Die seitenverkehrte Erinnerung

Auf dem Weg zum Kühlschrank
passierte die Frau das bisschen Tageslicht,
das durch die verglaste Haustür in den Flur drang.
Da erst sah ich
wie gerötet ihre linke Arschbacke war.
Ich machte sie darauf aufmerksam.
Sie lachte.
»Kein Wunder – wenn Du
mich schlägst.«
»Aber«, sagte ich, »die linke scheint
empfindlicher zu sein als
die rechte. Außerdem sind
die Zahnabdrücke verschwunden.«
Die Frau blieb vor einem meiner
zahlreichen Wandspiegel
rücklings stehen &
schaute über ihre Schulter hinweg,
zehenspitzte & reckte sich, bis sie
ihren Arsch sehen konnte …..
Sie lächelte.
Geschlagene
Stunden lang hätte ich sie in dieser
Po-
sition
beobachten mögen, doch
gerade die
Flüchtigkeit des Augenblicks
brannte sich so eindrücklich
in mein Inneres
wie die Dauer es nicht gekonnt hätte –
rot
rot
rot ……
& heiß.
Und manchmal,
wenn sie nicht da ist,
schaue ich
im Vorübergehen
in diesen Spiegel – &
sehe
das Bild, das sie sah ……
Die seitenverkehrte Erinnerung
an die
Wirklichkeit.


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