Ich ?
habe hier nichts verloren
also
kann ich hier auch nichts finden
was mir gehört
warum also
suche ich ?
Ich ?
habe hier nichts verloren
also
kann ich hier auch nichts finden
was mir gehört
warum also
suche ich ?
Manche Nächte sind so ….
Ich sitze nur da
nur da
nur da
Nichts geschieht
Nirgendwo ist etwas –
In mir : Nichts
Ich müßte etwas tun
Das wäre vielleicht nicht schlecht
Etwas Schlechtes tun
wäre vielleicht gut
Irgend etwas
Irgend etwas
Irgend etwas
Aber nein
dafür reicht es nicht
Die Spinne, die über den Boden läuft
Ich lasse sie leben
heute
Sie fühlt sich gut &
weiß es nicht
Wie ich mich fühle
weiß ich nicht
aber dass man es nicht
gut nennen kann
weiß ich
Es ist egal
Ich habe kein Mitleid mit mir
Ich hätte mehr Mitleid mit
der Spinne
wenn ich mich jetzt aufraffen könnte
sie zu zertreten
Sollte sie mir allerdings
zu nahe kommen
die Grenze überschreiten
Ich würde meine Apathie überwinden
Sie würde meine Apathie überwinden
& es wäre
ihr
Ende
Mein Leben ist ein anderes
jetzt
gerade jetzt
anders als gestern
anders als
in 2 Minuten
Ich rede mir ein
es sei dasselbe
& glaube es mir
manchmal
Nein
nicht manchmal
ich glaube es mir
oft
zu oft
Scheiss auf
meinen Glauben
Ich will mir
mißtrauen
in 2 Minuten
ist wieder alles
anders
Nichts zurückhalten
Alles zugeben
Keine Imagepflege
Nichts beschönigen
Allen Dreck rauslassen
Keine Lügen
Nichts vorspiegeln
Keine Schauspielerei
Es ist unmöglich
unmöglich in dem was manche
das ‚wirkliche Leben’ nennen
Man würde verhungern
Sie : würden einen ausstoßen
Es sei denn
da wäre
wenig zurückzuhalten
wenig zuzugeben
wenig zu beschönigen
wenig vorzuspiegeln
Vielleicht gibt es solche
nennen wir sie ‚Menschen’
Ich kenne sie nicht &
ich will sie auch nicht kennen
Verwelkte Schauspieler!
Vielleicht ist es nicht ganz unmöglich in der
nennen wir sie ‚Literatur’
Aber selbst da habe ich meine
Zweifel
Vielleicht weiß man nicht einmal selber
was ECHT an einem ist
Wahrscheinlich ist man Schauspieler
ohne es zu ahnen
ziemlich sicher sogar
Aber wenigstens sollte man
sich Mühe geben
mit den kleinen Splittern der
nennen wir sie’Wahrheit’
die man irgendwo in
irgendwelchen verstörenden Momenten
der Bewußtwerdung gefunden hat
wahllos um sich zu schießen
Amoklauf des Bewußtseins …..
Mögen die Splitter in den
Images der glatten Langweiler
stecken bleiben!
Mögen die Wunden sich entzünden!
Sie sollen brennen!
Diese Wunden!
Feuer!
Cool nach außen
abweisend & schön
Beschimpfungen
die auch ich von mir gegeben habe
vor langer Zeit
Eine kleine Unsicherheit im Blick
die vielleicht nur ich sehe
Nein
alle müssen sie sehen
niemand darf so blind sein
Manchmal denke ich
dass ich andere besser kenne als mich
Ihre Angst
die meine war
& ist
Aber auch das ist nur eine
Illusion
Niemand kennt
jemanden
Und ich
kenne mich selbst
nicht
Bestimmte Wörter zu benutzen
hasse ich
Manchmal muss ich es tun
damit andere Menschen
ungefähr
erahnen können
was ich meine
Es sind Wörter
die jeder anders versteht
Wörter
die überlastet sind durch
Tradition
So gesehen müsste
die Liste dieser Wörter noch
viel länger sein
Aber ich bin inkonsequent
Trotzdem
ich werde diese Wörter hier nicht auflisten
Denn ich hasse es
sie zu benutzen
Mit Worten kann ich tun
was ich mit Taten nicht kann
Deshalb liebe ich die Worte
& hasse die Taten
Lyrik (ein Wort, das mir peinlich ist)
sollte die Welt sein, wo Wahrheit
die Peinlichkeit überwindet –
Menschen sind peinlich
sich selbst
oft
Geheimnisse
wollen sie behalten
für sich
Aber die anderen
haben
die gleichen Geheimnisse
Geheimnisse
sind nicht
einsam
Ich bin das Endstadium
irgendeiner Krankheit
die ich erfunden habe
Man findet sie in keinem
Lehrbuch für Medizin
Die Heilung ist
ungewiss
Die ÜberlebensChance
minimal
Hoffnung
gibt es
Träume können so hinterlistig sein
43 Mal hatte ich geträumt, dass ich
mir selber einen blasen kann
Irgendwann glaubte ich mir
im Traum selber nicht mehr
Dann träumte ich:
bisher war alles nur Traum gewesen……
Verdammt, jetzt ist es Realität
Wie geil!!!
