Eben war es noch da.
Nun ist es fort.
Gerade als ich
angefangen hatte
es für selbstverständlich zu halten.
Nichts & Niemand
mag es
für selbstverständlich gehalten zu werden.
Auch ich nicht.
Deshalb
bin auch ich
jetzt
Fort
Der Schweigetisch
Der Tisch, an dem ich schreibe, ist
kein Schreibtisch.
Es ist ein Tisch, der
im Kinderzimmer
meines Bruders stand.
Der Tisch, an dem er spielte.
Einer meiner beiden Brüder.
Es ist der Tisch des Bruders,
mit dem ich
in den letzten 40 Jahren
vielleicht
23 Wörter
gewechselt habe.
Wir sprachen nicht mehr
miteinander
seit ich 11 war.
Er: 16.
Wir wussten beide nicht
warum.
Ahnen es
vielleicht
heute.
Der Tisch wackelt.
Ist verwittert.
Ich habe ihn
mit Folie überzogen –
den Tisch.
Die Folie ist rot
wie eine Zunge, die
schweigt.
Rot
wie eine Zunge, die
spricht.
Wenn ich schreibe
& mit Wörtern spiele
an diesem Tisch,
höre ich
das Schweigen meines Bruders
zwischen
meinen Zeilen.
Die Spur der Musik
Ein Fußboden aus Holz
Ein kleiner runder Eindruck darin
Eine Delle
Ein Makel
Ein Zeichen der Ausdauer
Eine Spur der Besessenheit
Ein Überbleibsel der Liebe
Eine Vertiefung der Hingabe
Die Stelle
wo über Jahre hinweg
eindrucksvoll
ein Cello zwischen 2 Schenkeln stand
Flüge & Abstürze
Auf den
Funkenflug
folgt der
Höhenflug
Auf den
Höhenflug
folgt der
Fetzenflug
Erwartungen
stürzen ab
Träume explodieren
in der Luft
Splitter fallen
zu Boden
wie ausgekotzte Herzen
Alles stirbt
Nur
die Sehnsucht
überlebt
Rechtzeitig verschwinden
Ich habe keinen Regenschirm,
aufgespannt überm Bett,
trage keine Zipfelmütze auf dem Kopf;
zerdrücke kein Ungeziefer
zwischen meinen Fingerspitzen.
Die Vorstellung ist so poetisch;
das Bild so poetisch – &
(wie immer)
die Realität: ein
wahrer
Dreck
dagegen.
Ich friere.
Habe mir
zum ersten Mal in meinem Leben
Geld geliehen,
um heizen zu können.
Friere weiter.
Es kann nur
schlimmer
werden.
Viel mehr Alter
werde ich mir
nicht leisten können.
Rechtzeitig verrecken!
ist die Devise.
Ich arbeite daran.
Mein ganzes Leben lang.
Die einzige Arbeit, die
mir Spaß macht.
Erst glaubten sie,
ich würde meine Kindheit
nicht überleben.
Dann sagten sie mir,
ich würde keine 30 werden.
Und jetzt
hänge ich mit 52 immer noch
hier herum.
Kein Grund
zu lamentieren.
Denn
hätte der Mensch eine Wahl,
hätte ich diesen Weg gewählt.
Und es wird wieder
wärmer werden,
bevor es wieder kälter wird.
Und es bleibt
die Hoffnung –
rechtzeitig
zu verschwinden.
Vielleicht
in einem Bild.
Mit einem aufgespannten Regenschirm
über dem Bett;
einer Zipfelmütze auf dem Kopf –
während das Ungeziefer
mich auffrisst.
Ein Außerirdischer
All
diese Elektroden, die
an meinem Kopf befestigt waren ….
All
diese Drähte …..
Das Zucken des Meßschreibers ….
Ausschläge auf Endlospapier ….
