Nähe wird
nicht nur
durch den Raum
bestimmt –
sondern auch
durch die Zeit.
Wer sich nicht
genug Zeit nimmt
um sie
Anderen
zu geben
wird
niemals
die Nähe finden
die
er
sucht.
Nähe wird
nicht nur
durch den Raum
bestimmt –
sondern auch
durch die Zeit.
Wer sich nicht
genug Zeit nimmt
um sie
Anderen
zu geben
wird
niemals
die Nähe finden
die
er
sucht.
Ich glaube
wer glaubt
der Tod sei
nicht
das Ende
neigt noch mehr als
alle Anderen
zur
Vergeudung von Zeit
Nein –
ich glaube es nicht –
ich denke es
Denn
Eines weiß ich:
Ich glaube
an
Nichts.
Mitten in der Nacht
räumte
das Räumfahrzeug
den Schnee
von einsamen Straßen
Die Frau
war
auf dem Weg
ins Bett
nackt
Das Zimmer
erleuchtet
Das Fenster
nackt
Sie erzählte mir davon
am Telefon ……
»Selber schuld«, sagte sie,
»wer hat mich denn
so lange
wach
gehalten?«
»Egal«, sagte ich,
»dem Mann wird kalt sein –
da draußen
im Schnee.
Ich gönne ihm
Deinen Anblick
& die warmen Gedanken,
die er sich machen wird.«
Ich stellte mir sie vor.
Das war einfach.
Ich stellte mir ihn vor.
Das war
kaum weniger einfach.
Denn er hätte ich sein können.
Bevor ich
sie
kannte.
Und ich war oftmals
nachts
unterwegs
gewesen
in der Kälte
im Schnee
in der Einsamkeit
in meinem
Träumfahrzeug.
Es reicht mir
durchaus
Das Salz im Spaghetti-Wasser
Die Zeichnung eines Segelbootes an der Wand
Das Schwindelgefühl eines Cocktails
Schon
bin ich
auf
hoher See
(Die Liebe
ist
so
ähnlich.)
Es ist
für Manche
als wären sie
mit fremden Augen
geboren worden
die Alles
unklar
falsch
& fremd
sehen
Bestenfalls
treffen sie dann
Jemanden
der die eigenen Augen besitzt
die Demjenigen/Derjenigen
ebenso
fremd sind
Sie tauschen
Blicke
Augen
Augenblicke
& auf einmal
sehen beide
Alles
klar
& richtig
mit den eigenen Augen
im Gesicht
des Anderen
Sie erkennen sich
& Nichts
scheint mehr
fremd
Manches
muss man einfach
wegschmeissen
verkaufen
verschenken
verlieren
um es
angemessen
zu vermissen.
Besitz
der nicht endet
macht
unendlich
blind.
Leben:
Man tut einfach so
als wäre man
nicht
da
Dann
stirbt man –
& schon
ist
die Lebenslüge
wahr
Vielleicht
bist Du
der richtige Moment
in meinem Leben
Vielleicht
bin ich
der richtige Moment
in Deinem Leben
Lass uns
einander
versäumen
um
sicher
zu
gehen
Wenn mein Tod ein Beweis ist
dafür
wie Lebenszeit verschwendet wird
Wenn mein Tod
Dir
die Augen wäscht
damit Du
endlich
sehen kannst
was
verschwendete Zeit
bedeutet
möchte ich
nur noch
sterben.
Sofort.
Ich bin
kein Sonderangebot
Ich bin
nicht billig
Ich bin
nicht einmal
günstig
Ich
koste
das
Leben
Meins
Deins
Geh
am Regal vorbei
wenn Du Dir
mich
nicht
leisten
kannst
»Hey, ich bin immer da,
wenn Du mich brauchst.
Also – da eben, irgendwo,
wo Du mich nicht
erreichen kannst;
wo es
kein Netz gibt.
Wo ich tanzen kann
& Spaß haben,
während es Dir
dreckig geht.
Während Du
Dich selbst zerstörst.
Warum auch immer.
Mein Name ist
der neue Name Deiner Einsamkeit,
der neue Name Deines Alleinseins.
Ja, ich glaube an Bestimmung.
Ja, ich glaube an Gott;
er ist immer da ….«
Worte, die durch einen besoffenen Kopf schwappten.
Der Mann saß an der Theke. Allein. Blickte
in den Spiegel hinter den Flaschen.
Der Spiegel war fleckig. Die Flaschen glänzten.
Ein Fenster wurde gespiegelt. Im Fensterrahmen
das Spiegelbild einer Kirche.
Es war Mittag.
Zu platt, dachte der Mann,
diese Symbolik. Nur
schlechte Literatur &
das Leben
sind voll von solch platter Symbolik.
Es wäre nett, wenn die Kirche brennen würde.
Ein schönes, gespiegeltes Feuer, das ins Bild,
das in den Rahmen passen würde …..
Und ich würde in das Feuer pissen.
So, wie ich auf alles pisse & scheiße, was
hinter mir liegt. Hinter mir – wie
dieses Fenster in meinem Rücken.
Ich denke wirr.
Egal.
Solange ich nicht
Wir
denke.
Ja – sie ist immer da. Irgendwo. Wie
die Einsamkeit.
»Noch einen. Bitte.«
Irgendeine Klarheit plätscherte ins Glas.
Ein Duft, ein Verprechen.
Etwas, das Betäubung verprach,
Ende & Tod – wenn man nur
konsequent genug war.
»Ich denke an Dich.
Immer.«
Immerdar.
Die Musik war
ein banales Hintergrundgeräusch, das
zu diesem Ort passte.