Es klappt!
In der Wirklichkeit!
Ich bin wach!
Dann wachte ich auf
& es war wieder
nur ein Traum
gewesen
ohne Befriedigung
Wo ihr aufhört
fange ich an
Euer Ende ist schön
mein Anfang
kann hässllich sein
Mein Ende
ist euer Anfang
Wer auf mir spielt
bekommt Dissonanzen
Ich bin verstimmt
Man hat mich abgestellt
in Kälte
in Feuchtigkeit
Schimmel wuchert auf mir
Melodien klingen auf mir anders
als sie klingen sollten
Man braucht ein besonderes
Gehör
um sie schön zu finden
Wenn alle rufen: Weiter!
höre ich auf
Wenn alle rufen: Hör auf!
gehe ich weiter
Immerhin: das bedeutet
: ich höre
Ein Fehler
den ich zu korrigieren gedenke
Mein Rabe ist aus Plastik
über Ebay gekauft
Er ist stumm
Kein Nevermore kommt
aus seinem Fabrikmund
Ich höre es dennoch
: Nimmermehr
Aus weiter Ferne betrachtet
sieht er fast echt aus
Aus weiter Ferne betrachtet
sieht mein Leben
fast echt aus
Der Rabe ist aus Plastik
geschaffen um Vögel zu vertreiben
Vögel die lebendig sind &
den Morgen ankündigen
Der Rabe ist stumm
doch wer Fantasie hat
hört Plastik sprechen
Manchmal
ganz selten
ist Sucht ein Lebensstil
eine Lust & eine Wahl
eine Entscheidung
die einem in die Wiege gelegt wurde
von Menschen die man
liebte & haßte
Sucht ist
dann
etwas
das man sich einredet
& das einem niemand ausreden
kann
Es gibt ein Lächeln in
dieser Sucht
das einen wärmt
Sie zerstört nicht den
Humor
man lacht
man tanzt
man fühlt sich gut
Manchmal
trennt man sich von ihr
für Wochen
für Monate
Man weiß
dass man sich
wieder finden wird
Und dann lacht man mit ihr
beim Wiedersehen &
man lacht mit den Verstehenden
& betrauert die
Anderen
Menschen, die auf Schienen durchs
Leben bewegt werden
Sie sitzen in Zügen
Sie sehen denjenigen, der den
Zug führt
nicht
Jeder Zug kann der letzte sein
Das vergessen sie
oder sie verdrängen es
oder sie haben es nie begriffen
Für sie zählen nur Fahrpläne &
Pünktlichkeit
Ihr Leben verläuft in Bahnen
die andere für sie gebaut haben
Sie wollen an ein Ziel gebracht werden
dass nicht das wirkliche ist
solche Ziele halten sie für wichtig
Das Ziel ist immer der Tod
Diese Menschen wollen mir Ratschläge geben
Sie winken & möchten, dass ich zusteige
an irgendeinem Bahnhof der Lächerlichkeit
Ich tanze neben den Zügen
schlage meine eigenen Räder &
pisse auf die stählernen Nägel
die alles befestigen
Menschen, die auf Schienen durchs
Leben bewegt werden
Sie ahnen nicht, dass
selbst wenn es mir dreckig geht
es mir besser geht als ihnen
Ich kenne den Zugführer
In durchzechten Nächten habe ich
mit ihm gelacht –
gelacht über die Massen
die seine Fahrgäste sind
Sie lauschen den Durchsagen
Sie glauben was sie hören
Sie werden beschwindelt
Mein Schwindel ist der bessere
Ich sehe den Zügen nach
Mein Ziel ist dasselbe
aber mein Weg ist ein
anderer
Zuerst hatten sie die alte Frau gegenüber
in ein Heim gesteckt, dann stand
der Container mit ihren Möbeln auf der
Straße
Jetzt werde ich von Baggern wachgehalten
die ihren Garten ausheben
Bäume wurden gefällt
Sie hatte ihren Garten geliebt
Es sind ihre Kinder, habe ich mir sagen lassen
Gut, dass ich keine habe
Zu Feiertagen hatte sie mir
Karten in den Briefkasten geworfen
& Pralinen
Ab irgendeinem Zeitpunkt stand
jeden Morgen ein Wagen der Diakonie
vor ihrem Haus, ihr
wurden die Windeln gewechselt
Jetzt höre ich die Bagger
fluche, kann nicht schlafen
& habe keine Ahnung
ob sie noch lebt
Bevor sie mich entließen
sagten sie: »Du wirst wiederkommen – alle
kommen sie wieder.« Sie grinsten. Ich grinste.
