Schlagwort-Archive: Liebe
Ich hörte ihr zu
am Telefon
wie sie sich
ein Kleid aussuchte.
Ein Strickkleid.
Sie wollte es
in Grau.
Grau
war nicht
lieferbar.
Lieferbar war es
in
Dunkel-Lila.
»Das sieht bestimmt
geil aus«, sagte ich.
Stellte mir vor,
wie es
ihr stehen würde.
Wie er
mir stehen würde.
Stellte mir vor,
wie ich es
ihr ausziehen würde.
Später –
zu spät –
erinnerte ich mich an
Farbsymbolik.
An die Farbsymbolik
Mario Bavas …..
Lila
bedeutete
Tod.
Zu spät.
Die Bestellung
war
abgeschickt.
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Ich bin
hinter Dir
immer
& Du
kannst mich nicht sehen
denn ich bin
in Deinem Toten Winkel
Wenn Du
die Spur wechselst
könnten wir
zusammenstoßen
&
gemeinsam
sterben.
Aber nur
wenn ich Dich
im selben Augenblick
überholen wollte.
Aber
das
will
ich
nicht.
Ich lebe
in meinem
Toten Winkel
Wenn Du mich
dort
besuchst
bring
Dein Leben mit!
Dort können wir
zusammen
……
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Meinetwegen
so dachte ich
trug sie
kein Höschen
unter ihrem Rock
als sie mich
zum ersten Mal besuchte.
Dieser Gedanke
gefiel mir
sehr.
Dann
wurde mir klar
dass sie
beinahe
niemals
ein Höschen trug.
Auch dieser Gedanke
gefiel mir
sehr.
Egal
wie lange ich
darüber nachdenke –
ich weiß
nicht
welcher Gedanke
&
welches Gefühl
mir
mehr
gefällt.
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Ich wollte Dich treffen
bevor ich wusste
dass es
Dich
gibt
Ich wollte Dich treffen
als ich erfuhr
dass es
Dich
gibt
Ich wollte Dich treffen
in Deiner Mitte –
dort
wo ich sein will
Ich will Dich treffen
immer wieder
Doch manchmal
bedeutet
Treffen
Verletzen.
Ich habe Dich
getroffen
Das
wollte ich
& wollte ich nicht
Aber
wahrscheinlich
werde ich es
wieder tun
Triff mich
in
meiner
Mitte –
dort
wo
Du
längst
warst
bevor ich wusste
dass es
Dich
gibt
Dort
wo Du bist
Dort
wo Du sein wirst
Das ist
nur
fair.
2 Kommentare | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie werden einem hingeworfen –
die Wortbrocken ….
die großen Worte ….
Das ist einfach &
kostet nichts.
Irgend etwas mit
Liebe
Sehnsucht
Vermissen.
Hingeworfen,
vorgeworfen.
Aus weiter Entfernung.
Da, friss!
Und man frisst.
Die Wortbrocken.
Weil man Hunger hat.
Einen Hunger, der
durch Worte
nicht
zu stillen ist.
Man weiß das
& hofft doch.
Man hofft auf
ein Ende
der Leere –
mag es Täuschung sein
oder nicht ….
Enttäuschung
am Ende.
Dieses unstillbare Verlangen
nach allem
was nicht
bloß
Wort
ist.
Nicht bloß
hingeworfene Brocken
die man nicht
berühren
kann.
Sie sagte:
»Ich liebe Dich. Du musst jetzt
nichts sagen.«
Ich sagte
nichts.
2 Kommentare | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich
lecke
Dir
das Schweigen
von der Zunge
ohne
auch nur
ein Wort
zu verlieren.
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Es ist
als hättest Du
Dich
mit
Deinem Arsch
den ich
liebe
auf
meine Brille
gesetzt
& plötzlich
sieht
Alles
anders
aus
Mein Blick
ver-
&
ge-
bogen
ins
Richtige
In
Deine
Richtung.
