Manchmal
ganz selten
ist Sucht ein Lebensstil
eine Lust & eine Wahl
eine Entscheidung
die einem in die Wiege gelegt wurde
von Menschen die man
liebte & haßte
Sucht ist
dann
etwas
das man sich einredet
& das einem niemand ausreden
kann
Es gibt ein Lächeln in
dieser Sucht
das einen wärmt
Sie zerstört nicht den Humor
man lacht
man tanzt
man fühlt sich gut
Manchmal
trennt man sich von ihr
für Wochen
für Monate
Man weiß
dass man sich
wieder finden wird
Und dann lacht man mit ihr
beim Wiedersehen &
man lacht mit den Verstehenden
& betrauert die
Anderen
Zuerst hatten sie die alte Frau gegenüber
in ein Heim gesteckt, dann stand
der Container mit ihren Möbeln auf der
Straße
Jetzt werde ich von Baggern wachgehalten
die ihren Garten ausheben
Bäume wurden gefällt
Sie hatte ihren Garten geliebt
Es sind ihre Kinder, habe ich mir sagen lassen
Gut, dass ich keine habe
Zu Feiertagen hatte sie mir
Karten in den Briefkasten geworfen
& Pralinen
Ab irgendeinem Zeitpunkt stand
jeden Morgen ein Wagen der Diakonie
vor ihrem Haus, ihr
wurden die Windeln gewechselt
Jetzt höre ich die Bagger
fluche, kann nicht schlafen
& habe keine Ahnung
ob sie noch lebt
Bevor sie mich entließen
sagten sie: »Du wirst wiederkommen – alle
kommen sie wieder.« Sie grinsten. Ich grinste.
Sogar der arme Schwachkopf grinste,
den sie jeden Morgen mitten im
Schlafsaal auf seinem Kackstuhl festbanden;
aber der grinste eigentlich meistens,
ohne irgend etwas zu verstehen, besonders
über seine eigenen Fürze grinste er,
breit – & leeren Blickes; er hatte eine Glatze
& hielt beim Scheißen seine
Perücke fest umklammert auf dem Schoß.
»Ich nicht«, sagte ich. »Ich werde eben
der erste sein, der nicht wiederkommt.«
»Wir werden sehen«, sagten sie. Die
Wärter & die anderen Insassen hatten
ihre Zweifel. Ich war mir auch nicht
sicher. Weil ich mir überhaupt nie
sicher bin.
Aber ich behielt recht.
Diese Klapsmühle existiert nicht mehr;
sie wurde geschlossen – wegen
menschenunwürdiger Verhältnisse; es
hatte irgendeine Reform gegeben.
Ich weiß nicht, wo sie alle hinkamen:
die Schwachsinnigen, die Drogenabhängigen,
die Alkoholiker, die Tobsüchtigen (zu denen
hatten sie mich gezählt), die Entmündigten,
die Straffälligen in Sicherheitsverwahrung, die Bettnässer
& all die Insekten, denen die Wärter ständig
mit ihren Sprühdosen hinterher jagten.
Egal, ich war draußen.
Keine Schreie mehr, keine Schlägereien mehr,
keine sabbernden Mäuler, vollgekackten Betten,
keine einarmigen Diabetiker mehr, die
mich um Essen anbettelten, wenn ich
Küchendienst hatte. Keine Ruhiggestellten
mehr, die mit ausdrucklosen Gesichtern
auf einen zuwankten, um einen zu umarmen …..
Keine nächtlichen Wichsgeräusche mehr,
keine versifften Klos mehr mit uralten Holzbrillen
(offen aufgereiht in einer 10er-Reihe).
Kein stumpfes Plastikbesteck mehr
(einer hatte eine Gabel zerbrochen & die Einzelteile
runtergeschluckt)…..
Keine Klugscheißerei mehr von
sogenannten Ärzten, die selber nichts
begriffen & dieses Nichtbegreifen in
Floskeln verpackten.
Keine vergitterten Fenster mehr.
Ich war draußen,
ich musste nicht zurück. Ich hatte
meine Lektion in Verstellung gelernt,
und in der Einsamkeit kann niemand mit
dem Finger auf einen zeigen &
nach dem Krankenwagen rufen.
Letztlich war das egal, weil der
Unterschied zwischen drinnen & draußen
doch kleiner ist, als man denken möchte.
