Das Zungenbändchen

Was gab es in jenem Moment
Besseres
zu hören als
das Rauschen des Blutes
in meinen Ohren

Was
Besseres
zu fühlen als
den weichen Druck ihrer Oberschenkel
auf meinen Ohren
meinen Wangen

Was gab es
Besseres
zu sehen als
ihre geschlossenen Augen
ihren geöffneten Mund
& wie sie sich
auf den Knöchel des gekrümmten
Zeigefingers
biss

Was gab es
Besseres
zu riechen als
sie

Dann
nachdem sie die Schenkel wieder
geöffnet hatte
wollte sie meinen Kopf von sich
wegzudrücken
Aber ich ließ es nicht zu

Ich machte weiter

Es ging ein bisschen schneller
beim zweiten Mal

Blut
Druck
Augen
Mund
Duft

Wieder wollte sie mich wegdrücken
Wieder ließ ich es nicht zu

Schließlich
begannen meine Kiefergelenke
leicht zu schmerzen

Blut
Druck
Augen
Mund
Geruch

Sie ließ mich weitermachen

Beim vierten Mal
dauerte es wieder etwas länger

Beim fünften Mal
noch länger

Dann war es
als wollte sie mir den Schädel
zerdrücken
& mir die Zähne einschlagen
mit ihrer Fotze

Ich wollte
weitermachen
weitermachen
weitermachen

Wie in einem zeitlosen Rausch

Aber sie sagte:
»Nicht.
Ich kann nicht mehr.«

Meine Finger waren aufgeweicht

»Das trifft sich gut«, flüsterte ich,
»ich kann nämlich auch nicht mehr.
Aua, mein Kiefer.«

Sie grinste

Ich rutsche hoch
Neben sie
Gab ihr einen Kuss, obwohl
sie es nicht mochte
sich zu schmecken

»Du bist verrückt«, sagte sie.
Sie zog die Decke über uns
Wir rückten etwas weiter auf die
andere Seite
weil das Laken so nass & kalt war

»Aua, meine Pfunge«, sagte ich.

Sie kicherte

Tatsächlich
fühlte sich das Zungenbändchen
am nächsten Tag
seltsam stumpf & dick & gereizt an

Ab & zu fragte sie:
»Was macht das Bändchen?«

»Es hält«, sagte ich.
»Es hält.«

Wir grinsten

Was gab es
Besseres
in jenem Moment


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