Archiv des Autors: flederzombie

Lieber ohne Erfolg

Ich
bin lieber
ohne Erfolg

Ich

als mit Erfolg

jemand

Anderer.


Die erwachsene Einsamkeit

Meine Einsamkeit wuchs
heran

Die Jahre
vergingen

gleich
förmig

im
Allein

Sein

Schließlich
überholte sie
mich

Schien älter als
ich selbst

wissender
weiser

Erwachsener als
ich

Sie wurde
meine Lehrmeisterin

Lehrte mich
zu verlernen

lehrte mich
zu vergessen

Zu vergessen
zu verlernen

was
»selbst
verständlich«

bedeutet.

Es ist
nicht
selbstverständlich

dass
Du

schweigend
oder summend
durch meine Räume gehst

Weißt
wo Alles liegt

Weißt wo
Ich
liege

& Dich
zu mir legst.

Es ist
nicht
selbstverständlich

dass
Du

für mich
kochst

dass
Du

für mich
brennst.

Und meine alte Lehrmeisterin
aus meinem Haus
gejagt hast.


Ballast

Zuweilen
hängt die Realität
wie ein
Sandsack
am
Heißluftballon
der Träume.

Dann braucht es
ein bisschen mehr Kraft
der Gedanken
um abzuheben.


Aufmerksamkeit & Wahrnehmung

Was mir entgeht
ist auf der Flucht
aus meinem Leben

Was mir entgeht
könnte
das Wichtigste sein

Nichts
soll mir entgehen.

Ich will
Gefangene machen!

Mein Leben
Meine Sinne
Mein Gedächtnis:

Ein Gefängnis
für jede Kleinigkeit –

Alles
wahr
nehmen

Nichts
übersehen

Nichts
überhören

Nichts
überriechen

Nichts
überschmecken

Nichts
überfühlen

Alles
überdenken.


Geliebte Unvernunft

Nach 0 Uhr
Unter 0 Grad

Eine Frau
die nichts trägt
außer
T-Shirt
Schuhe
& ein Handy

sucht
auf einer dunklen Straße
nach einer Stelle
mit Empfang

Empfang
in einer abgelegenen Gegend

um
ein Bild zu senden

Hoffentlich kommt kein Auto,
denkt sie

Und sie findet eine Stelle

Und kein Auto kommt

Und niemand sieht
wie sie sich bückt
um das Handy auf die überfrorene Straße zu legen

weil dort
der Empfang am besten ist

Dies wäre der Moment
sich in sie zu verlieben

Doch es ist zu spät

denn
Das
ist längst geschehen

& weit
darüber
hinaus

Es klingt
wie eine Phantasie
wie eine Metapher
wie ein Bild

Und ist doch bloß
Wirklichkeit

Das Bild
kam nie an

Es war
unwichtig.


Spinne im Glas

Noch nie
habe ich gesehen, dass
eine Spinne,
gefangen in einem Glas,
anfing
zu spinnen.

Aus Angst?
Aus Verzweiflung?
Aus Unfähigkeit?

Weil Fäden im Glas
nicht halten? …..

Oder doch
vielleicht

aus Hoffnung
auf Befreiung?

Noch nie
habe ich gesehen, dass
eine Spinne,
gefangen in einem Glas,
anfing
zu spinnen.

Wir haben
so wenig
gemeinsam.


Was habe ich getan?

Ich wusste nicht, was ich tat.
Einmal mehr.

So oft
hatte ich nicht gewusst,
was ich getan hatte.

Hatte ich jemanden
geschlagen
oder
geküsst?

Jemanden
erschossen
oder
geliebt?

War ich
in einen Abgrund gestürzt
oder
gesprungen?

War ich gestorben
oder
flog ich auf einem Teppich
durch die Lüfte?

Ich wusste es nicht.

Ich weiß nie, was ich tue

in
Deinen
Träumen.