Und deshalb muss ich nicht
zurück. Vielleicht.
Ich liege im Bett
komme nicht hoch
Wochen voller Cocktails
liegen hinter mir
Der Fernseher läuft tonlos
meine Brille liegt in
einem anderen Zimmer
auf dem Boden
wenn ich mich recht
erinnere
dort wo ich stolperte
Schweiß friert auf mir
Die bewegten Bilder sind
mir zu schnell
Telefonnummern &
nackte Frauen
Ich sehe sie unscharf
Ich habe Hunger
ich muss ihn ignorieren
Ich nehme mir vor
heute nicht zu trinken
& würde lachen
wenn ich es könnte
Ich kaue ein Aspirin
trocken
Bücher liegen verstreut
neben dem Bett
Staub liegt auf den Büchern
Nicht lange &
es wird mir wieder gut gehen
Aber es ist mir egal wie
es mir geht
Und auch das muss
an irgend etwas
liegen
Menschen bluten
Menschen scheißen & pissen
Menschen sind verzweifelt
Menschen lachen
Sie sind sich peinlich
Haare wachsen
wo sie nicht wachsen sollten
Menschen stinken
sie riechen sich selbst
Menschen versuchen sich
selbst zu befriedigen
Sie scheitern
Menschen behaupten
andere zu hassen
Es ist Verzweiflung
Es ist Einsamkeit
Das Wissen alleine zu sein
alleine zu sterben
Menschen laufen maskiert
durch ihre begrenzte Zeit
Sie wissen es &
sie geben es nicht zu
Menschen möchten schön sein
& glücklich
& geliebt
von denen die behaupten
andere zu hassen
Menschen zerstören sich selbst
Menschen sind erschüttert
ihre Gefühle sind erschüttert
ihr Gehirn ist
erschüttert
Bei manchen Menschen nimmt das Schicksal Vaseline, bevor es sie fickt –
Bei mir nimmt es Sardellenpaste
Ich liebe Sardellenpaste
ich schmiere sie mir aufs Butterbrot
genieße den Geschmack
trinke Geistiges dazu
wackle mit dem Arsch
& shakere mit dem Pech
Sie verbrannten meine Fahrpläne
Die Zeiten, ich hatte sie nicht im Kopf
Die Ziele, ich hatte sie vergessen
Ich wußte nicht, wohin
Ich wärmte mich an dem Feuer
& ich fühlte mich frei
Sie hatten mir keinen Gefallen tun wollen
Aber es war einer
Ich kannte sie
die junge Frau
deren Blut sie im Fernsehen zeigten
Ich saß mit meinem Bier auf dem Sofa
schaute die Nachrichten
Ein Unfall
ein zerstörtes Auto
Sie mußten
natürlich
das Innere
zeigen Chronistenpflicht
Scheiß auf die Menschen
die sie kannten
die mit ihr gelacht hatten
Vergesst ihre Familie
das Innere ist wichtig
das Innere des Autos
in dem sie gestorben war »Hast du die Blutlache im Bild?«
Sie war 20 Jahre alt
gewesen
Ich kannte sie
Kannte die Frau, die
ihre letzte SMS erhalten hatte
Die letzte SMS – kurz
vor der letzten Kurve
abgesendet
Ich ging in die Küche
Bier reichte da nicht
Sie treten in die Fresse
die nichts zu fressen hat
Ihr Spaziergang um
Lust zu schnappen
in der dummen Sinnlosigkeit
ihres Daseins
Stiefel im Gesicht
rot vom Fusel
rot vom Blut
Das Leben fließt
gefühllos
Sie treten vorbei
gehen vorüber
Ihr Spaziergang um
Luft zu schnappen
in der sicheren Nutzlosigkeit
ihres Hierseins
Angst im Gesicht
Rot vor Scham
sollten sie werden
Das Leben flüchtet
gedankenlos
Die tote Katze lag auf der Landstraße.
Der Wagen vor mir nahm sie zwischen die Räder.
Ich nahm sie zwischen die Räder. Sah
keine äußeren Verletzungen. Wie im
Schlaf lag sie da. Jung gestorben. Eine
Anfängerin auf der Straße.
