Schlagwort-Archive: Beziehung
Als hätte ich einen fremden Alb
traum vergessen. Beziehungs
weise verdrängt
so kam es
mir vor
als wir uns näher gekommen waren
las ich was sie in der Vergangenheit
über ihre Vergangenheit geschrieben hatte
über den Horror
& die Verletzungen
durch andere & durch
sich selbst
& über die Narben
innen & außen
und ich erinnerte mich
an fast Alles
fast Alles
hatte ich schon einmal gelesen
in der Vergangenheit
irgendwo im virtuellen Netz
in der fernen Vergangenheit
in der wir uns fern gewesen waren
es war verschwunden
wie manche Träume verschwinden
doch sie kommen wieder
aus geheimen Gründen
aus Tiefen
Abgründen
wenn irgend Etwas
an der verdrängten Erinnerung rührt
ich las
& mein Blick brannte
er löschte sich selbst
ich nahm die Brille ab
Wie hatte ich das Alles nur vergessen können?
Meine eigene Vergangenheit
erschien mir lächerlich im Ver
gleich. Wie konnte ich nur
so viel darüber schreiben!
Und wie viel würde ich erst schreiben
wenn ich erlebt hätte was sie erlebt hatte!
Wir kamen uns näher
ohne diese Erinnerung
ohne die Alb
Träume die ihre Realität ge
Wesen waren
der Augenblick trocknete
ich setzte die Brille wieder auf
& schrieb
ihr: Ich will deine Narben
berühren spüren streicheln küssen
egal
wo sie sind
& jetzt höre ich sie atmen
in der Ferne
während sie schläft
in meiner Gegenwart
& vielleicht
träumt sie sich
sogar in meine Nähe
während ich tippe
blind im Halb
Dunkel
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»Hab ich schon erwähnt, dass ich
feucht bin?« Ich hatte nicht mit
gezählt, wie oft, es war ihr Running Gag, ihr laufen
der Witz, es lief, es lief groß
artig unartig, überall raus, selbst ihre Stimme
klang feucht, am Anfang, und im Hintergrund machte es:
Quatsch Quatsch Quatsch & kwitsch kwitsch
kwitsch, Stunden über Stunden, Überstunden,
wir quatschten, sie quatschte, es quatschte, fließende Sehn
Sucht, Seen & Sucht, und: »Wie heißt nochmal
die Phobie, trocken zu werden?« »Keine
Ahnung«, sagte ich. »Nein, ich bin sicher,
die heißt anders.« Gelächter. Viel Gelächter.
Immer wieder. Quietschen vor Vergnügen.
Ich konnte hören, wenn sie ihre Beine bewegte,
sie öffnete, sie schloss, glitsch glitsch glitsch,
der Expressionismus der Fotze, »Wie ein Kirsch
Kern«, sagte sie, zwischen ihren Lippen, und ihr Hals
war trockengestöhnt. »Was war das für ein Geräusch
da bei dir im Hintergrund?« »Ach das«, sagte ich,
»da hat Alexander Graham Bell sich im Grabe umgedreht;
mit hochrotem Kopf.« »Ich wette, bei dir ist ein ganz anderer
Kopf hoch & rot.« Wir erkannten den Un
Ernst der Lage. Selbst
Erkenntnis & Befriedigung.
Nicht
Aus
zu denken, man würde Alles mit Ernst verderben.
»Wie läuft’s?« »Lachenweise aufs Laken.«
Auf ein Neues. Das nicht neu ist. Immer wieder. Und doch.
Irgendwie. Als suchte man. Immer wieder. Vertrautes
Neues. Neues Vertrautes. »Hab ich schon erwähnt,
dass ich feucht bin?« Es klang auch wie ein Witz –
witz witz witz, wisperte der Kitzler itzt,
wildbefingert….. Und ein Schmatzen: »Heute
schmecke ich nach Vanille – mit einem Hauch
von Zitrone.« (Nille Nille Nille, spukspuckte es durch meinen Kopf.
