Wir sind
Uns
so vertraut
mittlerweile
dass
ich
nicht mehr
staubwische
bevor
Du
kommst
nicht mehr
aufräume
bevor
Du
kommst
nicht mehr
das Bett
frisch beziehe
in das
Wir
Uns
gemeinsam
fallen
lassen
können.
Wir sind
Uns
so vertraut
mittlerweile
dass
ich
nicht mehr
staubwische
bevor
Du
kommst
nicht mehr
aufräume
bevor
Du
kommst
nicht mehr
das Bett
frisch beziehe
in das
Wir
Uns
gemeinsam
fallen
lassen
können.
Jahre der Einsamkeit
können
in
Einem
Augenblick
vergehen.
In einem Augenblick
unter 4 Augen
die sich
erkennen.
Die sich erkennen
selbst
wenn sie
blind
sind.
Selbst
wenn sie
blind
sein
sollten.
Blind
sein
mussten
um Blicke auszutauschen
die mehr sind als
bloßes
Sehen
um
blind
sich
zu treffen
&
Sich
kennen
zu
lernen
in
Einem
Augenblick
in dem
die Vernunft
nackt
schläft
mit
geschlossenen Augen
die
WEIT
GEÖFFNET
GEMEINSAM
SIND.
Zuerst wird
die Tür
zugemacht & abgeschlossen.
Dann
wird sie
zugemacht & nicht abgeschlossen.
Dann wird
die Tür
angelehnt.
Schließlich
wird
die Tür
weit offen gelassen.
Und bestenfalls
niemals
zugeknallt.
Schon als
Wir
Uns
das erste Mal
trafen
waren
Wir
Uns
seltsam
vertraut
Seitdem
treffen
Wir
Uns
immer wieder
wie
zum ersten Mal
Immer wieder
neu
Nur
jedes Mal
noch
vertrauter.
Wo
soll das
noch
enden?
Im
Niemals
vielleicht
Ich hörte ihr zu
am Telefon
wie sie sich
ein Kleid aussuchte.
Ein Strickkleid.
Sie wollte es
in Grau.
Grau
war nicht
lieferbar.
Lieferbar war es
in
Dunkel-Lila.
»Das sieht bestimmt
geil aus«, sagte ich.
Stellte mir vor,
wie es
ihr stehen würde.
Wie er
mir stehen würde.
Stellte mir vor,
wie ich es
ihr ausziehen würde.
Später –
zu spät –
erinnerte ich mich an
Farbsymbolik.
An die Farbsymbolik
Mario Bavas …..
Lila
bedeutete
Tod.
Zu spät.
Die Bestellung
war
abgeschickt.
Ich bin
hinter Dir
immer
& Du
kannst mich nicht sehen
denn ich bin
in Deinem Toten Winkel
Wenn Du
die Spur wechselst
könnten wir
zusammenstoßen
&
gemeinsam
sterben.
Aber nur
wenn ich Dich
im selben Augenblick
überholen wollte.
Aber
das
will
ich
nicht.
Ich lebe
in meinem
Toten Winkel
Wenn Du mich
dort
besuchst
bring
Dein Leben mit!
Dort können wir
zusammen
……
Meinetwegen
so dachte ich
trug sie
kein Höschen
unter ihrem Rock
als sie mich
zum ersten Mal besuchte.
Dieser Gedanke
gefiel mir
sehr.
Dann
wurde mir klar
dass sie
beinahe
niemals
ein Höschen trug.
Auch dieser Gedanke
gefiel mir
sehr.
Egal
wie lange ich
darüber nachdenke –
ich weiß
nicht
welcher Gedanke
&
welches Gefühl
mir
mehr
gefällt.
Ich wollte Dich treffen
bevor ich wusste
dass es
Dich
gibt
Ich wollte Dich treffen
als ich erfuhr
dass es
Dich
gibt
Ich wollte Dich treffen
in Deiner Mitte –
dort
wo ich sein will
Ich will Dich treffen
immer wieder
Doch manchmal
bedeutet
Treffen
Verletzen.
Ich habe Dich
getroffen
Das
wollte ich
& wollte ich nicht
Aber
wahrscheinlich
werde ich es
wieder tun
Triff mich
in
meiner
Mitte –
dort
wo
Du
längst
warst
bevor ich wusste
dass es
Dich
gibt
Dort
wo Du bist
Dort
wo Du sein wirst
Das ist
nur
fair.