α-Wellen
β-Wellen
γ-Wellen
δ-Wellen
Seltsame Muster
Tage & Nächte im verdunkelten Zimmer
Ein Eimer neben dem Bett
Der kleine Junge, der sich hin & her windet
Stöhnt & sich den Kopf hält
Das
war
ich
Abgeworfen
über einem fremden Planeten
in eine Atmosphäre
die erstickend war
Druckverhältnisse
für die mein Körper nicht geschaffen war
Schläge & respektlose Furcht
Und dennoch
so oft
glücklich
Gerettet
durch Phantasie
Das
war
ich
Der fremde Planet
war von Meeren bedeckt
Wellen
& noch mehr
Wellen
& Musik –
Schallwellen
in denen man ertrinken konnte
Tag & Nacht
ohne seekrank zu werden
ohne zu kotzen
ohne zu sterben
Später
musterte man mich
aus
wegen
All
der Wellen
in meinem Kopf
die waren
wie sie
nicht
hätten sein sollen
Ein weiterer
Glücklicher Tag
Aus
dem Leben eines Taugenichts.
Das Lebensmotto
Wenn irgendwo
Dein Lebensmotto
hängt
Vielleicht
am Kühlschrank
Vielleicht
an einer Wand
komme ich
& reisse es herunter
Lasse es
hinter einem Spiegel verschwinden
& verkehre es
ins Gegenteil.
Der Kühlschrank
ist kalt
Die Wand
ist Widerstand
Hinter dem Spiegel
ist
Alles
anders
Gleitmittel
Sie schrieb:
Zwei Treffen zum Kennenlernen sind
Minimum. Vorher:
Kein Sex.
Ich schrieb zurück:
Ok…. Dann lass uns gleich
mit dem dritten Treffen anfangen.
Ein einziges Telefonat folgte.
Zeit
hat man
niemals
zu verlieren.
Ich hatte bereits
zu
viel
davon
verloren.
Sie war nur so dahingeschlittert.
Mir entglitten.
Trockene Jahre.
Jahre der Dürre, die ich
mit Alkohol
befeuchtet hatte.
Eine Wüste.
Suche.
Sehnsucht.
Sucht.
Sie besuchte mich.
Fand mich
in meiner Einsiedelei,
die ich mir teilte
mit stehengebliebenen Uhren,
Spiegeln,
Büchern,
Schall-
platten,
alten Lampen –
in deren Licht
wir
uns
kennen-
lernten ……
Erfühlte
erfüllte
Zeit –
Sie sagte:
»Kannst du dir vorstellen, dass es
Männer gab, die meinten,
ich sollte es mal mit Gleitcreme versuchen?«
Ich sagte:
»Prinzipiell
kann ich mir Alles vorstellen.«
Sie fühlten sich
kalt an –
all diese nassen Stellen
auf dem Laken ……
Abgekühlte Spuren
einer Leidenschaft, die
(einfach
entfacht)
brannte
brannte
weiter brannte ……
Eine Leidenschaft
wie eine Selbstentzündung.
Sie lief aus
als ob
sie nicht enden wollte.
Ein Durst, der
nicht
gelöscht werden konnte.
Heiße Schritte.
Eine Oase –
die keine Vorspiegelung war.
Vielleicht
hatte ich mir doch
nicht
Alles
vorstellen
können.
Gestohlene Kerzen
Ich fuhr durch eine Winternacht
Schnee & Glatteis überall
eine Nacht
kalt wie Stahl
Ich kam ins Rutschen
fing mich rechtzeitig
landete nicht
im Graben
Ich kannte den Ort
wo ich Kerzen klauen konnte
Viele kleine Flammen
Ein Diebstahl
der mir legitim erschien
Denn was ich stahl
war
Licht
&
Wärme
für uns
& unsere Nächte
Erbsen & Möhrchen
Erbsen & Möhrchen
sind so
unterschiedlich
& leben doch
ganz friedlich
miteinander
in nur
einer
kleinen
Dose.
Die erwachsene Einsamkeit
Meine Einsamkeit wuchs
heran
Die Jahre
vergingen
gleich
förmig
im
Allein
Sein
Schließlich
überholte sie
mich
Schien älter als
ich selbst
wissender
weiser
Erwachsener als
ich
Sie wurde
meine Lehrmeisterin
Lehrte mich
zu verlernen
lehrte mich
zu vergessen
Zu vergessen
zu verlernen
was
»selbst
verständlich«
bedeutet.
Es ist
nicht
selbstverständlich
dass
Du
schweigend
oder summend
durch meine Räume gehst
Weißt
wo Alles liegt
Weißt wo
Ich
liege
& Dich
zu mir legst.
