Schlagwort-Archive: Beziehung
Da war diese Party ….
Wir pubertierten wild vor uns hin.
Es wurde gefressen, gesoffen, geraucht
im Keller eines Freundes. Viele
viele Menschen.
Schon damals
eigentlich
zu viele
für mich.
Es wurde mit Essen geworfen,
Nudeln klebten an den Tapeten.
Schallplatten zerbrachen.
Die Eltern des Freundes waren
abwesend.
Die Gäste der Party tanzten.
Ohne mich.
Ich hörte nur auf –
die
Musik.
Irgendwann hieß es:
»Da hat jemand ins Waschbecken
gekotzt. Derjenige, der’s war,
soll’s gefälligst wieder wegmachen.«
Niemand meldete sich.
Das schönste Mädchen der Party
hatte kein Problem damit.
Da es sonst keiner tun wollte,
ging sie ins Bad, um sauber zu machen.
Anschließend berichtete sie ….
Das Waschbecken war halb voll gewesen;
der Stöpsel hatte gesteckt.
Sie beschrieb alle Details in allen
Farben ….. Der tiefe Griff hinein, um
den Stöpsel zu ziehen …. Ohne
Handschuh …. Die
Brocken, die nicht durch den Abfluss
gepasst hatten …..
Sie machte sich einen Spaß daraus,
es auszumalen.
Dann ging sie reihum.
Streichelte beinahe jedem
in diesem Keller
die Wangen.
Fragte:
»Na, hast Du in das Waschbecken
gekotzt?«
Manche wichen zurück.
Niemand gab es zu.
Ich wartete.
Wartete auf ihre
Berührung.
Sie war
so schön.
Mit ihren langen langen
Haaren.
Fast konnte ich ihre Hand
schon auf mir spüren ……
Malte mir ihre Berührung aus.
Aber
sie kam nicht
zu mir.
Mich
streichelte sie nicht.
Irgend etwas
hielt sie zurück.
Im letzten Moment.
Vielleicht spürte sie
meinen Wunsch
zu stark.
Vielleicht wollte sie mich
verschonen.
Wie auch immer –
ich war es nicht gewesen,
der ins Waschbecken gekotzt hatte.
Damals.
Ich hatte auch nichts
gegen die Wände geworfen.
Ich hatte nur der Musik zugehört.
Und von diesem Mädchen geträumt.
So schön
mit ihren
langen langen Haaren.
Aber sie berührte mich nicht.
Nicht
einmal
mit ihrer zarten Hand, die
in die Kotze
gegriffen hatte.
Ich war enttäuscht.
Und lauschte weiterhin
der Musik.
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Ich starre auf Dein Foto
Ein Foto aus Deiner Vergangenheit
die ich verpasst habe
Deine Augen sind so traurig
in schwarzweiß
Damals schautest Du
verloren
in eine Kamera
& ich weiß nicht
wer sie hielt
Damals
Egal wie weit weg
dein Blick auch war
Er trifft mich in
unserer Gegenwart
& ich halte
Dich
in Farbe
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Eigentlich bin ich ein
Wolf
Aber
sobald Du
weinst
bin ich
Dein Hund
der sanft
seine Pfote
auf dein
Knie
legt
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Tiere | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Du hast Angst
in der Dunkelheit?
Ich erinnere mich
an dieses Gefühl.
Kindheit.
Aber
in meiner Dunkelheit
brauchst
Du
keine
Angst
zu haben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kindheit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie hatte sich verlaufen.
Blickte verloren
mit traurigen Augen
um sich.
Ich konnte nicht
an ihr
vorbeigehen.
Doch
ansprechen
konnte ich sie auch
nicht.
Sie
tat es.
»Entschuldigung«, sagte sie,
ich weiß nicht mehr,
wo’s langgeht.«
»Ich auch nicht«, sagte ich,
»wo wollen Sie denn hin?«
»Ich habe das Ziel
vergessen.«
»Das macht nichts. Ich kann
Sie trotzdem
dorthin
bringen.«
Ihr trauriger Blick
zweifelte.
»Wohin?« fragte sie.
