Worauf man verzichten könnte:
Lesen
Rasenmähen
Staubwischen
Unterhaltung
Autowäsche
Tapeten
Sex
Fernsehen
Musik
Alkohol
Post
Mitmenschen
WC-Reiniger
Träume
Kalender
Fernbedienungen
Schaufensterpuppen
Fliegennetze
Rasierklingen
Marmelade
Grabsteine
Kameras
Brotschneidemaschinen
Thermometer
Gedanken
Brillen
Schnellkochtöpfe
Kerzen
Fotoalben
Pralinenschachteln
Gefallen wollen
Worauf man nicht verzichten kann:
Schlafen
Atmen
Essen
Trinken
Scheissen
Pissen
Im Grunde ist das Leben
ganz einfach.
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Die Phantasie erschuf
Himmel & Hölle.
Die Realität
schrieb von ihr ab.
Oder war es umgekehrt?
Egal …..
Egal ………
Denn beide
kümmern sich einen Scheiß
um das Urheberrecht.
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Sag mir,
dass Du schläfst –
Und ich werde Dir
glauben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Vertrauen | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Und dann wünscht Du Dir – einmal mehr -,
fähig zu sein, etwas anderes zu suchen als das,
was Du immer schon gesucht hast –
denn Du hast immer gefunden, was Dir
weh tut – –
Aber Du kannst nichts anderes suchen
& nichts anderes finden – als das,
wozu Du fähig bist.
3 Kommentare | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich verachte Philosophen, die
ein Toupet tragen.
Was könnte ich von ihnen lernen?
Ich werde darüber nachdenken.
Werde ich sie anschließend immer noch verachten?
Ich hoffe es.
Aber ich weiss es nicht.
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Ich möchte der Tisch sein, auf dem Du
tanzt –
nackt;
der Mond, der Dich blass bescheint –
dabei;
der Eimer, in den Du brichst –
danach;
die Decke, die Dich wärmt –
wenn Du unseren Rausch ausschläfst;
denn ich bin so voller
Kitsch –
so voller Kitsch –
wie die Wohnung meiner
toten Großmutter.
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Da ist dieser Mensch, den
zu berühren sich niemand mehr traut.
Denn wenn es doch einmal geschieht,
spürt man ein ganz leichtes Zucken, dass
durch seinen Körper geht ….
Schon die Andeutung einer Berührung
lässt ihn reagieren – fast unmerklich.
Und doch merkt es jeder; und jeder
deutet, was er merkt & spürt.
Und deutet es als:
Unbehagen.
Dabei ist es nur die
Einsamkeit,
die in diesem Menschen zuckt & reagiert;
die Jahre ohne Berührung,
die Gewohnheit der Distanz.
Die Sehnsucht, die sich erschreckt.
Und weil ihn niemand mehr berühren will,
wird seine Reaktion immer heftiger;
die Sehnsucht größer; die
Einsamkeit stärker.
Und da ist kein Ausweg,
kein Fluchtweg,
keine Brücke –
Nichts, was ihn fort führt,
weg von den falschen Reaktionen,
weg von den falschen Deutungen.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich bin so cool
so cool cool cool
wie die Müllmänner, die ich als Kind beobachtete,
auf ihren Plattförmchen, hinten am Müllwagen
Ich bin so cool
so cool cool cool
wie der Gin in meinem
Tiefkühlfach
Ich bin so cool
so cool cool cool
wie der Spiegel im ungeheizten Badezimmer
der meine Visage reflektiert
Ich bin so cool
so cool cool cool
wie Deine Antworten
auf meine Fragen
Ich bin so cool
so cool cool cool
wie die leere Ginflasche im Mülleimer
Die Flasche, die meine Visage reflektiert –
bevor die Müllmänner sie holen –
die Flasche, die leer ist & cool
wie Deine Worte
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Kindheit, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Während Du
über Deine Einsamkeit
weinst
lache ich
über meine
Einsamkeit
& mein Gelächter
geht Dir
auf Deine einsamen Nerven
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Sie war gerade doppelt so alt wie
der Whisky, den ich trank. Ich
war 37 Jahre älter als der Whisky.
In einem Pub in London.