Es ist
nicht
selbstverständlich
dass
Du
für mich
kochst
dass
Du
für mich
brennst.
Und meine alte Lehrmeisterin
aus meinem Haus
gejagt hast.
Ballast
Zuweilen
hängt die Realität
wie ein
Sandsack
am
Heißluftballon
der Träume.
Dann braucht es
ein bisschen mehr Kraft
der Gedanken
um abzuheben.
Aufmerksamkeit & Wahrnehmung
Was mir entgeht
ist auf der Flucht
aus meinem Leben
Was mir entgeht
könnte
das Wichtigste sein
Nichts
soll mir entgehen.
Ich will
Gefangene machen!
Mein Leben
Meine Sinne
Mein Gedächtnis:
Ein Gefängnis
für jede Kleinigkeit –
Alles
wahr
nehmen
Nichts
übersehen
Nichts
überhören
Nichts
überriechen
Nichts
überschmecken
Nichts
überfühlen
Alles
überdenken.
Geliebte Unvernunft
Nach 0 Uhr
Unter 0 Grad
Eine Frau
die nichts trägt
außer
T-Shirt
Schuhe
& ein Handy
sucht
auf einer dunklen Straße
nach einer Stelle
mit Empfang
Empfang
in einer abgelegenen Gegend
um
ein Bild zu senden
Hoffentlich kommt kein Auto,
denkt sie
Und sie findet eine Stelle
Und kein Auto kommt
Und niemand sieht
wie sie sich bückt
um das Handy auf die überfrorene Straße zu legen
weil dort
der Empfang am besten ist
Dies wäre der Moment
sich in sie zu verlieben
Doch es ist zu spät
denn
Das
ist längst geschehen
& weit
darüber
hinaus
Es klingt
wie eine Phantasie
wie eine Metapher
wie ein Bild
Und ist doch bloß
Wirklichkeit
Das Bild
kam nie an
Es war
unwichtig.
Spinne im Glas
Noch nie
habe ich gesehen, dass
eine Spinne,
gefangen in einem Glas,
anfing
zu spinnen.
Aus Angst?
Aus Verzweiflung?
Aus Unfähigkeit?
Weil Fäden im Glas
nicht halten? …..
Oder doch
vielleicht
aus Hoffnung
auf Befreiung?
Noch nie
habe ich gesehen, dass
eine Spinne,
gefangen in einem Glas,
anfing
zu spinnen.
Wir haben
so wenig
gemeinsam.
Was habe ich getan?
Ich wusste nicht, was ich tat.
Einmal mehr.
So oft
hatte ich nicht gewusst,
was ich getan hatte.
Hatte ich jemanden
geschlagen
oder
geküsst?
Jemanden
erschossen
oder
geliebt?
War ich
in einen Abgrund gestürzt
oder
gesprungen?
War ich gestorben
oder
flog ich auf einem Teppich
durch die Lüfte?
Ich wusste es nicht.
Ich weiß nie, was ich tue
in
Deinen
Träumen.
Der brennende Faden
Ich hänge
am Leben
befestigt
mithilfe eines Fadens
der brennt
mit kalter Flamme
in einer Umgebung
die noch kälter ist
Nichts
löscht das Feuer
das Alles verzehrt
Sogar sich selbst
Und doch
hält der Faden
Er ist stärker als
meine Schwermut
schwerer als
mein Leichtsinn
beständiger als
meine Stimmungen
Unzerstörbar wie
meine Verzweiflung
Gesponnen aus
Träumen Hoffnungen & Ideen
Ich hänge
am Leben
Verzweifelt
Ich bin einfach
Ihre Stimme klang trunken
vor Liebe ….
Klang
nach Schwindel & Übelkeit,
nach Zärtlichkeit & Verwirrung.
»Du bist einfach«, sagte sie.
»Einfach zu viel für mich.«
Und sie ging aufs Klo,
um sich den Finger in den Hals zu stecken.
Ich hätte ihr das gerne
abgenommen.
Doch ich war am anderen Ende
der langen Leitung.
Sie musste es allein tun.
Es war nicht schwierig.
Es war einfach
eine Erleichterung.
Und es klang nach
Liebe.
Das nahm ich ihr
ab.
