Aus
einer zerstörten Beziehung
geht
der Selbstzerstörerische
vielleicht
als Sieger
hervor
Aber
am Ende
gewinnt
Niemand
Etwas
& Jeder
Nichts
Aus
einer zerstörten Beziehung
geht
der Selbstzerstörerische
vielleicht
als Sieger
hervor
Aber
am Ende
gewinnt
Niemand
Etwas
& Jeder
Nichts
Im Hinblick auf meine Lieblingsbücher
stelle ich mir gerne vor, ich sei
der Einzige,
der sie gelesen hat.
Niemals würde ich sie
weiterempfehlen.
Erwähnt irgend jemand
eines von ihnen,
verursacht mir dies zumeist
ein unangenehmes Gefühl
von Beschmutzung.
Ich spreche nicht über diese Bücher.
Die Vorstellung, sie könnten
Bestseller sein, ist mir
widerlich.
Manche Bücher sind wie
wertvolle Menschen.
Manche Menschen sind wie
Lieblingsbücher.
Und Manches wird einfach
zu oft
verkauft.
Wüstes Durcheinander
Während die trockene Ordnung des Lebens verschwindet
Verschwindet wie der Cocktail in meinem Mund
Mein Schwanz im Mund der Geliebten
Oder sonstwo
Wilde Assoziationen von Menschen & Wörtern
Satzfetzen Gedanken Musik Träume
Schwindendes Licht
Schenkelverhedderungen
Eine Olive mit Loch
Aufgespießt im beschlagenen Glas
Gerötete Knie auf rauhem Teppich
Tropfende Gerüche
Ein Stöhnen
Ein Hauchen
Namen
Schweiß & Rhythmus
Ein entgegengestreckter Arsch
Ein Klatschen
Ein Verschwinden im Rausch im Rauch in Dunkelheit
& Wärme
Atemnot ohne Not
Vergessen
Sekrete Küsse
Bilder Fantasien Synapsenblitze & Schwindel
Un
Mittel
Bare
Wir
Klich
Keit
Und wir küssen uns
Und die Küsse schmecken nach Gin & Sperma
Schweigen
Lächeln
Ruhe
Schlaf
Schrankenlos
In
Einander
Ver
Schränkt
Lange Zeit dachte ich:
Butter, die schmilzt, muss
die Soße verdünnen,
weil sie selber
dünn & flüssig
wird.
Das war nicht mein
einziger Irrtum
in bezug auf
Bindung.
Die Distanz
war nicht meßbar.
Zu groß &
zu klein
zu-
gleich.
Ein Bett irgendwo –
ein Mann darin.
Ein Bett anderswo –
eine Frau darin.
Telefone
Schallwellen
Nebengeräusche
»Ich wünschte, wir würden
uns häufiger sehen«, sagte der Mann.
»Ja, das wäre schön«, sagte die Frau.
»Ich wünschte, wir würden
uns häufiger sehen,
damit ich
Deiner
überdrüssig werden könnte.«
Telefone
Schweigen
Nebenge-
räusche
Ein Schmerz ist nicht meßbar.
Die Distanz
war nicht meßbar.
Zu klein &
zu groß
zu-
gleich.
Dumm,
wer sich in irgendeine bestimmte Ordnung
von Buchstaben & Zeichen
verliebt.
In Worte,
in Sätze,
in Texte –
& dabei
die Zwischenräume
kaum
wahr-
nimmt.
Dumm,
wer sich in den Verursacher dieser Ordnung
zu verlieben glaubt,
denn
sie sind gewaltig –
diese Zwischenräume ….
Ein All, in dem
Alles
& Nichts
sein
kann.
Ein All, in dem
die Buchstaben & Zeichen
sich verlieren.
Und irgendwo
dazwischen
Träume einer schwarzen Nacht,
die nicht enden
will.
Dumm,
wenn diese Träume
falsch gedeutet,
die Ungeheuer in ihnen
nicht erkannt werden;
denn sie haben einen Hunger, den
nur stillen kann,
wer
wahr-
nimmt,
richtig deutet
& erkennt.
