Archiv der Kategorie: Gedichte/Texte

Die Tür zum Klo – oder Andere Türen

Zuerst wird
die Tür
zugemacht & abgeschlossen.

Dann
wird sie
zugemacht & nicht abgeschlossen.

Dann wird
die Tür
angelehnt.

Schließlich
wird
die Tür
weit offen gelassen.

Und bestenfalls
niemals
zugeknallt.


Erste Treffen

Schon als
Wir
Uns
das erste Mal
trafen
waren
Wir
Uns
seltsam
vertraut

Seitdem
treffen
Wir
Uns
immer wieder
wie
zum ersten Mal

Immer wieder
neu

Nur
jedes Mal

noch
vertrauter.

Wo
soll das
noch
enden?

Im
Niemals

vielleicht


Tagebücher eines Toten

Du liest die Tagebücher eines Toten
Tausende & Abertausende von Seiten
Details eines erloschenen Lebens
Vergangener Alltag
Vergangene Banalitäten
Das erloschene Leben
entzündet Deine Phantasie
& ersteht auf
Vergangene Jahre vergehen
erneut
in Dir
Doch jedes Wort
jeder Buchstabe
bringt Dich dem Tode näher
Du bewegst Dich
auf das Ende zu
Auf das Ende der Aufzeichnungen
Auf das Ende des fremden Daseins
Auf das Ende Deiner eigenen
Existenz.

Und Du
hast
kein
Tagebuch
geführt.

Sondern nur
ein Leben
vielleicht.

Es erlischt.
Du erlischt.
Du entzündest nichts mehr.
Du bist

Nichts.

Und warst
vielleicht
Nie.


Dunkel-Lila

Ich hörte ihr zu
am Telefon
wie sie sich
ein Kleid aussuchte.

Ein Strickkleid.

Sie wollte es
in Grau.

Grau
war nicht
lieferbar.

Lieferbar war es
in
Dunkel-Lila.

»Das sieht bestimmt
geil aus«, sagte ich.

Stellte mir vor,
wie es
ihr stehen würde.
Wie er
mir stehen würde.

Stellte mir vor,
wie ich es
ihr ausziehen würde.

Später –
zu spät –

erinnerte ich mich an
Farbsymbolik.

An die Farbsymbolik
Mario Bavas …..

Lila
bedeutete

Tod.

Zu spät.

Die Bestellung
war
abgeschickt.


Ich pisse aus Prinzip

»Pissen?« sagte sie. »Das Wort
geht ja mal gar nicht.«
»Wieso?« sagte ich.
»Niemand mag dieses Wort.«
»Doch – ich.«
»Ach ja?«
»Ja. – Das ist aber irrelevant.
Denn
selbst wenn ich es hassen würde,
würde ich es benutzen.«

Es stimmt.
Es gibt Wörter, die ich
aus Prinzip verwende –
aus Überzeugung

aus literarischen Gründen.

Ich
kenne & verstehe
diese Gründe.

Das
reicht

mir.

Und jetzt gehe ich

……


Der tote Winkel

Ich bin
hinter Dir
immer
& Du
kannst mich nicht sehen
denn ich bin
in Deinem Toten Winkel

Wenn Du
die Spur wechselst
könnten wir
zusammenstoßen

&
gemeinsam
sterben.

Aber nur
wenn ich Dich
im selben Augenblick
überholen wollte.

Aber
das
will
ich
nicht.

Ich lebe
in meinem
Toten Winkel

Wenn Du mich
dort
besuchst

bring
Dein Leben mit!

Dort können wir
zusammen

……


Ich weiß es einfach nicht

Meinetwegen
so dachte ich
trug sie
kein Höschen
unter ihrem Rock
als sie mich
zum ersten Mal besuchte.

Dieser Gedanke
gefiel mir

sehr.

Dann
wurde mir klar
dass sie
beinahe
niemals
ein Höschen trug.

Auch dieser Gedanke
gefiel mir

sehr.

Egal
wie lange ich
darüber nachdenke –

ich weiß
nicht

welcher Gedanke
&
welches Gefühl

mir
mehr
gefällt.


Getroffen

Ich wollte Dich treffen
bevor ich wusste
dass es
Dich
gibt

Ich wollte Dich treffen
als ich erfuhr
dass es
Dich
gibt

Ich wollte Dich treffen
in Deiner Mitte –
dort
wo ich sein will

Ich will Dich treffen
immer wieder

Doch manchmal
bedeutet

Treffen

Verletzen.