Sie werden einem hingeworfen –
die Wortbrocken ….
die großen Worte ….
Das ist einfach &
kostet nichts.
Irgend etwas mit
Liebe
Sehnsucht
Vermissen.
Hingeworfen,
vorgeworfen.
Aus weiter Entfernung.
Da, friss!
Und man frisst.
Die Wortbrocken.
Weil man Hunger hat.
Einen Hunger, der
durch Worte
nicht
zu stillen ist.
Man weiß das
& hofft doch.
Man hofft auf
ein Ende
der Leere –
mag es Täuschung sein
oder nicht ….
Enttäuschung
am Ende.
Dieses unstillbare Verlangen
nach allem
was nicht
bloß
Wort
ist.
Nicht bloß
hingeworfene Brocken
die man nicht
berühren
kann.
Sie sagte:
»Ich liebe Dich. Du musst jetzt
nichts sagen.«
Ich sagte
nichts.
All diese
verzweifelten Versuche
in all diesen
verschwindend-kleinen Betten
die überall
auf einem Staubkorn
eines Staubkorns
eines Staubkorns
im All
verteilt sind …..
Versuche
die Einsamkeit hinter Allem
die Leere hinter Allem
die Sinnlosigkeit hinter Allem
das Nichts hinter Allem
zu vergessen
Man flüchtet
zueinander
aneinander
ineinander
flüchtet
zu Anderen
in Verzweiflung
Vielleicht
am liebsten zu Anderen
die
All Dies
anders
sehen
oder
gar nichts
sehen
die
nicht
verzweifeln
Dann
prallen Welten
aufeinander
stoßen
zusammen
zueinander
ineinander
& vielleicht
auseinander
Aber
vielleicht auch
verschmelzen sie
miteinander
im All
Es ist
als hättest Du
Dich
mit
Deinem Arsch
den ich
liebe
auf
meine Brille
gesetzt
& plötzlich
sieht
Alles
anders
aus
Mein Blick
ver-
&
ge-
bogen
ins
Richtige
In
Deine
Richtung.
Ge-
borgen.
Lass
es
laufen
während Du
auf meiner Brille
sitzt
Ich
höre
Dir
zu.
Das Leben
fließt.
Die leeren Bierflaschen in der Küche
hatte nicht
ich
leergetrunken.
Sondern die Frau, von der
ich
besoffen war –
Die Frau, die ich
leergetrunken hätte,
wäre es nur möglich gewesen.
Nachdem sie gegangen war,
räumte ich die Flaschen weg …..
Eine von ihnen kippte um dabei,
traf den kleinen, zerbrechlich-dünnen Teller,
der mein LieblingsTeller war,
der mich durch meine Einsamkeit begleitet hatte …..
Die fallende Flasche
brach 2 Stücke heraus, die
zusammen
einen Halbkreis ergaben …..
Für einen Augenblick
dachte ich,
ich sei
untröstlich …..
Dann
wurde mir klar:
Der Teller hatte an Wert gewonnen.
Das nun fehlende Stück
wurde zum
Denkmal
Fühlmal
einer Erinnerung, die
kostbarer war als
der intakte Kreis des Tellers …..
kostbarer
als
alles
Ungebrochene …..
Der fehlende Halbkreis
aus 2 Splittern
waren
wir.
Wir
waren
intakt.
Sind
im
Takt
mit
einander.
Musik.
Das Ende
der Einsamkeit
war
ein Bruch.
Der Teller wurde
zum Begleiter
unserer
Zweisamkeit.
Mein Lieblings
Teller.
Bei
nahe
schon
selbst
verständlich
Ich kann & darf
Dich
berühren
wo ich will
Ich kann & darf
Dich
küssen
wo ich will
Ich soll & muss &
kann
Dich
lieben
wie wir wollen
Bei
nahe
schon
selbst
verständlich
bei
Nähe
wie unserer
doch
in den schönsten Momenten
vergesse ich
alle
Selbst
verständlichkeit
so
wie
bei
nahe
mich
selbst
verständlich
In uns träumen
die Möglichkeiten
davon
Tatsachen zu werden
In uns träumen
die Sehnsüchte
davon
Erfüllung zu werden
In uns träumt
der Schlaf
davon
Leben zu werden
In uns träumt
die Einsamkeit
davon
Liebe zu werden
In uns träumen
die Ängste
davon
Schrecken zu werden
In uns träumt
der Hass
davon
Tod zu werden
Wunsch
Träume
Alb
Träume
Und
Irgend etwas
erwacht
als
Verwirklichung
Irgend etwas
schläft
für immer
traumlos
Irgend etwas
träumt
für immer
schlaflos
Irgend etwas
erwacht
wie immer
Und
Irgend etwas
stirbt
im Schlaf
in
Uns
Wenn Dein Licht & Deine Schatten
auf die Mauern in mir
fallen …..