Alle anderen
sind nur
ihre Nahrung.
Eine Nahrung, die
den Hunger
noch größer werden lässt.
Egal
in welcher Form der Tod sich nähert,
am Ende stirbt man
am Stillstand –
des Herzens.
Das Herz versagt.
Versagt
den Dienst.
Der Krebs
Die Leberzirrhose
Die Hirnblutung
Der Unfall
Der Mord
Der Selbstmord
Sie
Alle
sind
stärker.
Das Herz ist
schuld.
Es ist
so
schwach.
Man kann ihm
Alles
vorwerfen.
Das schüchterne Erröten
Die Erektion
Den Blutverlust
Das Leben
Man kann ihm vorwerfen,
was es tut;
man kann ihm vorwerfen,
was es nicht tut.
Und an allem, für das es
als Symbol steht,
trägt es ebenfalls die Schuld.
Und das ist
mitunter
schlimmer als
der Tod.
Ein Versagen
auf der ganzen Linie.
Einer Linie, die
von einem durchdringenden Ton begleitet wird,
den man nicht mehr hören kann …..
Einer Linie,
die
still
steht –
Der Schwindel …..
Der Rausch …..
Ein lautes Pfeifen im rechten Ohr.
Situationen, mit denen ich
nicht
fertig werde,
erinnern mich an Situationen,
mit denen ich nicht fertig geworden bin,
und sie
haben ihren eigenen
Klang.
Denselben Ton
von Dauer.
Und dunkle Gefühle
pfeifen am lautesten.
Eine monotone Melodie, die
keine ist.
Ich wälzte mich im Bett,
atmete schwer,
träumte wirr,
schlief leicht.
Und jedes Mal, wenn ich erwachte
– & ich erwachte oft -,
schaute ich auf die Uhr, ohne
die Zahlen zu erkennen
& hörte die Melodie, die
keine war.
Sie war nicht neu.
Das alte Lied.
Sozusagen.
Und auch die Angst,
sie könnte für immer bleiben,
war nicht neu.
Die Hintergrundmusik für
den Rest meines Lebens –
kurz oder lang.
Monotonie.
Doch später,
irgendwann –
wurde der Ton so leise, dass ich
mir nicht mehr sicher war,
ob ich ihn
noch
wirklich
hörte –
oder mich nur
an ihn erinnerte …..
exakt erinnerte,
denn ich habe das
Absolute Gehör,
von dem man heute behauptet, es
existiere nicht – es sei nur
ein extrem gutes Gedächtnis.
(Aber was ist schlimmer?
: Das Absolute Gehör
oder
: Ein extrem gutes Gedächtnis?)
Also –
ich hörte den Ton ….
oder glaubte ihn zu hören ….
& der Unterschied ist
gar nicht groß,
wenn man Phantasie besitzt.
Und ich dachte an
die dunklen Gefühle,
die nur die Schatten der hellen sind –
& ich fragte mich:
Waren sie noch da
oder
erinnerte ich mich nur an
Sie?
Zumindest
der Schwindel
war noch da.
Und ein Rest
des Rausches.
Wir teilen uns
die Einsamkeit
Wie eine Geliebte
die genug
Sehnsüchte
genug
Verständnis
genug
Zärtlichkeit hat
für Alle
& sie fragt nicht
nach dem Geschlecht
da sie
Alle
liebt
Alle
die
da
oder
fort
sind
Vielleicht
ist sie auch nur
eine Nutte
Eine Nutte
mit
zu
viel
Gefühl
Zuviel Gefühl
für Alle
die
irgendwo
sind
oder waren
oder sein könnten
Und vielleicht
leidet
sie selber
am meisten –
Am meisten
darunter
Ich bin faul,
ich bin bequem,
ich liebe die Ruhe.
Ich sagte:
»Ich könnte Dir einen Schlüssel geben.
Dann muss ich nicht aufstehen, wenn
Du kommst, und Du brauchst nicht
zu klingeln.«
»Nein«, sagte sie, »ich will
keinen Schlüssel.«
»Warum nicht? Mir würde es gefallen.