Ich habe Dich
getroffen

Das
wollte ich

& wollte ich nicht

Aber
wahrscheinlich
werde ich es
wieder tun

Triff mich
in
meiner
Mitte –
dort
wo
Du
längst
warst
bevor ich wusste
dass es
Dich
gibt

Dort
wo Du bist

Dort
wo Du sein wirst

Das ist
nur
fair.


Hingeworfene Brocken

Sie werden einem hingeworfen –
die Wortbrocken ….
die großen Worte ….
Das ist einfach &
kostet nichts.
Irgend etwas mit
Liebe
Sehnsucht
Vermissen.

Hingeworfen,
vorgeworfen.
Aus weiter Entfernung.
Da, friss!
Und man frisst.
Die Wortbrocken.
Weil man Hunger hat.
Einen Hunger, der
durch Worte
nicht
zu stillen ist.
Man weiß das
& hofft doch.
Man hofft auf
ein Ende
der Leere –
mag es Täuschung sein
oder nicht ….
Enttäuschung
am Ende.

Dieses unstillbare Verlangen
nach allem
was nicht
bloß
Wort
ist.

Nicht bloß
hingeworfene Brocken
die man nicht
berühren
kann.

Sie sagte:
»Ich liebe Dich. Du musst jetzt
nichts sagen.«

Ich sagte
nichts.


Ohne Worte

Ich
lecke
Dir
das Schweigen
von der Zunge
ohne
auch nur
ein Wort
zu verlieren.


Das als Optische Täuschung getarnte Gleichnis

Dass ein vorwärts laufendes Rad
ab einer bestimmten Geschwindigkeit
aussieht, als
laufe es
rückwärts,
ist
in Wahrheit
keine Optische Täuschung,
sondern
ein
Gleichnis.


Bis später

»Bis später«, sagte
das Leben.
Doch
sein »später«
war
der Tod.

Der wahre Treffpunkt
für das Leben
wurde
zur Vergangenheit.

Die Gegenwart
war blind gewesen
für
die Zukunft.

Die Zukunft
war
später.

Das Leben
vorüber.


Rosinen im Kopf

Nun gut,
ich war halt in der Geschlossenen –
im selben Alter wie Hesse – & musste
mich mit einem Aushilfspsychologen unterhalten.
Ich weiß noch, wie er seine Hände hielt,
als ich ihm von meiner Vergangenheit erzählte, die
so kurz gewesen war,
von meiner Zukunft, die
so lang erschien.
Er berührte die Fingerkuppen seiner linken Hand
mit den Fingerkuppen seiner rechten Hand.
Seine Hände hätten
auf diese Weise
ein Herz bilden können.
Aber sie bildeten nur
einen Tropfen.
So sah & empfand ich es.
Aber ich
war kein heißer Stein.
Ich war ein heißes Herz.
Meine Zukunftsträume bezeichnete er,
der Aushilfspsychologe, als
Rosinen in meinem Kopf.
Doch damals
waren sie es noch nicht.
Damals
waren sie noch
Weintrauben
saftig –
lecker –
nur hin & wieder
mit einem Stein im Innern,
an dem man sich die Zähne ausbeißen konnte.
Ich verachtete ihn,
diesen Typen, der eine Platitüde nach der anderen
absonderte.
Ich war
erfüllt von
Büchern,
erfüllt von
Musik,
erfüllt von
Bildern.
Er schien erfüllt von
verschissener Realität.
Zynisch & abgestumpft.

Und heute?
Wie sehe ich es heute – – – ?

Vielleicht hatte er
– der Aushilfspsychologe –
ja recht?

Aus all meinen
damaligen Zukunftsträumen
ist
nichts
geworden.

Aus meinen Weintrauben
ist
nichts
geworden.

Doch!

Es sind Rosinen daraus geworden.

Erst viel später in meinem Leben.

Und
ich
mag
Rosinen.

Mochte sie immer.

Werde sie immer mögen.

Nein.
Er hatte keine Ahnung.
Dieser Typ
mit seinen Platitüden.
Er wusste nicht,
worauf
es
ankommt.

Wusste nicht,
was schmeckt.

Ein heißes Herz.