Nach dem Essen, nach dem Quatschen
nahm sie ein Buch aus ihrem Rucksack &
begann darin zu lesen,
neben den leergegessenen Tellern,
neben den leergetrunkenen Gläsern.
Es war ein Bestseller.
Einige Seiten las ich mit ihr;
auf dem Kopf (denn sie
saß mir gegenüber). Dann:
verlor ich das Interesse – an dem
Text. Mieser Stil. – Ich
ließ sie dort sitzen, für
1 oder 2 Stunden,
in ihren Shorts, mit ihrem
Bestseller –
& ich ging auf die Suche –
nach Antiquariaten –
& alten Büchern.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Mein Gedächtnis ist ein klebriger Fliegenfänger.
Manche Erinnerungen sind tot, aber sie haften –
Andere summen noch – in Agonie.
Die meisten sind ununterscheidbare Stubenfliegen,
schwarz auf dem bunten Papier.
Doch hin & wieder sticht
eine Schmeissfliege hervor aus der dunklen Masse,
grünlich/bläulich-schimmernd – größer als
alle anderen –
& lauter summend,
während sie stirbt.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Tiere | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Komm, mein BeTäubchen, ich
liege am Boden –
fliege kurz über mich hinweg &
scheisse auf mein Herz!
Taub soll es werden.
Denn dann
werden meine Ohren taub für Deine Stimme;
werden meine Augen blind für Deinen Blick.
Scheiss auf mein Herz &
fliege weiter. Denn
wehe Dir, wenn Du
in meiner Nähe
landest!
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Versuch’s nur!
Versuche zu verbergen, was Du
nicht schön an Dir findest – & was Dich
unsicher macht.
Halte die Hand vor Deine Verletzlichkeit;
wende Dich ab & verstecke Dich ….
Es wird Dir nichts nützen.
Nicht, solange ich mit geschlossenen Augen
sehen kann.
Du möchtest Deine Schokoladenseite zeigen?
Ich habe die Schnauze voll von Süßigkeiten!
Was Du nicht schön an Dir findest,
hat wohl mehr zu Deinem Wesen beigetragen
als alles andere.
Und Dein Wesen kannst Du nicht verstecken.
Versuch’s nur!
Es wird Dir nichts nützen.
2 Kommentare | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein alter abgerichteter Hund.
Abgerichtet,
die Einsamkeit aufzuspüren,
die Traurigkeit,
die Unsicherheit,
den Selbsthass,
die Unzufriedenheit,
die Sehnsucht,
die Verzweiflung
Nichts sonst
nimmt er wirklich wahr;
alles andere lässt er links & rechts
liegen. Nichts sonst
interessiert ihn.
Blöde & abgerichtet.
Und wenn er aufgespürt hat,
wedelt er nicht mit dem Schwanz &
bellt, freudig erregt …..
Nein –
er heult wie ein Wolf
heult wie ein Wolf
heult wie ein Wolf
der sich selber erkennt –
immer wieder
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn Deine Stimme so gleichgültig klingt, so
traurig, dass die Trauer vor ihr erschrecken würde,
möchte ich die Traurigkeit aus Dir
herausdrücken
herauslecken
herausstreicheln
herausficken
herausküssen
Denn es ist erschreckend, wenn Deine Stimme
so traurig klingt, als hättest Du
mein Leben gelebt.
2 Kommentare | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich trage ihn mit mir herum,
tief vergraben in der Hosentasche:
den alten Radiergummi –
oder was von ihm übrig geblieben ist;
meine früheren Fehler haben ihn klein gemacht,
meine neuesten Fehler haben ihn verdreckt.
Worte, die ich ungeschehen machen wollte,
Linien, die ich hässlich fand.
Ich trage ihn mit mir herum,
um mich zu erinnern –
an falsche Entscheidungen,
oder an das, was ich dafür hielt.
Nicht mehr lange,
und er wird zu klein sein für
meine weiteren Fehler.
Aber Fehler werde ich weiterhin machen.
Und ich werde ihn ersetzen müssen,
den alten Radiergummi,
tief vergraben
in meiner Hosentasche.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Schon schwindet die Erinnerung.
