In meinen Träumen

Die Fliege seilte sich ab
aus dem Netz der Spinne
über meinem Kopfkissen

& tauchte
in meine Träume

in denen Spinnen fliegen
& Fische
Netze spinnen

aus denen Fliegen sich abseilen
um in meinen Träumen zu
schwimmen


Zuvor & zurück

Ich kehrte zu Dir zurück, als
wir
uns
zum ersten Mal
trafen

& vergaß sofort
dass ich
Dich
nicht
gekannt
hatte

zuvor


Ganz – zerbrochen

»Ich muss mir Deine zerbrochene Frau ansehen«,
sagte sie. »Die – von der Du geschrieben hast.«

Und sie ging aufs Klo.

Betrachtete die verbliebenen Teile
der Figur auf dem Heizkörper
gegenüber.

Der Figur, die ich
im Suff der Einsamkeit
zerbrochen hatte.

Und während sie die Figur betrachtete,
betrachtete ich sie,
hörte
ihr Müssen
dahinplätschern ……

& fühlte
mich
ganz.


Unbewohnt

Wenn ein Haus
aussieht, als sei es
unbewohnt –

lebt dort
vielleicht
nur
jemand

genau
so,

wie
er
es
möchte.


Die Sehnsucht

Die Sehnsucht
ist nicht am größten
wenn man
niemanden
hat.

Sie ist
am größsten
wenn man
jemanden
hat

der
sie
nicht
stillen

kann.


Zerstückelt

Der Arsch war noch ganz.
Kopf & Hände intakt.
Aber nur 1 Titte war heil geblieben.

Ich weiß nicht mehr, wo ich sie her,
weiß nicht mehr, wie lange sie
dort gestanden hatte ….

Auf der Heizung
im Bad,
der Kloschüssel gegenüber.

Sie fiel
meinem berauschten Gang
zum Opfer,

fiel
auf die Fliesen;
brach

meinetwegen
in unzählige Stücke,
groß & klein.

Flüche
Ärger
Trauer

Sie war hohl
innen. Das hatte ich
nicht sehen wollen.

Was noch kenntlich war,
hob ich auf; der Rest
kam in den Eimer.

Ich fiel nicht.
Ich brach nicht.
Doch ich fühlte mich

im Eimer ….
hohl ….
& kaputt ….

noch einsamer
vielleicht,
was unsinnig war.

Ihre Überreste
tat ich zurück
auf die Heizung;

ordnete
sie
neu.

Eine
zerstückelte
Erinnerung.

Mir
fiel
ein:

Aus allem, was zerbricht,
kann man
sich etwas Neues zusammensetzen.

Ein wirklicher Trost
war das
keineswegs.

Aber
besser als
gar nichts.

JD500163


Die träumende Stimme

Eine Stimme
die schweigt
schläft
vielleicht
nur

& träumt
von den Worten
die sie
vergessen hat


Die letzte Fliege

Alle Fenster waren zu,
(wie immer)
die Türen, die in die Außenwelt führten,
geschlossen
(wie meistens)
seit Wochen ….
Es war Mitte Dezember ….
Wo war sie hergekommen?
Ich konnte es mir nicht erklären.
Ein beinahe hysterisches Summen;
ein hektisch-verschwirrter Punkt
in meiner Einsamkeit.
Eine Störung im Alleinsein.
Vielleicht war sie
die letzte Fliege des Jahres –
sehr wahrscheinlich aber
die letzte, die ich sehen würde …..
Zumindest in diesem Jahr.
Immer wieder
kreiste sie
um meinen Kopf,
berührte mich.
Sie machte mich
nervös.
Es dauerte nicht lange
bis
ich
sie
hasste.
Und sie wollte einfach nicht landen.
Nirgends sich niederlassen, wo ich
sie hätte erschlagen können.
Irgendwann sah ich sie nicht mehr,
doch hörte sie weiterhin pausenlos.
Sie war lauter als die Musik.
Lauter als mein Tippen.
Lauter als der Regen,
der nach dem Schnee gekommen war.
Sie wollte sich nicht beruhigen –
sie konnte sich nicht beruhigen;
während ich
immer unruhiger wurde.
Hass & Mordlust
gegenüber einer Störung
ohne böse Absicht …..
Schließlich verließ ich den Raum, den
sie nicht verlassen wollte,
obwohl ihr die Tür offen stand.
Ich hoffte, dass sie mir nicht folgen würde
ins Schlafzimmer …..
Ich legte mich in das Bett, das
nur noch
nach mir
roch
& träumte mich fort.