Ich sagte:
»Zum Lachen.«
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Beinahe hätte ich ausgerechnet
Dir
1 Gedicht
geschrieben
Doch Du
bist
unberechenbar
& soweit
reichen
meine RechenKünste
nicht.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Als wir unsere Herzen
brachen
hätte ich so gerne
ihre Stirn
gehalten
Wir hatten sie
einfach
zu schnell
verschlungen
& uns war
schlecht geworden
Worte wurden
gebrochen
Versprechungen
gebrochen
& dann
war
Alles
im
Eimer
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein hellgrünes Minikleid kam
aus dem Aufzug
Eine junge Frau
lebte
darin
Mit nackten Schenkeln
die
in High-Heels
endeten
Sie verließ das Hotel
Blieb stehen
draußen vor der
Fensterfront
Früher Morgen
Dämmerung
Der Hintergrund schraffiert vom Regen
Lautes Geprassel
Sie hockte sich hin
unter dem Vordach
Der Saum rutschte höher
& sie wühlte
in ihrer Handtasche
Waden
Knie
Oberschenkel
so nackt
so nackt
& in
einem so schönen
Winkel !
Sie fand
was sie suchte
& bestrich
ihre Lippen
damit
Dann erhob sie sich
wieder
& sie schaute durch das Fenster
herein
zu
mir
Der nur seinen Job tat
Und sie
öffnete
meinen Blick
den ich ihr
zurück
warf
So dass sie wusste
was wir
miteinander
hätten
tun können
Sie las ihn
& lächelte
Dann
fuhr ein Auto vor
Sie ging zu ihm
& wurde nass
So nass
Sie
stieg ein
So schön
wie nur Frauen einsteigen können
& ich dachte
mal wieder
an
Baudelaire
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
All die Tränen & der Schweiß
die im Laufe der Zeit
auf das Metall
gefallen
sind
Sie haben sich
hineingefressen
tiefer & tiefer
Und das Metall
fing an
zu rosten
Und der Nagel
fing an
hässlich & brüchig
zu werden
& fast hätte er
seinen Kopf verloren
Es ist die Frage
ob ES noch
halten
wird
Wenn man
sein Herz
an diesen halbzerstörten Nagel
hängt –
Nachdem man ihn
vorsichtig
so vorsichtig
in seinen Traum
geschlagen hat
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nichts sonst
ist so leicht
wie
der Schlaf der
falschen Vorstellungen.
Du brauchst nicht
zu pfeifen
Du brauchst nichts
zu sagen
Du musst nicht
berühren.
Es genügt
dass jemand
Deine Gedanken
liest.
Und schon
sind sie
hellwach
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Da steht dieses Leberwurstglas
im Kühlschrank.
Angebrochen
vor längerer Zeit.
Als man
Appetit hatte.
Einmal nur
hatte man diesen Appetit;
das Glas wurde angebrochen,
und der Appetit kam & kam
nicht wieder.
Man ahnt
wie es in dem Glas aussehen könnte,
mittlerweile.
Man traut sich nicht,
nachzuschauen.
Aber man hofft,
dass noch alles in Ordnung ist,
sollte der Appetit
jemals
zurückkommen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Essen, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Und vielleicht ist sie
die Sirene
die Dich
aus dem Schlaf reißt
Aus dem viel zu langen Schlaf
der wirren Träume
Und sie reißt Dich aus dem Schlaf
Um Dich zu warnen
vor dem Feuer
Vor dem Feuer
das
sie
selber
in
Dein
Haus
trägt
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Einsamkeit
küsst
ihr eigenes
Knie
ganz
sanft
&
so selbstvergessen
dass sie
beinahe
bei
nahe
selber
glaubt
die Lippen
eines
Fremden
zu
spüren
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie trug einen Rock, der mir
eigentlich
zu lang gewesen wäre.
Aber
zum Ausgleich
war er
dünn.
So dünn.
Er war durchsichtig.
So durchsichtig
wie meine
Motive.
Man sah,
wenn das Licht
günstig
stand,
ihre Beine.
Ihren Slip.
Ich war wütend.
Warum hatte sie ihn angezogen
– jetzt –
unmittelbar
bevor sie
zu
ihm
zurück
fuhr?
Warum nicht
früher?
»Toll«, sagte ich, »was
Anderes
hattest Du wohl nicht?«
Ihr kleiner Sohn
antwortete schneller als sie:
»Aber sie hat doch
einen Schlüpfer an.«
Humorlos
sagte ich:
»Das wäre ja auch noch schöner!
Ohne!«
Heute muss ich
darüber
lächeln.
Der Kleine
verstand
so
viel.
Und ich
hatte
so einen kleinen
Verstand.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Humor, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich werde
Dich
rauchen
bis
die Tapete
vergißt
welche
Farbe
sie
mal
hatte
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nachtwege.
Ich:
unterwegs.
Auf der Suche nach
Dunkelheit.
Einsamkeit.
Und doch –
dort stand ein Wesen
am Rand
des Weges.
Weiblich.
Das Gegenteil
von
Dunkelheit & Einsamkeit.
Fast
wäre ich abgekommen
von diesem Weg.