In den Hörsturz. In das Ohrensausen. Bevor ich den Rest auch noch vergesse, versuche ich aufzuschreiben, was ich noch weiss. (Oder habe ich es gar nicht vergessen, sondern niemals gewusst ?)
Dunkelheit & später Abend. Einsame Straßen. Ein kleiner Ort. Ziellosigkeit, oder? Wie war ich hierher gekommen? Und warum? Vergessen. Ich ging an der Hauptstraße entlang, kleine Läden mit dunklen Schaufenstern. Wenige Laternen. Sommerliche Wärme.
Ein schmaler abschüssiger Weg führte vom Bürgersteig hinab zu einem Kino. Man bemerkte es kaum als solches. Keine Leuchtreklame; der Schaukasten war ebenfalls dunkel, ich erinnere mich nicht mehr an die Plakate, nicht mehr an die Aushangfotos. Aber es gab welche. Im Inneren des großen, alten Gebäudes brannte schwaches Licht; es war Zeit für die Spätvorstellung. Dachte ich, schätzte ich. Endlich irgendwo hinsetzen; ich ging hinein.
Alles sah nach den 50er oder frühen 60er Jahren aus; nichts schien jemals renoviert worden zu sein. Es roch alt. Und nach Staub. Und man sah niemanden. Die Kasse war unbesetzt. Auch hörte man nichts. Die Beleuchtung war ungemütlich. Der linke Flügel der Tür zum Kinosaal stand offen. Gleichmäßiges Flackern in der Öffnung; kein Ton. Ich bewegte mich darauf zu …
Der Saal (riesig – & hoch) war völlig leer – zumindest so weit ich ihn überschauen konnte, in dem schwachen Geflacker, das von der Leinwand & aus dem Vorführraum kam. Es lief: ein Countdown. Weisse Zahlen in einem weissen Kreis vor schwarzem Hintergrund. 983 …. 982 …. Nicht einmal eine Notbeleuchtung gab es.
(War das wirklich alles so – oder erinnere ich mich nur falsch? -)
Ich ließ die Tür hinter mir zufallen; sie machte keinerlei Geräusch. Ich ging ein paar Schritte den Mittelgang hinunter, suchte mir einen zentralen Platz. Unbequeme, cordbezogene Klappstühle aus dunklem Holz. Ich setzte mich. 874 …. 873 …. Ganz leise hörte ich nun doch das Surren des Projektors. Drehte mich um, schaute auf das kleine Fenster, durch das der Countdown geworfen wurde. Der Vorführraum war völlig abgedunkelt – so als gäbe es keinen Vorführer.
Und ich schaute wieder auf die Leinwand. 849 …. 848 ….
Was zur Hölle mache ich hier? All diese hochgeklappten Sitzflächen …. Die dunklen Ecken …. Ist dort vielleicht doch jemand? Und beobachtet mich? …. Aber ich spüre keinen Blick auf mir …. Habe ich sie noch in der Jackentasche? – Ja …. sie ist noch da …. & sie ist schwer …. & beruhigend ….
Die Zahlen hatten etwas Hypnotisches.
Bei 662 erschien eine Gestalt rechts in meinem Blickfeld. Zierlich. Lautlos. Soweit erkennbar, in Grau gekleidet; den Kopf in einer Kapuze verborgen, schritt sie den Seitengang hinab. Setzte sich mehrere Reihen unterhalb der meinen in den nächsten Sitzblock. Kopf in Richtung Leinwand.
Auch ich folgte weiter dem Heruntergezähle. Was, wenn der Countdown der eigentliche Film ist? Auf den nichts weiter folgt?…. Nichts als Dunkelheit…..
556 …. 555 ….
Zuhause wartete die Leere auf mich. Verhangene Fenster, Bücher, Filme, Musik. Wie weit war dieses Zuhause entfernt? Vergessen.
445 …. … …. … …. 442 ….
444 & 443 fehlten, stattdessen: 2 Sekunden absolute Finsternis. Und -: Die Gestalt saß woanders! – Zwar noch im selben Block, aber jetzt auf der gleichen Höhe wie ich. Wie kann sie in diesen 2 Sekunden der Finsternis…… Eine junge Frau, die auf die Leinwand blickte. Sie musste bemerken, dass ich sie beobachtete, aber sie schaute nicht zu mir herüber. Ein zartes Gesicht im Geflacker der Zahlen.
