Tagesarchiv: 7. September 2012

Steine

Ich stelle sie mir vor
als kleines Mädchen
Vielleicht vor
35 Jahren

& während alle
anderen Kinder
um sie herum

glattgespülte
glänzende
Steine
sammelten

fand sie die
scharfkantigen
matten
besonders schön.

Ansonsten
könnte ich mir
das Alles
nicht
erklären.


Für die Fremden & die Unsichtbaren

Wenn in der fernen Nebelkulisse der
fremden
unsichtbaren
Leser
plötzlich
vertraute Gesichter
erscheinen
bleibt mir
vielleicht
nur noch das
Schweigen

Denn was in mir ist
soll
den Vertrauten
fremd

Soll
für sie
in Ferne
&
Nebel
bleiben

So wie
für mich
ihr Inneres
in Ferne
&
Nebel
liegt

& nur die
Fremden
& die
Unsichtbaren

sollten es
sehen
können.

Denn manchmal ist
Nähe
unerträglich.


Die Folgen

Das also waren die Folgen:

Verblödung
Verlust der Kreativität
Eintrübung der klaren Gedanken
Monomanie
Einschränkung der Sicht
Themenverlust
Eintönigkeit
Verstummen

Sie war eingeschlafen
»End-entspannt« hatte sie es genannt
Ihr rechtes Bein lag angewinkelt auf
meinen Oberschenkeln
Gleichmäßiges Atmen in meinem Ohr
Ein Duft der immer noch neu &
doch schon vertraut war
Kein Schlaf in meinem Kopf
Kein Schlaf in meinen Händen
Ich war nüchtern
& wusste
was kommen würde

Das Alleinsein
das ich meist so schön gefunden hatte
würde hässlich werden

& ich würde noch mehr
Alkohol brauchen
es mir schön zu trinken

Aber der Alkohol
spülte kaum noch Worte an die Oberfläche
Oder ich konnte die Worte nicht mehr hören
Weil alles andere in mir
zu laut geworden war

Verstummen
Eintönigkeit
Themenverlust
Einschränkung der Sicht
Monomanie
Eintrübung der klaren Gedanken
Verlust der Kreativität

Verblödung

Eigentlich
fand ich die Folgen
gar nicht
so
schlimm.