Tagesarchiv: 28. November 2013

Der rote Regenschirm

Die Nacht lag
auf dem Kopfsteinpflaster
& glänzte schwarz
in den Spuren des vergangenen Regens.
Ein Wagen fuhr durch die Gasse, wo
nur ich passierte.
Als ich an einer Laterne vorüberging,
wurde er langsamer.
Ein Seitenfenster glitt abwärts –
ein roter Regenschirm
wurde aus der dunklen Öffnung geworfen & fiel
auf den Gehsteig.
Unaufgespannt lag er da.
Der unsichtbare Fahrer gab Gas,
und ich blieb
allein
zurück.
Mit dem Schirm.
Ich hob ihn auf & drückte
seinen Knopf.
Er öffnete
sich –
weil er es musste.
Der Stoff war voller Löcher.
Löcher unterschiedlicher Form
& Größe.
Ich schloss ihn wieder.
Nahm ihn mit
nach Hause.
Dort
fragte ich mich, was
das Alles
zu bedeuten habe.
Und kam
zu keinem
Schluss.


Von der Mühe

Und jede Nacht versuchte ich
mir Wut & Traurigkeit aus dem Leib
zu wichsen.

Was die Wut betraf,
gelang es mir –
für einige Zeit.

Die Traurigkeit
blieb
& wuchs,

da sie
wo
anders war.

Die Nähe
der Muse
war in die Ferne gezogen.

Nur ein paar Worte
blieben
zurück.

Und die Einsamkeit sang
das alte Lied:

Von der Mühe, die man sich gibt, um
etwas zu bekommen –
bleibt nichts übrig, um
es zu halten.

Dabei möchte man doch
gehalten werden.

Nur nicht
für dumm.

Und schon gar nicht
für selbst
verständlich.