Als ich wieder zu mir kam –
oder wohin auch immer -,
ging ich in das Fliegenzimmer.

Sie hätte ein Fussel sein können.
Von oben betrachtet sah sie aus wie der Fussel
eines schwarzen Wollkleides; oder
einer Socke.
Sie lag
vor meinem Schreibtischsessel.
Auf dem Rücken.
Ich tippte
sie an.
Berührte sie.

Kein Summen,
keine Hektik,
keine Hysterie,
keine Störung,
keine Mordlust,
kein Hass …..

Nur eine Ahnung davon
wie
verzweifelt
sich
ALLE
gegen den Tod
zu wehren
ver-
suchen.


Die Gebrauchsanweisung

Wie Kinder
die noch nicht lesen können
starren manche Frauen auf
meine Worte
die
meine Gebrauchsanweisung sind

Fremde
Seltsame
Unbekannte
Zeichen

Sie
die Frauen die
wie Kinder sind
wollen mich
benutzen

berühren
mich
& die empfindlichen Teile
in mir

Teile
die
unter Strom stehen

Und sie
die Frauen die
wie Kinder sind
die noch nicht lesen können

wundern sich

über
den Schlag

den
sie
bekommen


Vereiste Reifenspuren

Vereiste Reifenspuren
auf dem Parkplatz meines Grund-
stücks
den Du
inzwischen
»Mein Parkplatz«
nennst ….

Es lag Schnee
als Du zuletzt
darauf
hieltest ….

Der Schnee taut.
Noch ist eine Eisschicht da.

Ich könnte
das Salz aus meinen Wunden
darauf streuen,

damit Du
beim nächsten Mal
nicht rutscht

& nicht
Deinen Halt
verlierst.

Meinen habe ich verloren
als es
zu heiss wurde.

Doch ich werde warten
bis
der letzte Rest
von Eis
auf
Deinem
Parkplatz
geschmolzen ist.

Von
allein.

Wie immer –
allein.


Die überflüssigen Wörter

Wäre ich ein Maler
würde ich
die überflüssigen Wörter
streichen.


Haltegriffe

Regeln sind wie
Haltegriffe
in öffentlichen Verkehrsmitteln

Man hält sich daran fest
um nicht
in der Masse
auf die Fresse zu fallen.

Denn sie könnte
einen
tot-
trampeln.


Neue & alte Eindrücke

Neue Eindrücke zu sammeln
ist so einfach; irgendwo
da draußen …..
& man schüttet sie
in die Innere Leere, die
immer hungrig ist,
niemals satt.

Manchmal
ist es einfach
erfüllender –
alte Eindrücke
mit neuen Augen zu sehen.

Und die neuen Augen
lauern überall –
in einem selber.

Man muss nur bereit sein,
die alten Augen zu öffnen &
zu suchen –
ohne Ablenkung ….
ohne Zerstreuung ….
in Ruhe

irgendwo
da drinnen.


Nähe & Zeit

Nähe wird
nicht nur
durch den Raum
bestimmt –
sondern auch
durch die Zeit.

Wer sich nicht
genug Zeit nimmt
um sie
Anderen
zu geben

wird
niemals
die Nähe finden

die
er
sucht.


Der Glaube

Ich glaube
wer glaubt
der Tod sei
nicht
das Ende
neigt noch mehr als
alle Anderen
zur
Vergeudung von Zeit

Nein –
ich glaube es nicht –
ich denke es

Denn
Eines weiß ich:

Ich glaube
an
Nichts.


Das Träumfahrzeug

Mitten in der Nacht
räumte
das Räumfahrzeug
den Schnee
von einsamen Straßen

Die Frau
war
auf dem Weg
ins Bett

nackt

Das Zimmer
erleuchtet

Das Fenster

nackt

Sie erzählte mir davon
am Telefon ……

»Selber schuld«, sagte sie,
»wer hat mich denn
so lange
wach
gehalten?«

»Egal«, sagte ich,
»dem Mann wird kalt sein –
da draußen
im Schnee.

