich selber nicht wusste
das es darin sein könnte.

Natürlich kann man auch viel
weniger herauslesen als
wirklich darin ist.

Nur zu!

Irgendwo dazwischen
befinde ich mich
& weiß es selber nicht.


Jedes Wort ein Fort

Jede Zeile ein fort
laufendes Gedicht
das nirgendwo
hin führt

Jedes Gedicht ein
Versuch fest
zu halten was
fort läuft

Jedes Leer
Zeichen ein Luft
holen im Inneren
des Satzes

Jeder Zwischenraum
ein Flucht
Weg der Ge
danken

Jeder Ab
Satz eine Stufe
in den Ab
Grund

Jedes Wort
eine Festung
die sich fort
bewegt

Jede Bewegung
eine Flucht
aus
der Zeit

Jeder Punkt die Vor
Täuschung
eines
Endes.


Auf der anderen Seite

Julia hatte einen Balkon.
Ich schaute aufwärts.

Doch er war nicht da.
Ich stand draußen.

Vielleicht war er
auf der anderen Seite.

Andererseits: hatte
Shakespeare den Balkon überhaupt erwähnt?

Ich wusste es nicht.
Und überhaupt

kannte er sich
mit Allem besser

aus. Doch er war
auf der anderen Seite.


Das Schwarze in der Finsternis

Ach, ich weiß es doch auch nicht.
Ich sitze in der Finsternis &
schieße wild um mich.

Eigentlich, so denke ich mir,
müsste ich auf diese Weise
überall ins Schwarze treffen.

Aber genauso gut könnte ich einfach
die Augen schließen – wie so Viele –
& glauben, getroffen zu haben.

Das Ziel ist meistens woanders.
Fehlendes Licht bedeutet gar Nichts.
Alles geht vorbei. Auch in der Dunkelheit.

Solche Gedanken denke ich
niemals zu Ende. Denn wenn
ich es täte, müsste ich

schweigen.

Am besten – man schläft einfach.
Dafür ist die Finsternis
wie gemacht.


Einfach nur Schwäche

 

Stil könnte auch einfach

eine Schwäche

sein.

Man kann einfach
nicht anders.

Eine Wahl hat man
ohnehin nicht.

Schöne Schwäche.
Gute Schwäche.
Schlechte Schwäche.
Einfache Schwäche.
Schwierige Schwäche.
Elegante Schwäche.
Holprige Schwäche.
Hölzerne Schwäche.
Schwülstige Schwäche.
Vielschichtige Schwäche.

Auf die Schwäche kommt es an.
Die Schwäche ist das Wichtigste.
Die Schwäche ist die Antwort.

Und manche glauben, sie
hätten sie sich ausgesucht.
Oder gar: erarbeitet.

Doch das
ist eine andere
Schwäche.


Das einzig Artige

Vergiss Alle! sagte ich
mir. Alle, die du kennst, Alle,
die du gelesen hast, Alle,
an die du dich erinnerst…..

Sei

das Original! Lasse dich
nicht leiten, von dem,
was dir gefällt, lasse
dich nicht lenken
in die Richtung Derer,
denen ähnlich zu sein, scheinbar
eine Ehre wäre – denn dort
würdest du untergehen

wie alle Anderen,
denen man ihre Einflüsse ansieht.

Ab
zieh
Bilder
All
ent
halben

flach & durchscheinend.

Vielleicht ist man einfach nur
zu spät geboren. – ?

Wo liegt das Einzigartige?
Worin liegt es?

In der Form?
Im Inhalt?
Im Gedanken?

Da war diese Sache mit den Wort
Trennungen ohne Trennungs
Striche. Ich konnte mich nicht erinnern,
Ähnliches irgendwo gesehen zu haben –
& hielt es – Idiot, der ich war, Idiot, der
ich bin – für etwas Originelles. Originales.
In Wirklichkeit war dieser Glaube nur das Resultat
mangelnder Belesenheit, mangelnder Bildung.
Unreiner Zufall, dass ich nicht in diesem Glauben
sterben werde.

Und dies ist nur ein Beispiel
für etwas vergleichs
weise Oberflächliches.

Darunter
wird es noch schwieriger.

Zu spät geboren.
Zu spät aufgehört

zu lesen.

Manchmal möchte ich einfach nur
Alles vernichten. Was ich getan, was ich
geschrieben habe. Alle Wörter, alle Worte
auslöschen. Es ist so sinnlos.

Vergiss Alle, die du kennst, Alle,
die du gelesen hast, Alle,
an die du dich erinnerst…..?