Ich sah sie im Rückspiegel, ich
entfernte mich. Im Rückspiegel sah
ich, wie sie aufrecht & fast durchsichtig am
Straßenrand saß. Sie blickte mir nach.
Ich hörte sie denken. Warum fahren
alle vorüber? Warum hält niemand an?
Warum legt niemand meine Leiche an
die Seite? – Im Dunkeln wird mich jemand
überfahren. Meine Eingeweide werden
über die Straße verteilt werden. Warum
fahrt ihr vorüber? Sie blickte hinüber
zu ihrer Leiche.
Ich fuhr weiter. Schaute nicht mehr
in den Rückspiegel.
Fuhr 1 Kilometer, fuhr 1 ½ Kilometer.
Der Motor schnurrte. Ich fuhr 2 Kilometer.
Dann hielt ich an &
wendete.
Wir saßen auf der Terrasse
Sonne vergangen, TagesEnde
unsere Beine verschachtelt
Es war warm, Baumsilhouetten
im Mondlicht
Der Mond war voll &
von einer Farbe, die warm war
Gartenduft mischte sich mit
dem Duft ihrer Haare
»Schön«, sagte sie leise,
»der Mond.«
»Ja«, sagte ich, »als hätte
er sich die vollgekackte
Unterhose über den Kopf
gezogen.«
Sie kicherte. Stupste mich
an. »Du bist sooo romantisch,
du Arsch.«
Der Druck ihrer Oberschenkel
Ihr Kicheratem in meinem
Gesicht
Sie hatte recht
Ich war so verschissen
romantisch!
Junge schöne Frauen in Hotpants
an SonnenStränden, blaues Meer, weißer Sand;
Sand, der zwischen ihren Zehen rieselt
Braune Locken, braune Beine, knappe Oberteile
blendende Zähne, schluckende Münder
funkelnde Gläser
Ich sitze vor dem Fernseher mit
einem Ständer; doch: andere Bilder
mischen sich ein :
Das Schaufenster eines Elektrohandels,
darin TVs, es läuft dieser Spot,
davor liegt jemand in seiner Kotze,
bewußtlos …………………
Menschen gehen vorüber, unbeteiligt,
Nasen rümpfend. Ich, der
ich die Treppe herunterfalle; ich
sehe ……………………..
mein Spiegelbild ….. &
Dieses Fotoalbum war typisch für
meinen Bruder. Ein auf den ersten
Blick normales Album mit Familien-
fotos, Urlaubsschnappschüssen,
Kinderbildern, Bildern vom Hund,
von den Katzen. Ein Album, in dem
Besucher blättern. Man blätterte,
mehr oder weniger gelangweilt.
Und dann gab es da diese kleinen
zufällig verteilten ÜberraschungsTupfer :
Fotos seiner Frau : zB Rückansicht
im langen Abendkleid –
welches sie hinten hochhebt, über die
Schulter in die Kamera lächelnd;
ein nackter Hintern, eine
flirrende Oase in der Wüste des
EwigGleichen.
Ein Fotoalbum, das den Gesichts-
ausdruck des Blätternden verändern
konnte. Ihre Muschi zwischen den
Katzen. Sie saß, scheinbar gelassen,
daneben, sagte: „Ihr kennt ihn doch.“ (Ich fühlte
das Blut, das in ihr Gesicht fließen
wollte; wie ich Alles in ihr fühlte.)
Ja, man kannte ihn.
Ich liebte dieses Album.
Wie oft hatte ich mir damit
einen runtergeholt. Sagte mir, sie hätte bestimmt nichts dagegen.
Und dann brauchte ich irgendwann
das Album nicht mehr. Denn
ich hatte sie. Wir uns. Er hätte
das Album – rechtzeitig –
verbrannt, wenn er so weit hätte
denken können.