Ich wandte mich wieder dem Countdown zu. Ob sie jetzt zu mir herüber….? Habe nicht das Gefühl …. obwohl …. Würde ich es spüren?
Ich war hellwach. Merkwürdigerweise. Der einschläfernden Atmosphäre zum Trotz. SurrenSurrenSurrenSurren. Real. Reell. Reel. Surreal. 220 …. 219 …. SurrenSurrenSurren.
Blick nach oben: ein gewaltiger Kronleuchter. Erloschen.
14 & 13 fehlten.
Bei 12 saß sie direkt vor mir. Die Kapuze ragte in den Countdown. Ich erschrak nicht. Ich wunderte mich nicht. Ich neigte mich etwas vor, um sie vielleicht riechen zu können……
Die Null kam. Das hohle Ei im Kreis.
Dann:
Finsternis.
Lange. Lange.
Dann:
-13 ….
Sie saß links neben mir. Schaute mich an. Verletzliche Augen. Verletzte Augen. Geschichten. Gedichte. Ein vorsichtiges Lächeln. Flackern. Schüchternheit.
Plötzlich wurde es heller.
Wir schauten zur Leinwand. Der Film begann. Ohne Vorspann. Schwarzweiss.
Close up. Ein Mann (verwirrend ähnlich sah er mir) sitzt in einer Bar. (Nein, es war nicht ‚Casablanca’, aber es erinnerte daran…) Vor sich eine halbleervolle Flasche Whiskey, das gefüllte, auf dem Tisch stehende Glas mit beiden Händen umfassend. Er blickt in die Kamera. Blickt auf uns. Lange. Schweigend. Dann nimmt er einen Schluck. Klopft mit dem Glas 3 Mal auf die Tischplatte. Starrt weiter in den Kinosaal. Nichts ist zu hören. Die Bar scheint leer zu sein. Dann: zündet er sich eine Zigarre an, Ministreichholzexplosion, sein Gesicht hinterm Rauchvorhang. Er schüttelt das Flämmchen aus. Eine Stimme beginnt zu sprechen. Es muss seine sein, auch wenn er die Lippen nicht bewegt. –
„All diese Jahre. Oder waren es Jahrzehnte? Die Einsamkeit. Die unfassbare Einsamkeit. Die Selbstzerstörung. Die Betäubung. Die Taubheit.“
– – – Ein weiterer Schluck, ein weiterer Zug. – – –
„Und ich wette. Ich wette, ich wette, ich wette – sobald das Glück, oder wie immer man das nennen soll – an meiner Tür geklingelt hat, werde ich am Krebs verrecken. Oder an sonstwas. Ich werde verrecken an all dem, was die Einsamkeit mich tun lies.“ –
Er grinst in die Kamera.
Und eine Frauenstimme aus dem Off ruft: „Cut!“
Kurze Finsternis.
Dann:
-66 …. -67 ….
Wir schauten uns in die Augen. Stumm. Ängstlich. Lächelnd.
Nur kurz – & der Film begann von vorne.
„All diese Jahre …..“ – – – –
„Cut!“
Danach: keine Pause mehr. Der Film lief als Endlosschleife. Wir schauten nicht mehr hin.
Wie oft hörten wir die Sätze? Vergessen. Wir taten nichts außer uns anzusehen. Und Geschichten zu lesen.
Schließlich griff ich in meine Jackentasche. Schwer & beruhigend; der Revolver war ein Erbstück. Er hatte meinem Vater gehört. Ich wandte mich um, fixierte den linken Ellenbogen auf der harten Rückenlehne, spannte den Hahn, unterstützte mit der linken Hand die rechte, die den Revolver hielt. Sie schob ihre Hände in die Kapuze, um sich die Ohren zuzuhalten. Ich zielte. Auf das Fensterchen. Auf die Linse dahinter, aus welcher der Lichtkegel fiel. Staub tanzte im Geflacker.
Ich drückte ab.