Selbst
wenn dies Unmögliche so einfach wäre –
Da blieben immer noch

Alle, die ich nicht kenne, Alle,
die ich nicht gelesen habe, Alle,
an die ich mich nicht erinnere…..

Es ist ernüchternd
wenn man spät im Leben
auf Verwandtes trifft –
auf Verwandte im Geiste.

Seelenverwandte – falls es so etwas gibt.

Ich möchte mich nicht wiedererkennen
in Anderen. Natürlich: es ist ein Trost – aber
ein billiger.

Fremd sein
ist mein Ziel.

Wo liegt das Einzigartige?
Worin liegt es?

Wenn Andere es finden
in dem, was man tut,
hat man es

vielleicht –

doch wahrscheinlich
wissen auch sie

einfach
nicht
genug.


Schwäche An Fall

 

Ab

& An über
kommt mich die Schwäche
mir vorzustellen wie es wäre
mein Geschreibsel in Form
eines Buches vor mir zu sehen

Es sind nur kurze An
Fälle von Eitelkeit
Eine Art von Regression
zurück zu den Wünschen der Kindheit

den Wünschen des Kindes
das Bücher liebte &
vielleicht Dichter werden wollte

Kinderwünsche

Das Kind: ein Buch
Das Buch: ein Kind

Be greif bar

Und es gibt wahrlich genug Verlage
die jeden Dreck drucken.
Wahrscheinlich würde sogar ich
einen finden für meinen virtuellen Dreck

Aber:

Sie gehen vorüber
diese Anfälle

bisher. Welch Glück!

Die Gesellschaft
der kraft- & leblosen Bücher
voll von leb- & kraftlosem Wortgeschunkel
ist eine von vielen

Gesellschaften die ich meide

Also: wenn
Sie DIES in einem Buch lesen –
bin ich entweder

schwach geworden & geblieben
oder tot (was beinahe das Gleiche ist
obschon mir Letzeres wohl lieber wäre)

Oder:
Jemand hat meine Worte gestohlen
& nicht für sich behalten (was ein hervorragender
Witz wäre! Ein Witz, von dem ich vermutlich niemals
etwas erfahren würde….. – Womöglich bringe ich gerade
Jemanden auf eine Idee; aber was soll’s! Ich
bin verschwenderisch mit meinen Ideen &
mit meinen Worten & vielleicht
werde ich längst tot sein
wenn es geschieht

Was für ein Gedanke:
man ist schon lange verrottet &
hat Spuren hinterlassen die
einem nicht mehr zugeordnet werden können!

Das ist schön. Der perfekte Mord.
Nachruhm ohne Ruhm!)

Ist es nicht egal
wie & unter welchem Namen
die Worte überleben?

Solange sie über
haupt die Kraft besitzen zu über

leben


Zynismus in 5 Teilen?

All diese Tiere, die zu
oft schon ungeschont verwendet
& missbraucht wurden
als Symbol – oder
Metapher

Raben
Katzen
Schmetterlinge
Panther
Hunde
Spinnen
Wölfe

tot, lebendig, frei, gefangen –

verwurstet in Gedichten & Geschichten,
in Fabeln & Parabeln.

Alles
ist schon da ge
wesen.

Wie die Bemerkung
dass es
nichts
Neues
gibt.

Doch das ist in
Ordnung.

Apropos: Ordnung:

Ich fuhr über die Autobahn
in der Morgendämmerung.
Auch das: nichts Neues.
Eine graue Straße, schon dagewesen,
die irgend – wo – hin – führt.

Und plötzlich
lagen dort 5 Teile. 5 Teile
eines Tieres.
Akkurat in einer Reihe,
parallel zum Mittelstreifen.

Ich weiß nicht
was für ein Tier es ge
wesen (oder immer noch) war
Weiß nicht um welche Teile
im Einzelnen es sich handelte

Selbst
wenn ich langsamer gefahren wäre
hätte ich es wohl
kaum erkennen
können

Braun & Rot auf Grau
Vorbei

Ich schätze die Ordnung.
Die äußere Ordnung.
Weil mein Inneres & meine Gedanken
so in Unordnung sind.
Ich brauche die Ordnung. Die äußere Ordnung.

Tot oder lebendig.

Doch diese Ordnung
der Naturgesetze, getarnt als Zufall, diese
Reihe der Teile
des verendeten Tieres
auf der Straße, über die ich fuhr

irgend
wo
hin
fuhr
in der Morgendämmerung

(& wohin wollte ich denn über
haupt, wohin will denn am
Ende dieses Gedicht
wenn es 1 ist –
dieses Etwas mit einem verwursteten Tier)

diese Ordnung
auf der Straße
parallel zum Mittel streifen

tot
tot
tot
tot
tot

er
schien mir
bei Dämmerung betrachtet bei
nahe

zynisch.


