Die tiefe Stimme des fremden Hundes

Mehrmals am Tag weckt mich die
tiefe Stimme des fremden Hundes.
Einige Häuser weiter hält er
Wache im Garten,
rund um die Uhr;
und immer
wenn dort jemand vorübergeht,
fängt er an zu kläffen.
Ich wache auf, und oftmals kann ich
stundenlang nicht wieder einschlafen.
Ich hasse es.
Den Hund – hasse ich nicht.
Vielleicht – die Besitzer.
Menschen, die sich Wachhunde halten,
lächerliche Figuren, die nichts
verstanden haben.
Arme Hunde, die für solche Idioten
bei jedem Wetter
als Gartenutensilien & Alarmanlagen
herhalten müssen.

Nachts aber, wenn draußen alles still ist,
und ich vor der Tastatur sitze, finde ich es
schön, wenn er plötzlich
anfängt zu bellen.
Hey, denke ich, er ist wach, ich bin wach.
Es ist, als wäre da
eine Verbindung
zwischen uns.
In der Dunkelheit.
Ein unsichtbares Band, das
keine Leine ist.

Und vielleicht weckt sie ja
endlich einmal
jemand anderen auf –
die tiefe Stimme des fremden Hundes.


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