Ge-
borgen.
Lass
es
laufen
während Du
auf meiner Brille
sitzt
Ich
höre
Dir
zu.
Das Leben
fließt.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die leeren Bierflaschen in der Küche
hatte nicht
ich
leergetrunken.
Sondern die Frau, von der
ich
besoffen war –
Die Frau, die ich
leergetrunken hätte,
wäre es nur möglich gewesen.
Nachdem sie gegangen war,
räumte ich die Flaschen weg …..
Eine von ihnen kippte um dabei,
traf den kleinen, zerbrechlich-dünnen Teller,
der mein LieblingsTeller war,
der mich durch meine Einsamkeit begleitet hatte …..
Die fallende Flasche
brach 2 Stücke heraus, die
zusammen
einen Halbkreis ergaben …..
Für einen Augenblick
dachte ich,
ich sei
untröstlich …..
Dann
wurde mir klar:
Der Teller hatte an Wert gewonnen.
Das nun fehlende Stück
wurde zum
Denkmal
Fühlmal
einer Erinnerung, die
kostbarer war als
der intakte Kreis des Tellers …..
kostbarer
als
alles
Ungebrochene …..
Der fehlende Halbkreis
aus 2 Splittern
waren
wir.
Wir
waren
intakt.
Sind
im
Takt
mit
einander.
Musik.
Das Ende
der Einsamkeit
war
ein Bruch.
Der Teller wurde
zum Begleiter
unserer
Zweisamkeit.
Mein Lieblings
Teller.
Ein Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Bei
nahe
schon
selbst
verständlich
Ich kann & darf
Dich
berühren
wo ich will
Ich kann & darf
Dich
küssen
wo ich will
Ich soll & muss &
kann
Dich
lieben
wie wir wollen
Bei
nahe
schon
selbst
verständlich
bei
Nähe
wie unserer
doch
in den schönsten Momenten
vergesse ich
alle
Selbst
verständlichkeit
so
wie
bei
nahe
mich
selbst
verständlich
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In uns träumen
die Möglichkeiten
davon
Tatsachen zu werden
In uns träumen
die Sehnsüchte
davon
Erfüllung zu werden
In uns träumt
der Schlaf
davon
Leben zu werden
In uns träumt
die Einsamkeit
davon
Liebe zu werden
In uns träumen
die Ängste
davon
Schrecken zu werden
In uns träumt
der Hass
davon
Tod zu werden
Wunsch
Träume
Alb
Träume
Und
Irgend etwas
erwacht
als
Verwirklichung
Irgend etwas
schläft
für immer
traumlos
Irgend etwas
träumt
für immer
schlaflos
Irgend etwas
erwacht
wie immer
Und
Irgend etwas
stirbt
im Schlaf
in
Uns
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn Dein Licht & Deine Schatten
auf die Mauern in mir
fallen …..
Mauern, die
meine Vergangenheit
errichtet hat,
flackert
ein Film
auf ihren Oberflächen …..
Ein Film aus
animierten
Scherenschnitten …..
Vielleicht nur
ein verschollener Märchenfilm
von Lotte Reiniger …..
Vielleicht
die Dokumentation
einer neuen Gegenwart …..
Wie auch immer –
ich könnte dem Spiel
aus Schwarz & Weiß,
aus Schatten & Licht
dem Scherenschnitt in meinem Leben
zuschauen
für den Rest
meines
Lebens.
Mag er
kurz
oder
lang
sein.
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Wer nicht begreift
was Zeitverschwendung ist
Wer nicht begreift
dass ich
so wie wir alle
keine Zeit
zu verlieren habe
ohne
Alles
zu verlieren
sollte besser gar nicht erst
anfangen
mich
aus der Ferne
zu
lieben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Tod, Zeit | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Nach all den Stunden
des gemeinsamen
Lachens
kommt
manchmal
dieser Moment
des plötzlichen
Ernstes
wo
Alles
innehält
wo
Eine oder Einer
von Zweien
als erstes
sagt:
»Ich liebe Dich«
Dann herrscht Ruhe &
das Lachen
wird zu einem
Lächeln
das
inne- &
an-
hält.