Und warum alles in 3er-Gruppen? Vielleicht weil sie 3
Finger in sich hatte?) »Ich würde gerne mal nach Zimt schmecken«,
sagte sie. Da bekam der Begriff ›Zimtziege‹ doch gleich ein anderes
Aroma. Und Zicke reimt sich, schleimt sich sowieso. Und Zimt
gab es auf dem Milchreis meiner Kindheit. Und Milchreis ist
weiß & zäh – und – man findet ja kein Ende, wenn die Asso
ziationen erstmal angefangen haben. Und dann erst, wenn Wir
uns assoziieren…… »Dass jetzt bloß keiner anklopft.«
»Dann geh ich nicht ran.« »Na, du gehst aber ran.«
Ach, und wie es klopfte! In allen Gefäßen floss das Blut.
tudumm tudumm tudumm! Besäuselungen statt Beschreibungen.
»Und dann….. & dann…… & dann……. machen wir, können wir,
werden wir…..« Und dann erwähnte sie etwas, das nur
mit langem Schwanz geht. »So’n Pech«, sagte ich. Und wieder
Lachen. »Man kann ja nicht überall überdurchschnittlich sein.«
Hahaha. Und sie hielt die Sprechmuschel, Säuselmuschel, Quatsch
muschel in Muschinähe, und dann klang das Schmatzen wieder
ganz anders, und es erinnerte mich an einen Zwerg, einen
Zwerg, der irgendeine Frucht genüsslich isst, während
sie im Hintergrund Rauschkulissen hechelte. Ein Kirschen ver
schlingender Zwerg, der vollmundig schweigt. Und ich merkte
mir seine Geschwindigkeit beim Verzehr. Für später. Für dann. Und dann.
Und dann. Und dann, als ich wieder an ihrem Ohr war, er
zählte ich ihr von dem Zwerg. Wie mir ihr Lachen gefiel!
»Soso, während ich mich fingere, hast du also einen Zwerg
im Kopf.« »Nein, ich hatte ihn in der Hand. In meinem Kopf habe ich
nur Dich.« »Hab ich schon erwähnt, dass ich feucht bin?«
Die Nacht floss in Strömen. In Träumen & Fantasien. 3 Wünsche
haben wir. Frei! »Pass auf«, sagte sie, »und dann sehen wir uns & finden uns
scheisse.« »Pass auf«, sagte ich, »lass die Scheisse weg –
& schon ….. passt’s. Vielleicht.« Und wie die Nacht verging
in uns – ein Fließen & Fliegen der Zeit – & wie die
Vögel mit mir telefonierten – als der Tag anbrach
vor ihrem offenen Fenster – zwitsch zwitsch zwitsch! – All
es war offen – & über
haupt: Habe ich schon erwähnt, dass sie feucht war?
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Die gleichen Fehler, die
wir bei Anderen begangen haben,
werden wir nun bei Uns be
gehen. Und – wer weiß – viel
leicht sind es dann gar
keine Fehler mehr. Und waren es
auch in der Vergangenheit
nicht – sondern
Wege, die zu Uns führten.
Es ist fast still
um Uns. Nur
ganz leise hört man
den gleichmäßigen Atem
der schlafenden
Vernunft. Sie träumt
einen langweiligen Traum
nach dem anderen – während
wir immer wacher werden.
Es könnte sein –
dass sie im Schlaf
stirbt.
Es würde aus
sehen wie ein
sanfter Mord.
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Was hatte ich bloß gesagt?
»Du brauchst nicht nur Sex«, sagte sie, »Du
brauchst Nähe.« »Nähe«, sagte ich, »ist
die Hauptsache. Immer.«
Mein Ständer brach
in Tränen aus
vor Lachen.
Es gab halt
kein Halten mehr.
Wir hatten Alle
so recht – wir
Einsamen
in unserer Einsamkeit.
Das ist die Leere.
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Sie kam
niemals hätte ich das erwartet
wäre ich vorbereitet gewesen
auf nichts hätte ich mich mehr gefreut
wäre sie vielleicht auch nicht gekommen
wenn ich an der richtigen Stelle Zeichen gesetzt hätte
wäre alles zu eindeutig
ohne Zeichen
von ihr
aber auch
so ginge es weiter
ohne
Ende
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Noch mehr
zu wenig
wäre
Nichts
für mich.
Doch
für Dich
bliebe
mehr
übrig
von Allem.