Und wenn ich hier irgendwann
tot herumliege,
ist da jemand, der öffnen kann.«
»Ja, natürlich. Du Spinner.«
»Nein wirklich – ich fänd’s schön,
wenn Du einen hättest.«
Sie sagte:
»Immer wenn ich einen Schlüssel bekam,
ging etwas schief. Das war immer
der Anfang vom Ende.«
»Also, von mir wirst Du jedenfalls
keinen Schlüssel bekommen«, sagte ich.
Und damit war
das Thema
erledigt.
Den wichtigsten Schlüssel
hatte sie ja ohnehin.
Ich bin faul,
ich bin bequem,
ich liebe die Ruhe.
Aber
manchmal
ist das Klingeln
ein schöner Krach,
für den man gerne aufsteht,
um sich anschließend
zu vertragen.
Ich kehrte zu Dir zurück, als
wir
uns
zum ersten Mal
trafen
& vergaß sofort
dass ich
Dich
nicht
gekannt
hatte
zuvor
»Ich muss mir Deine zerbrochene Frau ansehen«,
sagte sie. »Die – von der Du geschrieben hast.«
Und sie ging aufs Klo.
Betrachtete die verbliebenen Teile
der Figur auf dem Heizkörper
gegenüber.
Der Figur, die ich
im Suff der Einsamkeit
zerbrochen hatte.
Und während sie die Figur betrachtete,
betrachtete ich sie,
hörte
ihr Müssen
dahinplätschern ……
& fühlte
mich
ganz.
Die Sehnsucht
ist nicht am größten
wenn man
niemanden
hat.
Sie ist
am größsten
wenn man
jemanden
hat
der
sie
nicht
stillen
kann.
Vereiste Reifenspuren
auf dem Parkplatz meines Grund-
stücks
den Du
inzwischen
»Mein Parkplatz«
nennst ….
Es lag Schnee
als Du zuletzt
darauf
hieltest ….
Der Schnee taut.
Noch ist eine Eisschicht da.
Ich könnte
das Salz aus meinen Wunden
darauf streuen,
damit Du
beim nächsten Mal
nicht rutscht
& nicht
Deinen Halt
verlierst.
Meinen habe ich verloren
als es
zu heiss wurde.
Doch ich werde warten
bis
der letzte Rest
von Eis
auf
Deinem
Parkplatz
geschmolzen ist.
Von
allein.
Wie immer –
allein.
Es reicht mir
durchaus
Das Salz im Spaghetti-Wasser
Die Zeichnung eines Segelbootes an der Wand
Das Schwindelgefühl eines Cocktails
Schon
bin ich
auf
hoher See
(Die Liebe
ist
so
ähnlich.)
Es ist
für Manche
als wären sie
mit fremden Augen
geboren worden
die Alles
unklar
falsch
& fremd
sehen
Bestenfalls
treffen sie dann
Jemanden
der die eigenen Augen besitzt
die Demjenigen/Derjenigen
ebenso
fremd sind
Sie tauschen
Blicke
Augen
Augenblicke
& auf einmal
sehen beide
Alles
klar
& richtig
mit den eigenen Augen
im Gesicht
des Anderen
Sie erkennen sich
& Nichts
scheint mehr
fremd
Wenn mein Tod ein Beweis ist
dafür
wie Lebenszeit verschwendet wird
Wenn mein Tod
Dir
die Augen wäscht
damit Du
endlich
sehen kannst
was
verschwendete Zeit
bedeutet
möchte ich
nur noch
sterben.
Sofort.
»Hey, ich bin immer da,
wenn Du mich brauchst.
Also – da eben, irgendwo,
wo Du mich nicht
erreichen kannst;
wo es
kein Netz gibt.
Wo ich tanzen kann
& Spaß haben,
während es Dir
dreckig geht.
Während Du
Dich selbst zerstörst.
Warum auch immer.
Mein Name ist
der neue Name Deiner Einsamkeit,
der neue Name Deines Alleinseins.
Ja, ich glaube an Bestimmung.
Ja, ich glaube an Gott;
er ist immer da ….«
Worte, die durch einen besoffenen Kopf schwappten.