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Es scheint
immer
Nacht
zu sein
wenn
wir
uns
treffen
Nacht
in
mir
Denn
in mir
gibt es nur
eine Sonnenuhr
Die Einsamkeit
war allzu
grell &
schmerzhaft blendend
Die Sonnenuhr deutete an
es könnte zu spät sein
immer wieder
Doch wenn wir uns
treffen
im Jetzt
wirfst Du
Deinen warmen Schatten
in mein Inneres
Dann träumt
die Dunkelheit
in mir
& die Sonnenuhr
hat
nichts mehr
anzuzeigen
Sie weiß nicht mehr
wie spät es ist
Wie spät
in mir
Wie spät
in Dir
Wie spät
in uns
Sie weiß nicht mehr
wie spät es ist
in
unseren
gemeinsamen
Nächten
wenn unsere Dunkelheiten
miteinander
träumen
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Die Eiswürfel in meinem Drink
standen in Flammen, als
die Frau auf meinem Sofa
fragte: »Und wo ist das Zimmer
für den Schnellen Sex, das Zimmer
mit den Schaufensterpuppen, über das
Du geschrieben hast?«
Musik flackerte in der Luft.
In der Luft, die Lust war.
»Ich zeig’s dir«, sagte ich. »Es ist
gleich gegenüber dem Zimmer, in dem
ich schreibe.«
Wir gingen durch den düsteren Flur;
sie ging vor …. ich
ging
hinter
ihr
her ….
ging nach
wie eine alte Uhr, kurz bevor sie
aufgezogen werden muss.
Die Puppen warteten im Dunkeln;
die Matratze lag
am Boden –
die Frau betrat den Raum,
ich machte buntes Licht ….
»Schön«, sagte sie.
Ich stand hinter ihr,
las die Gedanken
in ihrem Hinterkopf,
hockte mich hin,
schob ihren Rock hoch,
unter dem nur
sie
war …. &
sie lachte leise, als ich
in ihren Arsch biss ….
»Wir können gerne hier bleiben«, sagte sie.
»Nein«, sagte ich, »können wir
nicht.
Wir müssen in das Zimmer, in dem
nichts
Schnell
geht.
Wir müssen in das Zimmer, in dem
ich
träume.«
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Kultur, Liebe, Lyrik, Sex | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Eigentlich
ist er mir ganz sympathisch –
der kleine schüchterne Junge, der
damals
da
mals
stumm & rot
von den Großmäulern
die später zu
funktionierenden Erwachsenen
werden sollten
vor die Schulbank des
kleinen braunhaarigen Mädchens
geführt wurde.
Geführt,
um ihn
vorzuführen.
Seine Liebe
vor
zu
führen.
Sie lachten & waren
laut.
Laut sind sie immer.
»Er liebt Dich!
ER LIEBT DICH!
HA HA HA!«
Der kleine schüchterne Junge
stumm & rot.
Das braunhaarige Mädchen
wusste nicht, was es sagen sollte;
es sagte
nichts –
lächelte unsicher.
Da war zu viel
Laut-
stärke
um sie herum –
Laut
stärke, die
im Grunde
Schwäche
war.
So wie es eine Schwäche ist,
Alles
aussprechen zu wollen.
Eigentlich
ist er mir ganz sympathisch –
der kleine schüchterne Junge, der
nicht
sprach.
Und manchmal denke ich, dass
ich
das kleine braunhaarige Mädchen
noch heute
liebe …..
Oder
uns,
so wie wir waren –
damals.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kindheit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Zwischen Deinem Zeigefinger &
Deinem Mittelfinger
ruht
& glüht
& raucht
die Kippe.
Ich
wäre gerne
die Kippe
auf der alles
steht.