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Es gibt sie schon seit langer Zeit
nicht mehr –
diese Musikkassette
aus
meiner Vergangenheit. Es gibt nicht einmal mehr
ein Abspielgerät in meinem Auto, das auch
ein anderes ist
als damals. Alles
ist anders. (Überholte Technik.) Selbst
ich
vielleicht?
Nein, das ist nur Schein. Eine Täuschung. Ich
bin weniger. Gleich. Und mehr. Zugleich.
Ich erinnere mich
nicht mehr,
welche Songs auf dieser Kassette waren –
also auch nicht an die Reihenfolge,
in der ich sie hörte – wenn ich unterwegs war.
Wohin auch immer.
Bei Musikkassetten gibt es keine
zufällige Wiedergabe.
Man weiß immer, was einen als Nächstes erwartet. Wenn man sie kennt.
Manchmal war das gut, und manchmal nicht.
Manchmal war nicht gut, was als Nächstes kam,
und manchmal war es nicht gut, zu wissen, was kommen würde.
Manchmal beides. (Was bedeutet, dass man sich
manchmal sogar freute – auf das, was nicht gut war.)
Man hatte die Möglichkeit
vor- oder zurück-
zu spulen…….
Dass das gefährlich sein konnte
während der Fahrt, war mir
gleichgültig. Aber es war mir meist
zu umständlich. Und beinahe
nie traf ich exakt
Anfang oder Ende
– wenn ich es doch
einmal tat.
Und jetzt habe ich also vergessen:
Welche Lieder. Welche Reihenfolge.
Und doch:
zuweilen höre ich 1 dieser Lieder wieder –
irgendwo – durch Zufall (wenn es Zufall ist) –
& wenn es zu Ende geht, erwarte ich
nach einem kurzen Moment
der Stille
etwas ganz Bestimmtes.
Ich erwarte, einen ganz bestimmten Song zu hören.
Fast höre ich ihn schon. Tatsächlich. In mir.
Ein Teil der vergessenen Reihenfolge ist wieder da!
Ich erinnere mich. Doch
er kommt nicht – dieser eine, bestimmte. Er kommt
niemals. Dieser Zufall (wenn es Zufall wäre) wäre
zu groß.
Zu groß: die Zahl der Möglichkeiten
in einer Welt voller Lieder.
Zu klein: der Ausschnitt davon
auf der Musikkassette.
Es kommt: immer ein anderer.
Und käme der ›richtige‹ Song einmal doch,
würde man vielleicht wahnsinnig werden.
Und da das nächste Lied nicht kommt,
erinnert man sich nicht an das übernächste.
Ach, es ist
& bleibt
kompliziert.
Und die Kassette war
ein Geschenk.
Vielleicht wäre es besser
nicht
darüber
nach zu
denken. So
wie Die
jenigen, die meinen, es ginge
hier
um
Musik.
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Wie waren wir eigentlich
auf dieses Thema gekommen?
Da unten
bei den Garagen der Nachbarn….
Ich weiß es nicht
mehr.
Ich hatte die ersten Stoppeln,
aber er behauptete, seine Scham
haare seien 2 bis 3 Zentimeter lang,
und das glaubte ich nicht.
Ich war wohl auch ein bisschen
verliebt in ihn, denn eigentlich
sah er aus wie ein Mädchen;
und manchmal tauchte er
in meinen Träumen auf –
schwanzlos.
Er öffnete also seine Hose
ein wenig, zog sie & die Unterhose
ein kleines Stück hinunter, er
griff ein paar Haare & zog sie
in die Länge.
»Tatsache!« sagte ich.
Oder so etwas Ähnliches.
Ich war ein wenig
neidisch, und er grinste.
Damals war man noch
stolz auf sowas.
Die Garagentore waren grau
& verschlossen. Selbst
wenn nichts dahinter war,
und tagsüber war zumeist
nichts dahinter. Zumindest
keine Autos, denn die Menschen
mussten ja arbeiten
tagsüber. Das gefiel mir
schon damals nicht.
Ach ja, und nochwas:
Einmal in vertrauter Runde
5 oder 6 von uns waren zusammen
in der Garage, die unser Treffpunkt war,
eingerichtet mit Sperrmüllmöbeln –
da holte er seinen Schwanz heraus.