Der Mann saß an der Theke. Allein. Blickte
in den Spiegel hinter den Flaschen.
Der Spiegel war fleckig. Die Flaschen glänzten.
Ein Fenster wurde gespiegelt. Im Fensterrahmen
das Spiegelbild einer Kirche.
Es war Mittag.
Zu platt, dachte der Mann,
diese Symbolik. Nur
schlechte Literatur &
das Leben
sind voll von solch platter Symbolik.
Es wäre nett, wenn die Kirche brennen würde.
Ein schönes, gespiegeltes Feuer, das ins Bild,
das in den Rahmen passen würde …..
Und ich würde in das Feuer pissen.
So, wie ich auf alles pisse & scheiße, was
hinter mir liegt. Hinter mir – wie
dieses Fenster in meinem Rücken.
Ich denke wirr.
Egal.
Solange ich nicht
Wir
denke.
Ja – sie ist immer da. Irgendwo. Wie
die Einsamkeit.
»Noch einen. Bitte.«
Irgendeine Klarheit plätscherte ins Glas.
Ein Duft, ein Verprechen.
Etwas, das Betäubung verprach,
Ende & Tod – wenn man nur
konsequent genug war.
»Ich denke an Dich.
Immer.«
Immerdar.
Die Musik war
ein banales Hintergrundgeräusch, das
zu diesem Ort passte.
Ich könnte dazu tanzen, dachte der Mann.
Wenn ich tanzen könnte. Und wenn ich es
wollte, könnte ich es wahrscheinlich sogar.
Ich könnte auch Spaß haben. HaHa.
Wie war nochmal der Name
des Alleinseins?
Ich komm´ nicht drauf …..
Unwichtig. Irgendwann wird er
mir wieder einfallen.
Wenn ich
so inkonsequent sein sollte,
dann noch zu leben.
HaHa.
»Noch einen?« fragte der Barkeeper.
»Nein danke. Zahlen.«
Das Trinken war hier einfach zu teuer.
Der Mann konnte es sich nicht leisten.
Flaschen mussten her.
Irgend etwas
Billiges.
Das man alleine trinkt.
Das man in einer Wohnung trinkt, in der
niemand ist
außer
man selbst (oder das, was man dafür hält).
Ja, die Flaschen sind immer da,
wenn man sie braucht. Immer erreichbar.
Wunderbar austauschbar.
In der Hausbar. HarHar.
Selbst wenn sie leer sind, sind sie da;
nachfüllbar.
Ein Brand. Ein Feuer. Ein Brennen.
Ja, ich denke an sie.
An die Flaschen.
Woran auch sonst?
Immer.
Und als er die Bar verließ, schaute der Mann
nicht auf die Realität dessen, was er
durch das Fenster im Spiegel
gesehen hatte.
Ich möchte nicht enden
als Schmetterlingssammler
Ein einsames Haus
voller Schaukästen
Darin
aufgespießt auf Nadeln
die bunten Leichen
der Schmetterlinge
Leben
das
in Netzen gefangen wurde
Flattern
Flug
Farbe
wurden zu
Stillstand
Fixierung
Präparation
Das schönste Gefühl ist
das Kitzeln der Flügel
eines verirrten Schmetterlings
in den Handflächen
kurz bevor
man ihn
in die Freiheit
entlässt
Manchmal
ist sogar
der Bauchschmerz
ein schönes Gefühl
Eine Binsenweisheit –
eine weitere:
Das Happy End
der Liebe
ist
der gemeinsame Tod.
Vielleicht
sollten
Wir
Uns
rechtzeitig
ausblenden
aus unserem Film ……
Solange
das Lebenslicht
unserer Liebe
noch
so grell
leuchtet
dass Wir
unsere glänzenden Augen
beschatten
müssen
Dieses Gedicht
taugt nichts.
Ich werde es
mit Bleistift
auf Papier schreiben;
dann
werde ich das Blatt
anzünden,
während
Du
zusiehst …..
Denn
auch wenn meine Worte
Deine Augen nicht zum Glänzen bringen –
Das Feuer
wird sie leuchten lassen.
Meine Worte sollen brennen!