Die Kippe
zwischen Deinem Zeigefinger &
Deinem Mittelfinger –
ruhend
glühend
rauchend.
Ich
wäre gerne
die Kippe
auf die Du
stehst.
Ich
bin
die Kippe
in Deinem
Aschenbecher.
Ruhend.
Glühend.
Rauchend.
Und
irgendwann – –
verlöschend.
Ich bin
die Kippe
die
immer kürzer wird –
kürzer
zwischen
Deinen Lippen.
Zwischen
Deinem Zeigefinger &
Deinem Mittelfinger.
Ich bin.
Bin
die Asche –
die Asche
Deiner
Atemzüge.
Ich bin
Deine
Kippe.
Ich bin.
Bin.
Bin.
Asche.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie ging
durch den Gehörgang
irrte & wandt sich
durch Gehirnwindungen
bahnte sich
schwimmend & tauchend
ihren Weg
durch die Blutbahn
lungerte kurz
in der Lunge herum
atmete
atmete
atmete
meinen Sauerstoff –
betrat
die Herzkammer
richtete
sich ein
wo so lange nichts
auszurichten gewesen war
machte es
sich
bequem
wo es so lange
unbequem gewesen war –
pochte & klopfte
im Rhythmus — — —
fand Ruhe
in der Unruhe &
wollte
nicht
wieder
gehen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein Raum, ein Bett. Eine Laterne
mit verschiedenfarbigen Glasfenstern, die
bunte Flecken auf die beiden Gesichter malte.
»Ich bin mir sicher, dass wir uns schon mal
begegnet sind«, sagte die Frau. »Ich komm
nur nicht drauf, wo.«
Der Mann sagte: »Ich habe auch das Gefühl.«
»Nein«, sagte sie, »kein Gefühl. Gewissheit.«
»Hmm, vielleicht. Aber es muss lange her sein.«
»Ja«, sagte die Frau, »lange.«
Dann schwiegen sie.
Grübelten im bunten Licht.
Vergebens.
Sie waren Fremde.
Ich kannte sie nicht.
Aber nur ich wusste, wo
sie zuerst einander begegnet waren. –
Sie hatten sich getroffen
in einem meiner wirren Träume.
Vor nicht gar so langer Zeit.
Sie hatten den Traum vergessen.
Ich nicht.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Traum | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»Ich liebe Dich, Du Arsch!«
»Ich liebe Dich auch, Du blöde Fotze!«
Wir lachten.
Mein linkes Ohr war heiß, denn
ich mochte das Telefon nicht an mein rechtes halten.
Eine alte Gewohnheit.
Ich hörte sie schlucken.
Bier.
Sie hörte mich schlucken.
Gin.
Die Endlosschleife unserer Musik
fesselte uns
aneinander.
Gemeinsames Betrunken
Sein.
Ein Schnurren in der Leitung –
der kleine blinde Kater mit dem großen Wasserkopf.
Zu Hause bei ihr.
Der andere Kater,
der mit der hitlerbärtigen Zeichnung über dem Mund
(oder war er doch Charlie Chaplin ähnlicher?),
spielte mit Nüssen, die
laut über den Holzfußboden klackerten.
Zu Hause bei ihr.
Ich erinnerte mich an die Kratzer
an ihren Schenkeln.
Bei mir zu Hause spielten die Spinnen
lautlos
in ihren Netzen
mit Fliegen, die
nie wieder
fliegen würden. Aber
versponnen waren.
Sie kratzten mich nicht.
Diese Frau & ich –
wir waren so weit entfernt von einander, dass
wir uns so nahe gingen
wie nur möglich.
Eigentlich
passten wir nicht zueinander, und das
passte perfekt.
Der kleine blinde Kater furzte.
Ich konnte es nicht hören, aber
als sie es erwähnte, konnte ich es riechen.
Gefühle flogen hin & her
in einem unsichtbaren Netz.
Wir lachten.
Irgendwann weinten wir
zur Musik.