Er hatte eine Operation hinter sich.
Wegen Phimose. Alle
schauten hin –
nur ich nicht.
Ich konnte es nicht.
Er lachte –
»Kuck doch«, sagte er.
Aber mein Blick blieb
abgewandt.
Das Bild
hätte nicht in meine Träume
gepasst.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kindheit, Kultur, Liebe, Lyrik, Traum | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Das Bild
das du dir machst
von mir
wohnt nicht in meinem Haus
Vielleicht existiert es
in einem anderen
Ein Fremder
der mir ähnlich scheint
von dem wir beide
Nichts wissen
Und er sagt
das Gleiche wie ich
Und ich bin das Bild
das sich jemand
von ihm macht
Und sie wissen nichts von mir
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Um 11 Uhr am Samstag
heulte die Sirene
& mit ihr heulten
die Hunde der Nachbarschaft
Es war nur ein Probealarm
aber für die Hunde
war es
der Ernstfall
ich drehte mich um
im Bett
ich dachte an die Mythologie
& an Dich
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Tiere | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein neues Du
ohne Zukunft
im Vorüber
Gehen
Es kommt
& passiert
& wird
vergangen sein
Und jetzt
Du!
Und jetzt
Jetzt
& Jetzt
+ noch 1
Jetzt
ohne Zukunft
Zukunft
die Wir vergessen im
Jetzt
Das vergeht
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
So oft er
auf Verständnis stieß
zerbrach es
wie Gegenliebe
Er mochte
tun was er wollte
& das Geräusch
das ihm versicherte
dass dort Etwas gewesen war
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Das Ende
war ausgefranst. Ich
bekam den Faden,
den ich schon 4 Mal verflucht hatte,
einfach
nicht durchs Nadeløhr.
Also
machte ich einen sauberen
Schnitt.
Dann ging’s.
Die Nadel stach mich
noch kurz, doch es ging
nicht tief.
Es floss kein Blut,
und im Radio spielten sie unser Lied.
Anschließend kam
die Werbung –
& ich biss
den Faden
ab.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Musik, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich hänge an meinem alten Regenschirm
Obwohl er nicht fliegen kann
Weil ich an ihm hänge
Hinge ich nicht an ihm
Könnte der Wind ihn davontragen
Und es wäre mir egal
Wenn der Schirm fliegen könnte
Würde ich noch mehr an ihm hängen
Wer weiß wo wir dann landen würden
Wir könnten abstürzen
Aber er kann ja nicht fliegen
Weil ich an ihm hänge
Der Schirm kann nicht fliegen
Ich kann nicht noch mehr an ihm hängen
Und der Wind ist zu schwach
Ach Liebe
Das ist alles
So ein furchtbarer Unsinn
Bleiben wir lieber
Entspannt
Und drinnen wenn es regnet
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Auch das
ein faszinierender Gedanke:
man erfreut sich
an den Nacktfotos der Geliebten
Nacktfotos aus fremder Vergangenheit –
& weiß doch: da war kein
Selbstauslöser
im Spiel
Ein Anderer
Geliebter
hat die Fotos geschossen
man kann es
spüren
schmecken
hören
sehen
Und die Fantasie ist dabei
anwesend beim Shooting
in der Vergangenheit
Und derjenige, der Geliebter war,
bereitete den Boden für den nächsten
Geliebten – in der Zukunft
& hat Anteil
an der Erregung des gegenwärtigen
Niemals
werden sie sich kennenlernen.
Hat er es sich träumen lassen? Dieser
vergangene, dieser Verflossene – als
er auf den Auslöser drückte?