Ich gönne ihm
Deinen Anblick
& die warmen Gedanken,
die er sich machen wird.«

Ich stellte mir sie vor.

Das war einfach.

Ich stellte mir ihn vor.

Das war
kaum weniger einfach.

Denn er hätte ich sein können.

Bevor ich
sie
kannte.

Und ich war oftmals
nachts
unterwegs
gewesen

in der Kälte
im Schnee
in der Einsamkeit

in meinem
Träumfahrzeug.


Auf hoher See

Es reicht mir
durchaus

Das Salz im Spaghetti-Wasser

Die Zeichnung eines Segelbootes an der Wand

Das Schwindelgefühl eines Cocktails

Schon
bin ich

auf

hoher See

(Die Liebe
ist
so
ähnlich.)


Der Tausch der Blicke

Es ist
für Manche
als wären sie
mit fremden Augen
geboren worden

die Alles
unklar
falsch
& fremd
sehen

Bestenfalls
treffen sie dann
Jemanden
der die eigenen Augen besitzt
die Demjenigen/Derjenigen
ebenso
fremd sind

Sie tauschen
Blicke

Augen

Augenblicke

& auf einmal
sehen beide

Alles

klar
& richtig
mit den eigenen Augen
im Gesicht
des Anderen

Sie erkennen sich
& Nichts
scheint mehr
fremd


Wertschätzung

Manches
muss man einfach
wegschmeissen
verkaufen
verschenken
verlieren

um es

angemessen

zu vermissen.

Besitz
der nicht endet
macht
unendlich
blind.


Die Lebenslüge

Leben:
Man tut einfach so
als wäre man
nicht
da

Dann
stirbt man –
& schon
ist
die Lebenslüge
wahr


Versäumnisse

Vielleicht
bist Du
der richtige Moment
in meinem Leben

Vielleicht
bin ich
der richtige Moment
in Deinem Leben

Lass uns
einander
versäumen

um
sicher

zu

gehen


Sofort

Wenn mein Tod ein Beweis ist
dafür
wie Lebenszeit verschwendet wird

Wenn mein Tod
Dir
die Augen wäscht

damit Du
endlich
sehen kannst
was
verschwendete Zeit
bedeutet

möchte ich
nur noch
sterben.

Sofort.


Kein Sonderangebot

Ich bin
kein Sonderangebot

Ich bin
nicht billig

Ich bin
nicht einmal
günstig

Ich
koste
das
Leben

Meins
Deins

Geh
am Regal vorbei
wenn Du Dir
mich
nicht
leisten
kannst


Immer da


»Hey, ich bin immer da,
wenn Du mich brauchst.
Also – da eben, irgendwo,
wo Du mich nicht
erreichen kannst;
wo es
kein Netz gibt.
Wo ich tanzen kann
& Spaß haben,
während es Dir
dreckig geht.
Während Du
Dich selbst zerstörst.
Warum auch immer.
Mein Name ist
der neue Name Deiner Einsamkeit,
der neue Name Deines Alleinseins.
Ja, ich glaube an Bestimmung.
Ja, ich glaube an Gott;
er ist immer da ….«

Worte, die durch einen besoffenen Kopf schwappten.
Der Mann saß an der Theke. Allein. Blickte
in den Spiegel hinter den Flaschen.
Der Spiegel war fleckig. Die Flaschen glänzten.
Ein Fenster wurde gespiegelt. Im Fensterrahmen
das Spiegelbild einer Kirche.
Es war Mittag.

Zu platt, dachte der Mann,
diese Symbolik. Nur
schlechte Literatur &
das Leben
sind voll von solch platter Symbolik.
Es wäre nett, wenn die Kirche brennen würde.
Ein schönes, gespiegeltes Feuer, das ins Bild,
das in den Rahmen passen würde …..
Und ich würde in das Feuer pissen.
So, wie ich auf alles pisse & scheiße, was
hinter mir liegt. Hinter mir – wie
dieses Fenster in meinem Rücken.
Ich denke wirr.
Egal.
Solange ich nicht
Wir
denke.
Ja – sie ist immer da. Irgendwo. Wie
die Einsamkeit.