Der brennende Faden

Ich hänge
am Leben

befestigt
mithilfe eines Fadens

der brennt
mit kalter Flamme

in einer Umgebung
die noch kälter ist

Nichts
löscht das Feuer

das Alles verzehrt
Sogar sich selbst

Und doch
hält der Faden

Er ist stärker als
meine Schwermut

schwerer als
mein Leichtsinn

beständiger als
meine Stimmungen

Unzerstörbar wie
meine Verzweiflung

Gesponnen aus
Träumen Hoffnungen & Ideen

Ich hänge
am Leben

Verzweifelt


Ich bin einfach

Ihre Stimme klang trunken
vor Liebe ….
Klang
nach Schwindel & Übelkeit,
nach Zärtlichkeit & Verwirrung.
»Du bist einfach«, sagte sie.
»Einfach zu viel für mich.«
Und sie ging aufs Klo,
um sich den Finger in den Hals zu stecken.
Ich hätte ihr das gerne
abgenommen.
Doch ich war am anderen Ende
der langen Leitung.
Sie musste es allein tun.
Es war nicht schwierig.
Es war einfach
eine Erleichterung.
Und es klang nach
Liebe.
Das nahm ich ihr
ab.


Die überlastete Sicherung

Kaum hast du dich an das Licht gewöhnt
das jemand eingeschaltet hat
als er in dein Leben trat

Wird es auch schon wieder
dunkel
weil

eine Sicherung herausspringt
auf-
grund von Überlastung

Irgendeine Leitung war
zu schwach
für den fließenden Strom

Und du erkennst
die Finsternis wieder
Deine alte UnBekannte

Und du tastest & stolperst unsicher
in ihr umher
wie zuvor


Verschüttet

Irgendwo
zwischen Pastis, Rotwein, Rum & Bier,
zwischen Zigarren & Zigaretten,
Pizza & Kartoffelchips
endete die Nacht
in einem Telefonat.
Lachen, Musik, Eifersüchteleien,
Neckereien, Liebeserklärungen, vertrautes Schweigen.
»Verdammte Scheiße!«
»Was hast Du jetzt schon wieder verschüttet?« sagte sie.
»Bier. Meine Socken sind nass. Meine Hose ist nass«, sagte ich.
»Du hast eine Hose an?«
»Ja.«
»Ich nicht«, sagte sie. »Ich bin nackt.«
»Du Sau.«
»Ich war doch schon im Bett.«
»Ja klar. Ich erinnere mich.«

Ich hatte darin gelegen, verkatert, als sie
eintraf; der Haustürschlüssel steckte
von außen. Und ich hörte Bewegungen, die
nach Vertrautheit klangen – als wäre sie
hier daheim. Sie stellte ihre Schuhe dorthin,
wo sie sie immer hinstellte, machte sich
einen Kaffee in meiner Küche & kam
ins Bett. Und der Kaffee wurde kalt. Wie immer.
Und als sie sich ein Bier holte, wurde es warm. Wie immer.
Musik kam aus dem Nebenraum. Verhangene Fenster.
Die Kerzen brannten herab.
Und irgendwo
zwischen Ficken, Lecken, Schlucken, Küssen,
zwischen Tasten & Lachen, Schweigen & Schlafen
endete der Nachmittag
in einem Hunger, der unstillbar schien.
Unsere Mägen hatten sich angeknurrt;
fürs Essen war keine Zeit gewesen,
im Funkenflug der Stunden.
Und als wir uns verabschiedeten,
war ich es, der nackt dastand, und sie war
dick angezogen, denn es war Winter.
»Du bist bestimmt froh, wenn ich weg bin,
dann kannst Du Dir endlich was zu essen machen.«
»Na klar«, sagte ich.

Ich wischte das Bier auf, zog die Socken aus,
tupfte die Hose ab.
»Hab ich eigentlich irgendwas eingesaut?« sagte sie.
Sie hatte ihre Tage. Ich meine Nächte.
»Nein», sagte ich. »Ich hab doch eh alles weggeschluckt.«
Sie lachte.
2 Stunden Fahrt hin, 2 Stunden Fahrt zurück.
Fernwärme. Sehnsucht. Vermissen.
Zeit, die fehlt. Hunger, der unstillbar ist.
Jetzt war ich vollgefressen & besoffen,
wieder geil – & allein. Doch nicht ganz. Ich hörte sie trinken.
Am Telefon.
Wir waren gut aufgelegt, bevor wir auflegten. Und uns hinlegten.
In der Ferne des jeweils anderen. In der Nähe unserer Träume.
Der nächste Kater wartete schon mit dem Schraubstock.
Schlimmer als der vorige.
So Vieles wird verschüttet.
Nicht immer
das Schlechteste.


Verdrängung

Und irgendwann ist das Gedächtnis
eine volle Badewanne.

Und es kommt jemand
betritt
Es

& geht
unter

Verdrängung findet statt

& irgend etwas
läuft

über


Ein erfülltes Leben

Essen
Trinken
Rauchen
Wichsen

Ein erfülltes Leben

Leere
kann
Fülle
sein

Sobald man
vergisst

was
fehlt.