Wie ich.
Gespiegelte Flammen sollen tanzen
in Deinem Blick!
Die Gänsehaut
ist
die Blindenschrift
der Musik
Unser Lied
höre ich
mit meinen Fingerkuppen
auf
Deiner Haut
In einem verwitterten Regal
in meinem Keller
liegen sie noch –
die Telephonbücher meiner Kindheit
(aus einer Zeit, da kaum jemand
Telephon mit f schrieb).
Totenbücher, stumm bevölkert von
Verstorbenen. –
Nummern, die es nicht mehr gibt.
Nummern, ohne Anschluss.
Nummern, die niemand mehr wählt.
Abgerissene Kontakte.
Adressen, die noch existieren.
Adressen, wo Fremde wohnen.
Straßennamen, die zu Bildern werden.
Spielplätze der Phantasie.
Überlebende, die woanders leben.
Überlebende, die geblieben sind.
Und jeder Raum zwischen den Zeilen
ist ausgefüllt von unzähligen
Ungeborenen ……
Fremde auch sie.
Dein Name steht nicht darin;
er kann nicht darin stehen
nach menschlichem Ermessen.
Doch manchmal lese ich ihn
trotzdem –
ein unsichtbarer Schriftzug, den
nur
ich
entziffern kann.
Eine Nummer, die ich
wähle.
Die Bücher sind vergilbt.
Die Bücher sind verstaubt.
Sie riechen nach Keller.
Doch manchmal rieche ich
in ihnen
Dich.
Dann ist es
als ob
Du
in meinem Keller sitzt.
Oder
in meiner Kindheit.
Oder
in meinen Erinnerungen.
Was für eine Vergeudung von
Zeit – Muße – Ruhe – Gedanken -,
wenn man sich
in eine Menschenmenge begibt!
Und eine Menschenmenge beginnt
für mich
bei 3 bis 4 Personen.
Parties, Feiern, Vereine, Clubs, Versammlungen …..
Auf Parties trifft man nur Leute, die
auf Parties gehen.
Auf Feiern trifft man nur Leute, die
auf Feiern gehen.
In Vereinen trifft man nur Leute, die
in Vereine gehen.
In Clubs trifft man nur Leute, die
in Clubs gehen.
Auf Versammlungen trifft man nur Leute, die
auf Versammlungen gehen.
Wie traurig, wie langweilig.
Vor allem, weil man
mich
dort
nicht treffen kann.
Mich trifft man
nirgends.
Man mag das Arroganz nennen
oder Neurose
oder wie auch immer …..
Auf Geselligkeiten schaue ich
herab. So wie auf
gesellige Menschen.
Menschenmenge ….
Menschgemenge ….
Sich treiben lassen im
Seichten ….
Natürlich kenne ich solche geselligen
Menschen; mag einige sogar ….
Vor allem mag ich sie dafür, dass sie
es seit vielen Jahren aufgegeben haben,
mich einzuladen; dass sie
es seit vielen Jahren aufgegeben haben,
auch nur anzudeuten, mich
besuchen zu wollen.
Einige kenne ich seit Jahrzehnten, und sie
wissen nicht einmal,
wo ich wohne.
Es gibt einfach vieles, was
ich nicht verstehe.
Nicht verstehen will.
Was für eine Vergeudung von
Zeit – Muße – Ruhe – Gedanken!
Und wie grauenvoll wäre es erst,
sich in solch einen Menschen
zu verlieben!
Aber das ist
eine andere Geschichte …..
Ich möchte nur
so still sitzen
dass
die Asche
nicht
herunter
fällt
Ich rauche
Sie brennt
Ich brenne
Sie raucht
ganz still.
Unsere Asche
berührt
nicht
den Boden.