Die Stufen der Gedanken

Ich er
finde jetzt ei
ne Frage
die jemand
hätte stellen
können
die aber nie
mand je
mals ge
stellt hat:

»Was halt
en Sie
für das Zweit
wichtig
ste an o
der in Ihr
en Texten?«

Wäre sie
gestellt word
en hätte ich sie
nicht
beantw
ortet. Denn
ich spreche
nicht über die
se Dinge.
Weil sie aber
nie gestellt
wurde kann
ich sie
ruhig & er
finder
isch beant
worten:

Die
Um
brüche o
der Ab
sätze.

Oftmals mögen sie kaum auffallen, ich aber mache mir
viele Gedanken um & über sie. Sie sind die Stufen
der Gedanken. Die Stufen der Bilder. Das Gedicht
ist die Treppe. Oder die Leiter. Ein Tritt. Hinauf
oder hinab.

Wo
hin auch im
mer.


Spiel oder Abspiel

Ich notierte mir einen Einfall.
Spielte mit ihm. Und dem Bleistift.
Und den Gedanken, die folgten.
Leises Kratzen auf Papier.

In der Ferne hörte ich Klaviermusik.

Dann tippte ich irgendwas.
Wieder Gedanken.
Leise Berührung der Tasten.

Und ich fragte mich:
Spielt dort jemand selber?
Oder wird nur abgespielt, was
Jemand Anderer eingespielt hat?


43 Strophen

Hier standen einmal
43 Strophen. Aber
das waren 42 zu viel.


Subtiler

Wenn es gut läuft
wird man mit den Jahren
subtiler.

Wenn es schlecht läuft
ist man vorher
tot.


Steppende Ratten

 
Wie so oft lag ich
im Bett. Im Kopf
Gedichte, Sex & Essen.
Und ich verfolgte
die Berichterstattung über wütende
Unwetter. Unwetter, die woanders stattfanden.
Und ich dachte: Wie schön ist es doch,
in einer gemäßigten Zone zu leben. In
einer Gegend, wo die Natur sich noch zu benehmen weiß.
Und einen in Ruhe lässt (solange sie nicht
in Gestalt von Menschen auftritt).
Still still still war alles – & ich hatte den Ton
abgedreht, während ich den Bildersturm im Fernseher betrachtete.
Sex. Gedichte. Essen. Das ist mir genug
Natur. Ich war satt, geil & träge.
Als der Tanz begann.
Ein Geräusch, an das ich mich nicht erinnern konnte,
obwohl ich es kennen musste. Aus ferner Vergangenheit.
Schläge, die auf mein Haus herniederfielen. Auf meinen
Schutz. Meinen Panzer vor der Außenwelt. Den Donner erkannte
ich. Den Regen erkannte ich. Aber den Hagel erahnte ich nur.
Schrapnellgleich. Ich verließ das Bett. Ging in die Küche. Zog
das Rouleau, das immer herunter
gelassen ist, halb hoch…..
Düsternis; die Schraffur der Regenstriche,
das Fließen der Straße, das Spritzen des Wassers
& die weißen Geschosse, die auf den Asphalt prasseln
aus einem schwarzen Rachehimmel. Bäume & Sträucher
wogen, Alles peitscht & schießt; schlägt & kracht & rauscht.
Und die Geräusche des Regens, das Geschepper des Hagels erreichen den Dachboden
nach dem Splittern des Fensters dort oben. Die Natur kommt näher,
so wie die Einschläge näher kommen, und im Keller steigt das Wasser
aus dem Gully, aus dem Rohr, durch das
die Scheiße schwimmt. Über die Leiter & durch die Luke
klettere ich auf den Dachboden, über die Treppe steige ich hinab
in den Keller. Wasser hier, Wasser dort. Ich schöpfe, wische, stelle
Gefäße auf & warte. Warte, dass es vorüber
geht. Im Keller umspült das Dreckwasser die Stapel alter Zeit
schriften. Magazine mit nackten Frauen auf den Titelseiten. Auf
einigen liegt noch der Ruß eines vergangenen Brandes (eine
andere Geschichte, doch auch dies: Natur). Alte Teppiche
saugen sich voll, während ich mich zu erinnern suche; ich versuche mich
zu erinnern, wann ich zuletzt Hagel erlebte. Ich kann es nicht. Es ist zu lange her. Oder zu erfolgreich
habe ich es verdrängt. Bewegung. So viel Bewegung hatte ich lange nicht.
Und dann
lag ich wieder im Bett. Ruhiger geworden. Alles
war ruhiger geworden. Gelassener. Doch nicht still.
Die Bilder aus der Ferne waren gestört. Die Signale gestört
durch den Regen, der allmählich nachließ. Kein Empfang. Woanders
war alles schlimmer. Gewesen. Woanders ist immer alles
schlimmer. Hofft man.
Durch das zerstörte Fenster im Dach fiel
der Regen. Der Regen fiel
in das Gefäß darunter. Eine Kiste
aus Plastik. Und solange die Kiste fast leer war –
hatten die Tropfen einen eigentümlichen Klang.
Ich lauschte diesem Klang; im Bett, unter der Decke.
Es war nur der Regen. Über der Decke. Doch sein Klang erinnerte mich an
Ratten. Ratten auf dem Dachboden. Tanzende Ratten. Ratten
in Holzschuhen. Steppende Ratten. In einem Ballett oder
Musical. Titel: Das Leben. Denn aus jedem Dreck, aus jedem Scheiß
kann man noch Etwas machen. Etwas. Solange einem nicht
Alles vergeht – & die Poesie nicht gänzlich hinweggespült wird.
In irgendeinem Keller. Durch irgendeinen Gully.
Und vielleicht ist das besser
als in einer gemäßigten Zone
zu leben. Falls
es die überhaupt gibt.