Die gestrichenen Wörter

Immer wieder befürchte ich,
die Wörter, die ich
gestrichen habe, könnten
die eigentlich wichtigen gewesen sein.

Was übrig blieb, ist
vielleicht nur
ihr Rahmen.


Sichten

Ich habe niemals Rücksicht genommen
auf meine Zukunft
War selten vorsichtig
in meiner Vergangenheit
Besichtige meistens
meine Gegenwart

Ich sichte
mein Leben

& sortiere
immer wieder

aus


Die lächelnde Schwester

Manchmal
wenn ich in farbiger Vorzeit
welche von anderen
»die graue« genannt wird
an der Tür meines Schulfreundes klingelte
öffnete seine kleine Schwester …..

Und sie lächelte
immer

Lachte
oft

Es hieß
sie sei
Geistig zurückgeblieben

Ich fragte mich
schon damals
WO
sie zurückgeblieben war

Es schien
ein Ort zu sein
wo man
immer lächeln
& oft lachen
konnte

Hin & wieder
beneidete ich sie

jedoch – nicht allzu oft

denn ich genoß
meine Traurigkeit
schon damals

Es reichte mir
ihn mir vorzustellen
diesen Ort, wo man
immer lächeln
& oft lachen
konnte

Eine fremde Welt
unter vielen.

Manchmal
sprach die lächelnde Schwester
undeutlich
doch ich verstand sie
immer.

Manchmal
klingelt man an einer Tür
erwartet etwas
& es öffnet
ein unerwartetes Lächeln
aus einer anderen Welt.


Der Rückspiegel wächst dem Tod entgegen

Je älter
man
wird
desto
größer
wird
der
Rückspiegel

& dennoch –
man muss
an
ihm
vorbei
schauen

um
nicht
vom
Rest
des
eigenen
Weges

abzukommen


Tauch-Gewichte

Wer
im Meer
der belanglosen Worte
in
Worte
abtauchen
möchte
die
mehr
bedeuten –
sollte
möglichst
viele
Bleistifte
& schwere Gedanken
bei
beziehungs-
weise
in
sich
tragen
um
bis
zu dem
Grund
der Bedeutungen
zu
gelangen.


Hinter allem Miteinander

All diese
verzweifelten Versuche
in all diesen
verschwindend-kleinen Betten
die überall
auf einem Staubkorn
eines Staubkorns
eines Staubkorns
im All
verteilt sind …..

Versuche
die Einsamkeit hinter Allem
die Leere hinter Allem
die Sinnlosigkeit hinter Allem
das Nichts hinter Allem
zu vergessen

Man flüchtet
zueinander
aneinander
ineinander
flüchtet
zu Anderen

in Verzweiflung

Vielleicht
am liebsten zu Anderen
die
All Dies
anders
sehen

oder
gar nichts
sehen

die
nicht
verzweifeln

Dann
prallen Welten
aufeinander

stoßen
zusammen
zueinander
ineinander

& vielleicht
auseinander

Aber
vielleicht auch
verschmelzen sie

miteinander

im All


Dein Arsch auf meiner Brille

Es ist
als hättest Du
Dich
mit
Deinem Arsch
den ich
liebe
auf
meine Brille
gesetzt

& plötzlich
sieht
Alles
anders
aus

Mein Blick
ver-
&
ge-
bogen

ins
Richtige

In
Deine
Richtung.

Ge-
borgen.

Lass
es
laufen

während Du
auf meiner Brille
sitzt

Ich
höre
Dir
zu.

Das Leben
fließt.


Ich – wäre ein Anderer

Da ich längst älter bin als
es mein Vater wurde
versuche ich manchmal
ihn mir heute vorzustellen

als den
Jüngeren
von
uns
beiden –

&
mit der Weisheit meines
Überlebens
die nur in Anführungszeichen existieren kann

versuche ich
ihm
klar
zu
machen
was er
falsch
gemacht hat

Und auch das
Falsch
kann nur in Anführungszeichen existieren

Denn

hätte er
nichts
falsch gemacht
wäre
ich
heute
ein Anderer –

Ein Anderer
der
auf diesen Gedanken
niemals
gekommen wäre

Ich

würde
nicht
existieren

Und das
möchte ich mir
nicht
vorstellen.


Der Bruch des LieblingsTellers

Die leeren Bierflaschen in der Küche
hatte nicht
ich
leergetrunken.
Sondern die Frau, von der
ich
besoffen war –
Die Frau, die ich
leergetrunken hätte,
wäre es nur möglich gewesen.