Ja
wirklich:
faszinierend
verzwickt
erregend
dieser Ge
danke
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Fotografie, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Ich filmte sie
mit meinen Augen
Blende: auf
Verblendung ein
gestellt
Schärfe: gestochen
scharf
im Fokus: die Frau
Sie kommt zurück
aus dem Bad
zurück ins Schlafzimmer
die Klospülung rauscht
im Hintergrund
Die Frau: nackt im Licht der Kerzen
im Licht der bunten Lampe im Bücherregal
Die Decke liegt am Boden
Ich liege entspannt & ausgebreitet
da
Sie kommt
ins feuchte Bett
5 Küsse gibt sie mir
in rascher Folge:
Schwanz, Bauchnabel, beide Brustwarzen, Mund
Ich grinse
denke irgendwas wie: orale Bekreuzigung
Sünde! Sünde! hahaha
& dann liegt sie neben mir
entspannt
Es läuft
Musik
Wir schauen an die Decke
Und irgendwann
ein paar Songs später:
ich richte mich auf
um sie zu küssen
von oben herab
& ihre Augen schwimmen
»Was ist?«
»Ich werde nie das sein, was du brauchst
& was du dir wünscht.«
»Nicht doch – so’n Quatsch, das bist du
doch schon jetzt.«
»Nein,
lass es
dir gesagt
sein.«
Rückblende:
eine Nachricht von ihr
aus der Zeit als ich sie nur auf Fotos gesehen hatte,
auf Fotos, die ein Anderer ‚geschossen’ hatte –
›Warnung: ich mache es immer wieder selber kaputt.
Weil ich bin. Wie ich bin. Übel.‹
Ich hatte sie aus
geblendet. Diese Warnung.
Und das war gut
so.
Was würde man alles verpassen,
wenn man sich um Warnungen kümmern würde!
Orale Bekreuzigungen
zum Beispiel.
Oder sie: [Replay:]
Sie kommt zurück
nackt im Licht der Kerzen
im bunten Licht der Lampe zwischen den Büchern
etwas rauscht
im Hintergrund
(Auch das hatte sie mir geschrieben, früher:
›Du bist mein Hintergrundrauschen.‹)
die Klospülung
verstummt
es läuft
Musik
wir schauen an die Decke
Abblende
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Film, Fotografie, Kultur, Liebe, Lyrik, Musik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Die Bar war nachtdunkel & verschlossen.
Eine alte Frau mit schwarzgefärbten Haaren saß
auf dem Gehweg davor – schief, im Licht
des gegenüberliegenden Bahnhofs, im
Licht der Ampeln, im Licht des Hotels,
zu dem die Bar gehörte.
»Immer legst du dich aufs Maul«, sagte der Mann.
Wankend stand er neben ihr. Blickte
auf sie herab. Irgend etwas
Unverständliches brach aus ihrem Mund hervor;
sie versuchte aufzustehen, während die Erde
sich drehte. Vergebens. Es war Zu
fall, dass es vor einer Bar geschah; vor einer Bar, die
sie nie betreten hatten. Sie kamen
von einer Hochzeitsfeier. Und waren kurz vorm
Ziel. Dem fremden Bett im fremden Zimmer im
fremden Haus.
3 Mal versuchte die Frau hochzukommen.
3 Mal gelang es ihr nicht. Da griff der Mann zu
& wäre beinahe mit
gefallen.
Drinnen an der Rezeption stand die Braut
in Weiß, der Bräutigam in Schwarz, und
Schwarz auf Weiß füllten sie aus, was auszufüllen war.
Vorschriften,
um in einem fremden Bett in einem fremden Zimmer
diese Nacht verbringen zu können. In einem
fremden Haus. Gegenüber
vom Bahnhof, wo die Züge abfuhren.
Die Braut ging vor
zum Aufzug.
Der Bräutigam folgte ihr.
Als sie im Aufzug stand
sagte sie: »Der Aufzug ist da.«
Der Bräutigam sagte nichts
& folgte ihr erneut.
Die Drehtür setzte sich in Bewegung,
als das wankende Paar den Eingang erreicht hatte.
Die Flügel der Aufzugstür stießen aneinander.
Und der Nachtportier, nachtdunkel & verschlossen,
erfreute sich seiner
Einsamkeit.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Manchmal, beim Zuhören,
verwechselte sie Jazz & Easy Listening
miteinander.
Natürlich: die Grenzen sind fließend.
Noch fließender fürs ungeschulte Ohr.
Sie verwechselte zumeist
das Schwierige mit dem Einfachen –
als wäre das scheinbar Einfache nicht schwierig.
Das erinnert mich
an unsere Gespräche. Wenn sie
mir zuhörte. Wenn ich
ihr zuhörte.