Mauern, die
meine Vergangenheit
errichtet hat,
flackert
ein Film
auf ihren Oberflächen …..
Ein Film aus
animierten
Scherenschnitten …..
Vielleicht nur
ein verschollener Märchenfilm
von Lotte Reiniger …..
Vielleicht
die Dokumentation
einer neuen Gegenwart …..
Wie auch immer –
ich könnte dem Spiel
aus Schwarz & Weiß,
aus Schatten & Licht
dem Scherenschnitt in meinem Leben
zuschauen
für den Rest
meines
Lebens.
Mag er
kurz
oder
lang
sein.
Steige nicht zu,
wenn Dir
Steigungen nicht zusagen,
wenn Dir
Gefälle nicht gefallen,
wenn Dir
Abgründe zu abgründig sind
& starke Neigungen Dir
Angst bereiten.
Steige nicht zu,
wenn Du
Sicherheit suchst
& Geschwindigkeit
Dich schwindeln lässt.
Steige nicht zu,
wenn Du
die Fliehkraft nicht ertragen kannst
& ihr Druck
Dich schwach macht.
Steige nicht zu,
wenn Du
ein Ziel hast,
nicht zu,
wenn Du
einen Sinn suchst.
Ich führe
zu
nichts.
Ich habe
keinen
Sinn.
Es geht
auf & ab
mit mir –
& manchmal
entgleise ich.
Nimm lieber einen Zug,
der Dich
ruhig & sicher
von A nach B bringt;
dorthin, wo Du
hin
willst.
Vielleicht.
Ich
bewege mich
bloß
in seltsamen Kreisen,
auf verschlungenen Gleisen –
& ich übernehme
keine Verantwortung
für das, was
mit mir,
mit Dir,
mit uns
passiert.
Wer nicht begreift
was Zeitverschwendung ist
Wer nicht begreift
dass ich
so wie wir alle
keine Zeit
zu verlieren habe
ohne
Alles
zu verlieren
sollte besser gar nicht erst
anfangen
mich
aus der Ferne
zu
lieben.
Die Türglocke
dingte
Die Türglocke
dongte
Der Mann
zögerte
Der Mann
öffnete
Öffnete die Tür
die aufgequollen war
in ihrem Rahmen
& kaum noch
aufgehen
wollte
Es war
spät
Fast schon
zu spät
für Besuch
Die Frau
dort draußen
lächelte
Der Mann sagte:
»Ja bitte?«
»Ich bin’s«, sagte die Frau
»Wer ‚ich’ ?«
Die Frau nahm ihr Telefon
aus der Handtasche
Wählte eine Nummer
Im Wohnzimmer des Mannes
klingelte das Telefon
»Moment«, sagte der Mann
zu der Frau, »ich bin gleich wieder
da.«
Er ließ
sie
stehen
dort draußen
Er ging ins Haus
ging ins Wohnzimmer
ging ans Telefon
»Ja bitte?«
Eine Frauenstimme sagte:
»Ich bin’s.«
Der Mann sagte:
»Oh Schatz, wie schön, dass Du
anrufst. – Wann kommst Du
endlich
mal wieder
vorbei?«
Die Frauenstimme sagte:
»Ich stehe vor Deiner Tür.«
»Das kann nicht sein.«
»Schau nach.«
»Moment«, sagte der Mann
Er ging zurück
zu der Haustür
mit dem Telefon am Ohr
Betrachtete die Frau
die draußen stand
mit dem Telefon am Ohr
Rauschen
ohne
Meer
in beider Ohren
Er fragte:
»Wer sind Sie nochmal?«
Sie sagte:
»Ich bin’s.«
Stimmen mischten sich
Überlagerten sich
Schluckten sich
Unterschiedliche
Klangfarben
Die Farbe der Sehnsucht
Die Farbe der Gegenwart
Die Farbe der Träume
Die Farbe der Wirklichkeit
Die Frau
stand
im Rahmen
Es war
spät
Sehr spät
Der Mann
sah
aufgequollen
Aus
Nach all den Stunden
des gemeinsamen
Lachens
kommt
manchmal
dieser Moment
des plötzlichen
Ernstes
wo
Alles
innehält
wo
Eine oder Einer
von Zweien
als erstes
sagt:
»Ich liebe Dich«
Dann herrscht Ruhe &
das Lachen
wird zu einem
Lächeln
das
inne- &
an-
hält.