Sogar der arme Schwachkopf grinste,
den sie jeden Morgen mitten im
Schlafsaal auf seinem Kackstuhl festbanden;
aber der grinste eigentlich meistens,
ohne irgend etwas zu verstehen, besonders
über seine eigenen Fürze grinste er,
breit – & leeren Blickes; er hatte eine Glatze
& hielt beim Scheißen seine
Perücke fest umklammert auf dem Schoß.
»Ich nicht«, sagte ich. »Ich werde eben
der erste sein, der nicht wiederkommt.«
»Wir werden sehen«, sagten sie. Die
Wärter & die anderen Insassen hatten
ihre Zweifel. Ich war mir auch nicht
sicher. Weil ich mir überhaupt nie
sicher bin.
Aber ich behielt recht.
Diese Klapsmühle existiert nicht mehr;
sie wurde geschlossen – wegen
menschenunwürdiger Verhältnisse; es
hatte irgendeine Reform gegeben.
Ich weiß nicht, wo sie alle hinkamen:
die Schwachsinnigen, die Drogenabhängigen,
die Alkoholiker, die Tobsüchtigen (zu denen
hatten sie mich gezählt), die Entmündigten,
die Straffälligen in Sicherheitsverwahrung, die Bettnässer
& all die Insekten, denen die Wärter ständig
mit ihren Sprühdosen hinterher jagten.
Egal, ich war draußen.
Keine Schreie mehr, keine Schlägereien mehr,
keine sabbernden Mäuler, vollgekackten Betten,
keine einarmigen Diabetiker mehr, die
mich um Essen anbettelten, wenn ich
Küchendienst hatte. Keine Ruhiggestellten
mehr, die mit ausdrucklosen Gesichtern
auf einen zuwankten, um einen zu umarmen …..
Keine nächtlichen Wichsgeräusche mehr,
keine versifften Klos mehr mit uralten Holzbrillen
(offen aufgereiht in einer 10er-Reihe).
Kein stumpfes Plastikbesteck mehr
(einer hatte eine Gabel zerbrochen & die Einzelteile
runtergeschluckt)…..
Keine Klugscheißerei mehr von
sogenannten Ärzten, die selber nichts
begriffen & dieses Nichtbegreifen in
Floskeln verpackten.
Keine vergitterten Fenster mehr.
Ich war draußen,
ich musste nicht zurück. Ich hatte
meine Lektion in Verstellung gelernt,
und in der Einsamkeit kann niemand mit
dem Finger auf einen zeigen &
nach dem Krankenwagen rufen.
Letztlich war das egal, weil der
Unterschied zwischen drinnen & draußen
doch kleiner ist, als man denken möchte.
Und deshalb muss ich nicht
zurück. Vielleicht.
Ich liege im Bett
komme nicht hoch
Wochen voller Cocktails
liegen hinter mir
Der Fernseher läuft tonlos
meine Brille liegt in
einem anderen Zimmer
auf dem Boden
wenn ich mich recht
erinnere
dort wo ich stolperte
Schweiß friert auf mir
Die bewegten Bilder sind
mir zu schnell
Telefonnummern &
nackte Frauen
Ich sehe sie unscharf
Ich habe Hunger
ich muss ihn ignorieren
Ich nehme mir vor
heute nicht zu trinken
& würde lachen
wenn ich es könnte
Ich kaue ein Aspirin
trocken
Bücher liegen verstreut
neben dem Bett
Staub liegt auf den Büchern
Nicht lange &
es wird mir wieder gut gehen
Aber es ist mir egal wie
es mir geht
Und auch das muss
an irgend etwas
liegen
Menschen bluten
Menschen scheißen & pissen
Menschen sind verzweifelt
Menschen lachen
Sie sind sich peinlich
Haare wachsen
wo sie nicht wachsen sollten
Menschen stinken
sie riechen sich selbst
Menschen versuchen sich
selbst zu befriedigen
Sie scheitern
Menschen behaupten
andere zu hassen
Es ist Verzweiflung
Es ist Einsamkeit
Das Wissen alleine zu sein
alleine zu sterben
Menschen laufen maskiert
durch ihre begrenzte Zeit
Sie wissen es &
sie geben es nicht zu
Menschen möchten schön sein
& glücklich
& geliebt
von denen die behaupten
andere zu hassen
Menschen zerstören sich selbst