Ich hoffe, ich irre mich

Manchmal denke ich
Ich liebe nichts
So sehr wie
Die Wörter

Mit denen ich
Es
Beschreiben kann

Ich hoffe
Ich irre mich


Seltsam & schön

Seltsam & schön
wie die Gedichte über die Liebe
noch atmen

während Alles
wovon sie handeln
längst tot ist


Das Datum auf dem Vorsatzblatt

Auf dem Vorsatzblatt dieses Buches,
das von der Zeit an sich handelte,
hatte ich den Monat & das Jahr
der Lektüre notiert.

Als ich es nach Jahr & Tag
wieder einmal aufschlug,
las ich jenes Datum in meiner Handschrift –
& konnte es kaum glauben.

Das sagte mir mehr
über die Zeit an sich –
als der Inhalt des Buches
es je gekonnt hätte.


Ego Zen Trick

Der ganze Trick ist doch:
Zentriertes Ich
Sein.

Beobachtung
von der Mitte
aus

die
man selber
ist.

Aus den selbstbezogenen Worten
des Egozentrikers
erfährt man mehr

über den Menschen
über das Mensch
Sein an sich

als aus

Allen
Universalen Kunst
Werken

der großen Menschen
kenner.

Das ist meine Meinung.
Und, wie Jeder weiß, zählt
nur diese

Allein.


Adjektive

Früher
hatte ich für
Alles
so viele Adjektive

wenn ich erzählte

Nichts
wollte ich der fremden Fantasie
überlassen

Das war
der Egoismus des Anfängers.

Je weniger Adjektive –
desto mehr Wirklichkeiten
existieren.


Ein Name auf irgendeiner Liste

Die Stunden vergingen schleppend
in der Öde des Jobs. Auf irgendeiner Liste
fand ich eine Erinnerung. Ein Fremder
trug den Namen eines Menschen, den
ich gekannt hatte. Den Namen
eines Lehrers. Und ich erinnerte mich
an eine Abschlussfeier. Wo
er mich fragte: »Und – wissen Sie, was
Sie mal machen wollen?«
Solche Fragen waren mir immer peinlich.
Aber – erstens war er der einzige Lehrer,
den ich mochte; und zweitens war ich
vermutlich besoffen; also sagte ich:
»Am liebsten Gar Nichts…. das heißt…..
Schreiben wäre ok.«
Irgendwo in seinem Vollbart grinste es.
»Das ist doch was. Da haben Sie doch
wenigstens ein Ziel.« Und – nach einer
kurzen Pause – fügte er hinzu:
»Ich – habe keine Lust mehr. Ich kann so
nicht weitermachen. Immer wieder dasselbe
durchkauen, Jahr für Jahr, und kaum jemanden interessiert’s.
Irgendwie hatte ich mir das alles mal anders
vorgestellt.«
Ich schätzte ihn auf knapp 40. Er unterrichtete Englisch;
in erster Linie schien es ihm dabei um die Literatur zu gehen,
speziell Science Fiction hatte es ihm angetan. Und jetzt
hatte wohl auch er ein paar Gläser zuviel getrunken.
Deshalb sagte er: »Ich glaube übrigens, dass
Sie das können.«
Dann sagten wir nichts mehr.
Und ich sah ihn auch nie wieder.
Er hatte sich also alles ganz anders vorgestellt.
Und der Job ödete ihn an.
Ich blickte auf die Liste, blickte auf den Namen, den
ein Fremder trug …..
& die Fragen kamen von ganz allein.
Nein, ich hatte kein Ziel.
Die Stunden vergingen schleppend.
Aber die Jahrzehnte – na ja,
egal.