Es scheint
immer
Nacht
zu sein
wenn
wir
uns
treffen
Nacht
in
mir
Denn
in mir
gibt es nur
eine Sonnenuhr
Die Einsamkeit
war allzu
grell &
schmerzhaft blendend
Die Sonnenuhr deutete an
es könnte zu spät sein
immer wieder
Doch wenn wir uns
treffen
im Jetzt
wirfst Du
Deinen warmen Schatten
in mein Inneres
Dann träumt
die Dunkelheit
in mir
& die Sonnenuhr
hat
nichts mehr
anzuzeigen
Sie weiß nicht mehr
wie spät es ist
Wie spät
in mir
Wie spät
in Dir
Wie spät
in uns
Sie weiß nicht mehr
wie spät es ist
in
unseren
gemeinsamen
Nächten
wenn unsere Dunkelheiten
miteinander
träumen
Die Eiswürfel in meinem Drink
standen in Flammen, als
die Frau auf meinem Sofa
fragte: »Und wo ist das Zimmer
für den Schnellen Sex, das Zimmer
mit den Schaufensterpuppen, über das
Du geschrieben hast?«
Musik flackerte in der Luft.
In der Luft, die Lust war.
»Ich zeig’s dir«, sagte ich. »Es ist
gleich gegenüber dem Zimmer, in dem
ich schreibe.«
Wir gingen durch den düsteren Flur;
sie ging vor …. ich
ging
hinter
ihr
her ….
ging nach
wie eine alte Uhr, kurz bevor sie
aufgezogen werden muss.
Die Puppen warteten im Dunkeln;
die Matratze lag
am Boden –
die Frau betrat den Raum,
ich machte buntes Licht ….
»Schön«, sagte sie.
Ich stand hinter ihr,
las die Gedanken
in ihrem Hinterkopf,
hockte mich hin,
schob ihren Rock hoch,
unter dem nur
sie
war …. &
sie lachte leise, als ich
in ihren Arsch biss ….
»Wir können gerne hier bleiben«, sagte sie.
»Nein«, sagte ich, »können wir
nicht.
Wir müssen in das Zimmer, in dem
nichts
Schnell
geht.
Wir müssen in das Zimmer, in dem
ich
träume.«
Soll sie doch fort bleiben,
die Sonne!
Egal, ob Tag oder Nacht.
Mir reicht der kalte,
bleiche Beweis, den
der Mond erbringt
für ihre Existenz.
Und wenn selbst der
fehlt –
scheint eben
wie üblich
die Finsternis
in das einzige Fenster
meines Hauses, das
nicht
verhangen ist.
Ich scheiße auf
die Wärme & das Licht,
auf Alles,
was mich verbrennt!
Nein,
ich sehne mich nicht
ich sehne mich nicht
ich sehne mich nicht
nach
der Sonne!
Eigentlich
ist er mir ganz sympathisch –
der kleine schüchterne Junge, der
damals
da
mals
stumm & rot
von den Großmäulern
die später zu
funktionierenden Erwachsenen
werden sollten
vor die Schulbank des
kleinen braunhaarigen Mädchens
geführt wurde.
Geführt,
um ihn
vorzuführen.
Seine Liebe
vor
zu
führen.
Sie lachten & waren
laut.
Laut sind sie immer.
»Er liebt Dich!
ER LIEBT DICH!
HA HA HA!«
Der kleine schüchterne Junge
stumm & rot.
Das braunhaarige Mädchen
wusste nicht, was es sagen sollte;
es sagte
nichts –
lächelte unsicher.
Da war zu viel
Laut-
stärke
um sie herum –
Laut
stärke, die
im Grunde
Schwäche
war.
So wie es eine Schwäche ist,
Alles
aussprechen zu wollen.