Als ich aufwachte, tat mir der Arsch weh
Ich wusste nicht, warum
Die Schlafzimmertür stand offen
ich hatte sie nicht mehr schließen können
Die Hose lag am Boden, Knopf geschlossen
ich hatte ihn nicht mehr öffnen können
Im Briefkasten eine Benachrichtigung
Jemand hatte geklingelt, ich war
nicht aufgewacht
Ich kochte mir ein Ei
ging ins Bett zurück
aß vorsichtig
Schlief wieder ein
Am nächsten Morgen
wachte ich auf
ging in den Keller, wo
mein Rauch- & Saufzimmer ist
Bücherstapel auf der Treppe waren
zusammengebrochen
Flaschen lagen überall &
ich erinnerte mich:
Ich war die Treppe runtergefallen
Das erklärte den Schmerz
beruhigend
Hier unten
am Fuß dieser Treppe hatte
viele Jahre zuvor
meine Mutter gelegen
mit gebrochenen Rippen
Um Hilfe rufend, aber ich
hatte geschlafen
Es war das erste Anzeichen gewesen:
Sie konnte es sich nicht erklären –
eine Stufe passte nicht in ihren SchrittRhythmus
Willst Du mein Freund/in sein? Ja [ ] Nein [ ] Vielleicht [ ] Bist Du mein(e) Feind/in? Ja [ ] Nein [ ] Vielleicht [ ] Willst Du mich halten? Ja [ ] Nein [ ] Vielleicht [ ] Willst Du mich quälen/töten? Ja [ ] Nein [ ] Vielleicht [ ] Vertraust Du mir? Ja [ ] Nein [ ] Vielleicht [ ] Hasst Du mich? Ja [ ] Nein [ ] Vielleicht [ ]
Alle Stifte sind zerbrochen
Die Minen liegen am Boden
unterm Boden
Kein X, dass man mir fürs U vormachen könnte
Kreuze, die ich trage
Kreuze, die ich mache
Wenn das Schreiben nicht mehr hilft
Wenn der Alkohol nicht mehr hilft
Wenn die Musik nicht mehr hilft
Wenn schlechte Nachrichten kommen
Wenn die Angst auf deinen Rücken springt &
sich an deinem Hals festhält
Was bleibt?
Du wähnst dich allein im All
auch wenn Unzähligen das Gleiche
passiert
Ruhig erwachte ich in der bekannten Welt
Wußte, was ich tun würde
….gelassen…..
ging ich zum Briefkasten &
Manchmal fahre ich in die Stadt
in die Sonne
Ich setzte mich auf den Marktplatz
um Beine zu sehen
[Beine = Frauenbeine
denn Männer haben nichts
was diese Bezeichnung verdient.
Wir haben Gehwerkzeuge.]
Und manchmal geht eine
junge Frau vorüber
deren Jeans ungleichmäßig
kurz geschnitten wurden
Die Fransen sind ungleichmäßig
alles ist schief
Keine maschinelle Fabrikation
Das ist der Wille
denke ich
Der Wille
die Beine zu zeigen
Sie hat sich eine Schere genommen
zu meinem Glück &
dachte vielleicht: Ein Stückchen kürzer geht’s noch
Buntgedämpftes Licht, Kerzenflämmchen glänzende Gläser Stimmenteppich, vereinzelt Lachen Nutzloses Klaviergeklimper gesichtslose Menschen an Tischen & Theke
Ich trinke Rotwein mit Allem, was sich darin spiegelt
Am Nebentisch sitzt das Leben wie immer Es sitzt immer am Nebentisch allein Es ist eine Frau, abgewandt sie sieht mich nicht
2 Tische weiter sitzt der Tod allein Der Tod ist heute eine Frau, sie ist schön, sie beobachtet mich Ich proste ihr zu, lächle
Sie grinst verächtlich
An meinem Tisch sitzt die Einsamkeit sie trägt ihre Tarnkappe, un sicht bar Sie schweigt Nur zuhause spricht sie mit mir oftmals mit meiner Stimme Dort nimmt sie manchmal die Tarnkappe ab Manchmal ist sie schön & begehrenswert Manchmal ist sie häßlich & abstoßend oftmals ist sie ich
Auf einer kleinen Bühne tanzt die Nacht nackt unter schwarz-diaphanem Schleier eine perfekte Silhouette von dunkler Grazie
Ich bestelle noch einen Wein Die Bedienung hat kein Gesicht, kein Geschlecht, kein Gefühl Das Glas klopft auf Holz
Der Tod schaut mir gelangweilt zu Das Leben hat einen schönen Rücken
Ich verstehe kein Wort von dem was gesprochen wird in einer Sprache, deren Klang ich noch nie gehört habe