Ich fragte es:
»Wie spät ist es?«
Und das Wesen sagte:
»Kurz vor zu.«
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Der richtige Weg
führte sie
nicht
zu
mir.
Er führte sie
zu
jemand anderem.
Dass das richtig war,
begriff ich,
als ich
nach der langen Zeit
des gedankenlosen Fühlens
wieder denken
konnte.
Wir wären
wahrscheinlich
unser gegenseitiger Untergang
gewesen.
Ich schrieb
es
ihr.
Doch sie
reagierte nicht.
Sie
schweigt
schweigt
schweigt
seit
damals.
Vielleicht
kenne ich den Grund
für ihr Schweigen.
Vielleicht
auch
nicht.
Sie ist
den richtigen Weg gegangen.
Und ihr
schmerzhaftes Schweigen
ist
vielleicht
ein Teil
dieses Weges.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nach dem Ende
der Beziehung
mit dem Leben
ähneln sich
nach einiger Zeit
alle
so
sehr –
Skelette
oder
Asche …..
Vielleicht
üben wir das nur
im Leben
Diese Ähnlichkeit
nach dem Ende
von
Beziehungen
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die neue Kerze wackelt
im Kerzenhalter.
Sie findet
keinen
Halt.
Sie könnte
herausfallen &
einen Brand verursachen.
Dass man aber auch
immer erst
die Reste
alter Kerzen
aus den Kerzenhaltern
kratzen
muss …..
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Durch meinen Körper fließt
das Antidot für
Dein Gift
Die Leere für
Deinen Inhalt
Das Alleinsein für
Dein Sein
Der Alkohol für
Deinen Durst
Der Traum für
Deinen Schlaf
Der Schatten für
Dein Licht
Durch Deinen Körper
fließe
ich
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Es sind
oftmals
die
Verlorenen Blicke
die
mich
finden.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Das Fenster war so sauber
& langweilig
Bis Du Dich
nackt
darin spiegeltest
Dann wurde es
schmutzig
& aufregend
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Ich wusste es«, sagte sie
»immer schon.«
Ich grinste.
»Und Du?« sagte ich. »Du
wolltest es doch immer mal
mit einer Frau ausprobieren.«
»Nein. Hat sich nicht
ergeben.«
»Stell Dir vor, Du stirbst,
und da ist auch nur eine
winzige Phantasie, die
in diesem Moment
an Dir nagt,
weil sie keine Zeit hatte,
Realität zu werden.«
»Und?«
Pause.
»Vielleicht«, sagte ich,
»hast Du recht. So toll
ist die Realität nun auch wieder
nicht.«
Sie steckte sich eine Zigarette an.
»Ja«, sagte sie. »Aber vielleicht
hast Du recht. Um zu wissen,
dass man nichts versäumt hätte,
muss man es
vielleicht
mal
gehabt
haben.«
Ich hatte ihre Antworten
immer schon
geliebt.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik, Philosophie, Sex, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein kunstvolles Netz umgibt
die Klingel über meiner Haustür
Seit langem
Eine Zitterspinne wohnt darin
Groß
Feingliedrig
Ruhig
Geduldig
Wer sie erschreckt
Dem öffne ich nicht
Wem meine Tür offensteht
Der braucht sie nicht zu erschrecken
& sollte sich
auch nicht erschrecken lassen
von ihr
die über der Klingel wohnt
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Lyrik, Tiere | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Was gab es in jenem Moment
Besseres
zu hören als
das Rauschen des Blutes
in meinen Ohren
Was
Besseres
zu fühlen als
den weichen Druck ihrer Oberschenkel
auf meinen Ohren
meinen Wangen
Was gab es
Besseres
zu sehen als
ihre geschlossenen Augen
ihren geöffneten Mund
& wie sie sich
auf den Knöchel des gekrümmten
Zeigefingers
biss
Was gab es
Besseres
zu riechen als
sie
Dann
nachdem sie die Schenkel wieder
geöffnet hatte
wollte sie meinen Kopf von sich
wegzudrücken
Aber ich ließ es nicht zu
Ich machte weiter
Es ging ein bisschen schneller
beim zweiten Mal
Blut
Druck
Augen
Mund
Duft
Wieder wollte sie mich wegdrücken
Wieder ließ ich es nicht zu
Schließlich
begannen meine Kiefergelenke
leicht zu schmerzen
Blut
Druck
Augen
Mund
Geruch
Sie ließ mich weitermachen
Beim vierten Mal
dauerte es wieder etwas länger
Beim fünften Mal
noch länger
Dann war es
als wollte sie mir den Schädel
zerdrücken
& mir die Zähne einschlagen
mit ihrer Fotze
Ich wollte
weitermachen
weitermachen
weitermachen
Wie in einem zeitlosen Rausch
Aber sie sagte:
»Nicht.