Die überlastete Sicherung
Kaum hast du dich an das Licht gewöhnt
das jemand eingeschaltet hat
als er in dein Leben trat
Wird es auch schon wieder
dunkel
weil
eine Sicherung herausspringt
auf-
grund von Überlastung
Irgendeine Leitung war
zu schwach
für den fließenden Strom
Und du erkennst
die Finsternis wieder
Deine alte UnBekannte
Und du tastest & stolperst unsicher
in ihr umher
wie zuvor
Verschüttet
Irgendwo
zwischen Pastis, Rotwein, Rum & Bier,
zwischen Zigarren & Zigaretten,
Pizza & Kartoffelchips
endete die Nacht
in einem Telefonat.
Lachen, Musik, Eifersüchteleien,
Neckereien, Liebeserklärungen, vertrautes Schweigen.
»Verdammte Scheiße!«
»Was hast Du jetzt schon wieder verschüttet?« sagte sie.
»Bier. Meine Socken sind nass. Meine Hose ist nass«, sagte ich.
»Du hast eine Hose an?«
»Ja.«
»Ich nicht«, sagte sie. »Ich bin nackt.«
»Du Sau.«
»Ich war doch schon im Bett.«
»Ja klar. Ich erinnere mich.«
Ich hatte darin gelegen, verkatert, als sie
eintraf; der Haustürschlüssel steckte
von außen. Und ich hörte Bewegungen, die
nach Vertrautheit klangen – als wäre sie
hier daheim. Sie stellte ihre Schuhe dorthin,
wo sie sie immer hinstellte, machte sich
einen Kaffee in meiner Küche & kam
ins Bett. Und der Kaffee wurde kalt. Wie immer.
Und als sie sich ein Bier holte, wurde es warm. Wie immer.
Musik kam aus dem Nebenraum. Verhangene Fenster.
Die Kerzen brannten herab.
Und irgendwo
zwischen Ficken, Lecken, Schlucken, Küssen,
zwischen Tasten & Lachen, Schweigen & Schlafen
endete der Nachmittag
in einem Hunger, der unstillbar schien.
Unsere Mägen hatten sich angeknurrt;
fürs Essen war keine Zeit gewesen,
im Funkenflug der Stunden.
Und als wir uns verabschiedeten,
war ich es, der nackt dastand, und sie war
dick angezogen, denn es war Winter.
»Du bist bestimmt froh, wenn ich weg bin,
dann kannst Du Dir endlich was zu essen machen.«
»Na klar«, sagte ich.
Ich wischte das Bier auf, zog die Socken aus,
tupfte die Hose ab.
»Hab ich eigentlich irgendwas eingesaut?« sagte sie.
Sie hatte ihre Tage. Ich meine Nächte.
»Nein», sagte ich. »Ich hab doch eh alles weggeschluckt.«
Sie lachte.
2 Stunden Fahrt hin, 2 Stunden Fahrt zurück.
Fernwärme. Sehnsucht. Vermissen.
Zeit, die fehlt. Hunger, der unstillbar ist.
Jetzt war ich vollgefressen & besoffen,
wieder geil – & allein. Doch nicht ganz. Ich hörte sie trinken.
Am Telefon.
Wir waren gut aufgelegt, bevor wir auflegten. Und uns hinlegten.
In der Ferne des jeweils anderen. In der Nähe unserer Träume.
Der nächste Kater wartete schon mit dem Schraubstock.
Schlimmer als der vorige.
So Vieles wird verschüttet.
Nicht immer
das Schlechteste.
Verdrängung
Und irgendwann ist das Gedächtnis
eine volle Badewanne.
Und es kommt jemand
betritt
Es
& geht
unter
Verdrängung findet statt
& irgend etwas
läuft
über
Ein erfülltes Leben
Essen
Trinken
Rauchen
Wichsen
Ein erfülltes Leben
Leere
kann
Fülle
sein
Sobald man
vergisst
was
fehlt.