Gemeinsames Betrunken
Sein von Gemeinsamkeit.
Mein rechtes Ohr blieb kühl.
Nichts sonst.
Manchmal schreibe ich
von der Gegenwart
in der Vergangenheit.
Ich bin ein Arsch.
Ich liebe Dich, Du blöde Fotze!
Eine Endlosschleife.
Keine Pointe.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Tiere | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Das Leben
verläuft
so
oder
so
ob
in geregelten Bahnen
oder
auf überwachsenen Pfaden
in Unordnung
oder
Ordnungszwang
in Unterordnung
oder
Auflehnung
ob
in Gesellschaft
oder
Einsamkeit
Es verläuft
im Unbewußten
in Erkenntnis
im Gefühl
im Kalkül
im Nichtstun
in Betriebsamkeit
Es verläuft
vergeht
verschwindet
kehrt wieder woanders
Das Leben
verläuft
Sich
Dich
Mich
–
Ich irrte umher
im Verlaufe meines Lebens
breite Straßen
verwinkelte Seitenwege
Trampelpfade
unwegsames Gelände
offene Plätze
geschlossene Räume
Sackgassen
Ich suchte
nichts
Ziellosigkeit
war mein
Ziel
Zeit verging
wie sie es
immer
tut –
unbarmherzig
gleichförmig
uninteressiert
in Falten & Verfall
Und weil ich nichts suchte
verlief ich mich
Verlief ich mich
in Dich
Du lagst auf
dem Weg
der
der meine war.
Und
ES
nahm seinen Lauf.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Philosophie | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Und jedesmal wenn sie auf meinem Sofa saß
& ihr Blick über die Bücherregale schweifte,
sagte sie: »Ich muss mir unbedingt mal anschauen,
was für Bücher du so besitzt.«
Und jedesmal hatte sie
etwas Besseres zu tun.
Von UNS
ganz zu
schweigen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich stelle sie mir vor
als kleines Mädchen
Vielleicht vor
35 Jahren
& während alle
anderen Kinder
um sie herum
glattgespülte
glänzende
Steine
sammelten
fand sie die
scharfkantigen
matten
besonders schön.
Ansonsten
könnte ich mir
das Alles
nicht
erklären.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kindheit, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Das also waren die Folgen:
Verblödung
Verlust der Kreativität
Eintrübung der klaren Gedanken
Monomanie
Einschränkung der Sicht
Themenverlust
Eintönigkeit
Verstummen
Sie war eingeschlafen
»End-entspannt« hatte sie es genannt
Ihr rechtes Bein lag angewinkelt auf
meinen Oberschenkeln
Gleichmäßiges Atmen in meinem Ohr
Ein Duft der immer noch neu &
doch schon vertraut war
Kein Schlaf in meinem Kopf
Kein Schlaf in meinen Händen
Ich war nüchtern
& wusste
was kommen würde
Das Alleinsein
das ich meist so schön gefunden hatte
würde hässlich werden
& ich würde noch mehr
Alkohol brauchen
es mir schön zu trinken
Aber der Alkohol
spülte kaum noch Worte an die Oberfläche
Oder ich konnte die Worte nicht mehr hören
Weil alles andere in mir
zu laut geworden war
Verstummen
Eintönigkeit
Themenverlust
Einschränkung der Sicht
Monomanie
Eintrübung der klaren Gedanken
Verlust der Kreativität
Verblödung
Eigentlich
fand ich die Folgen
gar nicht
so
schlimm.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Alkohol, Beziehung, Kultur, Liebe, Literatur, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ein roter Lampenschirm,
erleuchtet in einem düsteren Kellerzimmer.
Zigarettenrauch, der durch die Luft schleiert.
Kondensperlen auf einer halbleeren Bierflasche.
Ich sitze auf dem einzigen Sessel, nackt;
sie sitzt, nackt, auf dem Teppich, zwischen
meinen Beinen, angelehnt, ihren Rücken
mir zugewandt.
