Monatsarchiv: Januar 2012

Okkultes Blut

Wir lachten
lachten
bis uns
die Tränen kamen

Doch
in den klaren Tränen
lauerte bereits
das okkulte Blut
der Verzweiflung


Das x-te Remake

Irgendwann riechen die feurigen Worte nur noch
nach Autoabgasen …
Die süßen Gefühle schmecken nach
Asche …
Die hellen Gedanken sind
von Ruß überzogen …

Man wusste es doch vorher;
die Abgase, die Asche, der Ruß vom letzten Mal
hatten sich noch nicht
verflüchtigt …
& alles sah von Anfang an so ähnlich aus –
wie das Remake eines alten Films mit
schlechtem Ausgang, den man
schon unzählige Male gesehen hat.
Man wusste es vorher, aber
man hoffte dennoch.
Hoffte, dass dieses Remake
ein anderes Ende nehmen würde als
das Original – so
wie es manchmal geschieht …

Aber eigentlich geschieht es nur
in schlechten Remakes von
schlechten Drehbuchschreibern, die
das Leben nicht verstanden haben.

Und dann wünscht man sich ein
schlechtes Remake mit
gutem Ausgang.

Aber man riecht schon wieder
die Abgase.
Schmeckt schon wieder
die Asche.


1000 Teile

Sätze, die einen zerbrechen könnten, haben
eine magische Anziehungskraft …..
Hat man sie gehört, hört man sie in der Erinnerung
immer wieder …..
Hat man sie gelesen, liest man sie immer wieder nach.
Beim ersten Hören, beim ersten Lesen
haben sie einen noch nicht zerbrochen; nicht ganz jedenfalls.
Ein kleiner Sprung hie & da, vielleicht nur ein feiner
Haarriss …..
Aber vielleicht möchte man zerbrechen, möchte man
zerbrochen werden, möchte man
in 1000 Teile zerspringen,
wie ein Puzzle, das
am Boden liegt – –

Nur damit man wieder
zusammengesetzt
werden kann.

Nur damit sich jemand
auf den Boden setzt & anfängt,
die Teile
zu ordnen.


Muster

In jedem Raum
die gleiche Tapete

Auf jeder Tapete
dasselbe Muster

Ich gehe durch die Räume
& starre auf die Tapeten

Mein Blick fällt
auf das Muster

Mein Blick fällt
in das Muster

Ich falle
immer wieder
in dasselbe
Muster

Ich
falle