Silvester
Mond im Wolkennegligé
Buntspuckendes Feuerwerk über
Straßenlaternen
Explodierende Musik
Geruch & Geschmack von Alkohol
in Einsamkeit
Der Versuch
Zeit zu begreifen
schlägt fehl
Menschen feiern
verzweifelt
ohne Verzweiflung zu spüren
Alles ist
Nichts
als ein bloßer
Wechsel
von
Zahlen
Die Gewinner von Nichts
Aus
einer zerstörten Beziehung
geht
der Selbstzerstörerische
vielleicht
als Sieger
hervor
Aber
am Ende
gewinnt
Niemand
Etwas
& Jeder
Nichts
Leider reimt es sich
Ich grüble mir ein Grab,
werfe Gedanken hinab;
darunter auch Gefühle
in die Grabeskühle.
Es ließ sich nicht ändern.
Oder wollte sich nicht ändern lassen.
Die Reime lagen zu nahe.
Dabei dachte ich, sie lägen
seit langem
hinter mir.
Tot & vergessen –
ein Zeichen von
Jugend.
Meiner Jugend.
Ein Irrtum.
Doch
wenigstens
ist der erste Reim
eigentlich nur
eine Täuschung.
Die Worte sind nicht
im Einklang
miteinander.
Das ist
ein Trost.
Eine Form von Eifersucht
Im Hinblick auf meine Lieblingsbücher
stelle ich mir gerne vor, ich sei
der Einzige,
der sie gelesen hat.
Niemals würde ich sie
weiterempfehlen.
Erwähnt irgend jemand
eines von ihnen,
verursacht mir dies zumeist
ein unangenehmes Gefühl
von Beschmutzung.
Ich spreche nicht über diese Bücher.
Die Vorstellung, sie könnten
Bestseller sein, ist mir
widerlich.
Manche Bücher sind wie
wertvolle Menschen.
Manche Menschen sind wie
Lieblingsbücher.
Und Manches wird einfach
zu oft
verkauft.
Kaputte Uhren
Traditionen
Gewohnheiten
Zerstreuungen
hängen an den Wänden
an den Mauern
des Lebens
wie kaputte Uhren
die
zu langsam
gehen
Wer sie nicht herunter
reißt
wird
die Zeit
nicht begreifen
& nie verstehen
warum das Leben
so
schnell
vergangen
ist
Unterlassungsgründe
»Sie trinken?«
»Ja.«
»Viel?«
»Ja.«
»Um zu vergessen?«
»Ich glaube schon.«
»Was wollen Sie vergessen?«
»Was ich nicht getan habe.«
»Nicht das, was Sie getan haben?«
»Nein.«
»Warum?«
»Das war nicht viel.«
»Vielleicht hatten Sie gute Gründe.«
»Vielleicht.«
»Abgründe?«
»Schon möglich.«
»Was haben Sie nicht getan?«
»Alles mögliche.«
»Und? Funktioniert es?«
»Was?«
»Das Vergessen.«
»Ich glaube schon.«
»Sie glauben? Warum?«
»Ich weiß nicht, warum ich es nicht getan habe.«
»Wußten Sie es je?«
»Ich weiß es nicht.«
Feuchte Wüstenei
Wüstes Durcheinander
Während die trockene Ordnung des Lebens verschwindet
Verschwindet wie der Cocktail in meinem Mund
Mein Schwanz im Mund der Geliebten
Oder sonstwo
Wilde Assoziationen von Menschen & Wörtern
Satzfetzen Gedanken Musik Träume
Schwindendes Licht
Schenkelverhedderungen
Eine Olive mit Loch
Aufgespießt im beschlagenen Glas
Gerötete Knie auf rauhem Teppich
Tropfende Gerüche
Ein Stöhnen
Ein Hauchen
Namen
Schweiß & Rhythmus
Ein entgegengestreckter Arsch
Ein Klatschen
Ein Verschwinden im Rausch im Rauch in Dunkelheit
& Wärme
Atemnot ohne Not
Vergessen
Sekrete Küsse
Bilder Fantasien Synapsenblitze & Schwindel
Un
Mittel
Bare
Wir
Klich
Keit
Und wir küssen uns
Und die Küsse schmecken nach Gin & Sperma
Schweigen
Lächeln
Ruhe
Schlaf
Schrankenlos
In
Einander
Ver
Schränkt
Das Buttergleichnis
Lange Zeit dachte ich:
Butter, die schmilzt, muss
die Soße verdünnen,
weil sie selber
dünn & flüssig
wird.
Das war nicht mein
einziger Irrtum
in bezug auf
Bindung.



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