Silvester

Mond im Wolkennegligé
Buntspuckendes Feuerwerk über
Straßenlaternen

Explodierende Musik
Geruch & Geschmack von Alkohol
in Einsamkeit

Der Versuch
Zeit zu begreifen
schlägt fehl

Menschen feiern
verzweifelt
ohne Verzweiflung zu spüren

Alles ist
Nichts
als ein bloßer

Wechsel
von
Zahlen


Die Gewinner von Nichts

Aus
einer zerstörten Beziehung
geht
der Selbstzerstörerische
vielleicht
als Sieger
hervor

Aber
am Ende
gewinnt
Niemand
Etwas

& Jeder

Nichts


Leider reimt es sich

Ich grüble mir ein Grab,
werfe Gedanken hinab;
darunter auch Gefühle
in die Grabeskühle.

Es ließ sich nicht ändern.
Oder wollte sich nicht ändern lassen.
Die Reime lagen zu nahe.
Dabei dachte ich, sie lägen
seit langem
hinter mir.

Tot & vergessen –
ein Zeichen von
Jugend.

Meiner Jugend.

Ein Irrtum.

Doch
wenigstens
ist der erste Reim
eigentlich nur
eine Täuschung.

Die Worte sind nicht
im Einklang
miteinander.

Das ist
ein Trost.


Eine Form von Eifersucht

Im Hinblick auf meine Lieblingsbücher
stelle ich mir gerne vor, ich sei
der Einzige,
der sie gelesen hat.
Niemals würde ich sie
weiterempfehlen.
Erwähnt irgend jemand
eines von ihnen,
verursacht mir dies zumeist
ein unangenehmes Gefühl
von Beschmutzung.
Ich spreche nicht über diese Bücher.
Die Vorstellung, sie könnten
Bestseller sein, ist mir
widerlich.
Manche Bücher sind wie
wertvolle Menschen.
Manche Menschen sind wie
Lieblingsbücher.
Und Manches wird einfach
zu oft
verkauft.


Kaputte Uhren

Traditionen
Gewohnheiten
Zerstreuungen

hängen an den Wänden
an den Mauern
des Lebens

wie kaputte Uhren

die
zu langsam
gehen

Wer sie nicht herunter
reißt

wird
die Zeit
nicht begreifen

& nie verstehen
warum das Leben
so
schnell
vergangen
ist


Unterlassungsgründe

»Sie trinken?«
»Ja.«
»Viel?«
»Ja.«
»Um zu vergessen?«
»Ich glaube schon.«
»Was wollen Sie vergessen?«
»Was ich nicht getan habe.«
»Nicht das, was Sie getan haben?«
»Nein.«
»Warum?«
»Das war nicht viel.«
»Vielleicht hatten Sie gute Gründe.«
»Vielleicht.«
»Abgründe?«
»Schon möglich.«
»Was haben Sie nicht getan?«
»Alles mögliche.«
»Und? Funktioniert es?«
»Was?«
»Das Vergessen.«
»Ich glaube schon.«
»Sie glauben? Warum?«
»Ich weiß nicht, warum ich es nicht getan habe.«
»Wußten Sie es je?«
»Ich weiß es nicht.«


Feuchte Wüstenei

Wüstes Durcheinander
Während die trockene Ordnung des Lebens verschwindet
Verschwindet wie der Cocktail in meinem Mund
Mein Schwanz im Mund der Geliebten
Oder sonstwo
Wilde Assoziationen von Menschen & Wörtern
Satzfetzen Gedanken Musik Träume
Schwindendes Licht
Schenkelverhedderungen
Eine Olive mit Loch
Aufgespießt im beschlagenen Glas
Gerötete Knie auf rauhem Teppich
Tropfende Gerüche
Ein Stöhnen
Ein Hauchen
Namen
Schweiß & Rhythmus
Ein entgegengestreckter Arsch
Ein Klatschen
Ein Verschwinden im Rausch im Rauch in Dunkelheit
& Wärme
Atemnot ohne Not
Vergessen
Sekrete Küsse
Bilder Fantasien Synapsenblitze & Schwindel
Un
Mittel
Bare
Wir
Klich
Keit

Und wir küssen uns
Und die Küsse schmecken nach Gin & Sperma
Schweigen
Lächeln
Ruhe
Schlaf
Schrankenlos
In
Einander
Ver
Schränkt


Das Buttergleichnis

Lange Zeit dachte ich:
Butter, die schmilzt, muss
die Soße verdünnen,

weil sie selber
dünn & flüssig
wird.