Linksverkehr

Ich warte noch immer auf den Satz,
den nur ich sagen kann. Den
Niemand vor mir sagte.

Aber gibt es eine Art zu sterben,
auf die noch Niemand vor mir
starb?

Zu dumm,
dass man nur ein Mensch ist.

Ich könnte nach London fliegen –
& beim Überqueren der Straße
den Linksverkehr vergessen;

ich könnte zuerst nach links schauen
& von rechts überfahren werden.

Aber
selbst das gab es schon.


Keine Kunst – oder: Am Arsch der Muse

Sie saugte
Staub um mich herum,
die Putzfrau, die nicht die Putzfrau war,
die es mir angetan hatte – mit
ihrem Lächeln & ihren schwarzen Shorts
im vergangenen Sommer. Der Sauger
macht immer denselben Lärm, was
ungerecht ist. Aber so sind sie,
diese Sauger; und ich –
ich löste mich wohl all
mählich auf. In Staub. Doch
worauf ich eigentlich hinaus
will: die Putzfrau
lärmte, eine Horde Koreaner
schwärmte durch die Lobby – sofern
eine Horde schwärmen kann; eine
alte Dame gab ihren Schlüssel ab,
was besser war als wenn’s der Löffel gewesen wäre,
und meine Arbeitsnacht war fast vorbei –
da fiel mir etwas ein. Zur Unzeit.
Eigentlich. Denn meine Ablösung
zog sich bereits im Keller um.
Eile war geboten. Schon
wieder Worte, die heraus wollten.
Und ich mag es nicht
Gedicht nennen.
Tue es aber
meist
nur um der Bequemlichkeit willen.
Also: ran an
den Hotelcomputer,
Programm öffnen,
Wörter in die Tasten hauen,
hochladen (obwohl veröffentlichen
schöner klingt) – nicht noch einmal
darüber nachdenken – &
fertig!
Nein – so wird nicht Kunst gemacht.
Schade, aber ich
kann es nicht ändern. Ich würde ja gern.
Auch ich säße lieber im stillen
Kämmerlein aus Elfenbein
& ließe mir mit Palmenwedeln
schwüle Luft zufächeln – von
nackter Bewunderung in
leicht beschürzten Frauenkörpern –
indes ich irgend etwas
ergösse……
Ein Traum, den man wohl noch
wird träumen dürfen.
Während die falsche Putzfrau um einen herum
saugt; die Ablösung ihre Kleidung wechselt
& Koreaner schwärmen…..
so wie ich
für schwarze Shorts
am Arsch der Muse.


Tradition

Gern würde ich
außerhalb jeder Tradition
stehen –

aber meistens
liege ich einfach nur
im Bett.


Tut-ench-Amun

In der Bücherwand lebte das Bild der Mumie.

In einem der Wohnzimmer meiner Kindheit.
Irgendwo – im zufällig erscheinenden Farbmuster
tausender Rücken aus Leinen, Leder & Pappe wartete
der Tod auf mich. Der Tod als plötzliche Gewissheit.
Götter, Gräber & Gelehrte hieß das Buch
(ein Bestseller, Pfui Deibel!).
Nichts ahnend blätterte ein junges Ich darin –
Fotos goldener Schätze; Vasen, Masken, bunt & schön;
die Landschaften Ägyptens & die Gesichter von Männern, die
sich über einen Sarkophag beugten & die Ruhe eines Toten störten…..
Und diese 1 Seite, die ich umschlug, war
die Grabkammertür zu künftigen Albträumen.
Der Kopf des verstorbenen Pharaos starrte in mein Kindgesicht
aus grauen Augenhöhlen; – Jahrtausende senkten sich
auf mich herab, und der Tod griff nach mir
wie eine Wirklichkeit, von der ich immer nur
fantasiert hatte – in den dunklen Zimmern der Schlaflosigkeit.
So wirst DU aussehen …. So werden DIE ELTERN aussehen ….
So werden DIE BRÜDER aussehen …. grau, papieren,
rissig, geädert, die Lippen zurückgezogen vom brüchigen Gebiss ….
Der Tod Der Tod Der Tod! …. Sieh es dir an, dieses Bild! Das bist