Die Einsamkeit legt mir ihre durchsichtige Hand zwischen die Beine während ich den Tanz der Nacht beobachte
Ich trinke aus Ich stehe auf Nähere mich dem Tisch, an dem das Leben sitzt, abgewandt Das Leben ist eine Frau, ich möchte nur ihr Gesicht sehen einmal nichts weiter Ich gehe ein Stück am Tisch vorüber um mich dann umzuwenden
Der Tod beobachtet mich amüsiert
Ich drehe mich herum & blicke in das Gesicht des Lebens
Ich unterdrücke einen Schrei
Dann renne ich durch die Straßen renne durch Laternenlicht Verdunkelte Häuser spielen mit dem Klang meiner rasenden Schritte
Die Einsamkeit folgt mir unsichtbar folgt mir nach Hause, wo wir uns einsperren werden Mir fällt ein: Ich habe nicht bezahlt, ich bin geflohen Niemand hat mir nachgerufen Niemand hat’s bemerkt, oder es war ihnen egal
Aber ich weiß: Ich werde zurückgehen irgendwann & dann werde ich bezahlen
Als Kind
im Dunkeln wußte ich
dass hinter den Büchern im Regal
in meinem Zimmer
eine schwarze schreckliche Welt
existierte
unendlich & kleine Kinder stehlend
Ich wagte nicht aufzustehen &
ins Regal zu fassen
Ich zog die Decke über den Kopf
in dem die Unendlichkeit sich spiegelte
Ich sah Arme hinter den Büchern
Hände die nach mir greifen wollten
In andern Nächten
lag ich im Dunkeln & stellte mir
das Nichts vor
in das der Tod mich werfen würde
Es gelang mir
das Nichts zu denken
Ich war zu Tode erschrocken
Ich wurde älter
wurde weniger
Welten zogen sich zurück
von mir
Depressionen stahlen Bilder
Neurosen betäubten
Noch einmal möchte ich
zu Tode erschreckt werden
von meiner
Fantasie
aber meine Fantasie
ist fast schon
tot
Ich habe nichts gegen ganz dünne Spinnen,
mit kleinem Körper;
sie sind behäbig, beschaulich,
langsam, sie verlassen selten ihr Netz,
erweitern es nur ab & zu; sie
überraschen einen nicht, man kann
sich auf sie verlassen. Solche Spinnen
haben bei mir eine gute Lebenserwartung;
ich gehe an ihnen vorbei, grüße sie, und
sie danken es mir mit Ruhe.
Was ich hasse, was ich fürchte, was mich
anwidert, sind die dicken großen schwarzen Spinnen;
plötzlich sind sie da, man weiß nicht, woher;
plötzlich sind sie weg, man weiß nicht, wohin;
Sie sind schnell, sie huschen, sie jagen, sie
scheinen kein festes Wohnnetz zu haben;
nirgends ist man sicher vor ihrer
rasenden Gegenwart; sie beobachten
dich, sie fliehen vor dir.
Meine Mordgier kennt keine Grenzen,
wenn es um diese Einbrecher geht.
Ich bin dünn. Ich lebe beschaulich.
Ich bin langsam. Ich verlasse selten mein
Netz.
Draußen sind die Raser, die
Huscher, die Jäger, die Störer.
Ich ruhe.
Sterne hageln
bis mir der Schädel platzt
nachts liege ich auf der Terrasse
voll
Pisse in den Garten
hoffe dass das Gras verreckt
Vögel die erwachen
beschimpfe ich
ich will nicht
dass der Tag
kommt
3 Gewehre gibt es in meinem Haus,
1 Pistole, 1 Revolver.
Alle haben sie Macken, ich
befürchte sie funktionieren nicht.
Ich befürchte, sie werden nicht
funktionieren, wenn es darauf
ankommt. Ich habe eine
Macke. Und die Pistole ist
verklemmt.
Hier könnte eine Blogroll sein.
Wenn ich nicht so egozentrisch wäre.
Statistik
92.967 hits
"Ich wohne in meinem eignen Haus,
Hab´ niemandem nie nichts nachgemacht
Und - lachte noch jeden Meister aus,
Der nicht sich selber ausgelacht."
(Friedrich Nietzsche)
„Meine kleinen Gedichte
Kommen wie kleine Blumen mir vor,
Lauter winzige Wichte,
Aber zusammen doch ein Flor,
Und hervor
Aus dem Chor
Blicken Vergißmeinichte.“
(Friedrich Rückert)
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