Das war nicht mein
einziger Irrtum
in bezug auf

Bindung.


Die Nebengeräusche der Entfernung

Die Distanz
war nicht meßbar.
Zu groß &
zu klein
zu-
gleich.

Ein Bett irgendwo –
ein Mann darin.

Ein Bett anderswo –
eine Frau darin.

Telefone
Schallwellen
Nebengeräusche

»Ich wünschte, wir würden
uns häufiger sehen«, sagte der Mann.

»Ja, das wäre schön«, sagte die Frau.

»Ich wünschte, wir würden
uns häufiger sehen,
damit ich
Deiner
überdrüssig werden könnte.«

Telefone
Schweigen
Nebenge-
räusche

Ein Schmerz ist nicht meßbar.

Die Distanz
war nicht meßbar.
Zu klein &
zu groß
zu-
gleich.


Zwischenträume

Dumm,
wer sich in irgendeine bestimmte Ordnung
von Buchstaben & Zeichen
verliebt.

In Worte,
in Sätze,
in Texte –

& dabei
die Zwischenräume
kaum
wahr-
nimmt.

Dumm,
wer sich in den Verursacher dieser Ordnung
zu verlieben glaubt,
denn

sie sind gewaltig –
diese Zwischenräume ….
Ein All, in dem
Alles
& Nichts
sein
kann.
Ein All, in dem
die Buchstaben & Zeichen
sich verlieren.

Und irgendwo
dazwischen
Träume einer schwarzen Nacht,
die nicht enden
will.

Dumm,
wenn diese Träume
falsch gedeutet,

die Ungeheuer in ihnen
nicht erkannt werden;

denn sie haben einen Hunger, den
nur stillen kann,

wer
wahr-
nimmt,
richtig deutet
& erkennt.

Alle anderen
sind nur
ihre Nahrung.

Eine Nahrung, die
den Hunger
noch größer werden lässt.


Herzversagen

Egal
in welcher Form der Tod sich nähert,
am Ende stirbt man
am Stillstand –

des Herzens.

Das Herz versagt.

Versagt
den Dienst.

Der Krebs
Die Leberzirrhose
Die Hirnblutung
Der Unfall
Der Mord
Der Selbstmord

Sie
Alle
sind
stärker.

Das Herz ist
schuld.

Es ist
so
schwach.

Man kann ihm
Alles
vorwerfen.

Das schüchterne Erröten
Die Erektion
Den Blutverlust
Das Leben

Man kann ihm vorwerfen,
was es tut;
man kann ihm vorwerfen,
was es nicht tut.

Und an allem, für das es
als Symbol steht,
trägt es ebenfalls die Schuld.

Und das ist
mitunter
schlimmer als
der Tod.

Ein Versagen
auf der ganzen Linie.

Einer Linie, die
von einem durchdringenden Ton begleitet wird,
den man nicht mehr hören kann …..

Einer Linie,

die
still
steht –


Tinnitus

Der Schwindel …..
Der Rausch …..

Ein lautes Pfeifen im rechten Ohr.

Situationen, mit denen ich
nicht
fertig werde,
erinnern mich an Situationen,
mit denen ich nicht fertig geworden bin,
und sie
haben ihren eigenen
Klang.

Denselben Ton
von Dauer.

Und dunkle Gefühle
pfeifen am lautesten.

Eine monotone Melodie, die
keine ist.

Ich wälzte mich im Bett,
atmete schwer,
träumte wirr,
schlief leicht.

Und jedes Mal, wenn ich erwachte
– & ich erwachte oft -,
schaute ich auf die Uhr, ohne
die Zahlen zu erkennen

& hörte die Melodie, die
keine war.

Sie war nicht neu.
Das alte Lied.
Sozusagen.

Und auch die Angst,
sie könnte für immer bleiben,
war nicht neu.

Die Hintergrundmusik für
den Rest meines Lebens –
kurz oder lang.

Monotonie.

Doch später,
irgendwann –
wurde der Ton so leise, dass ich
mir nicht mehr sicher war,
ob ich ihn
noch
wirklich
hörte –

oder mich nur
an ihn erinnerte …..

exakt erinnerte,
denn ich habe das
Absolute Gehör,
von dem man heute behauptet, es
existiere nicht – es sei nur
ein extrem gutes Gedächtnis.