Wir sitzen
so
still
Wie ein Toter
der bloß
in fremden Träumen auferstehen kann
lag er begraben
in seiner Einsamkeit
Die festgetretene Erde des Vergangenen
lastete auf ihm
Niemand träumte
in seiner Umgebung
Da war kein Raum
durch den er sich
hätte bewegen können
nichts als
leere Wirklichkeit
über ihm
Dann betrat
die Vernunft
sein Grab
legte sich
nackt
darauf nieder
& schlief ein
Er
erstand auf
nackt & bloß
& bewegte sich
durch die Räume ihrer Träume
die
wie gemalt aussahen
erfüllt von
Musik
Dort fand er
was er
längst
nicht
mehr
gesucht hatte
Und er wurde
süchtig
nach
ihrem
Schlaf
ihrer
Ruhe
nach
ihren
Träumen
in denen er
leben
konnte
end
lich
Alle
Anderen
Menschen
sehen
am schönsten aus
wenn sie sich
entfernen
von meiner Haustür.
Du
siehst
am schönsten aus
wenn Du Dich
auf sie
zu
bewegst.
Und das
hat
NICHTS
mit
Von vorne
oder
Von hinten
zu tun.
Nichts
war geplant.
So
war
es
nicht geplant.
Sie
hatten
keinen
Plan.
Waren planlos
wie immer.
Der Zufall agierte
als wüsste er
was er tat.
Die Frau
glaubte nicht an
Zufälle.
Der Mann
glaubte an
gar nichts
auch nicht an
das Gegenteil.
Sie begegneten sich
in
virtuellen Räumen
realen Träumen
irgendwo
zwischen
Sehnsucht
Angst
Gewohnheit
& Einsamkeit.
Stille Worte
wurden geschrieben
wurden gelesen.
Der Mann erkannte ein Zitat
von Seneca
in der Biographie der Frau.
Seneca war der Lieblingsphilosoph
seines Vaters
gewesen.
Des Vater, dem der
Stoizismus
nicht geholfen hatte ….
Nicht geholfen hatte
im Leben
nicht geholfen hatte
beim Verrecken –
dem Verrecken
das so langsam
so quälend gewesen war
wie das Verrecken
ihres Vaters …..
Und der Zufall setzt die Maske auf,
die Maske der Vorsehung –
er hüllt sich in ein fremdes Gewand –
das nach Schicksal riechen soll …..
2 Väter, die
dieselbe Zigarettenmarke geraucht hatten;
eine Marke der Vergangenheit –
die es längst
nicht
mehr
gab.
Rauchzeichen,
in denen die Frau las.
Rauchzeichen,
die für den Mann
bloß Rauch waren, den
der Zufall
zeichnete.
Und sie las,
was er schrieb.
Der Zufall.
Der Mann.
Geträumte Räume ….
Geräumte Träume ….
Und die Frau besuchte
den Mann
in dem Haus, das
seine
Realität
war.
Sie besuchte ihn
am Geburtstag
seiner
Großen Liebe.
Der vergangenen Liebe –
die ihn beinahe
das Leben gekostet
hätte –
tatsächlich aber
die meisten Teile
seines Lebens
gekostet
hatte …..
….. wenige Minuten nachdem
der Brief einer anderen Frau
(durch den Briefschlitz geworfen)
auf seiner Fußmatte gelandet war.
Und der Zufall setzt die Maske auf,
die Maske der Vorsehung –
er hüllt sich in ein fremdes Gewand –
das nach Schicksal riechen soll …..
»Ich brauche niemanden«, sagte sie, »ich kann
gut
alleine
leben.«
»Ich brauche niemanden«, sagte er, »ich kann
gut
alleine
leben.«
Er liebte Beine.
Zufällig hatte sie welche.
Zufällig waren sie schön.
Er liebte Ärsche.
Zufällig hatte sie einen.
Zufällig war er schön.
Er liebte Gedanken.
Zufällig hatte sie welche.
Zufällig waren sie schön.
Er liebte Gefühle.
Zufällig hatte sie welche.
Zufällig waren sie schön.
Im Keller seines Hauses
war der einzige Raum
in dem
geraucht werden durfte.
Die Frau wollte rauchen.
Eine Marke, die es
noch
gab.
Eine Marke
der Gegenwart.
Sie gingen hinunter.
Gebräunte Tapeten;
gebräunt
vom Rauch der vergangenen Jahrzehnte.
Gebräunt
vom Tabak der Vergangenheit.