Eigentlich
ist er mir ganz sympathisch –
der kleine schüchterne Junge, der
nicht
sprach.
Und manchmal denke ich, dass
ich
das kleine braunhaarige Mädchen
noch heute
liebe …..
Oder
uns,
so wie wir waren –
damals.
Zwischen Deinem Zeigefinger &
Deinem Mittelfinger
ruht
& glüht
& raucht
die Kippe.
Ich
wäre gerne
die Kippe
auf der alles
steht.
Die Kippe
zwischen Deinem Zeigefinger &
Deinem Mittelfinger –
ruhend
glühend
rauchend.
Ich
wäre gerne
die Kippe
auf die Du
stehst.
Ich
bin
die Kippe
in Deinem
Aschenbecher.
Ruhend.
Glühend.
Rauchend.
Und
irgendwann – –
verlöschend.
Ich bin
die Kippe
die
immer kürzer wird –
kürzer
zwischen
Deinen Lippen.
Zwischen
Deinem Zeigefinger &
Deinem Mittelfinger.
Ich bin.
Bin
die Asche –
die Asche
Deiner
Atemzüge.
Ich bin
Deine
Kippe.
Ich bin.
Bin.
Bin.
Asche.
Sie ging
durch den Gehörgang
irrte & wandt sich
durch Gehirnwindungen
bahnte sich
schwimmend & tauchend
ihren Weg
durch die Blutbahn
lungerte kurz
in der Lunge herum
atmete
atmete
atmete
meinen Sauerstoff –
betrat
die Herzkammer
richtete
sich ein
wo so lange nichts
auszurichten gewesen war
machte es
sich
bequem
wo es so lange
unbequem gewesen war –
pochte & klopfte
im Rhythmus — — —
fand Ruhe
in der Unruhe &
wollte
nicht
wieder
gehen.
Ein Raum, ein Bett. Eine Laterne
mit verschiedenfarbigen Glasfenstern, die
bunte Flecken auf die beiden Gesichter malte.
»Ich bin mir sicher, dass wir uns schon mal
begegnet sind«, sagte die Frau. »Ich komm
nur nicht drauf, wo.«
Der Mann sagte: »Ich habe auch das Gefühl.«
»Nein«, sagte sie, »kein Gefühl. Gewissheit.«
»Hmm, vielleicht. Aber es muss lange her sein.«
»Ja«, sagte die Frau, »lange.«
Dann schwiegen sie.
Grübelten im bunten Licht.
Vergebens.
Sie waren Fremde.
Ich kannte sie nicht.
Aber nur ich wusste, wo
sie zuerst einander begegnet waren. –
Sie hatten sich getroffen
in einem meiner wirren Träume.
Vor nicht gar so langer Zeit.
Sie hatten den Traum vergessen.
Ich nicht.
Und dann war es zu spät – einmal mehr.
Einmal mehr hatte ein Mensch von zweien
nicht wahrhaben wollen, dass
Gemeinsame Zeit
noch rarer
ist,
noch kostbarer
sein kann
als die eigene Lebenszeit, als die
Zeit der Einsamkeit.
….. Termine Termine Termine …..
Bösartige Krankheiten, die
alles Leben, alle Zeiten
unbarmherzig verschlangen.
Die wenigsten unabdingbar.
Der Tod, den man selber
herbeiruft …..
& die Einsicht kam – einmal mehr –
nicht vor der Reue …..
Zu spät. Wie so oft.
Und dann gab es keine Gemeinsame Zeit mehr, die
man sich hätte nehmen können …..
Die Wahl, die man einmal gehabt hatte,
war dahin.
Was blieb, war eine weitere
Zeit der Einsamkeit &
ein letzter gemeinsamer Termin
auf dem Friedhof.
»Ich liebe Dich, Du Arsch!«
»Ich liebe Dich auch, Du blöde Fotze!«
Wir lachten.
Mein linkes Ohr war heiß, denn
ich mochte das Telefon nicht an mein rechtes halten.
Eine alte Gewohnheit.
Ich hörte sie schlucken.
Bier.
Sie hörte mich schlucken.
Gin.
Die Endlosschleife unserer Musik
fesselte uns
aneinander.
Gemeinsames Betrunken
Sein.
Ein Schnurren in der Leitung –
der kleine blinde Kater mit dem großen Wasserkopf.
Zu Hause bei ihr.