(Aber was ist schlimmer?
: Das Absolute Gehör
oder
: Ein extrem gutes Gedächtnis?)

Also –
ich hörte den Ton ….
oder glaubte ihn zu hören ….

& der Unterschied ist
gar nicht groß,
wenn man Phantasie besitzt.

Und ich dachte an
die dunklen Gefühle,
die nur die Schatten der hellen sind –

& ich fragte mich:

Waren sie noch da
oder
erinnerte ich mich nur an
Sie?

Zumindest
der Schwindel
war noch da.

Und ein Rest
des Rausches.


Meine Texte

Ich hätte Angst
vor meinen Texten
& davor
was ich durch sie
erfahren könnte
über mich

Glücklicherweise
lese ich sie nicht

ich schreibe sie nur


In einer Uhr

Sie lebte
in einer Uhr.
Sie lud ihn
zu sich nach Hause ein.
Er klopfte,
sie öffnete.
Da bemerkten sie
beide,
dass die Uhr
zu klein war.
Er konnte nicht eintreten,
sie wollte nicht
ihr Haus verlassen.
Er stand noch
eine Weile
vor der Uhr.
Dann ging er.
Auch die Uhr ging.
Und die Zeit,
die sie zeigte,
war
immer
»Zu spät«.


Ein Gleichnis für Irgendwas

Schwarze Wolken in einer Neumondnacht –
man weiß, dass sie da sind,
doch man kann sie nicht sehen.
Sie müssen da sein, denn
man sieht die Sterne nicht, die
über ihnen leuchten.
Man spürt den Wind & weiß,
dass die Wolken in Bewegung sind.
Erfahrungen. Nichts als Erfahrungen.
Schwarze Wolken in einer Neumondnacht.


Die geteilte Geliebte

Wir teilen uns
die Einsamkeit

Wie eine Geliebte
die genug
Sehnsüchte
genug
Verständnis
genug
Zärtlichkeit hat
für Alle

& sie fragt nicht
nach dem Geschlecht

da sie
Alle
liebt

Alle

die
da
oder
fort
sind

Vielleicht
ist sie auch nur
eine Nutte

Eine Nutte

mit
zu
viel
Gefühl

Zuviel Gefühl

für Alle
die
irgendwo
sind

oder waren

oder sein könnten

Und vielleicht
leidet
sie selber

am meisten –

Am meisten

darunter


Das ist nicht komisch

Der meiste Alkohol
wird durch
Diejenigen
verschüttet

die ihn
am nötigsten brauchen

Das ist nicht
komisch

aber
wenigstens
ist es
symbolträchtig

& dadurch
fast
so wertvoll
wie

der
verschüttete
Alkohol


Am Ende

Es wird
vorbeigehen

hoffentlich
stolpert es nicht

während es
mich oder mir
passiert

sonst müsste
ich
es
vielleicht
noch

aufheben

am Ende


Die Stärke der Einsamkeit

Die Gelassenheit hört auf
wenn man sich
alleingelassen
fühlt

& die Einsamkeit
macht
einen
schwach

Doch wenn man
allein
gelassen
bleibt

beginnt
die Stärke
der
Einsamkeit


Der Schlüssel

Ich bin faul,
ich bin bequem,
ich liebe die Ruhe.

Ich sagte:
»Ich könnte Dir einen Schlüssel geben.
Dann muss ich nicht aufstehen, wenn
Du kommst, und Du brauchst nicht
zu klingeln.«

»Nein«, sagte sie, »ich will
keinen Schlüssel.«

»Warum nicht? Mir würde es gefallen.
Und wenn ich hier irgendwann
tot herumliege,
ist da jemand, der öffnen kann.«

»Ja, natürlich. Du Spinner.«

»Nein wirklich – ich fänd’s schön,
wenn Du einen hättest.«

Sie sagte:
»Immer wenn ich einen Schlüssel bekam,
ging etwas schief. Das war immer
der Anfang vom Ende.«

»Also, von mir wirst Du jedenfalls
keinen Schlüssel bekommen«, sagte ich.

Und damit war
das Thema
erledigt.

Den wichtigsten Schlüssel
hatte sie ja ohnehin.

Ich bin faul,
ich bin bequem,
ich liebe die Ruhe.

Aber
manchmal
ist das Klingeln

ein schöner Krach,
für den man gerne aufsteht,
um sich anschließend

zu vertragen.