Die romantische Sau

Eigentlich
wollte ich es nicht wissen.
Wie lange war es jetzt her?
Das letzte Treffen…..

Aber
ich bin gierig –
in mancherlei Hinsicht.
Das ist mein Naturell.

Und vor allem bin ich
neugierig.

Es war so einfach.
Ich wusste, was ich in jener Nacht
geschrieben hatte. Nachdem sie
eingeschlafen war.

Nebenan.

Ich brauchte nur
den Text zu suchen…..

Das Datum erschreckte mich.
9. Oktober!
Jetzt hatten wir den
21. Dezember.

So lange
war es mir gar nicht vorgekommen.
Und es erschreckte mich,
dass es mir gar nicht so lange vorgekommen war.

Oftmals hatte ich an diese Nacht gedacht
in der Zwischenzeit. Die wie eine
Zwischenwelt war, in der wir nicht
gemeinsam existierten.

Nach dem Schreiben
hatte ich mich wieder zu ihr gelegt.
Nach dem Erwachen
las sie das Geschriebene.

Sie lächelte.
»Du hättest nicht
ins Waschbecken pinkeln müssen.
Ich wäre ohnehin nicht
aufgewacht.«

Eigentlich
war mir das klar gewesen.
Ihr Schlaf war
beneidenswert.

Meiner war eher
wie ein Gemälde
von Goya.

Egal.

Das mit dem Waschbecken
machte sich ganz gut in dem Text.
Fand ich. Und das war
die Hauptsache.

In der Zwischenzeit
wichste ich in dieses Waschbecken.
Das macht sich weniger gut
in diesem Text.
(Oder sollte ich sagen: Das
kommt weniger gut
?

Auch egal.)

9. Oktober!

So lange also
hatte ich
das Bett nicht frisch bezogen!

Was bin ich doch für eine Sau.

Man konnte es nicht riechen.
Ich jedenfalls nicht.
Und sonst war ja niemand da.

Aber sie
konnte ich auch nicht mehr riechen.
Alles verflogen…..

Hie & da
noch ein Haar.

Herausgerissen
in der Hitze des Gefechts.
Verloren
im Schlaf.

Blonde Saiten.

Ja – eine Sau.
Schlimmer – eine romantische Sau!

 

 

Der Text vom 09. Oktober


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