Nachdem sie gegangen war,
räumte ich die Flaschen weg …..
Eine von ihnen kippte um dabei,
traf den kleinen, zerbrechlich-dünnen Teller,
der mein LieblingsTeller war,
der mich durch meine Einsamkeit begleitet hatte …..
Die fallende Flasche
brach 2 Stücke heraus, die
zusammen
einen Halbkreis ergaben …..

Für einen Augenblick
dachte ich,
ich sei
untröstlich …..

Dann
wurde mir klar:
Der Teller hatte an Wert gewonnen.

Das nun fehlende Stück
wurde zum
Denkmal
Fühlmal

einer Erinnerung, die
kostbarer war als
der intakte Kreis des Tellers …..
kostbarer
als
alles
Ungebrochene …..

Der fehlende Halbkreis
aus 2 Splittern
waren
wir.

Wir
waren
intakt.

Sind
im
Takt
mit
einander.

Musik.

Das Ende
der Einsamkeit
war
ein Bruch.

Der Teller wurde
zum Begleiter
unserer
Zweisamkeit.

Mein Lieblings
Teller.


Bei Nähe

Bei
nahe
schon
selbst
verständlich

Ich kann & darf
Dich
berühren
wo ich will

Ich kann & darf
Dich
küssen
wo ich will

Ich soll & muss &
kann
Dich
lieben
wie wir wollen

Bei
nahe
schon
selbst
verständlich

bei
Nähe
wie unserer

doch
in den schönsten Momenten
vergesse ich
alle
Selbst
verständlichkeit

so
wie
bei
nahe
mich
selbst

verständlich


In uns

In uns träumen
die Möglichkeiten
davon
Tatsachen zu werden

In uns träumen
die Sehnsüchte
davon
Erfüllung zu werden

In uns träumt
der Schlaf
davon
Leben zu werden

In uns träumt
die Einsamkeit
davon
Liebe zu werden

In uns träumen
die Ängste
davon
Schrecken zu werden

In uns träumt
der Hass
davon
Tod zu werden

Wunsch
Träume
Alb
Träume

Und
Irgend etwas
erwacht
als
Verwirklichung

Irgend etwas
schläft
für immer
traumlos

Irgend etwas
träumt
für immer
schlaflos

Irgend etwas
erwacht
wie immer

Und
Irgend etwas
stirbt
im Schlaf

in
Uns


Scherenschnitte

Wenn Dein Licht & Deine Schatten
auf die Mauern in mir
fallen …..
Mauern, die
meine Vergangenheit
errichtet hat,
flackert
ein Film
auf ihren Oberflächen …..
Ein Film aus
animierten
Scherenschnitten …..
Vielleicht nur
ein verschollener Märchenfilm
von Lotte Reiniger …..
Vielleicht
die Dokumentation
einer neuen Gegenwart …..
Wie auch immer –
ich könnte dem Spiel
aus Schwarz & Weiß,
aus Schatten & Licht
dem Scherenschnitt in meinem Leben
zuschauen
für den Rest
meines
Lebens.
Mag er
kurz
oder
lang
sein.


Nur ein Detail

Wäre ich Regisseur,
würde ich es nicht zulassen, dass
eine Filmfigur, die in einem Buch gelesen hat,
dieses schließt, ohne vorher ein
Lesezeichen hineingetan zu haben
(es sei denn, es gäbe eine plausible Erklärung dafür).
Wäre ich ein Schauspieler,
bräuchte ich keinen Regisseur, der
mir die entsprechende Anweisung gibt.
Natürlich:
Es ist nur ein Detail.
Aber ein Detail, das mich
rasend macht,
jedes
Mal –
& je besser der Film, desto schlimmer ist es.
Ein Makel, der
Alles
in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Ein Moment, der
Kunst
in Künstlichkeit
verwandelt.
Gewiss:
Nur ein Detail,
aber
keine
Bagatelle.