»Noch einen. Bitte.«
Irgendeine Klarheit plätscherte ins Glas.
Ein Duft, ein Verprechen.
Etwas, das Betäubung verprach,
Ende & Tod – wenn man nur
konsequent genug war.

»Ich denke an Dich.
Immer.«

Immerdar.

Die Musik war
ein banales Hintergrundgeräusch, das
zu diesem Ort passte.

Ich könnte dazu tanzen, dachte der Mann.
Wenn ich tanzen könnte. Und wenn ich es
wollte, könnte ich es wahrscheinlich sogar.
Ich könnte auch Spaß haben. HaHa.
Wie war nochmal der Name
des Alleinseins?
Ich komm´ nicht drauf …..
Unwichtig. Irgendwann wird er
mir wieder einfallen.
Wenn ich
so inkonsequent sein sollte,
dann noch zu leben.
HaHa.

»Noch einen?« fragte der Barkeeper.
»Nein danke. Zahlen.«
Das Trinken war hier einfach zu teuer.
Der Mann konnte es sich nicht leisten.
Flaschen mussten her.
Irgend etwas
Billiges.
Das man alleine trinkt.
Das man in einer Wohnung trinkt, in der
niemand ist
außer
man selbst (oder das, was man dafür hält).

Ja, die Flaschen sind immer da,
wenn man sie braucht. Immer erreichbar.
Wunderbar austauschbar.
In der Hausbar. HarHar.
Selbst wenn sie leer sind, sind sie da;
nachfüllbar.
Ein Brand. Ein Feuer. Ein Brennen.
Ja, ich denke an sie.
An die Flaschen.
Woran auch sonst?
Immer.

Und als er die Bar verließ, schaute der Mann
nicht auf die Realität dessen, was er
durch das Fenster im Spiegel
gesehen hatte.


Schmetterlingssammler

Ich möchte nicht enden
als Schmetterlingssammler

Ein einsames Haus
voller Schaukästen

Darin
aufgespießt auf Nadeln
die bunten Leichen
der Schmetterlinge

Leben
das
in Netzen gefangen wurde

Flattern
Flug
Farbe

wurden zu

Stillstand
Fixierung
Präparation

Das schönste Gefühl ist
das Kitzeln der Flügel
eines verirrten Schmetterlings
in den Handflächen

kurz bevor
man ihn
in die Freiheit
entlässt

Manchmal
ist sogar
der Bauchschmerz
ein schönes Gefühl


Das alte Radio

In meiner Kindheit war ich
klug. –
In meiner Jugend
dumm. –
Nun –
ist es
zu spät.
Ich liebte das Radio, das
auf dem Nachttisch meines Vaters stand.
Das warme Licht
der Röhren;
die Zahlen
der Skalen;
die Knöpfe,
die Tasten,
die Regler.
Den Klang.
Irgendwann kaufte er sich
ein neues Radio.
Transistoren.
Kalte Farben.
Kein Licht.
Ein flacher Klang.
Ich bekam
das alte Radio.

In meinen schönsten Kindheitsnächten
war es meine einzige Lichtquelle,
mein schönstes Geräusch,
wenn alle schliefen.

Ein Rausch.
Eine Wärmequelle.
Ein Lagerfeuer.
Stimmen & Noten.

»Kann das weg
oder willst Du’s behalten?«
fragte meine Mutter.
Sie mistete den Keller aus.
Lange
nach dem Tod meines Vaters.
Ich war kein Kind mehr.
War
voller Hass
auf
Vieles.
Voller
Gleichgültigkeit.
Voll
scheinbarer
Kälte.
Und doch
voll
Feuer.
Ich war –
keine Ahnung.
»Weg«, sagte ich. »Das
brauche ich
nicht
mehr.«

Es gibt noch
alte Schwarzweiß-Photos,
auf denen das Radio
zu sehen ist.
Mein Vater liegt daneben.

Photographierte
Musik.

Ich bin
kein Kind mehr.
Nicht mehr jung.

Klugheit
Dummheit
Hass
Gleichgültigkeit

Was gäbe ich
heute
für das warme Licht der Röhren;
die Zahlen der Skalen;
die Tasten;
die Regler;
den Klang …..