Der andere Kater,
der mit der hitlerbärtigen Zeichnung über dem Mund
(oder war er doch Charlie Chaplin ähnlicher?),
spielte mit Nüssen, die
laut über den Holzfußboden klackerten.
Zu Hause bei ihr.
Ich erinnerte mich an die Kratzer
an ihren Schenkeln.
Bei mir zu Hause spielten die Spinnen
lautlos
in ihren Netzen
mit Fliegen, die
nie wieder
fliegen würden. Aber
versponnen waren.
Sie kratzten mich nicht.
Diese Frau & ich –
wir waren so weit entfernt von einander, dass
wir uns so nahe gingen
wie nur möglich.
Eigentlich
passten wir nicht zueinander, und das
passte perfekt.
Der kleine blinde Kater furzte.
Ich konnte es nicht hören, aber
als sie es erwähnte, konnte ich es riechen.
Gefühle flogen hin & her
in einem unsichtbaren Netz.
Wir lachten.
Irgendwann weinten wir
zur Musik.
Gemeinsames Betrunken
Sein von Gemeinsamkeit.
Mein rechtes Ohr blieb kühl.
Nichts sonst.
Manchmal schreibe ich
von der Gegenwart
in der Vergangenheit.
Ich bin ein Arsch.
Ich liebe Dich, Du blöde Fotze!
Eine Endlosschleife.
Keine Pointe.
Das Leben
verläuft
so
oder
so
ob
in geregelten Bahnen
oder
auf überwachsenen Pfaden
in Unordnung
oder
Ordnungszwang
in Unterordnung
oder
Auflehnung
ob
in Gesellschaft
oder
Einsamkeit
Es verläuft
im Unbewußten
in Erkenntnis
im Gefühl
im Kalkül
im Nichtstun
in Betriebsamkeit
Es verläuft
vergeht
verschwindet
kehrt wieder woanders
Das Leben
verläuft
Sich
Dich
Mich
–
Ich irrte umher
im Verlaufe meines Lebens
breite Straßen
verwinkelte Seitenwege
Trampelpfade
unwegsames Gelände
offene Plätze
geschlossene Räume
Sackgassen
Ich suchte
nichts
Ziellosigkeit
war mein
Ziel
Zeit verging
wie sie es
immer
tut –
unbarmherzig
gleichförmig
uninteressiert
in Falten & Verfall
Und weil ich nichts suchte
verlief ich mich
Verlief ich mich
in Dich
Du lagst auf
dem Weg
der
der meine war.
Und
ES
nahm seinen Lauf.
Allein
Gelassenheit
hilft
manchmal
Die Gelassenheit
– mühsam erarbeitet –
– mühsam errichtet –
– mühsam erhalten –
in Einsamkeit & Alleinsein
Ein instabiles Konstrukt aus
Routine
Verdrängung
Betäubung
& Verzicht
Doch sie
bricht
in sich
zusammen
wenn die Einsamkeit
sich maskiert als
Gemeinsamkeit
& das Alleinsein
zur AlleinGelassenheit wird.
Die Entfernung
Die Sehnsucht
Die sich aufstauende Leidenschaft
Das Leiden
Der Druck
Die Phantasie
Ich könnte Dir
einen Handschuh senden
nachdem ich mir damit einen runtergeholt habe
Drehst Du ihn auf links
kannst Du meine Finger an Deiner Fotze spüren
während Du an Dir herumspielst
Lässt Du ihn wie er ist
spürst Du meinen Schwanz
Doch Du musst
ihn mir zurückbringen
Persönlich
& dann
werfen wir ihn gemeinsam
auf den Boden
Auf den Boden der Tatsachen
wo die übrigen Klamotten
so schnell
so
schnell
zu liegen kommen
Die Entfernung
Die Sehnsucht
Die sich aufstauende Leidenschaft
Das Leiden
Der Druck
Die Phantasie
Sie bringen einen auf Ideen
Auf
vielleicht dumme
Ideen
Doch auf solch dumme Ideen
muss man erst einmal
kommen
kommen
kommen
& immer wieder
kommen.
Und jedesmal wenn sie auf meinem Sofa saß
& ihr Blick über die Bücherregale schweifte,
sagte sie: »Ich muss mir unbedingt mal anschauen,
was für Bücher du so besitzt.«
Und jedesmal hatte sie
etwas Besseres zu tun.
Von UNS
ganz zu
schweigen.
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