Wir reden über:
Krankheit
Sterben
Tod.
Meine Füße ruhen auf ihren Beinen,
ihre Hände auf meinen Füßen,
meine Hände – bald auf ihren Schultern,
bald, wenn ich mich vorbeuge, auf ihren Brüsten.
Regengeprassel. Entfernter Donner.
Im für uns unsichtbaren Tageslicht steht
ihr Auto. Auf meinem Parkplatz. Das
Seitenfenster einen Spalt breit geöffnet.
Als sie ankam, schien noch die Sonne.
Jetzt befürchtet sie, es könnte hinein regnen.
Ich sage, der Regen könnte eine andere Richtung haben.
Wir reden über:
Krankeit
Sterben
Tod
Leben.
Die Musik, die im Schlafzimmer läuft, dringt nicht
bis hierher.
Plötzlich ein Geräusch aus einer dunklen Ecke –
als würde dort jemand pissen.
»Was ist das?« sagt sie.
»Das Regenwasser, das aus dem Schornstein
in eine Vase abläuft.«
»So viel? – Ich werde einen nassen Arsch
im Auto kriegen.«
»Vielleicht«, sage ich.
»Jetzt isses eh zu spät«, sagt sie.
Sie zündet sich noch eine Zigarette an;
ein Feuerzeug mit integrierter Uhr.
Die Uhr ist
stehen geblieben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Erotik, Krankheit, Kultur, Liebe, Lyrik, Tod | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Wenn ich mich
beengt
fühle
& eingeschlossen
sehne ich mich
nach der
Weite
Deiner Gedanken.
Dort
möchte ich
frei
leben
& atmen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sobald die Frau zum ersten Mal
die Zuflucht des Mannes betrat
(es könnte auch umgekehrt gewesen sein),
eilte die Einsamkeit hinaus &
warf die Tür hinter sich zu wie eine
eifersüchtige Geliebte.
Zu zweit lachten sie
sie aus,
umarmten sich, redeten, tranken &
legten sich hin.
Die Einsamkeit schlich um das Haus,
lauschte an den geschlossenen Rolläden,
bewegte sich durchs Unkraut
der vergangenen Zeit,
fühlte sich verlassen
& wurde böse.
Böse
nur für kurze Zeit.
Sie hörte
in ihrer Ausgeschlossenheit
das Atmen, das Küssen, das Stöhnen,
die Musik
im Inneren des Hauses –
& wusste
beinahe
augenblicklich,
dass sie
eine neue Verbündete
bekommen würde.
Fast hätte sie
boshaft gelacht
in dem Moment dieser Erkenntnis.
Doch sie befürchtete,
gehört zu werden.
Niemand
hätte sie gehört.
Nicht einmal der Mann, der
in der Zuflucht lebte.
Zu laut
war seine Zufriedenheit,
zu verschlossen
seine Ohren von den Schenkeln der
Leidenschaft;
zu verschlossen
von der Musik.
Als die Frau das Haus verließ,
schlüpften sie
zu zweit
hinein:
Die Einsamkeit
&
Die Sehnsucht.
Die Sehnsucht
hatte den Geist,
das Gesicht
& den Körper
der Frau,
die gegangen war.
Die Einsamkeit
flüsterte ihr ins Ohr.
Dann
lachten sie
gemeinsam
zu zweit.
Hinter verschlossenen Türen.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Einsamkeit, Kultur, Liebe, Lyrik, Sehnsucht | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie saß auf dem Boden & rauchte.
Gelehnt an meine Beine.
Ich saß in dem einzigen Sessel, den es
in diesem Raum gab.
»Irgendwann werde ich dich
hassen«, sagte sie. »Für das, was
du mit mir machst. Dafür, dass ich
die Kontrolle verliere.«
»Ich weiß«, sagte ich.
Rauch kam aus ihrem Mund.