Ich schlug das Buch zu. Stellte es zurück. In die Bücherwand.
Nie wieder wollte ich es öffnen.
Als wäre es notwendig gewesen – noch einmal
hineinzuschauen! Das Bild lebte. Pulsierte in mir
lebendig, nur allzu lebendig – lebendiger als jede Anschauung,
lebendiger als jeder Nachtmahr, plastisch
wie eine überfahrene Katze in der Straßenmitte.
Doch allein – dieses Buch im Hause zu wissen, zu wissen,
dass dieses Foto mir so nahe war; dass dieses Mumiengesicht
aus einer Seite heraus auf die gegenüberliegende Seite des
geschlossenen Buches starrte – aus grausiggrauen Höhlen,
die lid- & mitleidlos waren….. DAS allein, und allein zu sein
mit diesem Buch in diesem Haus in dieser Kindheit mit diesem
Wissen! …..
Natürlich – zog es mich – wieder & wieder – in die Nähe
des Buches – wie es einen immer zieht – in die diversen Nähen
all dessen, was nicht fern genug sein kann….. Es zog mich, und
es zieht mich in die Nähe des Gedankens, in die Nähe des Todes,
in die Nähe der Todesgedanken. Und der Bücher. Wieder & wieder.
Das Buch ging verloren. Irgendwann. In einem Wechsel – bei
einem Umzug. Ich vergaß es. Beinahe. Und
dann kaufte ich es mir neu. Jahrzehnte später. Es zog mich zurück. Doch
es hatte seinen Schrecken verloren. Die Erinnerung an das Grauen
war nicht das Grauen selbst. Ja,
es hatte Tote gegeben – in der Zwischenzeit; Tote, die mich tatsächlich
erinnerten…. an dieses Bild. Und Andere, die
es nicht taten. Jahrtausende senkten sich auf mich herab, und
ich lebe noch. Wie das Bild der Mumie
in der Bücherwand meiner Kindheit.


Nur Grammatik

Er sagte:
»Dein Ich zu verstecken
hinter der 3. Person, die
gar nicht existiert, ist
nur Grammatik.

Ist
Nichts. Für
mich.«

Dann nickte er, um
sich zuzu
stimmen.


1 Jahr

1 Jahr ohne Alkohol.

Was für ein Satz!
Und zunächst dachte ich:
Das gab es noch nie – seit
deinem 14. Lebensjahr….