Fließende Grenzen
zwischen Worten & Schweigen
zwischen dem Schweren & dem Leichten
dem Einfachen & dem Schwierigen
Fließende Grenzen
Miteinander
Ineinander
verfließend
& dann
verflossen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Musik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wir stolperten
über uns
Wir fielen
fielen
über uns
her
Über uns
war
Nichts
als Luft
Wir waren
unter uns
In uns
war
Nichts
als Lust
Wir fielen
fielen
über uns
her
Nichts ging
über uns
Alles
unter uns
Wir stolperten
über uns
Wir fielen
hin
& her
über uns
Wir lagen
nur so da
am
Ende
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
war
die traurigschöne Splittermusik
zu Boden fall
end
er
ge
fallen
er
Illusionen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Illusion, Kultur, Liebe, Lyrik, Musik, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sehnsucht, Einsamkeit & Phantasie
sind –
Nichts Besonderes.
Er machte sich vor Sie
zu lieben – &
Sie glaubte ihm
Sie machte sich vor Ihn
zu lieben – &
Er glaubte ihr
Sie glaubten sich &
Sie glaubten einander
Es war keine Lüge.
Und es war keine Wahrheit.
Es war nur
das Übliche.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wir hatten uns nie gesehen
Wir hatten uns nie gehört
Wir kannten uns nur
durchs geschriebene Wort
Und sie schrieb von ihrer Zunge
die mich berühren würde
schmetterlingsgleich
& überall
Das gefiel mir
Und als wir uns sahen
Und als wir uns hörten
war ihre Stimme anders
als ich sie mir vorgestellt hatte
Doch ihre Zunge war schmetterlingsgleich
Stumm in meinem Mund
Stumm an meinem Schwanz
Weich, flatternd & schweigend
sprach sie die Wahrheit
Und sie berührte mich
überall
über
all
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Es erinnerte mich
beinahe an eine dieser Schmuddelkomödien
– vom Anfang der 70er Jahre, dabei war es bereits das Ende
dieses Jahrzehnts. Da stand sie also
barfuß auf der Leiter – & hängte die frisch gewaschenen
Gardinen auf. Das grüne Kleid mit dem gelben Blümchenmuster war
eines ihrer kürzesten. Kurz & knapp. Ich saß auf dem Sofa
& schaute zu; ihr Mann (neben der Leiter) hielt
die Stores in beiden Händen; und sie streckte sich
& schob ein Plastikröllchen nach dem andern in die Schiene
an der Decke. Draußen vor dem Fenster
verblasste eine Landschaft in der Sonne. Ich
erinnere mich nicht an sie. Nicht an die Landschaft
& kaum an die Sonne. An die Sonne erinnere ich mich nur
als Lichtspiel auf nackter Schenkelhaut. Als Gegenlicht &
Reflex. Gelbgrün rutschte der Saum übers Pogebäck, und
natürlich trug die junge Frau nichts unter diesem Kleid. Es war
die Zeit, es war Klischee, und es war
diese seltsame Schwäche des Mannes; seltsam &
gewöhnlich zugleich. Das Begehren der Anderen erhöht den Wert
des Begehrten. Und nicht zuletzt den Wert dessen, der sich
als ‚Besitzer’ des Begehrten fühlt. Ein kleiner, billiger Kick.
Nicht ohne Gefahr. Ich saß also da, lauschte dem Geräusch
der Röllchen, dem belanglosen Geplauder zwischendurch –
& war nichts als Auge & Erektion –
& Besuch, ich schlief im Gästezimmer, ich hörte
das Gestöhne bei Nacht. Und machmal auch bei Tag. Über
die Konstellation der Komödianten gibt es nicht viel zu sagen.
1 Ehepaar & 1 Vereinzelter. Und die wunderbare Verblendung
der Hormone. Die grandiose Dummheit der Wollust.
Es war – als hätte der Mann nie darüber nachgedacht, weshalb es
der Frau nichts ausmachte, sich dem Besuch so zu zeigen. Dabei hatte
es oft genug Streit gegeben, weil die Frau sich den Bekleidungswünschen des Mannes
widersetzte. Es war ein Spiel, ein Hin & Her, es war Schwäche gegen Stärke,
Widerspiel & Kräftemessen, Spiel mit Feuern jeglicher Art, dem Feuer
der Leidenschaften, dem eigenen Feuer, dem Feuer der Anderen &
brennenden Sehnsüchten.
