Beim Binden der Stiefel

Sie band sich die Schnürstiefel zu,
im Stehen, vorgebeugt,
den Hintern unter dem hochgerutschten Kleid
mir zugewandt.
Ich sagte:
»Also, wenn ich meine Texte über Dich
lesen würde …..
würde ich noch geiler auf Dich werden, als ich
es ohnehin schon bin.«
»Spinner«, sagte sie.
Zumindest hätte sie es sagen können.
»Ja«, sagte ich, »und deshalb möchte ich nicht,
dass Du in meiner Abwesenheit irgendwelche Typen
triffst, die mein Zeug lesen.«
»Quatsch«, sagte sie.
(Sagte sie es wirklich?)
»Die denken doch alle
bestimmt,
dass
das
nicht
stimmt.
Die glauben an die
Dichterische Freiheit.
Halten es dafür.«
Sagte sie.
Ich sagte – meine Zunge sagte:
»Dichterische Freiheit?
Kennen die nicht.
Und wer mich
aufmerksam liest,
weiß, das
alles
wahr
ist,
was
ich
schreibe.«
Ich betrachtete sie.
Ihre Beine.
Mein Blick haftete
an ihren Beinen
in den Strümpfen, die
selbsthaftend
waren.
Ich ging zu ihr.
Hob das hochgerutschte Kleid
noch höher.
Darunter:
nichts.
Steckte meine Zunge, die
gesprochen hatte,
in ihre Arschritze.
Und sprach
mit ihr
die Wahrheit –

wie immer

in diesem
Moment.


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