Seit jenem Weihnachtsabend
nach dem Tod meines Vaters, als
mein Bruder, der gerade aus dem Knast entlassen worden war,
mir Gin mit O-Saft gab – &
ich mich verliebte.
In den Duft des Gins
& die spätere Frau meines Bruders.
Aber – das stimmt überhaupt nicht.
Schon lange vorher hatte es niemals
1 komplettes Jahr ohne Alkohol gegeben….
Ein Gläschen Sekt zu Silvester oder zu Geburtstagen….
ein Schlückchen Sliwowitz, das ich mir ab & an
aus der Hausbar meiner Eltern stibitzte (weil ich
Geruch, Geschmack & Wirkung so mochte; ich mochte
Pflaumen schon immer gerne) ….
Ach ja, und da war auch noch der Schluck Bier, den
ich aus dem Glas meines Vaters bekam – als der
eine seiner Geliebten besuchte (sie war Inhaberin einer Bar,
hatte lange schwarze Haare, sah südländisch aus, und
wenn ich länger darüber nachdenken würde, fiele mir vielleicht
auch ihr Name wieder ein…. Astrid?); jedenfalls saß ich auf dem Schoß
meines Vaters, nippte an dem Bier – & mochte es nicht. Was
ich mochte, war die Tatsache, dass er mir etwas davon abgab. Und
ich auf seinem Schoß saß. Und die hübsche Frau mich anlächelte.
Mit ihren großen dunklen Augen & ihren vollen Lippen.
Ich muss 5 oder 6 Jahre alt gewesen sein.
Später kamen die Dichter.
Allesamt Säufer. Jedenfalls diejenigen, die mir am meisten bedeuteten.
Trinken war auch eine Haltung. Eine Lebenseinstellung. Etwas,
das eine bestimmte Art von Kunst hervorbrachte; eine, die es
– ohne Exzess – so nicht gegeben hätte. Ja, sie waren Vorbilder.
In meiner Jugend. Und lange darüber hinaus. Aber
heute habe ich keine Vorbilder mehr. In keinem Bereich meines Lebens.
Ein sehr angenehmes Gefühl. Ich möchte nicht mehr jung sein.
Also: wann hatte ich zuletzt ein Jahr ohne Alkohol gehabt?
Ich weiß es nicht. Jedenfalls: vor über 45 Jahren.
Eigentlich bin ich mir nicht einmal sicher, ob es jetzt
exakt 1 Jahr ist….
Es war keine große Sache. Kein großer Schritt. Nichts Geplantes.
Ich hatte eine Erkältung & eine Nebenhöhlenentzündung,
pausierte deshalb mit Rauchen & Trinken….. & –
blieb einfach dabei.
Den Tag des letzten Schlucks, des letzten Zuges aus der Zigarre
habe ich mir nicht gemerkt. Nicht angestrichen im Kalender.
Den ich ohnehin nicht besitze.
Es war kein besonderer Tag.
Eigentlich.
Natürlich: der Genuss fehlt mir. Ab & an. Der Genuss
war immer die Hauptsache – im Grunde. Und sicherlich: die
Bratwurst schmeckt noch besser, wenn man ein Bier dazu trinkt (Ja,
ich glaube, sie hieß wirklich Astrid)…. Und
Pizza ohne Rotwein dazu konnte ich mir früher kaum vorstellen –
obwohl ich mir Vieles vorstellen konnte…. Aber
was soll’s! Ich komme klar. Und ich komme auch
ohne Betäubung klar – wenn es mir schlecht geht. Ich weiß,
dass ich nicht Maß halten kann. Zumindest nicht für lange Zeit.
Und es gibt andere Arten zu flüchten.
Vielleicht wäre das Trinken gut fürs Schreiben? Kann sein.
Egal.
An meinem rechten großen Zeh kann man immer noch sehen,
wo ich mich verletzt habe – als ich mich im Suff
aufs Maul legte….. Und es anfing
zu bluten. Mal wieder.
Doch nach & nach
verschwindet auch diese Spur.
Verflüchtigt sich
wie Alkohol.


Zwischenbemerkung eines Fremden

Gut, die Biografie eines Menschen zu kennen.
Besser, die Biografie eines Autors, eines Malers, eines Komponisten zu kennen.
Schlecht, sie nicht vergessen zu können – wenn es darauf ankommt.
Gehe ich doch, der Einfachheit halber, von mir aus. Wie immer.
Ich schreibsele etwas dahin…. es geht um Menschen (vielleicht nur um 1 Menschen; aber wer weiß das schon?)…. & wer glaubt, etwas über mich zu wissen, beurteilt das Geschreibsel sofort (bewusst oder unbewusst – vermutlich zumeist Letzteres) anhand dessen, was er über mich zu wissen glaubt. ‚Ach ja – DArum geht’s…. Aha, so hat er DAS verarbeitet…. Nu isser aber schlecht drauf….. zu kitschig! – zu gefühlig, na gut, man weiß ja, wieso….’
NICHTS weiß man. Und wenn man wirklich etwas wüsste, wäre es kein Beurteilungskriterium.
Ich schreibsele etwas dahin…. & dann vergesse ich mich – wenn ich es lese. Nur so beurteile ich. Nur so will ‚ich’, d. h. das was ich verbal dahinwerfe (denn nur das bin Ich) beurteilt werden. Man soll mich vergessen. Vergessen, was man zu wissen glaubt über mich. Abstraktion! DArauf kommt es an. Wenn etwas zu irgendwas ist, zu kitschig, zu düster, zu depressiv, zu albern oder was auch immer, dann ist das gewollt – durchdacht – bewußt eingesetzt. Auf einen Effekt bedacht. Vielleicht nicht jedes Mal im Moment des Schreibens, da dies zuweilen bloße Reaktion sein kann, aber auf jeden Fall IMMER im Moment des Stehenlassens.
Ist alles so passiert, wie ich es beschreibe? Ja.
In mir. – Vieles sogar 1 : 1 (& es ist treffend, dass das wie ein Unentschieden erscheint).
Und selbst wenn ich weiß, dass es anders war, schreibe ich doch die Wahrheit. Die einzige Wahrheit, die es gibt, wenn man etwas in Worte fasst. Um es – irgendwie – zu fassen zu bekommen. Um das Unfassbare, welches das eigene Leben darstellt, (irgend. wie.), fassen zu können.
Nun gut, auch ich war einst so naiv zu glauben, Alles, was die großen Ich-Sager, Ich-Erzähler sagten & erzählten, sei genau so geschehen. Und dann lachte ich über meine eigene Dummheit. Wie hatte ich jemals Henry Miller glauben können? Da er doch selber darüber schrieb, wie diejenigen, die in seinen Büchern erschienen, sich darüber beschwerten, dass alles ganz anders gewesen sei. »Hey Baby, in my stuff I am the hero«, sagt Bukowski.
Céline, Cendrars, Hamsun – ja, sie schrieben alle die Wahrheit.
Ich bin nichts. Und ich sage das nicht aus Mangel an Selbstbewusstsein. Sowohl Bewusstsein, als auch Selbst besitze ich in ausreichendem (wenn nicht übertriebenem) Maße.
Ach, warum schreibe ich überhaupt über dieses Thema? Vielleicht – weil ich mit Resonanz nicht umgehen kann (nicht einmal mit ausbleibender)? Vielleicht weil ich gerade nichts Besseres zu tun habe? Gewiss, ich könnte auch Staubwischen oder das Bett frisch beziehen. Oder schreiben, dass ich es tue. Und die Meisten würden es glauben. Und hätten vielleicht sogar recht damit.
Ich liebe Biografien. Weniges fesselt mich so sehr wie in Worte gefasstes, in Worte gegossenes Leben.
Doch ich vergesse sie auch. Wenn es darauf ankommt.
Niemand ist wirklich zu fassen.
Wie ein Fremder möchte ich gelesen werden.
Wie der Fremde, der ich
wirklich
bin.
Und jetzt –
vergessen Sie mich.