Die Gardinen waren noch feucht. Ich konnte sie riechen. Der Mann grinste;
der Arsch grinste, und ich grinste wohl auch – ab & an. Eine Komödie eben.
Die Wohnung war groß; 2geschossig, die Schlafzimmer oben. Und irgendwann
waren wir oben, die Frau oben, ich oben, die Frau oben auf mir, und unten
wurde ein Schlüssel ins Schloss gesteckt. Wir hörten es beide. Da wir
es gewohnt waren, aufmerksam zu bleiben. Man wusste nie sicher, wann
er nach Hause kommen würde. Also sprang sie runter
von mir & ich aus dem Bett. Sie griff sich das Kleid vom Boden &
rannte ins Bad. Wo blieb denn nur die Musik
vom Hammerklavier? Warum waren wir nicht schwarzweiß?
Ach nee, es waren ja die 70er. Und nicht die 20er. Obwohl……
Irgendwie gelangte ich in die Beine meiner Hose – & ritsch!:
ein Stück Haut verklemmte den Reißverschluss. Das war das Ende
der Erektion. Es blieb keine Zeit, Schmerz zu empfinden. Also:
ratsch!: wieder runter mit dem Reißverschluss….. Und es blutete
nur ein wenig. Ich schnappte mir ein Buch, setzte mich aufs Bett &
sah, über den Flur hinweg, wie sie aus dem Bad kam. In Grün & Gelb
& ohne Schuhe. Sie barfüßelte treppab, und wir flogen
nicht auf. Dieses Mal.
Herzblut, Penisblut, Ende gut, Alles gut.
Nun ja – so gut war das Ende nun auch wieder nicht.
Aber egal. Die Menschliche Komödie
halt. Kurz & knapp.
Es wurde nicht viel gelernt daraus.
Dieselben Fehler wurden weiterhin gemacht.
Und – ja: der Geruch frisch gewaschener Gardinen
macht mich geil.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Film, Kultur, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Autobiographische Prosa, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Sieh
durch mich
hindurch
Ich
werde transparent
in Deiner Nähe
Wie
meine Gedanken
an Dich
Du
siehst Uns
dennoch
Als wärest Du
eine Tarnkappe
mit deren Hilfe ich
mein Innerstes
nicht
verbergen kann
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Du
was ich nicht lassen kann
aber
lass mich
am Lieben!
Ich
was Du nicht lassen kannst
lebe Dich.
Verlasse Dich
da
rauf!
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Noch immer suche ich
Deine Fehler
in Anderen
damit ich
an Dich denken
muss
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Von außen
blickte die Frau in seinen Traum
& sie sah sich
als Spiegelung
auf seiner Oberfläche
Im Innern
schlief der Mann
mit offenen Augen
& auf der Innenfläche des Traumes
sah er sein seiten
verkehrtes Abbild
& Sie
dahinter
die ihn
nicht sehen konnte
Sie schienen 1
für den Träumenden
& ihre Reflexionen berührten sich
getrennt
allein
durch die dünne Oberfläche
des Traumes
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Traum | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Verflucht! dachte er, Hör auf
mich anzulächeln…. Ich brauche
keinen frischen Wind
in meinem Herzen
Wind
der doch nur zum Sturm wird
und Alles fortweht &
vernichtet
was
mich
aus
macht
Hör auf!
Ich will nicht zurück!
Hör auf!
Hör auf!
Nicht
noch ein Sturm
Verflucht!
Hör auf!
Sonst
muss ich zurück
lächeln
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
(In Dich
Du
In Dir
Ich
im Wir)
Gehe
in Dich
in einem ruhigen Moment
Irgendwo dort
in einem stillen Winkel
der Zeit
die nur draußen vergangen ist
wirst Du
Uns
finden
noch immer
Denn noch immer
bin Ich in Dir
selbst wenn Ich selber
nicht mehr bin
Irgendwo in Dir
bleibt das
Wir
immer
bis Du gehst
& endest
wie Ich
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Tod, Trennung | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
So wie das Haar über ihren Rücken fiel
als sie sich aufsetzte im Bett
während ich liegen blieb
So wie die Worte fielen
während sie sprach & ich zuhörte
sie sitzend, ich liegend
So fielen die Schatten der Bücher
auf den Boden neben dem Bett –
aus Notwendigkeit
Es konnte alles nicht anders sein.