Dialoge

»Aber der Dialog hat doch so
gar nicht stattgefunden.«
»Natürlich nicht«, sagte ich.
»Was soll das heißen – natürlich
nicht
? Andere
haben doch aber genau so stattgefunden,
wie du sie aufgeschrieben hast.«
»Ja«, sagte ich, »mal so, mal so. Ich bin
doch kein
Berichterstatter. –
Den Dialog, der dir so besonders gut gefällt,
hat es übrigens auch niemals gegeben.«
»Was? Aber….«
»Es hätte ihn geben können. Die Aussage
entspricht der Wahrheit, entspricht der Wirklichkeit.
Aber es hat ihn halt
nicht
gegeben.«
Es stimmt:
Ich bin
kein
Berichterstatter.
Aber diesen Dialog
hat es gegeben.
Und zwar
ziemlich
genau
so.
Mehr
oder
weniger.


Ein Kind, das schrie

Ich hätte immer eine Schweigeminute
übrig
für Kinder
die
von ihren Eltern
geschlagen werden

Aber
lieber
schreie ich
für diese Kinder
so lange ich
kann

Denn ihre Phantasie
stirbt
mit
jedem
Schlag

Und Phantasie
ist
das Wichtigste

was
Wir
haben

da sie
Alles
beinhaltet
was
real
ist

Ich schreie
für mich
denn auch ich war
ein Kind
mit
Phantasie

das schrie


Kahl & hohl

Und wenn man zu
alt wird,
gehen sie einem
aus –
die Themen
die Erinnerungen
die Gedanken
. –
Sie gehen einem
aus
wie Haare –
& kahlköpfig,
hohlköpfig
starrt man in
die
innere
Leere …..
Alles,
was einem noch einfällt,
sind die Wangen.
Ein Totenschädel, der
wartet.
Leere
ist
überall.
Wenn
man
zu
alt
wird.


Nur ein Versuch

Ich versuche doch nur
festzuhalten
was
Niemand
festhalten
kann

Mich
fest
zu
halten

Alles
geht
so
schnell

Alles
vergeht
so
schnell

Ich
gehe
so
schnell

Ich
vergehe
so
schnell

Deshalb
kommt mein
geschriebenes Wort
so
langsam

Es hinkt
hinter mir her

Doch
wenn
ich
vergangen bin
könnte
es
mich
überholen

& Alles
ent
halten

was

mir

wichtig

war


Der Abspann

Mein Leben:
Ein Film, der
in einem uralten, riesigen Kino lief.
Niemand weiß, wer
das Kino
wann & warum
erbaut hat.
Wenige Zuschauer
saßen darin.
Viele leere Sessel.
Wände, die
reflektierten.
Kein Platzanweiser, aber
eine Kasse, an der ein
verwirrter,
gesichtsloser
Mann
saß.
Irgendwo
im Verborgenen
ein Vorführer.
Seltsame Gerüche,
seltsame Lichter,
seltsame Geräusche.
Flackernde Bilder.
Filmrisse.
Musik.
Dunkelheit.

Dann:
Der Abspann.
Wenige Namen laufen
über die Leinwand.

Unter Special Thanks:
Noch weniger Namen.

Und schließlich –

Written and Directed by:

NOBODY.


Die Achterbahn

Steige nicht zu,
wenn Dir
Steigungen nicht zusagen,
wenn Dir
Gefälle nicht gefallen,
wenn Dir
Abgründe zu abgründig sind
& starke Neigungen Dir
Angst bereiten.
Steige nicht zu,
wenn Du
Sicherheit suchst
& Geschwindigkeit
Dich schwindeln lässt.
Steige nicht zu,
wenn Du
die Fliehkraft nicht ertragen kannst
& ihr Druck
Dich schwach macht.
Steige nicht zu,
wenn Du
ein Ziel hast,
nicht zu,
wenn Du
einen Sinn suchst.
Ich führe
zu
nichts.
Ich habe
keinen
Sinn.
Es geht
auf & ab
mit mir –
& manchmal
entgleise ich.
Nimm lieber einen Zug,
der Dich
ruhig & sicher
von A nach B bringt;
dorthin, wo Du
hin
willst.
Vielleicht.
Ich
bewege mich
bloß
in seltsamen Kreisen,
auf verschlungenen Gleisen –
& ich übernehme
keine Verantwortung
für das, was
mit mir,
mit Dir,
mit uns
passiert.


Wer es nicht begreift

Wer nicht begreift
was Zeitverschwendung ist
Wer nicht begreift
dass ich
so wie wir alle
keine Zeit
zu verlieren habe
ohne
Alles
zu verlieren
sollte besser gar nicht erst
anfangen
mich
aus der Ferne
zu
lieben.