Zähneklappern

Manchmal
wenn ich draußen bin
klappert’s drinnen
in meinem Mund.
Immerhin: es sind meine eigenen Zähne
die da klappern…..
Nicht aus Furcht. Zumeist.
klapperklapperklapperklapper!
Und manchmal denke ich dann
an Chet Baker & all die Schneide- & anderen Zähne
die ihm fehlten.
My funny Valentine.
Man konnte es hören
in seinen späten Gesängen.
Vor seinem Fenstersturz.
Funny? – Bloody! – My bloody Valentine.
So sind sie: meine Assoziationen, meine Einfälle
& Erinnerungen. A thousand tumultuous recollections.
Und da ist dieser Film über Horst Janssen –
Ego heißt er (einer der besten Titel überhaupt) –
& Janssen sagt an einer Stelle: »Ich sollte
mir neue Zähne machen lassen«
oder so ähnlich; und sein lispelnder Mund, der
beinahe zahnlos grinst, erinnert mich
jedesmal an Chet Baker & Wolfgang Neuss.
Alkohol, Drogen, Schlägereien…..
Neue Zähne haben sie sich nicht machen lassen,
sofern ich mich nicht irre.
Wenn mir besonders kalt ist, nehme ich
ein Bad – & höre Chet Baker.
Und das Bad ist immer zu heiß. So heiß
dass ich Kopfschmerzen bekomme. So ist das
mit der Nostalgie.
Ich wurde schon als Kind zu heiß gebadet –
befürchte ich. Zumindest hatte ich oft Kopfschmerzen.
Das ist eigentlich ein anderes Thema – aber was soll’s.
So sind sie: meine Assoziationen.
Eingefallene Wangen…..
Niemand hat die Dichter gezeichnet
wie Janssen. Ich liebe seinen Poe.
Komm, leg dich zu mir
in die Badewanne,
Berenice! Und zeig mir deinen.


Vergleiche

Es ist gleich
gültig mit wem man
mich vergleicht –

mit
einem von mir
geliebten oder bewunderten Menschen
oder mit
Hitler

Es ist gleich
gültig womit man das
was ich tue oder erschaffe
vergleicht

Ich hasse alle Vergleiche
die sogleich das Gleiche finden
in gleichem Maße!

Der vergleichende Blick übersieht
so leicht
das Unvergleichliche

& zu selten wird unterschieden
zwischen dem Vergleich
(der nur eine Suche ist)
& der Gleichsetzung
(die das Unwesentliche gefunden hat).

Raub der Individualität.
Reduktion der Persönlichkeit.
Nivellierung & Ein
ordnung des Charakteristischen
in Tat & Werk…..

Ich hasse alle Vergleiche –

im Guten
wie im Schlechten

oder
Bösen.

 

Es sei denn
sie finden sogleich
den Unterschied

der
Ich
ist.


Zeit zu schweigen

…. wenn man fühlt
dass die Resonanz auf Worte
die Wahl der Worte beeinflusst.

 

Zeit zu schweigen

bis

man

sich

wieder

erhaben

fühlt