Die Perfektion eines Augenblicks

Sie lehnte sich aus dem Fenster
in die Sonne,
um ihrem kleinen Sohn, den sie
mit 18 bekommen hatte,
etwas zuzurufen.
Er spielte vor dem Haus.
Sie war nackt & hielt sich
ein Sommerkleid vor die Brust.
Ich lag im Bett,
auf einer trockenen Stelle des Lakens –
& betrachtete sie.
Entspannt & glücklich.
Und ich malte mir aus,
welches Bild sich von draußen, von
der Straße, vom gegenüberliegenden
Gebäude aus
bieten musste.
Das Bild in diesem Fensterrahmen.
Und ich tauchte ab
in die Phantasie
der Betrachter;
in die Phantasie der Männer, die
sich ohnehin immer
nach dieser Frau umdrehten.
Sie würden wissen, dass sie
nackt am Fenster stand, hinter diesem
vorgehaltenen Kleid. Und
die Phantasie der Männer würde sich
ausmalen, was ich tatsächlich sah; und
alles würde perfekt sein in ihrer Vorstellung –
die Beine, der Hintern, der Rücken.
Und hier trafen sich
die fremden Phantasien, die ich
mir vorstellte,
und die Wirklichkeit, die ich
vor mir hatte.
Sie trafen sich in der
Perfektion.
In der Perfektion dieses Anblicks
&
in der Perfektion dieses
Augenblicks.
Und der kleine Junge rief:
»Ok!«


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