Der Rückstoß, ich spürte ihn im Handgelenk. Der Knall, er schmerzte in meinen Ohren. Der Geruch des Schusses. Das Splittern des Glases. Die augenblickliche Finsternis. Der Projektor surrte weiter, aber ich hörte ihn nur noch dumpf – obwohl er nicht mehr durch die Glasscheibe gedämpft wurde. Pfeifen in meinen Ohren. Meine Stimme klang seltsam, als ich fragte:
„Alles ok?“
Keine Antwort.
Ich tastete in die Dunkelheit…… Nichts. Sie saß nicht mehr dort.
„Bist du noch da?!“ Ich sagte es laut. Vielleicht rief ich es sogar.
Keine Antwort.
Ich lehnte mich wieder an. Steckte den Revolver zurück in die Jackentasche. Spürte seine Wärme.
„Bist du noch da?“ Ich sagte es noch einige Male, während die Zeit ungezählt in der Finsternis verging.
Das ist es, was ich noch weiss. Es ist wenig. Der Revolver liegt neben mir auf dem Tisch. Zwischen der Whiskeyflasche & dem Aschenbecher. Meine Ohren pfeifen ohne Pause. Alle Musik klingt dumpf. Wenn jemand an der Tür klingeln würde – – würde ich es hören? Sicherlich.
Aber es klingelt ja niemand.
Und wenn, hätte ich wahrscheinlich Krebs.
Cut.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Einsamkeit, Geschichten, Krankheit, Kultur, Liebe, Stories | Veröffentlicht inAlles, Stories
Sei nicht der Schmerz, der vorübergeht –
Sei nicht das Glück, das vorübergeht –
Sei nicht das Lächeln, das vorübergeht –
Sie die Uhr, die
stehen bleibt!
Lautlos
in meiner Nähe.
Damit ich die Zeit
vergesse.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Noch bevor die Einsamkeit in
Zweisamkeit endet,
versuche ich,
mich an die Einsamkeit zu gewöhnen,
die nach der Zweisamkeit kommen wird.
Denn man weiss ja
nicht
nie.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich hoffe, Dein Schweigen
bedeutet Schlaf –
bedeutet, dass Du Dich über die Entfernung
hinwegträumst
Ich wünschte, auch ich könnte
schlafen –
schlafen & träumen & schweigen –
Da ich es aber nicht kann, laufe ich
durch die Räume & suche etwas, das ich
verloren habe –
Ich weiß, dass ich es hier nicht
werde finden können, aber
irgend etwas Unsinniges muss ich jetzt tun
Wärst Du hier, könntest Du
mir suchen helfen –
das wäre noch unsinniger; da Du
weißt, wo es ist –
Du weißt es – –
& Du sollst es
behalten
egal ob Du schläfst
träumst
schweigst
oder
wach bist
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Jahre messe ich mittlerweile in Toden.
Hat SIE das noch miterlebt?
War ER schon tot, als dies geschah?
Nackte Zahlen begreife ich nicht wirklich;
die Zeiträume, die sie umschreiben,
erfasse ich nicht.
Aber die Tode machen mir die Zeit
begreifbar.
Markierungen aus Leichen.
Grabsteine.
Und dann
endlich
werde auch ich
– für ganz Wenige nur –
eine Markierung
in der Zeit.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Tod, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Mir doch egal, wieviele Cocktails ich hatte –
Mir doch egal, wie besoffen ich bin –
Mir doch egal, dass mir der Schmalz aus dem Hirn sickert –
Mir doch egal, wenn ich mich lächerlich mache –
Mir ist doch alles egal –
fast – – –
Sie hasst Regenschirme …
Ich liebe Regenschirme …
Sie liebt frische Luft …
Ich hasse frische Luft …
Sie mag keine Pferde, mag lieber Esel ….
Ich bin ein Esel, mag aber Pferde ….
Sie verschläft meinen Absturz,
dabei ist sie mein Fallschirm ….
Vielleicht bin ich ihr
zweites Kissen, das sie im Arm hält,
während sie schläft …..