Ich könnte dazu tanzen, dachte der Mann.
Wenn ich tanzen könnte. Und wenn ich es
wollte, könnte ich es wahrscheinlich sogar.
Ich könnte auch Spaß haben. HaHa.
Wie war nochmal der Name
des Alleinseins?
Ich komm´ nicht drauf …..
Unwichtig. Irgendwann wird er
mir wieder einfallen.
Wenn ich
so inkonsequent sein sollte,
dann noch zu leben.
HaHa.
»Noch einen?« fragte der Barkeeper.
»Nein danke. Zahlen.«
Das Trinken war hier einfach zu teuer.
Der Mann konnte es sich nicht leisten.
Flaschen mussten her.
Irgend etwas
Billiges.
Das man alleine trinkt.
Das man in einer Wohnung trinkt, in der
niemand ist
außer
man selbst (oder das, was man dafür hält).
Ja, die Flaschen sind immer da,
wenn man sie braucht. Immer erreichbar.
Wunderbar austauschbar.
In der Hausbar. HarHar.
Selbst wenn sie leer sind, sind sie da;
nachfüllbar.
Ein Brand. Ein Feuer. Ein Brennen.
Ja, ich denke an sie.
An die Flaschen.
Woran auch sonst?
Immer.
Und als er die Bar verließ, schaute der Mann
nicht auf die Realität dessen, was er
durch das Fenster im Spiegel
gesehen hatte.
Ich möchte nicht enden
als Schmetterlingssammler
Ein einsames Haus
voller Schaukästen
Darin
aufgespießt auf Nadeln
die bunten Leichen
der Schmetterlinge
Leben
das
in Netzen gefangen wurde
Flattern
Flug
Farbe
wurden zu
Stillstand
Fixierung
Präparation
Das schönste Gefühl ist
das Kitzeln der Flügel
eines verirrten Schmetterlings
in den Handflächen
kurz bevor
man ihn
in die Freiheit
entlässt
Manchmal
ist sogar
der Bauchschmerz
ein schönes Gefühl
In meiner Kindheit war ich
klug. –
In meiner Jugend
dumm. –
Nun –
ist es
zu spät.
Ich liebte das Radio, das
auf dem Nachttisch meines Vaters stand.
Das warme Licht
der Röhren;
die Zahlen
der Skalen;
die Knöpfe,
die Tasten,
die Regler.
Den Klang.
Irgendwann kaufte er sich
ein neues Radio.
Transistoren.
Kalte Farben.
Kein Licht.
Ein flacher Klang.
Ich bekam
das alte Radio.
In meinen schönsten Kindheitsnächten
war es meine einzige Lichtquelle,
mein schönstes Geräusch,
wenn alle schliefen.
Ein Rausch.
Eine Wärmequelle.
Ein Lagerfeuer.
Stimmen & Noten.
»Kann das weg
oder willst Du’s behalten?«
fragte meine Mutter.
Sie mistete den Keller aus.
Lange
nach dem Tod meines Vaters.
Ich war kein Kind mehr.
War
voller Hass
auf
Vieles.
Voller
Gleichgültigkeit.
Voll
scheinbarer
Kälte.
Und doch
voll
Feuer.
Ich war –
keine Ahnung.
»Weg«, sagte ich. »Das
brauche ich
nicht
mehr.«
Es gibt noch
alte Schwarzweiß-Photos,
auf denen das Radio
zu sehen ist.
Mein Vater liegt daneben.
Photographierte
Musik.
Ich bin
kein Kind mehr.
Nicht mehr jung.
Klugheit
Dummheit
Hass
Gleichgültigkeit
Was gäbe ich
heute
für das warme Licht der Röhren;
die Zahlen der Skalen;
die Tasten;
die Regler;
den Klang …..
Dieses Geräusch.
Diesen Rausch
der Kindheit.
Dieses Feuer.
Vielleicht
ist auch das
nur
Dummheit …..
Wie auch immer –
es
ist
zu
spät.
Es geht
niemals
glatt
wenn man
eine Folie
auf etwas
klebt
das sich
bewegt
wie
das Leben.
Selbst wenn es
stillzustehen
scheint. –
Irgendwo ist
immer
mindestens
1 Blase.
Gefangene Luft.
Eingeschlossene Luft.
Atem
vielleicht.
Ein
Atem –
Aus
Atem –
Eine hässliche Beule
die sich
nicht
glattstreichen lässt …..
Man kann
hinein
stechen
(es bliebe
ein Loch).
Man kann
die Folie
herunterreissen,
von vorne
beginnen.
Doch
am besten
lässt man
die Folie
von vornherein
weg.
Denn
schöner
wird’s nicht.
Niemals.
Eine Binsenweisheit –
eine weitere:
Das Happy End
der Liebe
ist
der gemeinsame Tod.
Vielleicht
sollten
Wir
Uns
rechtzeitig
ausblenden
aus unserem Film ……
Solange
das Lebenslicht
unserer Liebe
noch
so grell
leuchtet
dass Wir
unsere glänzenden Augen
beschatten
müssen
Dieses Gedicht
taugt nichts.
Ich werde es
mit Bleistift
auf Papier schreiben;
dann
werde ich das Blatt
anzünden,
während
Du
zusiehst …..
Denn
auch wenn meine Worte
Deine Augen nicht zum Glänzen bringen –
Das Feuer
wird sie leuchten lassen.
Meine Worte sollen brennen!
Wie ich.
Gespiegelte Flammen sollen tanzen
in Deinem Blick!
Die Gänsehaut
ist
die Blindenschrift
der Musik
Unser Lied
höre ich
mit meinen Fingerkuppen
auf
Deiner Haut