»Nein«, sagte sie, »ich werde dich
niemals hassen.«
»Warum auch?« sagte ich, »ich
bin doch ein nettes Kerlchen.«
Meine Antworten passten nicht
zusammen.
Noch weniger als
ihre Aussagen.
Vielleicht wir?
Meine
zweite Antwort ergab
für mich
keinerlei Sinn.
Aber die Frau richtete sich auf,
um mir
einen rauchigen Kuss zu geben.
Das war
für den Moment
Sinn genug.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Ich höre
Deine Träume
Ich sehe
Dein Vergessen
Ich fühle
Deine Erinnerungen
Ich schmecke
Deine Phantasie
Ich taste
nach der Musik
die wie das Kopfkissen riecht
auf dem
Deine Gedanken
gelegen haben
ganz dicht
neben mir
oder noch
Dichter
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Zu spät
hatte ich die Brille abgesetzt.
Die Nähe kam so
schnell.
Die Küsse kamen so
schnell.
Ein Film entstand
durch Berührung
auf den Gläsern meiner Brille;
an der Außenseite.
Eine Art von
Weichzeichner.
Durch den ich
klarer
sehen konnte.
Es begann
ein neuer Film.
Und erst dann
setzte ich die Brille ab.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
Sie
hockte sich hin
neben dem Bücherstapel
Der Saum ihres Kleides
glitt an ihren Oberschenkeln
hinauf
Sie zog
das Nachtlämpchen aus
der Steckdose
Steckte
den Stecker
ihres Ladekabels
in die Dose
um das Telefon aufzuladen
über das wir
gesprochen hatten
Als sie wieder fort war
tat ich das Nachtlämpchen
zurück an seinen
angestammten Platz
Dann kam sie wieder
hockte sich hin
neben dem Bücherstapel
Der Saum ihres Kleides
glitt an ihren Oberschenkeln
hinauf
Sie zog
das Nachtlämpchen aus
der Steckdose
Steckte
den Stecker
ihres Ladekabels ….
Als sie wieder fort war
nahm ich das Nachtlämpchen &
warf es in eine Schublade
die ich
normalerweise
niemals
öffne.
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Es klingelte
um kurz vor 8
an meiner Haustür.
Wie immer
erschreckte es mich,
wie immer
wollte ich nicht öffnen.
Doch dann stellte ich mir vor:
Es könnte
SIE
sein …..
SIE
könnte mich
überraschen
wollen …..
So viel
Sehnsucht.
So viel
Hoffnung.
So viele
Wünsche.
So viel
Liebe.
Mein Verstand wusste,
SIE
konnte es nicht sein.
Und doch –
ich schaute aus
dem Küchenfenster ….
Beinahe erwartete ich
SIE
zu sehen.
Ich sah:
den alten Nachbarn.
Ich wusste, was er wollte –
er wollte
sich beschweren
über den Zustand meines Gartens,
über die Samen, die
hinüberflogen
in seinen Garten.
Über mein Unkraut, das
zu seinem wurde.
Der alte Mann
liebt seinen Garten,
seine Ordnung.
Ich
hasse meinen Garten.
Liebe
meine Unordnung &
liebe
SIE
deren Ankunft ich erhofft hatte
beim Klingeln an meiner Haustür.
Ich öffnete nicht.
Es gab keinen Grund dafür.
Wie meistens
in meinem Leben.
Hinterlasse einen Kommentar | Schlagwörter: Beziehung, Kultur, Liebe, Lyrik | Veröffentlicht inAlles, Gedichte/Texte
»So geht das nicht weiter«, sagte sie. »Ich
werde dich unglücklich machen müssen, damit
du wieder schreiben kannst.«
»Ja«, sagte ich, »ich find’s auch scheiße. Mir
fällt nichts mehr ein. – Aber keine Sorge,
das wirst du. Da bin ich mir sicher.«
Sie blies Zigarettenrauch in die
warme Nachtluft. Und sie sagte:
»Ja. Ich auch.«
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