So weit weg
von mir –
Mir doch egal, wenn ich mich lächerlich mache –
Mir doch egal, dass mir der Schmalz aus dem Hirn sickert –
Mir ist doch alles egal –
FAST.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie widert mich an. Oftmals. Meine Schwäche. Die Schwäche, die mich dazu treibt, meine hingeschnodderten Worte – in welch kleinem Rahmen auch immer – in die Öffentlichkeit zu schubsen. Der kleinste Rahmen ist mir zu groß. Eigentlich. Das Internet: zu groß. Schon die Möglichkeit, dass die Worte gelesen werden könnten, beeinflusst mich; bewusst & noch stärker unbewusst. Und ich will nicht beeinflusst werden. Von Nichts & Niemandem. Selbstverständlich ist das unmöglich – aber es wäre mein Idealzustand.
Diese verdammte Schwäche. Gier nach Feedback. Suche nach Anerkennung. Menschlich, na sicher! Aber trotzdem zum Kotzen.
Warum nur habe ich damit angefangen? Warum habe ich nicht weitergemacht wie früher? Schreiben – & das Geschriebene sofort wegschliessen. Geradezu schamhaft. Wenn jemand das laute Tippen der alten mechanischen Schreibmaschine hörte, war mir das peinlich; es war, als hörte mir jemand beim Wichsen zu. Denn Schreiben war Sex. Schreiben ist Sex. Selbstbefriedigung. Abspritzen auf Papier. Und das nicht nur wegen der Sublimierung. – Wehe, ich wurde darauf angesprochen! Ich fing an zu stammeln, wich aus, brach das Thema ab.
Was tue ich da eigentlich? Was schreibe ich da eigentlich? Was veröffentlicht wird, wird kategorisiert. Ich will nicht kategorisieren. Ich will nichts ‚Gedicht’ nennen, ich will nichts ‚Story’ nennen. Auch das finde ich peinlich. Aber ich tue es dennoch. Wie lächerlich!
Und dann passiert der Gau -: man bekommt Feedback! Man lernt auf virtuellem Wege reale Leser kennen. Und wenn es noch so wenige sind, und wenn es nur einer wäre – wie zur Hölle soll einen das nicht beeinflussen?! Falls ich mir morgen in die Hose scheisse, könnte ich dann noch darüber schreiben? Bin ich so unabhängig? Ist mir alles so egal, wie ich es gerne möchte?
Ich lebe so verborgen, so zurückgezogen, wie es überhaupt nur geht; ich bin so allein, wie es überhaupt nur geht – meine Worte sollten genau so allein, genau so verborgen bleiben. Aber nein. Man ist ja Mensch. Man kann so einsam sein, wie man will, oder wie das Leben es wollte – man bleibt dieses schwache Herdentier.
Widersprüche Widersprüche Widersprüche. Ich kann sie genau so wenig lösen wie irgend jemand sonst. Also werde ich vielleicht einfach so weitermachen ……
Oder alles wieder löschen? Alles vernichten? Verschwinden, so plötzlich, wie ich aufgetaucht bin? – Vielleicht.
Vielleicht werde ich mir morgen in die Hose scheissen, um zu überprüfen, wozu ich noch fähig bin.
Sofern ich jemals zu etwas fähig war.
5 Kommentare | Schlagwörter: Kultur, Literatur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Vermischtes
Hier ist der
.
Über den hinaus
es
Nichts
mehr
zu sagen gibt.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Da hatte man sich viele Stunden lang
mental auf Käse vorbereitet –
so sehr & so lange, dass man nur noch an
Käse denken konnte …..
Dann geht man an den Kühlschrank, und
der Käse ist ein pelziger Smaragd!
Aber die Leberwurst sieht noch ganz gut aus.
Auf den Käse hätte man Senf & Zwiebeln getan.
Also tut man Senf & Zwiebeln auf die Leberwurst –
in doppelter Menge.
Fast schmeckt man nur noch Senf & Zwiebeln.
Man vergisst den Käse, und der Appetit
wird befriedigt
von einer Sinnestäuschung.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Essen, Kultur, Lyrik. Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wahrscheinlich ist sie krebserregend –
die alte Bratpfanne in meiner Küche.
Wenn ja, habe ich sie dazu gemacht,
weil ich sie benutzt; weil ich
auf ihrer Beschichtung herumgekratzt habe.
