Der seltsame Mann

»Ich verstehe die Frage nicht«, sagte er.
Er schaute mir in die Augen.
»Ich habe keine Wahl. Niemand
hat eine Wahl.«
Ich sagte:
»Du meinst, den freien Willen
gibt es nicht?«
»Natürlich nicht.«
»Ich verstehe trotzdem nicht, warum
Du Dich selbst zerstörst.«
»Wirklich nicht? – Es ist nur
die konsequente Fortsetzung dessen,
was andere begonnen haben.«
»Klingt einfach. Schuld sind immer
die anderen.«
Sein Blick brannte sich in meinen
Schädel. Böse.
»Wenn Du mir so kommst, sollten wir
das Gespräch besser
abbrechen. Ich habe es mir noch nie
leicht gemacht.«
»Ich wollte Dir nicht zu
nahe treten«, sagte ich.
»Solltest Du auch nicht. In meiner Nähe
verbrennt man sich
schnell.«
»Ok«, sagte ich, »ich
geh dann mal.«
»Ok«, sagte er, »pass auf Dich auf.
Es muss sich ja nicht
jeder
selbst
zerstören.«
Er lächelte.
Dieser seltsame Mann.
Der seltsame Mann
in meinem
Spiegel.


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