Menschen sind erschüttert
ihre Gefühle sind erschüttert
ihr Gehirn ist
erschüttert
Würde Schönheit glücklich machen
wäre sie glücklich
Sie sitzt da
in der Nacht
allein
& sie ist unglücklich
Wer sie versteht
muss hässlich sein
Ich
bin hässlich
& finde das
schön
Bei manchen Menschen nimmt das Schicksal
Vaseline, bevor es sie fickt –
Bei mir nimmt es
Sardellenpaste
Ich liebe Sardellenpaste
ich schmiere sie mir aufs Butterbrot
genieße den Geschmack
trinke Geistiges dazu
wackle mit dem Arsch
& shakere mit dem Pech
Sie verbrannten meine Fahrpläne
Die Zeiten, ich hatte sie nicht im Kopf
Die Ziele, ich hatte sie vergessen
Ich wußte nicht, wohin
Ich wärmte mich an dem Feuer
& ich fühlte mich frei
Sie hatten mir keinen Gefallen tun wollen
Aber es war einer
Ich kannte sie
die junge Frau
deren Blut sie im Fernsehen zeigten
Ich saß mit meinem Bier auf dem Sofa
schaute die Nachrichten
Ein Unfall
ein zerstörtes Auto
Sie mußten
natürlich
das Innere
zeigen
Chronistenpflicht
Scheiß auf die Menschen
die sie kannten
die mit ihr gelacht hatten
Vergesst ihre Familie
das Innere ist wichtig
das Innere des Autos
in dem sie gestorben war
»Hast du die Blutlache im Bild?«
Sie war 20 Jahre alt
gewesen
Ich kannte sie
Kannte die Frau, die
ihre letzte SMS erhalten hatte
Die letzte SMS – kurz
vor der letzten Kurve
abgesendet
Ich ging in die Küche
Bier reichte da nicht
Sie treten in die Fresse
die nichts zu fressen hat
Ihr Spaziergang um
Lust zu schnappen
in der dummen Sinnlosigkeit
ihres Daseins
Stiefel im Gesicht
rot vom Fusel
rot vom Blut
Das Leben fließt
gefühllos
Sie treten vorbei
gehen vorüber
Ihr Spaziergang um
Luft zu schnappen
in der sicheren Nutzlosigkeit
ihres Hierseins
Angst im Gesicht
Rot vor Scham
sollten sie werden
Das Leben flüchtet
gedankenlos
sie + sie =
Du gehst durch die Welt
Die Welt, die du kennst
Du meinst, sie zu kennen
aber
es ist nicht dieselbe Welt
Du dachtest,
alles sei gleich,
alles dasselbe
und dann erfährst du
jemand ist gestorben
gestorben vor Jahren
Jemand, der zu deiner Welt
gehörte
(kein Kontakt seit Jahren, aber
das hatte keine Bedeutung)
Du bist gegangen
durch die Welt
die du glaubtest zu kennen
(alles schien vorhanden, im
Hintergrund, über den man
nicht nachdenkt)
Aber es war eine
andere Welt
durch die du gegangen bist
schon seit Jahren
eine unbekannte Welt
durch die du
unwissend
gegangen bist
seit Jahren
Deine Narbe hat dasselbe Muster
wie meine, sie
sieht aus wie der Weg auf einer
Landkarte
Ich kenne diesen Weg
ich weiß, wohin er führt
Ein Ziel
das wir beide
kennen.
Seht zu, wie ich über das Seil laufe
Seht zu, wie ich auf dem Seil springe
Seht zu, wie ich auf dem Seil tanze
Das Seil ist meine Welt
Das Seil ist die Zeit
Das Seil ist das Sein
Seht zu, wie ich
abstürze &
lächelt
Wenn ich mich selbst zerstöre
bin ich der Welt voraus
Der Tod ist mein Sklave
er muss tun was ich will
Die Selbstzerstörung ist mein Spott & meine
Verachtung für alles
was mir anerzogen wurde
Sie ist Flucht aber
sie ist auch Verfolgung
Freiheit im Gefängnis
2 Sekunden zuvor hatte ich
den großen Gedanken
Er erklärte mir
die Welt
Plötzlich verstand ich
Alles
Die ganze Scheiße, das Leid,
die Freude
2 Sekunden zuvor saß ich still
in meinem Sessel
Ich fing an
Alles mit Humor zu sehen
Ich trank ein weiteres
halbes Glas
Und plötzlich war Er
weg
Aber ohne den Alkohol wäre er
niemals da gewesen
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