Ich kann nicht mehr.«
Meine Finger waren aufgeweicht
»Das trifft sich gut«, flüsterte ich,
»ich kann nämlich auch nicht mehr.
Aua, mein Kiefer.«
Sie grinste
Ich rutsche hoch
Neben sie
Gab ihr einen Kuss, obwohl
sie es nicht mochte
sich zu schmecken
»Du bist verrückt«, sagte sie.
Sie zog die Decke über uns
Wir rückten etwas weiter auf die
andere Seite
weil das Laken so nass & kalt war
»Aua, meine Pfunge«, sagte ich.
Sie kicherte
Tatsächlich
fühlte sich das Zungenbändchen
am nächsten Tag
seltsam stumpf & dick & gereizt an
Ab & zu fragte sie:
»Was macht das Bändchen?«
»Es hält«, sagte ich.
»Es hält.«
Wir grinsten
Was gab es
Besseres
in jenem Moment
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Leben
Sie lag auf dem Tisch
bedeckt von grünem Tuch
Das Tuch hatte ein Fenster
In dem Fenster:
Ihr geöffneter Brustkorb
Der Chirurg
maskiert
operierte
ihr bloßgelegtes Herz
Der Anästhesist
war ein
Sadist
& ließ sie
erwachen
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Horror, Krankheit, Kultur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie liebte Möwen.
Also nahm ich ein Blatt Schreibmaschinenpapier,
zeichnete eine Möwe darauf,
spannte anschließend das Blatt in die alte
Triumph meines Vaters & tippte
rings um die Möwe herum
das Wort »Besessenheit« –
so oft, bis
das Blatt voll war.
Dann schickte ich es ihr
per Post.
Als ich sie
das nächste Mal sah,
drang ihr Blick so tief
in mich,
dass ich es
nicht
ertragen konnte.
Und
nichts
geschah.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Angst, Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Tiere | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Kindheit –
die Phase meines Lebens,
in der ich mich
in
Alles
&
Jeden
vorbehaltlos
verlieben
konnte.
Weibliche Menschen
Männliche Menschen
Männliche Tiere
Weibliche Tiere
Gegenstände
Oftmals
wünsche ich mir
diese Vorbe
haltlosigkeit
zurück.
Eine Vorstellung
in die ich
mich
noch heute
verlieben
könnte.
Beinahe
vor
be
halt!
los!
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kindheit, Kultur, Liebe, Lyrik, Tiere | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Ich kann nicht kochen …«, sagte sie.
»Also, mir hat’s bisher immer geschmeckt«,
sagte ich.
Sie grinste. »Doofsack. Ich meinte:
Ich kann nicht kochen, wenn du mir dabei
nicht
zusiehst.«
»Aber ich sehe dir doch zu.
Immer.«
So war es.
Ich sah ihr zu.
Beim Kochen.
Immer.
Saß hinter ihr.
Immer.
Meine
private
Kochshow.
Genüsse & Vorfreuden
die
aufeinander
trafen.
Der Geschmack des Cocktails ….
Der Geruch des Essens ….
Der Dampf ….
Die Wärme ….
Ihre Geschicklichkeit ….
Ihre Schönheit ….
Ihre Zaubertricks …..
Ihre Beine ……
Sie kochte nur, wenn sie
gut gelaunt war.
Wenn sie gut gelaunt war,
zog sie an,
was ich mochte.
Hin & wieder
beugte ich mich vor
& hob ihren kurzen Rock
oder mein Hemd,
das sie trug,
ein wenig an.
Sie ließ sich
nicht
stören
& rührte.
Das Essen
& –
mich.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Erotik, Essen, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
Sie
hat keine Ahnung.
Keine Ahnung
dass ich
irgendwann
nach langer Zeit
wieder
mit dem Schreiben anfing.
Sie – die
häufiger
in meinem
Ge
schreibsel
auftaucht
als irgend jemand sonst ….
Sie – die
sogar dort
präsent
ist
wo sie nicht
auftaucht ….
Vielleicht sogar
dort
wo es
um Andere geht
…..
Dabei mochte sie
meine Worte
in graubunter Vorzeit.
Damals
als sie
neben mir lag & ich ihr
wenige Seiten
zeigte.
Doch die Worte
die ich ihr zuletzt schrieb
vor Jahren
mochte sie
nicht.
– – – – –
Sie lebt noch
das weiß ich.
