Da war Licht.
Und da waren unsere Schatten.
Sie berührten sich,
bevor wir es taten.
Dann
schwand das Licht.
Und da waren nur noch
wir
in unserer
schattengleichen Dunkelheit.
Da war Licht.
Und da waren unsere Schatten.
Sie berührten sich,
bevor wir es taten.
Dann
schwand das Licht.
Und da waren nur noch
wir
in unserer
schattengleichen Dunkelheit.
Auch eine Fee
erfüllt bloß Wünsche
& keine Erwartungen.
Und manchmal
nur Wünsche, die nicht ausgesprochen werden.
So war das –
als sie sich hinkniete
vor der Tür meines Gefrierfachs,
um meine Hose zu öffnen.
All
mählich
baut es sich auf
vor meinem inneren Auge
: Das Bild ihrer Kindheit
Eine Collage eigentlich
aus inneren Verletzungen
Splitterbilder
eines zertrümmerten Spiegels
in dem ich Teile von mir sehe
& in den fehlenden Teilen des Bildes
spiegelt sich die Finsternis
in unsichtbaren Schattierungen
Reine Ein
bildung natürlich
Vermutungen meiner
seits
da ich sie damals nicht kannte
& sie heute auf andere Weise
nicht kenne
Mein Blick fällt
auf schein
bares Erwachsen
sein
auf Ver
halten
Verhaltungen
& das Gewölk
das aus ihrem Mund schleiert
hinter der Kälte
front ihres Schweigens
Und nun –
genug der Poesie!
Klartext.
Wir konnten nicht anders.
Wir können nicht anders.
Niemals!
Sie bemerkte mich zuerst, und
ich weiß,
warum.
Sie wollte mich, und
ich weiß,
warum.
Wir wollten uns, und
konnten nicht
anders.
»Ich warne dich«, sagte sie,
»ich bin nicht kompatibel.«
»Ich warne dich«, sagte ich,
»ich werde über alles schreiben.«
»Das kannst du. Damit
komme ich klar.«
»Ok, ich
vielleicht auch.«
Aber nein.
Ich schrieb nicht über
Alles.
Zumindest
veröffentlichte ich nicht
Alles.
Notwehr ist oftmals zu einfach.
Und Erwachsentun
ist die Notwehr des Kindes.
Die Antwort
auf das, was ich zu erkennen glaube,
kann manchmal nur mein Schweigen sein.
Tipp Tipp Tipp Tipp Tipp –
das einzige Geräusch in
Nächten des verstummten Gelächters.
Nächten wie dieser.
3 Monate sind vergangen…..
Monate voller Fantasien &
lächerlicher Selbstbefriedigung.
Erinnerungen.
Telefonate & Textnachrichten.
»Würde es dir etwas ausmachen«, schrieb ich,
»wenn ich nebenher noch etwas anderes laufen hätte?«
»Nein. Würde es nicht. Vermute ich. –
Ich hoffe, du tauscht dich aus mit ihr; das
würde mich beruhigen.«
Und sie nannte sie:
»deine andere Option«.
Als ob es die gäbe!
Nein,
ich kann Dich nicht beruhigen.
Und warum sollten wir uns auch
beruhigen?
Einander beruhigen?
Wo wir sind –
soll Aufregung, Erregung, Ruhelosigkeit sein!
Für manche Menschen
ist Liebe einfach
keine Beruhigung.
Ich kann Dich lesen hören….
Fühlen….
Denken: ‚Schon wieder Interna!’
Ja,
ich hatte Dich gewarnt.
Und muss ein bisschen lächeln
über uns.
Ich sehe Dein Bild.
Vor mir.
Und wenn mein Spiegelbild Dich umarmt,
schlagen unsere Herzen
Dichter
bei
ein
ander
Vielleicht auch
auf
ein
ander
ein
aber immer
mit
ein
ander
im
selben
Takt.
Staubbedeckte Tonbandspulen kreisten
auf einem alten Gerät. Hergestellt von
Toten. Für eine Firma, die längst nicht mehr
existierte.
Magnetisierte Vergangenheit. Schallwellen in Form.
Ein 5jähriger Junge quasselt. Verstorbene sprechen
mit ihm. Es wird gelacht & gesungen. Ein Radio spielt
im Hintergrund. Vergessene Melodien.
Ich saß in einem Raum der Gegenwart. Hörte hinein
in einen Raum der Vergangenheit. Damals
hatten die Spulen sich ebenso gedreht. Kreislauf.
Wenn der Junge sprechen soll,
verstummt er.
»Erzähl mal die Geschichte mit dem Kronleuchter«,
sagt ein Mann.
Schweigen.