Und auf einer der Tapeten –
ein Poster …..
Auf dem Poster –
ein Schriftzug …..
»Little ole Wine Drinker me«
Ein Foto von
Dean Martin.
Die Frau schwieg.
Wenn ihr Vater, der Spieler,
betrunken gewesen war,
sang er
immer wieder
diesen
Song.
»…. with a broken heart
and a woman on my mind ….«
Nichts
war geplant.
So
war
es
nicht geplant.
Sie
hatten
keinen
Plan.
Waren planlos
wie immer.
Der Zufall agierte
als wüsste er
was er tat.
Die Frau
glaubte nicht an
Zufälle.
Der Mann
glaubte an
gar nichts
auch nicht an
das Gegenteil.
Auch sein Vater hatte
gespielt.
Hatte
verloren.
»Ich brauche Dich«,
sage ich.
»Ich brauche Dich«,
sagt sie.
Musik läuft
im Hintergrund.
Und ich
beginne
im Rauch
zu lesen
Sie band sich die Schnürstiefel zu,
im Stehen, vorgebeugt,
den Hintern unter dem hochgerutschten Kleid
mir zugewandt.
Ich sagte:
»Also, wenn ich meine Texte über Dich
lesen würde …..
würde ich noch geiler auf Dich werden, als ich
es ohnehin schon bin.«
»Spinner«, sagte sie.
Zumindest hätte sie es sagen können.
»Ja«, sagte ich, »und deshalb möchte ich nicht,
dass Du in meiner Abwesenheit irgendwelche Typen
triffst, die mein Zeug lesen.«
»Quatsch«, sagte sie.
(Sagte sie es wirklich?)
»Die denken doch alle
bestimmt,
dass
das
nicht
stimmt.
Die glauben an die
Dichterische Freiheit.
Halten es dafür.«
Sagte sie.
Ich sagte – meine Zunge sagte:
»Dichterische Freiheit?
Kennen die nicht.
Und wer mich
aufmerksam liest,
weiß, das
alles
wahr
ist,
was
ich
schreibe.«
Ich betrachtete sie.
Ihre Beine.
Mein Blick haftete
an ihren Beinen
in den Strümpfen, die
selbsthaftend
waren.
Ich ging zu ihr.
Hob das hochgerutschte Kleid
noch höher.
Darunter:
nichts.
Steckte meine Zunge, die
gesprochen hatte,
in ihre Arschritze.
Und sprach
mit ihr
die Wahrheit –
wie immer
in diesem
Moment.
Wir sind
Uns
so vertraut
mittlerweile
dass
ich
nicht mehr
staubwische
bevor
Du
kommst
nicht mehr
aufräume
bevor
Du
kommst
nicht mehr
das Bett
frisch beziehe
in das
Wir
Uns
gemeinsam
fallen
lassen
können.
Jahre der Einsamkeit
können
in
Einem
Augenblick
vergehen.
In einem Augenblick
unter 4 Augen
die sich
erkennen.
Die sich erkennen
selbst
wenn sie
blind
sind.
Selbst
wenn sie
blind
sein
sollten.
Blind
sein
mussten
um Blicke auszutauschen
die mehr sind als
bloßes
Sehen
um
blind
sich
zu treffen
&
Sich
kennen
zu
lernen
in
Einem
Augenblick
in dem
die Vernunft
nackt
schläft
mit
geschlossenen Augen
die
WEIT
GEÖFFNET
GEMEINSAM
SIND.
Zuerst wird
die Tür
zugemacht & abgeschlossen.
Dann
wird sie
zugemacht & nicht abgeschlossen.
Dann wird
die Tür
angelehnt.
Schließlich
wird
die Tür
weit offen gelassen.
Und bestenfalls
niemals
zugeknallt.
Schon als
Wir
Uns
das erste Mal
trafen
waren
Wir
Uns
seltsam
vertraut
Seitdem
treffen
Wir
Uns
immer wieder
wie
zum ersten Mal
Immer wieder
neu
Nur
jedes Mal
noch
vertrauter.
Wo
soll das
noch
enden?
Im
Niemals
vielleicht
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