Und alles im Schein
meiner Lieblingslampe.
Hätte sie nicht geschienen
würde ich das Haar nicht gesehen haben;
die Bücher hätten keine Schatten geworfen,
und die Worte
wären im Dunkeln gefallen.
Es hätte nichts geändert.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte

Da will man etwas festhalten
& strengt sich so sehr an dabei,
dass die Hand ganz schweiß-
nass & schlüpfrig wird …..
Unangestrengt
wäre die haltende Hand
& ihr Griff
trockener & sicherer
geblieben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Du bist Luft für mich«, schwieg sie.
Auch ich war ganz still.
Ich atmete tief ein, um
zu leben – die Luft
die ich war.
Und
ich verschwand…..
Heißer Wind, der
unter ihren Rock wehte, um ihn
ganz leicht
anzuheben. Bis
sie lächelte.
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Die Flasche kreiste durchs Sonnenlicht
von Hand zu Hand, von Mund zu Mund
im Uhrzeigersinn.
Wir saßen auf dem Rasen
irgendwo in einer fremden Stadt.
Eine kleine abgesplitterte Gruppe.
Schulausflug. Mit Sekt.
Nach einer Umrundung würde die Flasche
vermutlich leer sein.
Links von mir saß
die Hübscheste. Von allen Kursen, allen
Klassen. Eine Klasse für sich, die
mit niemandem zusammen war.
Rechts – saßen
auch irgendwelche…… Jungs mit
ungeputzten Zähnen &
Andere, die ich vermutlich vergessen habe.
Und niemand wischte die Flaschenöffnung ab
vor der Berührung mit den eigenen Lippen.
Ich hätte es wohl gerne getan. Angesichts
des Halbkreises zu meiner Rechten. Tat
es aber ebenfalls nicht. Setzte
an. Trank. Sekt. Vorsicht
beim Absetzen…. dass nichts
übersprudelt…. Das
wäre peinlich!
Alles ging gut. Der Sekt war warm, doch
das war egal. Ich reichte
die Flasche weiter. Und
die Hübscheste…. von allen Kursen, allen
Klassen…. die Klasse für sich, die mit niemandem
zusammen war….. ging
– einmal kurz – mit der Handfläche über die Öffnung
der Flasche. Vielleicht
hatte es beiläufig sein sollen, vielleicht
war es allen anderen egal; doch
in meiner Gegenwart kann nichts Beiläufiges geschehen.
Nicht – solange mein Herz schlägt.
Vielleicht also hatte es beiläufig sein sollen, aber
sie flüsterte etwas….. Etwas, das all ihre Versuche
in dieser Richtung zunichte machte. Sie flüsterte:
»Da war was.«
Ich schaute sie an, und sie war rot geworden.
Sie schaute mich an. Da war was. Sie hätte es nicht sagen
müssen. Ich verstand: Ich habe sie nicht
deinetwegen abgewischt.
Sie nahm nur einen kleinen Schluck. Dann reichte
sie die Flasche weiter. Viel war nicht mehr darin. Ich
habe vergessen, an wen sie die Flasche weiterreichte.
Dabei hätte ich diese Person sein wollen. Links
von ihr hätte ich sitzen wollen. Und da wäre
nichts wegzuwischen gewesen. Ein
gläserner Kuss – von ihr.
Dieser verdammte Uhrzeigersinn!
Dort wo ich saß, würde der richtige Platz gewesen sein –
wenn es diesem Sinn entgegen gegangen wäre.
Sonne. Sekt. Sinn. Sehnsucht. Das Übliche eben.
Die Zeit hatte eine falsche Richtung. Vielleicht.
Ein kleiner Moment. Ein Augenblick.
An so etwas erinnert man sich
auch nach über 30 Jahren.
Und immer mit diesen Worten:
Da war was.
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