»Als ob Fremde da wären«, sagt eine Frau. »Dann
isser genauso.«
Irgendwann fängt ein 15Jähriger an zu singen:
»Stellt den Teller untern Tisch,
Nikolaus bricht sich das Genick –
lustig lustig, trallerallalla,
bald ist Niklas-Abend da….«
Ich saß in einem Raum der Gegenwart. Die längst
vergangen ist. Lauschte
einem Wir, das es nicht mehr gab.
Ich hörte mich lachen.
Wunder der Technik! Das Neueste vom Neuen!
In Mono. Ton für Ton bewahrt. Für die
Zukunft.
Ich erinnere mich, wie
ich damals hörte, was
damals schon lange her gewesen war.
Aber toter sind die Toten heute auch nicht – als damals.
Heute sitze ich in einem Raum der Gegenwart, die
Gegenwart ist. Der Motor ist kaputt.
Das alte Gerät macht seltsame Geräusche.
Alles vermischt sich, verwischt sich – die Schichten
der Zeit.
Die Spulen sind von neuem Staub bedeckt. Ich betrachte sie
wie einen Raum, in dem eine andere Zeit herrscht.
Ich will sie nicht hören.
All diese Science-Fiction-Filme meiner Kindheit…..
Die überholten Vorstellungen der Zukunft.
Wie charmant sie oftmals wirken.
Wie naiv.
Manchmal denke ich.
Denke: auch ich
bin so ein altes Röhrengerät
im Science-Fiction-Film der Vergangenheit,
der in einer Zukunft spielt,
die längst vorbei ist –
vorbei
ohne
vielleicht
jemals
Gegenwart
geworden –
Gegenwart
gewesen
zu
sein.
Von der Zukunft
ganz zu
schweigen.
Ich stelle mich.
Bloß.
Bloß
in nackten Worten.
Rücksichts
los.
Es sind bloß
Worte.
Folgen von
Wörtern.
Doch
wer sie nicht kennt –
mich nur kennt –
aus dem Leben –
aus dem
Jenseits
des Geschriebenen –
kennt mich
nicht.
Wer
bloß sie kennt
kennt mich
ebenso
wenig.
Und überhaupt
kennt mich
Niemand.
Im
Dies-
oder
Jenseits.
Es gibt viele
gute Ab
gründe
Dich
zu lieben.
In Manchen
höre ich
mein Echo
In Anderen
nur Dich
In Einem
schweigen wir
gem
einsam.
Ihr Atem roch nach Hunger
in der letzten Nacht
die wir hatten
Ich schwieg
Mein Schweigen schmeckte
nach ihr
Ein weiterer Kuss
der vielleicht der letzte war
Gesättigt
von heruntergeschluckten Worten
Mein Hunger war
ein anderer
Atem
wurde angehalten
Anders als
die Zeit
Immer
wenn mein Vater zu mir sagte:
»So ist das im Leben.«,
hatte ich das Gefühl,
er sagte es ebensosehr
zu sich selber.
Immer
war es die Begründung
für einen
Verzicht
für die
Unerfüllbarkeit eines Wunsches
für ein
schmerzliches Vermissen
oder die
Notwendigkeit einer Pflichterfüllung.
Die Antwort auf die Frage eines Kindes,
das von Anderem träumte.
Es war eine Begründung
ohne Grund, ohne Erklärung;
ein Schweigegebot, das allen
Diskussionen ein Ende bereiten sollte.
Ich hasse es noch heute,
wenn jemand diesen Satz sagt.
Hasste es aber ganz besonders,
wenn ER ihn sagte.
Dass es dunkel wird,
wenn das Licht ausgeht –
ist so im Leben.
Dass kein Feuer ewig brennt –
ist so im Leben.
Aber
was mein Vater mich glauben machen wollte,
war niemals zwangsläufig so im Leben.
Was er da sagte, war
nichts als eine Phrase –
eine bequeme Lüge.
Etwas,
das er selber gerne geglaubt hätte.
Das Kind, das ich war, meinte,
eine gewisse Traurigkeit & Resignation
im Tonfall der väterlichen Stimme zu erkennen.
Weil es den Mann, der mein Vater war,
für zu klug hielt, um zu glauben,
was er da sagte.
Und später dachte ich oft, dass
sein ungeheurer Jähzorn
in erster Linie
vielleicht genau daher kam.
Verzicht
Unerfüllte Wünsche
Vermissen
& alberne Pflichterfüllung
Er hatte diese Familie am Hals
– & im Kopf wohl oft
anderes.
Erinnerungen an das Kind,
das er gewesen war –
& das von Anderem geträumt hatte.
Ich wollte es
anders machen
in meinem Leben.
Ich habe es anders gemacht.
Doch gebracht – hat’s nicht viel.
Auch ich
habe diesen Jähzorn.
Seinen Jähzorn.
Vielleicht.
Tja,
so ist das …..