Viele Verletzungen hat ihre Beschichtung,
sie ist aufgeraut & narbig.
Der Boden der Pfanne ist nicht mehr eben;
die Pfanne wackelt unsicher, wenn ich sie
auf die Herdplatte stelle.
Sollte ich sie deshalb wegschmeissen &
mir eine neue kaufen?
Eine neue kaufen, wie die meisten es wohl
schon vor Jahren getan hätten …..
Menschen können krebserregend sein –
was sie tun, was sie sagen …. es schlägt
einem auf den Magen – & vielleicht
bekommt man Magenkrebs davon – – –
Und wer hat die Menschen
krebserregend gemacht?
Kratzer …. Narben ….
Einerlei!
Man schmeisst sie nicht weg!
Die alte Pfanne ist heiss …..
Was auch immer ich gleich in sie hineintun werde,
es wird mir schmecken.
Ich werde die Gefahren verdrängen.
Denn ich habe Hunger.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Über dieses Thema
gibt es nichts zu sagen &
nichts zu schreiben.
Es ist langweilig,
es ist belanglos.
Banal.
Über dieses Thema
gibt es nichts zu sagen &
nichts zu schreiben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich habe immer ein bisschen Angst, dass jemand
mir meine Einsamkeit verleiden könnte –
denn eigentlich mag ich die Einsamkeit, dies
Alte Luder, ganz gern.
Ich habe mich an sie gewöhnt, und
allzu hässlich ist sie auch nicht –
sie bedeutet mir Ruhe, Verlässlichkeit,
Gleichförmigkeit (die ich schätze) &
Freiheit.
Ich kann mir das Alte Luder schöndenken,
schönreden, schönschreiben, schönsaufen.
Oftmals.
Ich behaupte es zumindest. Mir gegenüber.
Und ich glaube mir.
Oftmals.
Ich habe auch schon Anderes zu dem Thema
geschrieben – & in 10 Minuten werde ich vielleicht
wieder etwas Anderes darüber schreiben.
Denn vielleicht
wird Diejenige, die mir die Einsamkeit verleiden könnte,
in 5 Minuten aufwachen -; vielleicht aber
will ich dann in 10 Minuten gar nicht mehr schreiben.
Und davor habe ich auch ein bisschen Angst.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
„Das ist mir völlig egal“, sagte sie.
„Stört Dich wirklich nicht?“ sagte ich.
„Doofi“, sagte sie &
küsste die Pickel auf meinem Rücken; und
in meinem Gesicht ….
„Überzeugt?“ fragte sie dann.
Ich grinste. Vermutlich ziemlich blöde.
Ich sagte: „Nur dumm, dass Du
keine Fehler hast, die ich küssen könnte.“
Sie grinste. Überhaupt nicht blöde.
Sie sagte: „Ich finde, mein Hintern ist zu dick.“
„Stimmt“, sagte ich, „eindeutig ein Fehler.“
Schwein gehabt!
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn man allein auf der Straße fährt,
ist es völlig sinnlos, den Blinker zu setzen.
Niemand will wissen,
wohin man fährt.
Aber die Gewohnheit sitzt tief –
& man blinkt trotzdem.
2 Kommentare | Schlagwörter: Einsamkeit, Kultur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Je kälter die Atmosphäre, desto
schöner
ist der Rauch, der aus dem
Schornstein
wölkt ……
Früh morgens,
wenn es kaum hell ist…..
Ich bin nicht so kalt,
wie Du schön bist
Dein Rauch sieht aus,
als hätte ich -20 Grad….
Der Rauch, der
aus Deinem Mund kommt
Es sind Worte, die
schön sind
Vielleicht bin ich doch
die Arktis
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Das Leben ist so einfach zu verstehen:
Immer wenn man sich einen runtergeholt hat,
kommt die geilste Sau um die Ecke – &
man wünscht sich,
es wäre 5 Minuten früher.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Kultur, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wo Du einen Feuerlöscher hast,
habe ich einen Flammenwerfer.
Wo Du einen Flammenwerfer hast,
habe ich einen Feuerlöscher.
Passen wir zusammen?
Oder löschen wir uns gegenseitig
aus?
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
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