Dieses Geräusch.
Diesen Rausch
der Kindheit.

Dieses Feuer.

Vielleicht
ist auch das
nur
Dummheit …..

Wie auch immer –
es
ist
zu
spät.


Die Blase in der Folie

Es geht
niemals
glatt
wenn man
eine Folie
auf etwas
klebt
das sich
bewegt
wie
das Leben.
Selbst wenn es
stillzustehen
scheint. –
Irgendwo ist
immer
mindestens
1 Blase.
Gefangene Luft.
Eingeschlossene Luft.
Atem
vielleicht.
Ein
Atem –
Aus
Atem –
Eine hässliche Beule
die sich
nicht
glattstreichen lässt …..
Man kann
hinein
stechen
(es bliebe
ein Loch).
Man kann
die Folie
herunterreissen,
von vorne
beginnen.
Doch
am besten
lässt man
die Folie
von vornherein
weg.
Denn
schöner
wird’s nicht.
Niemals.


Happy End

Eine Binsenweisheit –
eine weitere:

Das Happy End
der Liebe
ist
der gemeinsame Tod.

Vielleicht
sollten
Wir
Uns
rechtzeitig
ausblenden

aus unserem Film ……

Solange
das Lebenslicht
unserer Liebe
noch
so grell
leuchtet

dass Wir
unsere glänzenden Augen
beschatten
müssen


Feuerglanz

Dieses Gedicht
taugt nichts.

Ich werde es
mit Bleistift
auf Papier schreiben;

dann
werde ich das Blatt
anzünden,

während
Du
zusiehst …..

Denn
auch wenn meine Worte
Deine Augen nicht zum Glänzen bringen –

Das Feuer
wird sie leuchten lassen.

Meine Worte sollen brennen!
Wie ich.
Gespiegelte Flammen sollen tanzen
in Deinem Blick!


Die Blindenschrift der Musik

Die Gänsehaut
ist
die Blindenschrift
der Musik

Unser Lied
höre ich
mit meinen Fingerkuppen
auf
Deiner Haut


Wes Montgomery

Ich liebe die Rücksichtslosigkeit.
Die Rücksichtslosigkeit der Kunst.
Die Rücksichtslosigkeit der Künstler.
Egal um welche Kunst es sich handelt –
ohne Rücksichtslosigkeit keine Kunst.

Doch Wes Montgomery
fand seinen Stil, weil er
rücksichtsvoll war.

So die Legende.
Und wenn ich es will, ist
die Legende
wahr.

Und ich will es.

Als Wes anfing
E-Gitarre zu spielen,
nahm er Rücksicht
auf seine Nachbarn.

Er übte ganz leise
spät abends
mit dem Daumen –
ohne Plektrum.

Und er behielt
einfach
(einfach?)
diese Art & Weise
zu spielen
bei ….

Viele andere
mögen das auch getan haben
& noch tun …..

Doch ihn
erkennt man
immer –
sofort.

Stil
Stil
Stil

Irgend etwas, das
jemand
anders macht
als alle
Anderen, die
das gleiche tun.

Gut, dass Wes Montgomery
Nachbarn hatte.

Gut, dass er
rücksichtsvoll war.

Wes in session

Montgomery, Wes -07-The ThumbAiregin07-The Thumb


Das Atmen der Wände

Auf Wände starren
in einer Nacht, die
verstummt ist
wie das Gedächtnis eines
geistig Umnachteten

Das Vergessen ist ganz still

& die Wände atmen
durch die Löcher, wo
einst Bilder hingen

Schwarze Punkte
die den leeren Blick einfangen

Bilder
die kein Nagel mehr
ertragen kann

Das Atmen der Wände ist
vielleicht
das Letzte
was man
hören wird

Nichts schweigt
so grausam
&
so schön

wie

das Vergessen


Auf der Terrasse mit Turgenjew

Ich tat
nichts.

Scheinbar.

Saß
auf der Terrasse
in der Sonne

& las
eine Erzählung von
Turgenjew.

Das ist ungefähr
30 Jahre her.

Warum mir das
immer wieder einfällt
weiß ich nicht.

Aber
ich
ahne
es.