Aber das ist auch alles
was ich noch weiß.
Einmal
im Suff
wollte ich ihr
den Link zu meinen Texten
schicken
Ihre Email-Adresse
existierte nicht mehr
als ich wieder nüchtern war
war ich froh darüber.
Zu wissen
dass sie mitliest
könnte mich
beeinflussen –
Zu wissen
dass sie mitliest
könnte mich
verstummen lassen …..
Und doch –
Was – wenn
sie sterben würde
ohne gelesen zu haben?
Was – wenn
sie erst
nach meinem Tode lesen würde?
Wir sind dem Tod
beide
so viel näher
als damals.
Sie war dem Tod schon
zwei Mal so nahe gewesen
so nahe – – –
näher als ich
jemals
(fast so nah
wie wir uns gewesen waren)
ohne
dass ich es wusste …..
Ich
hatte keine Ahnung.
Und sie rief meinen Namen
auf der Intensivstation
ohne dass ich es wusste …..
Sie rief ihn
ohne Bewußtsein
innerlich blutend
betäubt
kämpfend
& Der
der bei ihr war
hörte es.
Er sagte es ihr –
später
Sie sagte es mir –
noch später …..
– – – – –
Und
irgendwann
könnte
Alles
zu spät
sein
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Krankheit, Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Es sind
immer wieder
die
selben
Lieder
zu denen ich
unwillkürlich
wie ein Automat
die
Zweitstimme
singe
Es sind
immer wieder
die Lieder
die
nur
für
1 Stimme
geschrieben wurden.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Lyrik, Musik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich sehe
Deine Tasche
Zumindest
einen Teil davon
Du hast
Deine Hose so
kurz
geschnitten
dass
die Tasche
hervorschaut
unter
dem fransigen Rand
Die Tasche
ist leer
& flach.
Ersteres
bin ich
nicht.
Letzteres
könnte ich
sein.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Erotik, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie sortierte die schmutzige Wäsche,
die neben der Waschmaschine
auf dem Boden lag.
Sie stand vorgebeugt
mit ihrer Rückseite zur Tür.
Trug einen schwarzen Slip,
sonst nichts.
Leise & langsam
schlich ich mich an …..
Zog ihr
mit einem Ruck
den Slip herunter.
Blitzschnell
richtete sie sich auf.
Ihre Stimme war eine
Rasierklinge.
»Spinnst du!?!
Hör auf mit dem Scheiß!«
Ein schneidender Klang.
Sie zog den Slip
wieder hoch.
Sah mich nicht an.
Bückte sich
&
sortierte weiter.
Da wusste ich:
Es war
mal wieder
vorbei.
Nicht
mal wieder
vorbei
mit
irgendeiner
Frau,
sondern:
Mal wieder
vorbei
mit
ihr.
Zum wievielten Male?
Egal.
Noch 1 Woche zuvor
hätte sie mir
ihren nackten Arsch
gegen den Hosenschlitz gedrückt,
hätte ihren Arsch hin & her bewegt;
und aus ihrer Kehle wäre
ein aufreizender Laut
gekommen.
»Okay«, sagte ich &
ging nach nebenan, um
eine zu rauchen.
Mal wieder.
Es ging mir schlecht.
Mal wieder.
Und doch –
ich konnte
dieses
Ende
nicht
völlig
ernst
nehmen.
Es war eine
merkwürdige Beziehung.
Eine
seltsame Beziehung.
Eine
seltene Beziehung.
Es war die
Große Liebe.
Dann hörte ich
die Waschmaschine.
Ich packte meine Sachen &
zog
woanders hin.
400 oder 500 Kilometer
weiter nördlich.
Ich blieb allein.
So allein man sein kann
unter Büchern.
Außerdem gab es
1 Schreibmaschine &
1 Gitarre.
Ich wusch meine Wäsche
allein.
Und nach ein paar Wochen
dingdongte es an der Tür.
Die Pause zwischen dem
Ding
& dem
Dong
war lang.
So lang, dass
die beiden
nicht
ineinander übergingen.
Da war
ein sauberer Schnitt.
Wie
von einer
Rasierklinge.
(Ein langer Druck
auf den Knopf. – –
Hätte es sich
um eine richtige Klingel gehandelt,
wäre das DingDong ein
Sturmklingeln
gewesen).
Vor der Tür stand
ein unsicheres Lächeln.
Ein unsicheres Lächeln
mit einer Reisetasche.
In der Reisetasche war
saubere Wäsche.
Zwischen der sauberen Wäsche
ein
schwarzer
Slip.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Erotik/Sex (eine Auswahl), Gedichte/Texte
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